| |
ECKDATEN
DER MOBILITÄT
Das Verkehrsverhalten der Linzer Bevölkerung wird seit 1982 systematisch
erhoben, ebenso liegen Einschätzungen der LinzerInnen über die
Zielrichtung der Verkehrspolitik vor. Mobilität ist ein umfassender
Begriff, er meint die täglichen Aktivitätsmuster ebenso wie die
Verkehrsmittelwahl und die Verkehrszwecke. Die LinzerInnen (über 6
Jahre) legen täglich durchschnittlich drei Wege außer Haus zurück,
was eine Mobilitätszeit von einer Stunde beansprucht. Diese
Kenngröße verändert sich über Jahrzehnte nur unwesentlich.
Allerdings nehmen die Fahrtweiten deutlich zu, seit 1992 um 11 % auf derzeit
(1998) etwa 20 km. Diese Durchschnittswerte sind insoferne irreführend,
als Mobilität kein gleich verteiltes Gut ist: Wer über kein Auto
verfügt, ist auf andere Verkehrsmittel angewiesen, wie das für
ältere MitbürgerInnen, viele Frauen sowie StudentInnen und SchülerInnen
der Fall ist.
Verkehrsmittelwahl
Die Verkehrsmittelwahl der LinzerInnen unterscheidet sich deutlich von jener
der Umlandbevölkerung. Während innerhalb der Stadt meistens mehrere
Alternativen vorhanden sind, ist man im Umland stärker auf das Auto
angewiesen.
| |
Wegewahl (%)
|
|
|
Linzer Bevölkerung 1)
|
Zielverkehr nach Linz 2)
|
 |
 |
 |
 |
 |
| Verkehrsmittel |
1990
|
1998
|
1982
|
1998
|
| Motorisierter Individualverkehr
MIV |
51
|
49
|
70
|
75
|
| Öffentlicher Verkehr
ÖV |
17
|
20
|
30
|
25
|
| zu Fuß gehen |
28
|
25
|
-
|
-
|
| Fahrrad |
4
|
6
|
-
|
-
|
|
Die Verkehrsmittelwahl der Linzer Bevölkerung hat sich in den letzten
fünfzehn Jahren nur unwesentlich verändert. Der Autoverkehrsanteil
von Fahrten aus dem Umland ist allerdings kontinuierlich angestiegen, und
zwar zulasten des öffentlichen Verkehrs.
Aktivitäten und Fahrzwecke
Der Anteil des Berufsverkehrs hat seit 1982 stark abgenommen, die überwiegenden
Fahrzwecke der LinzerInnen sind nunmehr der Freizeitverkehr und der Versorgungsverkehr.
| |
Anteil (%)
|
| Aktivität |
1992
|
1998
|
| Arbeit |
28
|
19
|
| Ausbildung |
12
|
8
|
| Versorgung |
24
|
32
|
| Freizeit |
36
|
32
|
| Sonstiges |
|
9
|
|
Die künftige Verkehrspolitik muss sich stärker als bisher dem
Versorgungs- und Freizeitverkehr widmen. Konzentriert man sich allzu sehr
auf den Berufsverkehr, können die Zielsetzungen zur Verkehrsmittelwahl
offensichtlich nicht eingehalten werden.
Städtevergleich
Im Vergleich mit anderen Städten liegt Linz bei den MIV-Wegen mit 49
% im Spitzenfeld, der Radverkehrsanteil ist vergleichsweise gering.
| |
Verkehrsmittelwahl (%)
|
|
Stadt
|
MIV
|
ÖV
|
Fuß
|
Rad
|
 |
 |
 |
 |
 |
| Linz |
|
20
|
25
|
6
|
| Graz |
48
|
16
|
23
|
13
|
| Salzburg |
45
|
13
|
23
|
|
| Innsbruck |
43
|
15
|
|
13
|
| Wien |
40
|
|
28
|
3
|
|
Die Verkehrsmittelwahl unterscheidet sich auch bei vergleichbaren
Städten beachtlich, der Radverkehr und der öffentliche Verkehr
können bei entsprechender Förderung offenbar erheblich gesteigert
werden. |
 |