Bedarfsplanung für Pflegeheimplätze in Linz
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Dr. Franz Dobusch, Sozialstadträtin Dr. Ingrid Holzhammer, Dr. Max Sieger, Leiter des Amts für Stadtforschung und Dr. Johann Schalk, Direktor der städtischen Seniorenheime zum Thema "Bedarfsplanung für Pflegeheimplätze in Linz")
Das Amt für Stadtforschung erarbeitete gemeinsam mit dem Amt für soziale Angelegenheiten und den städtischen Seniorenheimen einen Bedarfsplan für Pflegeheimplätze in Linz bis zum Jahr 2010.
Kriterien für die Bedarfsplanung: Der Bedarf an Pflegeheimplätzen wird für die Stadt Linz als Summe derer definiert, die derzeit auf städtischen oder privaten Pflegeheimplätzen untergebracht sind, zuzüglich der pflegebedürftigen Personen, die sich für einen Pflegeheimplatz in einem städtischen oder privaten Heim vormerken ließen.
1. Ausgangssituation
1.1 Neu errichtete Pflegeheimplätze seit 1991
Im Rahmen der Umsetzung des Linzer Sozialprogramms wurde 1991 eine Offensive für städtische Senioreneinrichtungen gestartet:
| 1993 | 2. Pflegeabteilung Hillingerheim | 28 neue Pflegeplätze |
| 1994 | Eröffnung Seniorenzentrum Dauphinestraße (+ 72 pflegegerechte neue Wohnplätze gesamt: 132 neue Pflegeplätze) | 60 neue Pflegeplätze |
| 1995 | Eröffnung Seniorenzentrum Ing.-Stern-Straße (+ 67 pflegegerechte neue Wohnplätze gesamt: 127 neue Pflegeplätze) | 60 neue Pflegeplätze |
| 1997 | Neubau Glimpfingerstraße | 254 neue Pflegeplätze |
| Eröffnung 1. Etappe Sanierung Altbau Glimpfingerstraße | 43 neue Pflegeplätze |
| 1998 | Eröffnung 2. Etappe Sanierung Altbau Glimpfingerstraße | 46 neue Pflegeplätze |
| insgesamt | | 491 neue Pflegeplätze |
Insgesamt vorhandene Pflegeplätze: 1300
1.2 Gesamtbedarf an Pflegeplätzen
Aus der Bestandsaufnahme ergab sich im März 1998 bei 1300 vorhandenen Pflegeplätzen und rund 450 vorgemerkten pflegebedürftigen Personen ein Gesamtbedarfsstand von rund 1750 Pflegeheimplätzen. Der jährliche zusätzliche Bedarf wird auf 30 bis 40 Pflegeheimplätzen berechnet. 2001 steigt der Pflegeheimplatzbedarf auf 1870 und 2004 auf 1920.
2. Entwicklung bis 2001
2.1 455 neue Pflegeheimplätze - Gesamtangebot rund 1750 Pflegeheimplätze
Durch obige Maßnahmen werden bis 2001 in Linz 595 neue Pflegeheimplätze geschaffen. Wegen des gleichzeitigen Abbaus von Pflegeheimbetten im Sonnenhof (rund 140 Betten weniger) bedeuten diese Maßnahmen bis zum Jahr 2001 eine Gesamterhöhung der Anzahl an Pflegeheimbetten in Linz nur um insgesamt 455. Das bedeutet ein Gesamtangebot von rund 1750 Pflegeheimplätzen, also 90 bis 120 zu wenig im Jahr 2001.
2.2 Prognose
3. Konsequenz - Handlungsbedarf
3.1 Errichtung von zwei weiteren Pflegeheimen bis 2002
Um diesen Fehlbestand abzudecken sollen bis 2002 zwei weitere Pflegeheime entstehen. Dafür wären im innerstädtischen Bereich zwei Gevierte sinnvoll, weil hier kaum Einrichtungen vorhanden sind:
- Bereich Donaulände, Gruberstraße, Prinz-Eugen-Straße, Industriezeile
- Andreas-Hofer-Platz-Viertel beziehungsweise Makartviertel
4. Entwicklung bis 2010
Aus der langfristigen Prognose ergibt sich ein Pflegeheimplatzbedarf von rund 30 bis 40 zusätzlichen Pflegeheimplätzen pro Jahr. Das heißt, daß spätestens 2005/2006 eine weitere Einrichtung fertiggestellt sein sollte.
5. Erste betreubare Wohnungen entstehen
In vielen Städten wird derzeit als Alternative für das Wohnheim auf das Konzept des "betreubaren Wohnens" gesetzt. In Linz sollen diese Wohnungen nicht von der Stadt gebaut werden, sondern von Genossenschaften oder anderen privaten Bauträgern. Die BewohnerInnen schließen ein Basisbetreuungspaket ab. Die Basisbetreuung beinhaltet unter anderen eine Notrufbereitschaft rund um die Uhr und eine Anlaufstelle, die den BewohnerInnen die Organisation ihrer Betreuung abnimmt.
Neue Heimat: Das Seniorenzentrum Flötzerweg wird in Verbindung mit 18 betreubaren Wohnungen entlang der Neubauzeile gebaut. Diese stehen per Notrufanlage mit dem Zentrum in direkter Verbindung.
Ebelsberg: In Ebelsberg schafft die WAG in unmittelbarer Nähe der geplanten Pflegestation am Sennweg bis 2000 18 betreubare Mietwohnungen, deren BewohnerInnen bei Bedarf Pflegeleistungen in Anspruch nehmen können.
6. 15 neue Dienstposten für mobile Hilfe und Betreuung
Der Bedarf an mobilen Diensten (Altenpflege, Hauskrankenpflege, mobile Essensversorgung) ist eng mit dem Angebot an Pflegeheimplätzen verbunden. Eine Bedarfserhebung der Sozialstationen gemeinsam mit der Abteilung Finanzen und Controlling des Amtes für soziale Angelegenheiten Ende Mai 1998 ergab, daß rund 100 KlientInnen auf den Wartelisten stehen. Das notwendige Betreuungsmaß für die Personen wurde mit 15 zusätzlichen Personaleinheiten errechnet.
Dem Sozialausschuß liegt in der kommenden Woche ein Antrag um die Aufstockung der mobilen Hilfe und Betreuung bei folgenden Vereinen vor:
| Verein: | Personaleinheiten: |
| Amt für soziale Angelegenheiten | 0 |
| Arbeiter-Samariterbund | 3,25 |
| Volkshilfe | 2 |
| Caritas | 2 |
| Rotes Kreuz | 2,75 |
| Evangelischer Diakonieverein | 1 |
| Verein Miteinander | 4 |
| insgesamt | 15 |
Im Falle dieser Aufstockung wäre der neue Gesamtstand 96 mobile Personaleinheiten sowie neun in den Tageszentren der Seniorenzentren.