Informationsunterlage zum Pressefrühstück mit AKh-Referentin Stadträtin Dr.in Christiana Dolezal und Landesrätin Dr.in Silvia Stöger zum Thema AKh als Gastgeber der 7. Österreichischen Konferenz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser
Bereits zum zweiten Mal ist das Allgemeine öffentliche Krankenhaus der Stadt Linz am 18. und 19. November 2002 Gastgeber der Österreichischen Konferenz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser. Zu dieser bundesweiten Konferenz werden rund 150 TeilnehmerInnen erwartet.
Die Rahmenbedingungen für unsere Krankenhäuser haben sich in den vergangenen Jahren entscheidend verändert: Dezentralisierung, leistungsbezogene Abrechnungssysteme, verschärfter Wettbewerb und andere Entwicklungen kennzeichnen die neuen Herausforderungen. Qualität, Effizienz und Angemessenheit der Dienstleistungen sind zentrale Zielgrößen und Grundlagen für eine nachhaltige Verankerung von Gesundheitsförderung im Krankenhaus, betont dazu Spitals-Landesrätin Dr.in Silvia Stöger. Entscheidungen und medizinische Programme werden im Gesundheitsfördernden Krankenhaus nicht nur darauf überprüft, ob sie zum Beispiel rechtmäßig, ökonomisch vertretbar und professionellen Standards entsprechend sind, sondern auch ob ihre Auswirkungen gesundheitsfördernd oder krankmachend sein können.
Das diesjährige Thema PatientInnen-Orientierung entspricht den Zielsetzungen des AKh voll und ganz. Im Rahmen der Konferenz präsentiert das AKh fünf Projekte, die das Engagement des modernen Linzer Schwerpunktkrankenhauses zur Verbesserung der Leistungen für die PatientInnen verdeutlichen.
Seit 1996 beteiligt sich das Linzer AKh aktiv an den Konferenzen gesundheitsfördernder Krankenhäuser. Seit 1999 wird es als Partnerkrankenhaus des österreichischen Netzwerkes gesundheitsfördernder Krankenhäuser anerkannt. Die große Anzahl der MitarbeiterInnen, die Projekte zur Leistungsverbesserung für unsere PatientInnen umgesetzt haben, verdeutlichen das hohe Engagement unseres Krankenhauses im Bereich PatientInnenorientierung und Qualitätssicherung, meint die Linzer Gesundheitsstadträtin und AKh-Referentin Dr.in Christiana Dolezal.
Die Projekte im Detail
- Kinästhetik im OP (DGKS Brigitte König)
Durch Kinästhetik liegt der Patient möglichst belastungsfrei, also gelenks- und rückenschonend, das heißt nicht mehr punktuell, sondern großflächig auf dem OP-Tisch. Der Körper wird so gleichmäßig belastet. Dadurch bleiben eventuelle Lagerungsbeschwerden nach dem Eingriff, wie vereinzelte Verspannungen, gering. Um die Patienten am OP-Tisch zu drehen und zu heben, wurden bisher bis zu vier Personen benötigt. Durch Kinästhetik ist für diesen Vorgang und für die Positionierung in die endgültige Liegestellung nur mehr eine Person erforderlich. Die durchgeführten Bewegungen entsprechen den Muskelbewegungen des eigenen Körpers.
Das Projekt Kinästhetik im OP wurde bereits im Jahr 2000 übrigens österreichweit damals einzigartig - ins Leben gerufen. Vor kurzem wurde das Projekt von der ARGE der PflegedirektorInnen und Pflegedienstleitungen Oberösterreichs mit dem Pflegeoskar 2002 ausgezeichnet.
- Aufbau eines ambulanten Hospizteams (DGKS Margaret Krebelder)
Das interdisziplinäre Team besteht aus einer DGKS, einer Psychologin, einem Seelsorger, einem(r) Arzt(in) (Anästhesist). Die Gruppe betreut bei Bedarf schwerkranke und/oder sterbende Patienten und Angehörige. Das Hospizprojekt befindet sich zur Zeit im Aufbau.
- Stillambulanz, Hebammensprechstunde (DGKS Waltraut Gerhartinger, Leitende Hebamme Monika Oberradter)
Die Geburtenabteilung im AKh wurde 1997 von der WHO und UNICEF als Babyfriendly Hospital ausgezeichnet. Dieses Projekt ist ein Angebot im Sinne einer ganzheitlichen Betreuung für Eltern und Kinder.
- Lernen aus Beschwerden und Fehlern (Dr.in Jutta Starlinger, Informations- und Beschwerdestelle im AKh)
Ein modernes Beschwerdemanagement im AKh sorgt für Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung im Sinne der PatientInnenorientierung. Die Implementierung einer Datenbank ermöglicht die exakte Auflistung und Analyse aller eingelangten Beschwerden. Eine derartig ausführliche Auflistung und Aufschlüsselung der Beschwerden gibt es österreichweit nur im Linzer AKh.
- Qualitätssicherung der Histologie (MTA Barbara Lauf)
Bei diesem Projekt wurden von der Histologie genaue Einsende-Richtlinien in Bezug auf die Versendung von Gewebe (=Operationspräparate) erstellt. Für die hausinternen Zuweiser (verschiedene Ambulanzen und OP´s) sind die Vorgaben bindend. Die Daten werden per eDV umfassend erfasst. Ziel ist die hohe Qualitätssicherung der eingesandten Materialien.
Durch die eingereichten Projekte von Dr.in Jutta Starlinger und MTA Barbara Lauf wird die Mitgliedschaft des Linzer AKh im Netzwerk der Gesundheitsfördernden Krankenhäuser Österreichs und des Internationalen Netzwerkes Health Promoting Hospitals der WHO wieder für weitere drei Jahre verlängert.
Videoübertragung für PatientInnen
Passend zum Thema der Konferenz PatientInnenorientierung präsentiert das Linzer AKh diesmal eine Neuigkeit: Mittels Video-Übertragung werden mehrere Programmpunkte vom MED-Ausbildungszentrum live in den Mehrzwecksaal, im Erdgeschoß des Bau A, übertragen. Damit können PatientInnen, MitarbeiterInnen sowie BesucherInnen an der Konferenz via Bildschirm teilnehmen.
Qualitätsmanagement und PatientInnen-Orientierung im AKh
Im Linzer AKh steht der Patient im Mittelpunkt. Qualitätssicherung ist ein wertvolles Instrument, um die Patientenbetreuung zu verbessern.
Zur Optimierung der Patientenversorgung wurde bereits 1994 ein umfangreiches Qualitätsmanagement initiiert. Eine eigens gegründete Kommission für Qualitätssicherung koordiniert und unterstützt alle notwendigen Maßnahmen.
Ein weiteres, tragendes Element des Qualitätssicherungskonzeptes im AKh ist das Bekenntnis der Krankenhausleitung zu einer lernenden Organisation. Seit 1995 werden speziell auf das AKh abgestimmte Führungskräftelehrgänge durchgeführt. Ziel dieser berufsgruppenübergreifenden interdisziplinären Lehrgänge ist, die Handlungs- und Führungskompetenz für MitarbeiterInnen mit Personalverantwortung zu erweitern.
- Quality Indicator Projekt
Mit 1. Oktober 2000 wurden alle oberösterreichischen Spitäler per Landesverordnung zur Teilnahme am Quality Indicator Project verpflichtet. Das AKh Linz ist bereits seit 1998 auf freiwilliger Basis an diesem weltweiten Vorhaben beteiligt. Seither werden unter anderem die Qualitätsindikatoren wie ungeplante Rückkehr auf die Intensivstation, Stürze auf den Abteilungen, Reoperationsraten erfasst.
Durch den Vergleich dieser Parameter mit anderen Spitälern werden Problemkreise erkannt, analysiert und Verbesserungsmaßnahmen entwickelt und eingeleitet.
- Servicestelle Qualitätsmanagement
Im Jahr 2000 wurde eine eigene Stelle für die Koordination der Qualitätssicherungsprojekte geschaffen. Die Serviceeinrichtung unterstützt die einzelnen Abteilungen bei der Durchführung der Qualitätssicherungsprojekte.
Im letzten Quartal des Jahres 2001 wurde mit der Einführung eines elektronischen QM-Dokumentationssystems begonnen. Diese Intranet-basierte Software erleichtert die Verwaltung und Veröffentlichung von Arbeitsanweisungen bis hin zu Prüfaufzeichnungen und macht das QM-Handbuch im Intranet zugänglich.
Sämtliche Ansätze des Qualitätsmanagements werden von der Führungsebene des AKh und der Stadt Linz mitgetragen und unterstützt. Für die Optimierung der Ergebnis- und Prozessqualität ist Total Quality Management - TQM der European Foundation for Qualitymanagement (EFQM) der zentrale Qualitätssicherungsansatz im AKh Linz.
Weitere Gesprächspartner:
- Dir. Dr. Heinz Brock, Medizinischer Direktor
- Dir. Dr. Karl Lenz, Verwaltungsdirektor
- DGKP Erich O. Gattner, Pflegedirektor
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