Mauerwerk aus dem Spätmittelalter beziehungsweise der frühen Neuzeit freigelegt
Von nicht geringerer Bedeutung sind aber auch die deutlich im Löss sich abzeichnenden Fundamentgräben spätkeltisch-frührömischer Holzhäuser, die auf einigen Metern Länge untersucht werden konnten. Sie machen die frühe Phase des antiken Lentia faktisch greifbar, auch mit Funden, wie Amphoren und Krügen.
Aus der Zeit des 4./5. Jahrhunderts stammen die Reste von Steinmauerwerk und Heizkanälen, die die Spätzeit von Lentia und den Wohnbau dieser Zeit dokumentieren. Nach Auflassung dieser Behausungen wurde nahe dem Heizkanal das Grab eines Kleinkindes – geschätztes Alter zirka zwei Jahre – entdeckt. Aus diesem Niveau kam ein Bronze-Ohrring mit Polyederkopf zum Vorschein, ein nicht allzu häufiges Schmuckstück, das dem 5. Jahrhundert nach Christi angehört.
Die jüngste Vergangenheit wird durch ein massives Betonfundament aus der NS-Zeit belegt. Dieses ruht teilweise unmittelbar auf der spätmittelalterlichen Rundmauer. Die archäologischen Untersuchungen auf der Keplerwiese sollen auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Die ArchäologInnen erwarten sich weitere, äußerst wichtige Aufschlüsse zum frührömischen, spätantiken und frühmittelalterlichen Linz und dessen Befestigung aus dem späten Mittelalter und der frühen Neuzeit.
Vizebürgermeister Dr. Erich Watzl: „Alle Jahre wieder bringen die Ausgrabungen auf der Keplerwiese am Linzer Schlossberg neue, wichtige Ergebnisse. Ich danke dem Team für die geleistete Arbeit zur Erforschung der geschichtlichen Entwicklung unserer Stadt.“
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Vor Ort überzeugte sich Vizebürgermeister Dr. Erich Watzl von den neuesten Funden der Ausgrabung auf der Keplerwiese am Linzer Schlossberg. (Im Bild mit Ausgrabungsleiter Univ.-Prof. Dr. Erwin M. Ruprechtsberger und seinem Kollegen Prof. Dr. Otto H. Urban aus Wien) |
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