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Stadt Linz - Kultur

Maria von Peteani

GEDENKTAFELN

Standort:Mozartstraße 26
Stadtteil:Innere Stadt
Datierung: 0

Standort im Stadtplan (neues Fenster)

Maria von Peteani

In der Hofeinfahrt links neben einer Werbetafel für Vorhänge, Tapeten etc. eine Inschrifttafel aus Stein mit dem Text: "Wohnhaus der Schriftstellerin Maria von Peteani.1888 - 1960" Der Nachlass der Dichterin befindet sich im Archiv der Stadt Linz.

Geschichte

Maria von Peteani, geborene Sauer (* 2. Februar 1888 in Prag; † 28. Juli 1960 in Linz) war eine österreichische Zeichnerin und Schriftstellerin.

Als Zweijährige übersiedelte sie mit ihrer Familie im Jahr 1890 nach Linz, wo sie als Postratstochter eine gediegene Ausbildung erhielt. Mit 20 Jahren heirtatete sie den elf Jahre älteren Tenor Eugen von Peteani, Reichsritter von Steinberg. Er war nicht nur Sänger, sondern in Görz auch reich begütert. Doch verlor er aufgrund des Zusammenbruches der Görzer Lenassibank sein Vermögen und starb bereits 1913 an einem Gehirnschlag. Die Witwe kehrte zu ihrer Mutter nach Linz zurück, wo sie sich bis 1920 als Zeichnerin über Wasser hielt, Titelblätter, Modezeichnungen und Exlibris gestaltete. Die Firma Munk in Wien gab von ihr geschaffene Ansichtskarten mit Damenmodeentwürfen heraus.

Mit dem Schreiben begann sie erst Ende des ersten Weltkrieges, wobei sie vor allem durch fast 20 Romane bekannt wurde, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Dazu auch etliche Hörspiele, lokale Artikelserien sowie eine große Anzahl von Erzählungen. Ferner schrieb sie für das „Wiener Tagblatt“, den „Getreuen Eckart“ und die „Deutsche Allgemeine Zeitung“.

Ihre Romanheldinnen zeigen durchgehend starken Charakter, sind lebenstüchtig und ihren Ehemännern meíst überlegen, die nicht selten als "tumbe Toren" erscheinen. Die Ehe wird häufig hinterfragt und sie scheut auch vor positiven Schilderungen von Prostituierten keineswegs zurück.

Dies alles, und der Umstand, dass sie keinen lupenreinen Ariernachweis erstellen konnte (die Großeltern mütterlicherseits waren jüdisch) machte sie 1938 bei den neuen Machthabern nicht beliebt. 1940 wurde sie von der Reichsschrifttumkammer mit strengem Schreibverbot belegt.

Nach 1945 erreichte sie ihre Vorkriegsbekanntheit nicht mehr, schrieb nur noch zwei Romane und starb 1960 in ihrem Wohnhaus an der Mozartstraße.




KONTAKT

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