Ab 1997 erhöht die Stadt Linz - vorbehaltlich eines entsprechenden Gemeinderatsbeschlusses am 19. Dezember - die Subventionen für die Kinderbetreuung durch Tagesmütter. So sollen die Vereine “Aktion Tagesmütter” und “Treffpunkt Tagesmütter” pro Kind und Monat statt bisher 1.800 Schilling nun 2.000 Schilling erhalten. Gleichzeitig wurde auch die Anzahl der Sprößlinge, für die dieser Betrag in Anspruch genommen werden kann, erhöht. Dementsprechend wird ab nächstem Jahr beim Verein “Aktion Tagesmütter” die Betreuung von 80 Linzer Kindern - vorher waren es maximal 60 - gefördert. Und vom “Treffpunkt Tagesmütter” kommt künftig eine Subvention für 30 statt bisher 20 kleine Linzerinnen und Linzer zum Tragen.
Die Stadt Linz unterstreicht durch diese finanzielle Unterstützung die große Bedeutung der Tagesmütter in der Kinderbetreuung. Neben den städtischen und privaten Krippen und Vorkindergärten kümmern sie sich stunden- oder tageweise um Kleinkinder bis zum dritten Lebensjahr. Alle gemeinsam sind für bestmögliche Betreuung unserer Kinder im Einsatz und bestrebt, einen möglichst hohen Versorgungsgrad für diese Altersgruppe zu gewährleisten.
Insgesamt stehen den Vereinen “Aktion Tagesmütter” und “Treffpunkt Tagesmütter” rund 70 speziell ausgebildete Betreuerinnen zur Verfügung.
Ein Antrag zur Gründung eine Nahverkehrs-Errichtungs-Gesellschaft mbH (NAVEG), bei der die Stadt Linz und das Land Oberösterreich eine Stammeinlage zu je 500.000 Schilling übernehmen, steht auf der Tagesordnung des Gemeinderates vom 19. Dezember 1996. Aufgabe dieser Gesellschaft ist die Organisation und Umsetzung von Nahverkehrsprojekten für den Großraum Linz auf der Grundlage der Prognos-Studie.
Die etappenweise Realisierung der Prognos-Studie beinhaltet vor allem den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, um dadurch eine Trendwende und insbesondere eine Erhöhung des Anteiles des Berufsverkehrs am öffentlichen Verkehr zu erreichen. Kernpunkte der Studie sind bekanntlich die Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof, die City-S-Bahn, die Ausdehnung des Straßenbahnnetzes und die Verlängerung der LILO bis zum Design Center.
Die NAVEG wird mit ihrer Gründung dazu berechtigt, Geschäfte abzuschließen und alle Maßnahmen zu treffen, die zur Erreichung dieses Gesellschaftszwecks erforderlich sind. Die Umsetzung der Projekte erfolgt durch die jeweiligen Verkehrsträger.
Geschäftsführer der Nahverkehrs-Errichtungs-Gesellschaft mbH ist Dipl.-Ing. Sepp Zehetner. Die Generalversammlung setzt sich aus den Eigentümervertretern, dem Land Oberösterreich und der Stadt Linz zusammen. Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehören als Vorsitzender Landesrat Hiesl, als Mitglieder Landesrat Ackerl, Landesrat Dr. Achatz, Bürgermeister Dr. Dobusch, Vizebürgermeister Komm.-Rat Blöchl und Stadtrat Mag. Obermayr an. Die konstituierende Sitzung der Generalversammlung und des Aufsichtsrates findet am Montag, 23. Dezember, statt. Nach dieser erfolgt voraussichtlich noch bis Ende des Jahres die Eintragung ins Firmenbuch. Offizieller Arbeitsbeginn der NAVEG ist der 1. Jänner 1997.
Susanne Feichtlbauer 7070/1355
Infrarotsensoren steuern „intelligente Verkehrszeichen“
für mehr Sicherheit
Aufgrund erhöhter Unfallhäufigkeit wird derzeit der Kreuzungsbereich Auwiesenstraße - Schörgenhubstraße baulich umgestaltet. Im Zuge der Umbauarbeiten wird eine Fußgänger-Wechselblinkanlage mit “intelligenten Verkehrszeichen” in Leuchtdiodentechnik errichtet. Sie sollen die Sicherheit für Fußgänger wesentlich erhöhen. Die beiden Warntafeln sind 100 x 100 Zentimeter groß und werden auf Auslegermasten rund 30 Meter vor dem Schutzweg in einer Höhe von fünf Metern über der Fahrbahn montiert.
Die Anzeigen sind im Ruhezustand dunkel. Die Aktivierung erfolgt durch Fußgänger, die den Gehsteigbereich vor dem Schutzweg betreten und dabei von einem der vier angebrachten Infrarotsensoren “angemeldet” werden. Nach Aktivierung zeigt die Warntafel mittels roter und weißer Leuchtdioden das Verkehrszeichen “Achtung Fußgängerübergang” an. Nach einer einstellbaren Zeitdauer der aktiven Phase, die rund zehn Sekunden dauern wird und in der das Symbol zirka zehnmal aufleuchtet, erlischt die Anzeige wieder.
Die Umbauarbeiten sollen noch im heurigen Jahr abgeschlossen werden. Die Montage der zwei “intelligenten Verkehrszeichen” wird Ende Jänner 1997 erfolgen.
Helmut Pohlert 7070/1375
Zusätzliche Ausbildungsinitiative ab 1997
Informationsunterlage zur gemeinsamen Pressekonferenz von Bürgermeister Dr. Franz Dobusch und Personalreferent Vizebürgermeister Adolf Schauberger anläßlich der zusätzlichen Ausbildungsinitiative der Stadt Linz ab 1997, am Dienstag, 12. November 1996, 11 Uhr, Zimmer 5046, im Neuen Rathaus
Die Stadt Linz bietet jungen Menschen insbesondere in medizinischen Berufen hochqualifizierte Ausbildungsmöglichkeiten und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Verminderung der Jugendarbeitslosigkeit. Unter Einbeziehung der städtischen Unternehmen stellt die Stadt Linz zur Zeit 740 Ausbildungsplätze zur Verfügung und ist somit der größte Ausbildungsbetrieb von Linz.
Ausbildungsmöglichkeiten bisher
Im Rahmen der Schulen und Akademien beziehungsweise diverser Kurse des AKh werden derzeit ausgebildet:
- 302 KrankenpflegeschülerInnen (Diplomkrankenschwester/pfleger)
- 37 medizinisch-technische AnalytikerInnen
- 26 radiologisch-technische AssistentInnen
- 29 LogopädInnen
- 23 medizinisch-technische Fachkräfte
- 39 Pflegehelfer
- 72 OP-Gehilfen
- 65 Ordinationsgehilfen
- 5 Prosekturgehilfen
- 74 Heilbademeister/Heilmasseure
- 1 Zahntechnikerlehrling
673 Ausbildungsplätze
Weiters werden noch Ausbildungen zum Desinfektions-, Labor- und Sanitätsgehilfen angeboten.
Ausbildung in den Gesellschaften:
SBL: 26 Lehrlinge (Büro, Betriebselektriker, Betriebsschlosser, Gas- und Wasserleitungsinstallateure, Spediteur)
ESG: 40 Lehrlinge (Betriebselektriker, Starkstrommonteur)
Design Center: 1 Lehrling
Lehrlinge insgesamt: 67
Stadt Linz und städtische Unternehmen bieten zur Zeit 740 Ausbildungsplätze an.
Kosten der Ausbildung
Alleine für die Ausbildung der 302 KrankenpflegeschülerInnen, der 37 medizinisch-technischen AnalytikerInnen, der 26 radiologisch-technischen AssistentInnen, der 29 LogopädInnen sowie der 23 medizinisch-technischen Fachkräfte sind von der Stadt Linz 40 Millionen Schilling aufzubringen.
121 zusätzliche Ausbildungsplätze ab 1997
Ab dem Jahr 1997 sieht die Stadt Linz und ihre Unternehmen für die kommenden Jahre eine Aufstockung der Ausbildungsplätze um insgesamt 121 vor. Damit sind zusätzliche Ausgaben in Höhe von 10,2 Millionen Schilling im Jahr 1997 zu erwarten.
KrankenpflegeschülerInnen:
Bei den KrankenpflegeschülerInnen ist für das Jahr 1997 eine Erhöhung um 30 geplant.
Medizinisch-technische AnalytikerInnen, radiologisch-technische AssistentInnen,
LogopädInnen:
Hier ist für 1997 eine Aufstockung um 25 Ausbildungsplätze vorgesehen.
Medizinisch-technische Fachkräfte:
Auch hier ist die Forcierung der Ausbildung beabsichtigt und eine Erhöhung um 30 Ausbildungsplätze geplant.
Pflegehelfer:
Für rund 200 derzeit bereits eingesetzte Pflegehelfer wird ab 1997 eine Aufschulung zum Altenfachbetreuer angeboten. Diese Aufschulung wird vorerst in Form von zwei Kursen jährlich jeweils zirka 30 Pflegehelfern der Seniorenheime ermöglicht. Ab dem Jahr 2000 ist geplant, eine Altenfachbetreuerausbildung im Rahmen eines einjährigen Kurses zusätzlich auch 50 jungen Menschen zugänglich zu machen.
Überdies werden 1997 jeweils zehn Gärtnerlehrlinge und zehn Kochlehrlinge sowie ein Zahntechnikerlehrling von der Stadt Linz aufgenommen.
Auch die städtischen Betriebe haben für das Jahr 1997 eine Aufstockung der Ausbildungsplätze zugesagt.
So nehmen die Stadtbetriebe Linz 1997 zusätzlich zehn Lehrlinge auf.
Die ESG wird 1997 fünf Lehrlinge zusätzlich beschäftigen.
Zur möglichen Anzahl der Lehrlingsstellen wird festgehalten, daß analog zum Land Oberösterreich im Dienstposten- und Stellenplan Vorsorge für Ausbildungsreserven geschaffen wurde. Dabei ist die Aufnahme von Ausbildungskräften bis zu einem Ausmaß von zwei Prozent über dem ausgewiesenen Gesamt-Soll-Stand der Planstellen zum Dienstposten- und Stellenplan vorgesehen.
Aktuell wäre dabei zum Dienstposten- und Stellenplan 1997 bei einem Gesamt-Soll-Stand von 6.061 Planstellen eine Aufnahme von aufgerundet 122 Ausbildungskräften möglich. Auf alle Fälle wird aufgrund der dargestellten Ausbildungsverhältnisse die vom Land Oberösterreich angestrebte Aufnahme von 25 Lehrlingen (Bürokaufmann) bei der Stadt Linz bei weitem überschritten.
Beschäftigungsprogramm mit AMS und BFI
Auf Initiative des AMS wurde vom BFI Oberösterreich ein Projekt zum Thema Lehrlingsausbildung entwickelt, dessen Ziel es ist, in Oberösterreich für zirka 125 Jugendliche Ausbildungsplätze in möglichst zukunftsorientierten Lehrberufen zur Verfügung zu stellen. Mindestens 50 Plätze davon werden für Linzer Jugendliche bereitgestellt. Die Stadt Linz wird für dieses Projekt im Rechnungsjahr 1997 Förderungsmittel in Höhe von zwei Millionen Schilling bereitstellen.
Die Ausbildung soll - soweit die persönlichen Voraussetzungen der Jugendlichen vorhanden sind - in kombinierbaren Lehrberufen erfolgen, daß heißt jeweils eine kaufmännische Ausbildung - zum Beispiel Einzelhandelskaufmann/frau - in Kombination mit einer weiteren technischen oder dienstleistungsorientierten Ausbildung (zum Beispiel Maurer, Schlosser, Metallarbeiter und Restaurantfachkraft).
Die Aufteilung der Lehrberufe und Orte (Linz, Wels, Steyr, Vöcklabruck, Ried oder Freistadt) orientiert sich an den Wünschen des AMS und hat derzeit für Linz folgendes Aussehen:
Einzelhandelskaufmann/frau: 25 Auszubildende
Restaurantfachkraft: 15 Auszubildende
Maurer: 15 Auszubildende
Es kann erwartet werden, daß rund 50 bis 60 Linzer Jugendliche an diesem Projekt teilnehmen werden. Die Gesamtkosten für die Schaffung dieser selbständigen Ausbildungseinrichtungen beträgt rund 16.500 Schilling pro Lehrling und Monat.
Bilanz der zusätzlichen Ausbildungsplätze
10 Köche
10 Gärtner
30 KrankenpflegeschülerInnen
25 medizinisch-technische AnalytikerInnen
30 medizinisch-technische Fachkräfte
10 SBL
5 ESG
1 Zahntechniker
121 Ausbildungsplätze der Stadt
50 Beschäftigungsprogramm AMS
171 Ausbildungsplätze
Kosten
121 Ausbildungsplätze/10,2 Millionen Schilling
50 Beschäftigungsprogramm AMS/2 Millionen Schilling
12,2 Millionen Schilling
Beiträge zum Berufsschulaufwand
An Zuschüssen der Stadt Linz an die Berufsschulen, auch außerhalb von Linz, an denen Linzer Lehrlinge ausgebildet wurden, ergeben sich folgende Summen (Beispiel 1995):
Erhaltungsaufwand: 18,8 Millionen Schilling
Bau- und Einrichtungsaufwand: 21,3 Millionen Schilling
Baukostenzuschuß: 2,3 Millionen Schilling
Gesamtsumme 1995: 42,4 Millionen Schilling.
1995 wurden diese Summen für insgesamt 4.698 Linzer Lehrlinge ausgegeben, die an den diversen Berufsschulen ausgebildet wurden.
Einrichtung von zentralen Lehrwerkstätten
Personalreferent Vizebürgermeister Adolf Schauberger fordert die Einrichtung zentraler Ausbildungsstellen (wie etwa jene der VOEST und ÖBB), wo ausgezeichnete Facharbeiter herangebildet werden. Nach Meinung des Linzer Personalreferenten sollten alle Unternehmer, die keine Facharbeiter ausbilden, jedoch solche benötigen, die oben genannten zentralen Ausbildungsstellen entsprechend mitfinanzieren.
Die zentralen Ausbildungsstellen wären einerseits ein Garant für zusätzliche Lehrplätze, andererseits wären sie Lieferant von Fachkräften für die heimische Wirtschaft.
Peter Prass 7070/1368