Pelargonien gehören zur Familie der Storchschnabelgewächse, die durch ihren langen Fruchtstiel leicht zu erkennen sind. Die Gattung Pelargonium ist schwerpunktmäßig mit rund 270 verschiedenen Arten im südlichen Afrika verbreitet, einige wenige gibt es auch in Neuseeland und Australien. Zwei Arten kommen auch im Nahen und Mittleren Osten (Türkei, Irak, Iran) vor. Viele Wildpelargonien wachsen in Südafrika in wüstenähnlichen Gebieten. Deshalb haben sich dort sukkulente Arten entwickelt.
Ein Markenzeichen mancher Arten ist der Duft, wobei es sich um ätherische Öle handelt, die sich in Duftbehältern in den Blättern befinden. Warum manche Pflanzen Düfte entwickeln und andere nicht, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Man vermutet, dass sich die Pflanzen damit gegen Schädlinge und Krankheiten wehren.
Aus Stammformen der Wildarten Pelargonium cucullatum, grandiflorum und angulosum wurden viele Edelpelargonien-Sorten gezüchtet. Die ersten Pelargonien kamen im Jahr 1632 nach Europa und wurden im Garten der englischen Königin gepflanzt. Vor allem im 17. Jahrhundert war Wien der "Nabel der Welt" der Pelargonienzüchter. Duftpelargonien wurden hauptsächlich aus den drei Stammformen Pelargonium capitatum, graveolens und radens gezüchtet. Heute gibt es Hunderte verschiedene Sorten, deren Duft von Rosen, über Zitrone, Minze bis zu Apfel und Zimt reichen.
Im Rahmen der Ausstellung "Duftige Schönheiten" wurden rund 50 verschiedene Sorten in den unterschiedlichsten Duftnuancen gezeigt.
Pelargonien sind nicht winterhart, vertragen aber im Herbst auch schon mal einen Nachtfrost. Am besten halten kann man Duftpelargonien als Topf- oder Kübelpflanze, die man im Spätherbst dann an einen frostfreien Platz stellen sollte. Ideal wäre ein heller und zugleich kühler Standort. Aber die meisten Arten und Sorten tolerieren auch einen hellen Platz in der geheizten Wohnung. Nach dem letzten Frost können die Pflanzen wieder ins Freie gestellt werden. Ein kräftiger Rückschnitt (1/3–2/3) der Triebe sorgt für eine Verjüngung aus der Basis heraus und fördert den harmonischen Aufbau der Pflanzen. Je nach Art und Sorte können im Laufe des Sommers auch einen oder zwei weitere Rückschnitte folgen. Je nach Größe und Wachstum sollten die Pflanzen im Frühjahr bis Sommer auch umgetopft werden, dabei sind ein Tontopf und ein durchlässiges Substrat von Vorteil. Wasser und Dünger benötigen die Duftpelargonien nicht all zu viel. Einmal im Monat Düngung mit einem ausgeglichenen Flüssigdünger reichen in der Regel vollkommen aus.
Die Duftpelargonien sind durch ihr gesamtes Erscheinungsbild zu einer wirklichen Alternative im Bereich der Balkon-, Topf- und Kübelpflanzen geworden – auch wenn sie nicht so reichhaltig blühen wie ihre weitverbreiteten Geschwister. Durch ihre relativ einfache Pflege, ihre Qualitäten als Duftpflanzen (z.B. in der Aromatherapie) und als Mücken-Schreck erlangen sie die längst verdiente Aufmerksamkeit der Gartenfreunde. Dass man Duftpelargonien auch gut in der Küche einsetzen kann, ist allerdings wohl immer noch relativ unbekannt. Ob bei Fleisch-, Fisch- oder Gemüsegerichten, in Salaten, Desserts oder in Gelees – je nach Sorte mit dem jeweils eigenen Aroma sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wichtig: Weniger ist mehr – da die Aromen der Duftpelargonien sehr intensiv sind, empfiehlt es sich, mit kleiner Menge zu beginnen und sich langsam an das richtige, individuelle Maß »heranzutasten«.
Buchtipp: Miriam Wiegele: Duftpelargonien, Ulmer-Verlag, ISBN: 978-3-8001-3133-4
Tel: +43 732 7070 / Wochenende und Feiertage: +43 732 7070 1870
Fax: +43 732 7070 1874
E-Mail: botanischergarten@mag.linz.at