SIEDLUNGSENTWICKLUNG

Die Stadt Linz ist einer fortschreitenden Suburbanisierung ausgesetzt, Nutzungen verlagern sich an die Peripherie und in das Umland. Räumlich gibt es dabei erhebliche Unterschiede:

Während
nördlich der Donau fast ausschließlich Wohnnutzungen nach außen wandern, entwickelt sich im Süden eine zersiedelte Landschaft mit Einkaufseinrichtungen, Betrieben und neuen Wohngebieten.
Siedlungsentwicklung in Linz

Generell konzentriert sich die Siedlungsentwicklung auf die südliche Peripherie entlang der Achse Wels–Linz–St. Valentin.
Die Bevölkerung in der Stadtregion Linz ist im Zeitraum 1971–1991 nur um knapp 10 % angestiegen, wobei der Zuwachs ausschließlich im Umland stattfand. Auch bei den Beschäftigten geht die Zunahme von etwa 15 % auf das Konto des Umlandes. Besonders dramatisch ist die Situation bei den Einpendlern nach Linz – mehr als 75 % Anstieg innerhalb von 20 Jahren.


Abb. 1: Siedlungsentwicklung Stadtregion Linz (1971-1991) gerundet
 
Einwohner
Beschäftigte
Einpendler

 Bereich

1971 1991 1971 1991 1971 1991
 Linz-City 1)  37.000  31.000 18.000 15.000 - -
 übriges Stadtgebiet 168.000 172.000 76.000 80.000 - -
 Linz gesamt 205.000 203.000 94.000 95.000 51.000 80.000
 Kernland-Gemeinden 2)  93.000 122.000 39.000 56.000 8.000 24.000
 Summe 298.000 325.000 133.000 151.000 59.000 104.000
 Veränderung (%) 100 % 109 % 100 % 114 % 100 % 176 %
1) Altstadtviertel, Rathausviertel, Kaplanhofviertel, Neustadtviertel, Volksgartenviertel
2) Kernland gem Verkehrserhebung OÖ 1992:
Puchenau, Ottensheim, Gramastetten, Lichtenberg, Kirchschlag, Altenberg, Engerwitzdorf, Gallneukirchen, Steyregg, Luftenberg, St. Georgen, Asten, St. Florian, Ansfelden, Traun, Pasching, Leonding, Wilhering

Quelle: ÖSTAT

Linz ist das Arbeitsplatzzentrum Oberösterreichs, fast die Hälfte der Beschäftigten kommen aus der Region. Die Dynamik des Dienstleistungssektors und die Flexibilisierung der Arbeit schwächen jene Berufsverkehrsspitzen ab, wie sie für eine Industriestadt typisch waren.
Die derzeitige Siedlungsentwicklung findet oft abseits öffentlicher Verkehrsmittel statt, sodass „Auto-Mobilität“ erzwungen wird. Zudem entstehen durch die verstreuten Aktivitäten (Arbeiten, Ausbildung, Einkaufen) längere und zusätzliche Wege. Die Raumordnung verfolgt deshalb das Ziel, neue Siedlungsstrukturen kompakt und entlang von Achsen des öffentlichen Verkehrs zu entwickeln. Dies konnte bisher weder in der Stadt selbst, noch im Umland erreicht werden. Es mangelt an einer die politischen Grenzen überschreitenden Kooperation und Kompetenz. Zugleich wird immer offensichtlicher, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher, dass die derzeitige Entwicklung zu unlösbaren Verkehrsproblemen führt. Ein besonderes Problem sind Einkaufszentren an der Peripherie von Linz und im Umland.

Abb. 2: Geschäftsflächenentwicklung (m2)
 
Geschäfte
Geschäftsflächen (m2)
Bereich
1991/93
1997/98
1991/93
1997/98
Linz-City
828
886
117.000
154.000
übriges Stadtgebiet
1.006
1.036
233.000
279.000
Linz-gesamt
1.834
1.922
350.000
433.000
Umland 1)
234
357
123.000
195.000
1) Gemeinden Ansfelden, Leonding und Pasching



Aus der Siedlungsentwicklung lassen sich folgende verkehrliche Trends ableiten:
  • Zunahme des Gesamtverkehrs und der Fahrtweiten,
  • Zunahme des Einkaufsverkehrs mit dem Auto,
  • Zunahme von Fahrten entlang des Stadtrandes (tangentiale Fahrten).
Diese Trends begünstigen allesamt den Autoverkehr. Gegensteuernde Strategien wären aktive Eingriffe in und durch die Raumordnungspolitik was bislang wenig erfolgreich war und nur langfristig Wirkungen zeigt oder Maßnahmen, die den Autoverkehr nach Linz beschränken.
 

 
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