Linz. Eine Stadt lebt auf.



Wir berichteten: Jg. 44/56, 25. März 1997
Großprojekt auf Areal der Hefefabrik

Neue Software für Leitrechner der Linzer Verkehrslichtsignalanlagen-Zentrale

Mann, o Mann - ein Frauenvolksbegehren

Explosionsgeschädigtes Haus Hofgasse 10 wird bis Oktober revitalisiert




Großprojekt auf Areal der Hefefabrik

Bereits 1996 wurde nach einem geladenen Architektenwettbewerb, der von der REAL-Treuhand Immobilien GmbH mit Unterstützung des städtischen Planungsamtes veranstaltet wurde, über die zukünftige Verbauung des Areals der ehemaligen Hefefabrik in Urfahr entschieden.

Die Jury, in der auch Baudirektor Dipl.-Ing. Franz Xaver Goldner und Gestaltungsbeiratsmitglied Dipl.-Ing. Horst Parson vertreten waren, einigte sich auf das Projekt von Dipl.-Ing. Knut Drugowitsch und sein Architektenteam von der Welser Firma Delta Projektconsult Projektierungs-GmbH. Die Detailplanungen für das Projekt und ein umfassendes Verkehrskonzept gehen zügig voran, sodaß der Baubeginn für Frühjahr 1998 vorgesehen ist.

Auf einer Gesamtfläche von 20.000 Quadratmetern, die von der Ferihumer-, der Wildberg- und der Reindlstraße begrenzt wird, sollen 320 Wohnungen, größenmäßig meist zwischen 50 und 80 Quadratmeter angelegt, und Geschäftsflächen in einem Ausmaß von zirka 3.500 Quadratmetern gebaut werden. Der detaillierte Nutzflächenplan für die Geschäfte wird momentan in Zusam-menarbeit mit dem städtischen Planungsamt ausgearbeitet. Von den für die Wohnungen und Geschäfte notwendigen 600 PKW-Abstellplätzen sind 550 in einer zweigeschossigen Tiefgarage untergebracht. Die Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage wird aufgrund eines Verkehrsgutachtens in der Ferihumerstraße liegen.

Der geplante Entwurf sieht eine klare, ruhige Gebäudestruktur vor. Ein langer geschlossener, leicht geschwungener Baukörper entlang der Ferihumerstraße definiert die Grenze und gleichzeitig einen Schutzschirm zwischen der lärmintensiven Straße und den ruhigen, in den Innenhof orientierten Wohnungen. Eine Scheibenbauweise für flexible Wohnungsgrößen und hofartige Gärten sollen besonders Familien mit Kindern Vorteile bringen.

Gemeinsam mit dem ebenfalls geschlossenen Baukörper entlang der Wildbergstraße und den drei Wohnblocks an der Reindlstraße ergibt sich ein großzügig angelegter grüner Innenhofpark in Dreiecksform, der als kommunikativer Mittelpunkt der Wohnanlage gedacht ist.

Der prägnante geschwungene Baukörper an der Ferihumerstraße ist als städtebauliches Bindeglied zwischen den Gebäuden im Westen, wie die Landesschuldirektion und die Kunsthochschule, und den Wohnblocks im Osten gedacht. Hier werden Büros und Geschäftszentren entstehen. Mehrere Durchgangspassagen von der Ferihumerstraße in die Anlage sorgen für die notwendige Offenheit. Ein Café-Restaurant im ersten Obergeschoß und ein Dachcafé mit Terrasse und Blick auf die Donau sorgen für noch mehr Lebensqualität.

Ökologisch gesehen wird Wert auf eine umfassende Dachflächenbegrünung, eine kompakte Bauweise mit Südorientierung der Hauptgebäude und auf eine Nutzung der passiven Sonnenenergie in den Wintergärten gelegt. Regenwasser soll außerdem als Nutzwasser verwendet werden. Die Gehwege werden mit wasserdurchlässigen Belägen ausgestattet, um den Versiegelungsgrad der Oberfläche niedrig zu halten.

Christian Reiter 7070/1373

Neue Software für Leitrechner der Linzer Verkehrslichtsignalanlagen-Zentrale

Der Ankauf neuer Softwarepakete für die Erweiterung der Verkehrslichtsignalanlagen-Zentrale im Wert von 1,95 Millionen Schilling wurde kürzlich vom Straßen- und Tiefbauausschuß befürwortet und wird am 15. Mai dem Gemeinderat zur Beschlußfassung vorgelegt.

Seit dem Jahr 1981 werden in der Landeshauptstadt zur Schaltung der Verkehrslichtsignalanlagen vollelektronische Steuergeräte verwendet. Derzeit sind zirka 100 der insgesamt 157 Linzer Signalanlagen mit der Zentrale in der Mozartschule verbunden, die seit 1996 von einem Leitrechner koordiniert und überwacht wird. In einer zweiten Ausbaustufe soll nun die Leitebene des Rechners mit zusätzlicher Software zur Steuerung der Datenbank- und Logbuchfunktionen (Dokumentation aller Ereignisse im gesamten System) sowie des Störungs- managements beziehungsweise der Schalt- und Versatzzeitendefinition (“Grüne Welle”) ausgestattet werden. Zusätzlich soll durch die Installation einer unterbrechungsfreien Notstromversorgung eine optimale Betriebs- und Datensicherheit der Leitebene gewährleistet werden.

Nach Beendigung dieser zweiten Ausbauphase des Leitrechners im Sommer, werden bis Ende 1997 zirka 120 Linzer Verkehrslichtsignalanlagen an diesen angeschlossen sein.

Helmut Pohlert 7070/1375

Mann, oh Mann - ein Frauenvolksbegehren!

Unter dem Titel “Mann, oh Mann - ein Frauenvolksbegehren!” findet am Donnerstag, 3. April, ab 19 Uhr, in der Linzer Volkshochschule, Coulinstraße 18, eine Podiumsdiskussion zum Thema statt. Moderiert wird diese Veranstaltung von der Linzer Frauenbeauftragten Mag. Gabriele Wagner. Der Diskussion auf dem Podium stellen sich ausschließlich Männer, unter anderem der Karikaturist Gerhard Haderer. Der Eintritt zu dieser Kooperationsveranstaltung der VHS mit dem Linzer Frauenbüro und der Initiative “Frauenvolksbegehren OÖ.” ist frei.

Bereits einen Tag zuvor, am Mittwoch, 2. April, findet im Linzer Posthof ab 19.30 Uhr ein Fest zum Frauenvolksbegehren unter dem Motto “Die Hälfte der Welt” mit Veronika Vereno, den Rounder Girls und vielen anderen statt. Der Eintritt beträgt 80/100 Schilling.

Susanne Feichtlbauer 7070/1355

Explosionsgeschädigtes Haus Hofgasse 10 wird bis Oktober revitalisiert

Vor kurzem wurde die Baugenehmigung für die grundlegende Revitalisierung des bekanntlich durch eine Gasexplosion im Juni des Vorjahres schwerbeschädigten Hauses Hofgasse 10 erteilt. Vorgesehen ist eine umfassende Neuadaptierung des viergeschossigen Objekts nach denkmalschützerischen Aspekten bis Oktober dieses Jahres. Der Dachstuhl wurde in den vergangenen Monaten bereits instandgesetzt. Ein Abriß des Hauses ist nach Auffassung der Baustatiker nicht nötig. Die Restaurierung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Altstadterhaltung des städtischen Planungsamtes. Mit “Spezial-Klebeankern” soll die als Folge der Explosion derzeit leicht “vorhängende” barockisierte Fassade des im Kern spätgotischen Gebäudes stabilisiert und ausgerichtet werden.

Das Hausinnere wird in den oberen Geschossen für Wohnzwecke adaptiert, wobei durch die Verringerung von zwölf auf zehn Wohnungen eine Anhebung des Wohnstandards erfolgen soll. Weiters ist geplant, das Dachgeschoß auszubauen und das Erdgeschoß für geschäftliche Zwecke zu widmen. Ein im Innenhof vorgesehener Lift soll das in Privateigentum befindliche Haus für Wohnzwecke aufwerten. Künftig soll das Objekt mit Fernwärme beheizt werden. Die Hofgasse soll bis zum Ende der Umbauarbeiten zumindest einspurig befahrbar bleiben.

Für die vor dem Unglück in der Hofgasse 10 wohnhaften MieterInnen konnten unter anderem durch Vermittlung des Amtes für soziale Angelegenheiten der Stadt Linz Ersatzwohnungen bei gemeinnützigen Bauträgern und im Privatbereich gefunden werden.

Robert Hubmann 7070/1367