Linz. Eine Stadt lebt auf.

In Linz lebt die Kultur

Donnerstag, 19. August 1999

Kulturstadt Linz - Ergebnisse einer Studie
(Informationsunterlage für die Pressekonferenz von Kulturstadtrat Dr. Reinhard Dyk und Kulturdirektor Mag. Siegbert Janko zur Kulturstudie des Marktforschungsinsitutes Spectra, am Donnerstag, 19. August 1999)
weitere Infos


Link Ergebnisse der Recherchen zu den anonymen Vorwürfen gegen das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Linz

Link Baustelle in Digital City Linz

Link Aktuelle Pollenbelastung

Link Jubiläum

Link 5000 Jahre alte Siedlung in Ansfelden entdeckt
18.8.1999  20.8.1999

Kulturstadt Linz - Ergebnisse einer Studie

Weiterer Gesprächspartner:
Projektleiter Dr. Klaus Nemetz /Marktforschungsinstitut Spectra

Linz positioniert sich immer stärker als Kulturstadt. Sowohl international als auch österreichweit. Und vor allem auch bei seinen Bewohnern.

Dazu tragen eine Reihe von Veranstaltungen und kontinuierliche Aufbauarbeit bei: der Kulturmonat des Vorjahres, der internationale Ruf des Brucknerfestes und der Klangwolken, der Prix Ars Elektronica und das Ars Electronica Festival, das LinzFest und das Pflasterspektakel, die zahlreichen sommerlichen Open-Air-Veranstaltungen vom Theater am Pöstlingberg über den Klangplatz-Hauptplatz und die unterschiedlichsten Angebote im Sparkassenpavillon bis zu den Großereignissen im Linzer Stadion. Dazu kommen zukunftsorientierte Bauprojekte wie das Musiktheater und das neue Museum an der Donau, all das fördert das Image der Kulturstadt. Nicht zu vergessen der weltweit anerkannte Platz, den sich Linz mit dem Ars Electronica Center in der Entwicklung der Electronic auf kommunkativ-künstlerischem Gebiet des nächsten Jahrtausends erobert hat.

Ebenso wichtig ist aber die Positionierung nach innen. Was die Linzerinnen und Linzer vom Kulturimage ihrer Stadt halten. Sie sind schließlich die hauptsächlichen Nutznießer der 14 Büchereizweigstellen, der Außenstellen der Volkshochschulen und der 13 Volkshäuser. Zur kulturellen Infrastruktur gehören auch die Angebote der Musikschule, nicht nur im Haupthaus, sondern auch in den Stadtteilen.

Das Netz kultureller Versorgung ist also fest und dicht gespannt. Um schlüssige Fakten zu finden, beauftragte das Kulturamt das Marktforschungsintitut Spectra mit einer Kulturstudie, deren Ergebnisse nunmehr vorliegen.

Imagedimensionen der Stadt Linz

Das Image der Stadt in der Linzer Bevölkerung wurde grundsätzlich erhoben und mit der vorangegangen Imageanalyse aus dem Jahr 1993 verglichen.

Dieser Vergleich zeigt eindrucksvoll auf, dass die Stadt Linz in den vergangenen sechs Jahren einen erfreulichen Aufschwung genommen hat, der in einem grundsätzlich verbesserten Imageprofil zum Ausdruck kommt. Vor allem sind es die beiden Komponenten Kultur und Tourismus, die für diese positive Entwicklung verantwortlich zeichnen.

Bereits 46 Prozent der Bevölkerung stufen Linz als Kulturstadt ein. Das sind um 24 Prozent mehr als es noch vor sechs Jahren waren. 34 Prozent sehen Linz als Touristenstadt, was einer Steigerung von 22 Prozent entspricht.

Kulturangebot dezentralisieren

Wesentlich dazu beigetragen, dass Linz immer mehr als Kulturstadt im Bewusstsein seiner Bewohner verankert ist, hat auch die Tatsache, dass immer mehr kulturelle Veranstaltungen und Fortbildungsmöglichkeiten in die Stadtteile hinausgetragen werden. Dies ist möglich, da in den elf Volkshäusern und anderen dezentralen Veranstaltungsorten ein ausgewogenes Angebot an unterschiedlichen kulturellen Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Seit Jahrzehnten arbeitet die Stadtverwaltung an einer flächendeckenden kulturellen Versorgung. Die Stadt Linz hat sozusagen für die Hardware gesorgt, nun gilt es nach den Bedürfnissen der Benützer die Software zu erstellen.

Die von der Bevölkerung gewünschten Veranstaltungen reichen von Theater, Kabarett, Kleinkunst über Lesungen und Musikevents bis zu Fachvorträgen und Fotoausstellungen. Fortbildungskurse, vor allem in Fremdsprachen und der Computerbedienung könnten das Angebot abrunden.

Position der Linzer Volkshäuser

Die Linzer Volkshäuser nehmen hinsichtlich der Bekanntheit in der Bevölkerung und ihrem Image als Veranstaltungszentrum eine sehr erfreuliche Position ein.

Konkret wissen 71 Prozent der Linzerinnen und Linzer wo sich die Volkshäuser in ihrem Stadtteil befinden und was dort geboten wird.

Hinsichtlich der Nutzung der Volkshäuser zeigt sich, dass ein hoher Anteil von 41 Prozent der Linzer Bevölkerung in den vergangenen vier bis fünf Jahren zumindest einmal eine Veranstaltung in einem Volkshaus besucht hat. Der Anteil der "Intensivnutzer", das sind jene, die an mehr als zehn Veranstaltungen in den Volkshäusern teilgenommen haben, beträgt immerhin fünf Prozent. Mit zunehmendem Alter der Konsumenten steigt der Besuch in den Volkshäusern kontinuierlich an.

Open-Air-Stadt Linz

Die Analyse hat auch eine interessante Entwicklung des Kulturkonsums der Linzer in den vergangenen zwölf Monaten gebracht. Mehr als eine halbe Million Besucher konnte die Open-Air-Stadt Linz verzeichnen. Die visualisierte und die klassische Klangwolke haben dazu ebenso beigetragen wie das LinzFest, das Pflasterspektakel und die Rockereignisse im Stadion. Vom Megaevent bis zum kleinen, aber feinen Angebot im Botanischen Garten, es ist für jeden etwas dabei.

Kulturelles Stadtteilangebot

Das kulturelle Angebot in den jeweiligen Stadtteilen wird von der Mehrheit der Linzer Bevölkerung - von rund 53 Prozent - als ausreichend bezeichnet. Urfahr erweist sich als jener Stadtteil, in dem die Volkshäuser am häufigsten genutzt werden.

Was den Besuch von Kultur- und Bildungsangeboten in den jeweiligen Stadtteilen betrifft, so präsentieren sich die Büchereien als der grösste Anziehungspunkt.

Stadtteilveranstaltungen bevorzugt

Rund zwei Drittel der Linzer Bevölkerung würden lieber dezentrale Veranstaltungen im Volkshaus ihres Stadtteils besuchen, als in den Kultureinrichtungen im Zentrum der Stadt.

Wer nur gelegentlich in die Volkshäuser kommt, beurteilt deren Atmosphäre eher als nüchtern. Wer öfter hingeht kommt zu einem positiveren Ergebnis.

Die Idee, mehr kulturelle und Fortbildungsveranstaltungen in die Volkshäuser zu bringen und so bürgernäher zu sein, wurde grundsätzlich sehr positiv bewertet.
Ergebnisse der Recherchen zu den anonymen Vorwürfen gegen das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Linz

(Informationsunterlage für Bürgermeister Dr. Franz Dobusch, Magistratsdirektor Dr. Wolfgang Hochgatterer und AKh-Referentin Dr. Christiana Dolezal zur Pressekonferenz "Ergebnisse der Recherchen zu den anonymen Vorwürfen gegen das Linzer AKh")

Weiterer Gesprächspartner:
Dir. Doz. Prim. Dr. Gerhard Syré, Medizinischer Direktor des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Linz

Die Vorwürfe gegen das Linzer AKh, die in zwei anonymen Schreiben vom 18. August 1999 dem Linzer Bürgermeister Dr. Franz Dobusch sowie der Staatsanwaltschaft Linz und einigen Printmedien übermittelt wurden, wurden gestern sofort nach Einlangen der Briefe stadtintern geprüft.

Zum einen ging es dabei um dienstrechtliche Belange, zum anderen wurden massive Anschuldigungen wegen medizinischer Fehlleistungen am Linzer AKh erhoben. In beiden Fällen betrafen die Vorwürfe die Abteilung Unfallchirurgie.

Die Recherchen unter Federführung der zuständigen Stadträtin Dr. Christiana Dolezal und des Magistratsdirektors Dr. Wolfgang Hochgatterer bestätigten die anonymen Anschuldigungen in hohem Maße.

Halswirbelsäulenfraktur nicht erkannt

Kernpunkt der Anschuldigungen ist eine am AKh nicht erkannte Fraktur der Halswirbelsäule bei einem Patienten (AKh Unfallambulanz vom 18. Mai 1999). Der Patient wurde fälschlicherweise mit der Diagnose oberes Cervikalsyndrom an den Hausarzt verwiesen. Im Rahmen einer Röntgenbesprechung wurde der Fehler im AKh erkannt und der Patient dringend einberufen. Der Patient lag zwischenzeitlich allerdings im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder mit der Diagnose Schlaganfall auf der Intensivstation, wo er Tage später verstarb. Eine Obduktion wurde im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern durchgeführt.

Dabei wurden eine Fraktur der Halswirbelsäule, zusätzlich ein Subduralhämatom im Bereich der hinteren Schädelgrube, Einklemmungsblutungen und eine Blutung in den Hirnstamm festgestellt.

Nach Fachmeinung ist es nicht auszuschließen, dass die im AKh vorerst unentdeckte Fraktur zumindest mittelbar im Zusammenhang mit dem Todesfall steht.

Befund gefälscht

In weiterer Folge ergaben die stadtinternen Recherchen im Fall dieses Patienten, dass dem ursprünglichen Aufnahmebefund am AKh vom 18. Mai 1999 zwei Tage später ein Zusatz beigefügt wurde, der nicht den Tatsachen entsprach. Die darin dargestellte Krankengeschichte wurde im Nachhinein an die Situation "angepasst", wobei die entsprechenden Diagnosen und Therapien nicht stattgefunden hatten. Dies wurde vom behandelnden Assistenzarzt gestern telefonisch Stadträtin Dr. Dolezal gegenüber bestätigt.

Diese "Änderung" des Befundes wurde laut Aussage des behandelnden Assistenzarztes mit dem Einverständnis und unter Mithilfe einer Oberärztin der Unfallchirurgie durchgeführt.

Die betroffenen Ärzte der Unfallabteilung werden zur Zeit stadtintern einvernommen und sind bis auf weiteres dienstfrei gestellt.

Unzulässige Privatgutachten durchgeführt

Im zweiten Schreiben wird der Vorwurf erhoben, dass in der Unfallchirurgie Privatgutachten im Rahmen der Dienstzeit und auf Kosten des AKh, beziehungsweise der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse, durchgeführt worden seien. Auch diese Anschuldigungen werden zur Zeit von den verantwortlichen Stellen des Magistrates überprüft.

Vorfälle verschwiegen

Weder den zuständigen Politikern, noch den verantwortlichen Stellen im Magistrat waren die Vorfälle bis zum Einlangen der anonymen Schreiben bekannt. Die erforderlichen Schritte wurden unverzüglich eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft wird seitens der Stadt Linz laufend informiert.

In einem Krankenhaus mit rund 2000 Beschäftigten sind medizinische Fehlleistungen nicht völlig auszuschließen. Dennoch ist es Aufgabe des Betreibers, bestmöglich für das Wohl der PatientInnen zu sorgen. Aus diesem Grund wurde 1991 eine Beschwerdestelle direkt im Linzer AKh eingerichtet. Dort werden alle Patientenbeschwerden aufgegriffen und nach Möglichkeit einer Lösung zugeführt.

Um die Patientenrechte im AKh zu stärken, beziehungsweise die Zufriedenheit der Patienten zu optimieren, wird seit 1998 eine Erhebung der Patientenzufriedenheit an allen Abteilungen durchgeführt. Aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten, die im Ablauf der Unfallambulanz immer wieder auftreten, sind ein Umbau und eine Neuorganisation der Unfallambulanz geplant. Vor Beginn des Umbaus wurde eine Organisationsuntersuchung in Auftrag gegeben. Im Lichte der jüngsten Ereignisse kann diese Untersuchung nun auch dazu dienen, die Unfallchirurgische Abteilung so umzuorganisieren, dass derartige Vorkommnisse in Zukunft ausgeschlossen werden können.

Neues anonymes Schreiben eingetroffen

Heute, 19. August 1999, um 9.30 Uhr, ist bei der Stadt Linz ein weiteres anonymes Schreiben eingelangt. Darin werden Anschuldigungen von zwei Körperverletzungen im AKh, Unfallchirurgie, erhoben. Diesen Anschuldigungen wird im Zuge der aktuellen Ermittlungen ebenfalls nachgegangen. Auch dieses Schreiben wurde bereits der Staatsanwaltschaft übermittelt.
Baustelle in Digital City Linz

Wegen Wartungsarbeiten auf unserem Server ist am 20. August 1999 zwischen 12.30 und 20 Uhr kein Surfen unter www.linz.at möglich. Wir bitten um Verständnis.

Birgit Rösler-Nemeth +43 (0)732/7070-1347

Aktuelle Pollenbelastung

Die Pollenwarndienste im AKh Linz und in den Landeskrankenhäusern Gmundnerberg und Freistadt melden: Keine Veränderung in der Pollenbelastung: Lokal stärkere Belastung durch Gänsefuss und Beifussgewächse; vor allem auf unbebauten Flächen des Alpenvorlandes und Donauraums. Im Osten tritt das allergologisch aggressive amerikanische Ragweed dazu. Für zusätzliche Belastungen sorgen Wegerich, Brenn-Nessel und Pilzsporen. Lokal tritt eine Nachblüte von Gräsern auf.

Der Tonband-Pollenwarndienst ist unter folgenden Telefonnummern erreichbar: AKh Linz 7806/3406, Landeskrankenhaus Gmundnerberg 0660/6013 (Ortstarif), Landeskrankenhaus Freistadt 0660/8024.
Jubiläum

Frau Rosa Kellermayer, Stockhofstraße 4, und Herr Ludwig Rührnössel, Glimpfingerstraße 12, vollenden am 21. August das 95. Lebensjahr. Herr Georg Straberger, Ontlstraße 20, vollendet am 21. August das 90. Lebensjahr. Frau Eleonore Greinöcker, Stockhofstraße 2, Frau Maria Gattringer, Baumbachstraße 23, und Frau Rosa Fliesser, Schmiedegasse 17, vollenden am 22. August das 90. Lebensjahr.

Bürgermeister Dr. Franz Dobusch ließ den Jubilaren Ehrengeschenke und Glückwunschschreiben überreichen.

Frau Anna Wendelin, Blindwiesen 2, und Frau Adele Zimmermann, Unionstraße 69a, vollenden am 21. August das 90. Lebensjahr.

Bürgermeister Dr. Franz Dobusch gratulierte auf schriftlichem Wege.
5000 Jahre alte Siedlung in Ansfelden entdeckt
Grabungen unter Leitung des Linzer Stadtarchäologen


Im Rahmen des Projektes "Höhensiedlungen im Linzer Raum" arbeiteten seit Anfang August der Linzer Stadtarchäologe Univ.-Prof. Dr. Erwin M. Ruprechtsberger gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Otto H. Urban vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien mit einem Team auf der so genannten Burgwiese beim Petersberger im Gemeindegebiet von Ansfelden.

Die Sondierungsgrabungen wurden an einer topographisch markanten Stelle in einer Tiefe von 20 bis 60 Zentimetern durchgeführt und brachten ganz erstaunliche Ergebnisse: Scherben von Tongefäßen, Haustierknochen und Reste von Hüttenwänden lassen auf eine Besiedelung des Gebietes in der späten Jungsteinzeit, im 4. und 3. Jahrtausend vor Christus, schließen. Es dürfte sich dabei um einen Befestigungsgraben handeln, der die Siedlung zum offenen Land hin schützte.

Geländetests mit Widerstandsmessungen sollen im nächsten Jahr weitere Siedlungsobjekte orten. Gezielte Grabungen sind daraufhin möglich. Die Finanzierung des Grabungsprojektes ist von der Gemeinde Ansfelden für die nächsten drei Jahre gesichert.

Die Funde werden im Nordico gereinigt, restauriert und archiviert.

Auf das urgeschichtlich interessante Gelände wurde der Student der Ur- und Frühgeschichte Peter Trebsche aus Enns aufmerksam, der seit sechs Jahren an den Sommergrabungen des Nordico in und um Linz teilnimmt.

Im Zuge einer Proseminararbeit zum Thema 'Siedlungsarchäologische Aspekte im Großraum Linz', die als Sonderheft der Linzer archäologischen Forschungen erschienen ist, wurde er auch auf das Gelände in Ansfelden aufmerksam.

Elisabeth Oberlik +43 (0)732/7070-1361


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