EU-Förderungen geben Impulse für Stadtentwicklung
und Strukturwandel in Linz
Stadt Linz und Land Oberösterreich Partner bei der Finanzierung
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christoph Leitl und Bürgermeister Dr. Franz Dobusch über EU-Förderungen für die Landeshauptstadt)
Zukunftsorientierte Wirtschaftsförderung, innovative Stadtentwicklung (Solar City Pichling), richtungweisende Telekommunikationsprojekte (Projektpartner: Ars Electronica Center), neue Wege der Kommunikation zwischen Stadtverwaltung und BürgerInnen (digital city linz) sowie Unterstützung bei der beruflichen Integration von verhaltensauffälligen Jugendlichen sind die Themen aktueller EU-Programme im Bereich der Landeshauptstadt. Gemäß den Förderungsrichtlinien der Europäischen Union leisten Stadt, Land und Bund wesentliche Beiträge zur Finanzierung dieser Initiativen. Nach derzeitigem Projektstand entfallen rund 12 Millionen Schilling auf den Bund, 9,35 Millionen Schilling auf die Stadt Linz und 8,5 Millionen Schilling auf das Land Oberösterreich. Die EU steuert mehr als 33 Millionen Schilling bei.
Förderung des Strukturwandels
Kräftige wirtschaftliche Impulse für die Landeshauptstadt läßt das EU-Programm “RESIDER” (Reconversion des zones siderurgiques) erwarten. Es fördert den Strukturwandel in Gebieten mit hohen Arbeitsplatzverlusten in der Stahlindustrie. Mit Hilfe von rund 19,8 Millionen Schilling EU-Mitteln (alle EU-Förderungen sind an den ECU-Kurs gebunden und daher nicht exakt quantifizierbar) sowie Förderungen von Bund (zirka 9,75 Millionen Schilling), Land Oberösterreich (rund 6,75 Millionen Schilling) und Stadt Linz (zirka 3,3 Millionen Schilling) und der Beiträge privater Partner kann im Zeitraum 1996 bis 1999 ein Projektvolumen von insgesamt annähernd 93 Millionen Schilling finanziert werden.
Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der infrastrukturellen Standortvoraussetzungen. So ist etwa das Ars Electronica Center in seiner Rolle als “Walk-In-Center” für Unternehmen enthalten, die Entwicklungen mit den ausgefeilten computertechnischen Möglichkeiten des AEC testen wollen. Die VOEST-Alpine-Stahl AG baut gemeinsam mit der Oö. Datenhighway-Entwicklungsgesellschaft und Firmen aus dem Logistikbereich ein “elektronisches Postamt” auf. Es soll über ein Computernetzwerk Lieferanten, Kunden, Spediteure und Banken verbinden und die Verarbeitung standardisierter Nachrichten wie Bestellungen, Lieferbestätigungen und Rechnungen ermöglichen. Weiters ist der Aufbau von Kompetenzzentren für produktionsnahe Dienstleistungen (unter anderem auf den Sektoren Automation und Telekommunikation) sowie Umwelt- und Solartechnik geplant. Dem Fremdenverkehr werden mit dem Projekt “Touristikhafen” Impulse gegeben.
Die unternehmerische Entfaltung soll durch die Gründung eines Ausbildungszentrums für JungunternehmerInnen erleichtert werden. Unmittelbar auf die betriebliche Ebene zielen auch spezielle Förderungen für kleine und mittlere Unternehmen. Branchenschwerpunkte sind dabei produktionsnahe Dienstleistung, Umwelttechnik und Telematik (Verknüpfung von Computer- und Telekommunikationstechnik). Als Begleitmaßnahme ist die Unterstützung der im Zuge von Innovationsprozessen notwendigen Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorgesehen.
Das hohe Kompetenzniveau der Linzer Wirtschaft wird nach einem neuen Standortmarketingkonzept vermarktet. Es entsteht in Zusammenarbeit mit dem international bekannten Beratungsunternehmen “Coopers & Lybrand”.
Projektpartner Ars Electronica Center
Das Ars Electronica Center (AEC) spielt eine Schlüsselrolle in drei von der EU geförderten Programmen:
Im Rahmen von EMPLOY (European Multimedia Pedagogic Local Support Network Organization for the Social Integration of Unemployed Europeans) werden bis 1998 hunderte junge Arbeitslose (16 bis 25 Jahre) in die Welt von Internet und Multimedia eingeführt. Der erste Lehrgang beginnt Ende November 1996. Die aufgrund einer Initiative des ORF Oberösterreich gestartete Qualifizierungsaktion wird zusammen mit dem BFI-Oberösterreich abgewickelt, wo auch ein Teil der Kurstage stattfindet. Durch die Zusammenarbeit mit anerkannten Erwachsenenbildungsorganisationen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Irland ist eine europaweite Anerkennung der Abschlußzertifikate gesichert. Die EU fördert das Projekt im Zeitraum 1996 bis 1998 mit 2,2 Millionen Schilling. 1,2 Millionen Schilling entfallen auf das BFI und je 500.000 Schilling auf AEC und ORF.
Als Oberösterreich-Koordinator und Kompetenzzentrum agiert das AEC bei DEMOS (Distance Education and Tutoring in Heterogenous Telematic Environments). Zusammen mit Institutionen in Deutschland und Griechenland wird bis 1997 an menschengerechten Hard- und Softwarekonzepten für den Fernunterricht via Computer gearbeitet. Über das von Univ.-Prof. Dr. Max Mühlhäuser geleitete Institut für Telecooperation ist dabei auch der Kontakt zur Kepler Universität gesichert. Ein Teil der Gesamtdotierung seitens der EU (zwei Millionen Schilling) steht für Aufträge an lokale Computerfirmen zur Verfügung.
Erprobungsarbeiten und Bedarfserhebungen (Auftragswert: 450.000 Schilling) übernimmt das AEC im Rahmen der bis 1998 laufenden europäischen Telematikinitiative TELEREGIONS. Ihr Ziel ist unter anderem die Festlegung einheitlicher Standards für die Multimedia-Vernetzung europäischer Regionen. Mit dabei sind neben Oberösterreich die Regionen Nord-England, Baden-Württemberg, Katalanien, Lombardei und Rhone-Alps.
Über die vernetzten Systeme sollen Patientendaten von Spitälern ebenso wie wirtschaftsbezogene Daten ausgetauscht werden können. Für die Koordination der oberösterreichischen Aktivitäten sorgt die Technologie- und Marketinggesellschaft des Landes. Weitere Projektpartner: Amt der oberösterreichischen Landesregierung, die Oö. Datenhighway-Entwicklungsgesellschaft, das Krankenhaus Ried, das Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung der Kepler Universität, die Pädagogische Akademie der Diözese sowie die Steyrer Firmen Pro Factor, RIS und IGL.
Wohnbauformen für morgen: Solar City Pichling
Richtungweisende Konzepte für Wohnbauten mit niedrigem Energieverbrauch und Solarenergienutzung entstehen im Rahmen des Projektes “Solar City Pichling”. Es wird von der EU mit rund acht Millionen Schilling gefördert. Einen gleich hohen Betrag bringen die Stadt Linz (2,8 Millionen Schilling) und die beteiligten Wohnbaugenossenschaften der ersten Bauetappe (GWG, Neue Heimat, WSG, WAG) auf. Mit der Errichtung der ersten 1.500 Wohnungen wird 1998 begonnen. Sie sollen im Jahr 2001 bezugsreif sein. Die internationale Bedeutung der “Solar City Pichling” wird durch die Mitarbeit der Weltklassearchitekten Sir Norman Foster (GB), Sir Richard Rogers (GB) und Prof. Thomas Herzog (BRD) und des renommierten deutschen Energietechnikexperten Dipl.-Ing. Norbert Kaiser unterstrichen. Das Architektentrio gehört der bei der Europäischen Kommission etablierten READ-Gruppe (Renewable Energies in Architecture and Design) an. Nach seinen Plänen werden 750 Wohnungen der ersten Etappe gebaut.
“digital city linz”: Bürgerservice rund um die Uhr
Das im heurigen September in Betrieb genommene Informationssystem “digitial city linz” (EU-Förderung: rund 2,6 Millionen Schilling) macht den Magistrat über jeden PC mit Internet-Zugang erreichbar und erleichtert Behördenwege. Öffentliche Informationsinseln entstehen in einer Reihe von Stadtinformationsstellen. Mittelfristig soll auch die Erledigung von Amtswegen mittels Computer möglich sein. Der städtische Beitrag zu den Gesamtkosten beträgt drei Millionen Schilling. Das Land Oberösterreich steuert 1,25 Millionen Schilling bei.
Das richtungweisende Projekt wird über das EU-Programm “EUKIOSK”-”Information kiosks for citizens” gefördert. Es ist Teil der Initiative “Digital cities”, die von EU-Kommissar Martin Bangemann gestartet wurde. Ziel ist der konsequente Einsatz von Computersystemen als neue Kommunikationsschiene zwischen BürgerInnen und Stadtverwaltungen sowie der Austausch von Informationen zwischen den Städten. Die EU-Kommission nominierte Linz gemeinsam mit Brescia, Stockholm, Thessaloniki und Hannover als Projektpartner. Ab Frühjahr 1997 werden die BürgerInnen der vernetzten Kommunen über eine eigene Bildschirmseite auch Zugriff auf die Informationsangebote der anderen Partnerstädte haben.
Aktive Hilfe für verhaltensauffällige junge Menschen
Das Abgleiten zahlreicher junger Menschen in den Kreis der Sozialhilfeempfänger verhindert das aus dem Europäischen Sozialfonds geförderte HORIZON-Projekt EMPLOYMENT. In Linz wird es unter der Leitung einer Mitarbeiterin des Amtes für Soziale Angelegenheiten 1997 und 1998 voraussichtlich 50 verhaltensauffälligen und sozial desintegrierten Menschen zwischen 16 und 22 Jahren eine neue Perspektive geben. Die Gesamtkosten der Sozialinitiative betragen 10,2 Millionen Schilling. Sie werden vom Europäischen Sozialfonds, dem Sozialministerium, dem Arbeitsmarktservice sowie Stadt (1,2 Millionen Schilling) und Land (500.000 Schilling) getragen. Der Linzer Kostenanteil liegt dem Gemeinderat in der Oktober-Sitzung zur Beschlußfassung vor.
Die jungen Klienten des Projektes werden, von sozialer Betreuung begleitet, sukzessive auf den Einstieg in ein Beschäftigungsverhältnis in der Wirtschaft vorbereitet. Sie lernen verschiedene Arbeitsumgebungen kennen, werden auf Bewerbungsgespräche vorbereitet und können auch nach dem Eintritt in das Berufsleben mit Unterstützung rechnen.
Christian Freimüller 7070/1362
Neues Heim für städtische Pflanzen
Im Oktober Übersiedlung in die Gärtnerei Thurnermeisterhof
Alle Topfpflanzen (Grünpflanzen und Blüher) aus der städtischen Gärtnerei Harbach werden seit Anfang Oktober in die neue Stadtgärtnerei Thurnermeisterhof am Bancalariweg übersiedelt. Innerhalb von sieben Monaten - im April dieses Jahres erfolgte der Spatenstich - sind dort ein zweischiffiges Glashaus und ein Folienhaus errichtet worden. Im Glashaus können die Pflanzen in verschiedenen Temperaturbereichen, die durch Glasfronten unterteilt sind, kultiviert werden. Das Folienhaus ist für die Sommerpflanzen, die es verhältnismäßig kühl vertragen, vorgesehen. Es umfaßt eine Grundfläche von 40 mal 12 Metern und stammt aus den Beständen der Stadtgärtnerei Harbach.
Insgesamt umfaßt die neue Gewächshausanlage eine Fläche von zirka 2.100 Quadratmetern. Die neue Unterbringungsmöglichkeit für die Pflanzen, die unter anderem zur Verschönerung der städtischen Grünanlagen und Einrichtungen verwendet werden, ist mit einem Kostenaufwand von etwa zehn Millionen Schilling verbunden. Bis Jahresende werden sämtliche Übersiedelungsarbeiten abgeschlossen sein. Das Areal der ehemaligen Stadtgärtnerei Harbach wurde von der Stadt Linz verkauft und ist für eine Wohnverbauung vorgesehen.
Sabine Hörschläger 7070/1354
Linzer Christbaum kommt aus Mondsee
Der Christbaum, der ab 23. November mit dem Beginn des Christkindlmarktes den Linzer Hauptplatz überstrahlt, kommt heuer aus den Mondseeland-Gemeinden. Schon im Vorjahr hatte sich Mondsee beim Oberösterreichischen Gemeindebund, auf dessen Initiative die Aktion “Christbaum für die Landeshauptstadt” zurückgeht, als Spendergemeinde angemeldet. “Der Linzer Christbaum sollte auch einmal aus dieser Landesecke kommen”, begründet der Mondseer Bürgermeister Dipl.-Ing. Mierl das Engagement. Heuer hat es geklappt und die vier Gemeinden Mondsee, Tiefgraben, St. Lorenz und Innerschwand, die ihre Gemeindeämter alle in Mondsee haben, suchen nach dem geeigneten Weihnachtsbaum. Dieser wird der am 30. November im feierlichen Rahmen dem Linzer Bürgermeister übergeben.
Elisabeth Oberlik 7070/1361
Facetten 1996
140 Einreichungen für Literarisches Jahrbuch der Stadt Linz
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Kulturstadtrat Dr. Reinhard Dyk und Kulturdirektor Mag. Siegbert Janko über die soeben erschienenen „Facetten 1996“)
Groß war auch heuer wieder das Interesse, im Literarischen Jahrbuch der Stadt Linz, “Facetten 1996”, vertreten zu sein. Nicht weniger als 140 Einreichungen für die soeben erschienene Ausgabe sind diesmal der Jury zur Bewertung vorgelegen. Insgesamt 40 AutorInnen wurden von den Mitgliedern Friedrich Buchmayr, Marion Jerschowa, Peter Kraft, Peter Leisch und Jutta Skokan ausgewählt. In den Facetten finden sich klassische Prosaformen und melancholische Naturlyrik ebenso wie die Schilderung des Alltags und des “Kriegs der Geschlechter”. Barocke Sprachverliebtheit und -verrücktheit, aber auch experimentelle Gestaltungen wie “Bildertexte” ergänzen den Inhalt.
Die Illustrationen
Als Illustrator des Bandes konnte der Wiener Künstler Roman Scheidl gewonnen werden, der zu den etabliertesten Vertretern der Neuen Malerei in Österreich zählt. Sein Zyklus “Quellen der Inspiration”, eine Folge von Tuschzeichnungen, spiegelt ein Weltbild, das von einer Poesie des Schwebens, tänzerischer Bewegung und fernöstlicher Gelassenheit geprägt ist. Mit Roman Scheidl wird auch die bisherige “Facetten”-Gestaltungslinie fortgesetzt, die den publizierten Texten einen Beitrag aus der bildnerischen Kunst gegenüberstellt.
Neu: Präsentation in der Neuen Galerie
Die “Facetten ’96" werden im Rahmen einer Lesungheuer erstmals in der Neuen Galerie am Donnerstag, 17. Oktober 1996, um 19.30 Uhr öffentlich präsentiert. Rudolf Habringer - ehemaliges Mitglied der Facetten-Jury -, die Wiener Schriftstellerin Karin Kinast - sie publizierte in den Facetten erstmals 1995 - und Natalia Segen aus New York werden dabei eine Auswahl ihrer Texte vortragen.
Der Wechsel des Präsentationsortes soll zum einen die Beziehung zwischen Literatur und bildnerischer Kunst betonen, zum anderen die Verankerung der Facetten im Bereich der städtischen Kulturentwicklung institutionell unterstreichen.
Neu: Facetten-Podium im Nordico
Auch das Facetten-Podium wird ab Herbst dieses Jahres vom Kremsmünsterer Stiftshaus in das Stadtmuseum Nordico (Museumscafé) übersiedeln. Dadurch soll ein Publikum angesprochen werden, das nicht von vornherein zum klassischen literarischen Lese-Zirkel gehört. In gemütlicher Atmosphäre wird künftig eventuell bei einem Achterl Wein das Facetten-Podium über die Bühne gehen.
Neu: Autorenduo
Jeweils zwei AutorInnen sollen künftig an einem Veranstaltungsabend vorgestellt werden. Dadurch ergibt sich für den/die ModeratorIn der Lesung ein wesentlich größerer Spielraum zur inhaltlichen Vermittlung als früher: verschiedene literarische Genres können nunmehr einander vergleichend gegenübergestellt, in einen thematischen Zusammenhang gebracht werden. Darüber hinaus werden auch die Jurymitglieder in die Veranstaltung miteingebunden beziehungsweise selbst als ModeratorInnen eingesetzt.
Folgende Autorenduos sollen für das Facetten-Podium 1996/97 eingeladen werden:
November: Andreas Findig und Andreas Jungwirth
Dezember: Ines Oppitz und Peter Assmann
Jänner: Günther Kaip und Claudia Sykora-Bitter
Februar: Bernhard Widder und Christoph Janacs
März: Christian Loidl und Judith Fischer
April: Susanne Rasser und Christian Schacherreiter
Mai: Robert Stähr und Helmut Neundlinger
Die “Facetten ’96" sind im Buchhandel und im Kulturamt der Stadt Linz, Neues Rathaus, Hauptstraße 1 - 5, zum Preis von 198 Schilling erhältlich.