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Symposium "Kult und Idole"

Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Linz und Eskişehir findet von 10. - 17. August 2015 in Linz das Symposium "Kult und Idole" statt, an dem sechs Künstlerinnen aus Linz und sechs Künstlerinnen aus Eskişehir teilnehmen.

Was interessiert KünstlerInnen an Kult und Idole?
Gedanken von Renate Moran

Mit Kult oder Kultus kann man eine „Götterverehrung“ meinen. Weil Kult vor allem als Bezeichnung für religiöse Rituale benutzt wird, ist die Bedeutung in der heutigen Alltagssprache weiter gefasst und schließt auch andere Arten von Handlungen ein, wie auch weniger ritualisierter Kulthandlungen.

Im Kult betritt der Mensch eine Sphäre, die sich deutlich vom Alltagsleben abhebt. Zu kultischen Handlungen versammeln sich Menschen, um mit einer konkreten oder abstrakten überirdischen Wesenheit in Verbindung zu treten mit dem Ziel, sie gewogen zu stimmen oder zu einer bestimmten Handlung zu motivieren. Die Ausübung des Kultes verlangt eine angemessene Vorbereitung und Beschaffenheit, sie ist an bestimmte Orte gebunden und auf gewisse Zeiten beschränkt. Meistens folgt eine Kulthandlung einem bestimmten Ritus. Kulthandlungen beinhalten oft die Verehrung von Objekten und sind auch heute noch stark von Mythen geprägt. Eine Ikone ist ein Symbol, ein Kultobjekt. Oft werden Popstars heute von jungen Leuten zur Ikone gemacht und lösen unter diesen Menschen Begeisterung bis zur Ekstase aus. 
Ziel des Kultes war ursprünglich Machtvermehrung, sowohl des Kultobjektes als auch seiner Verehrer.

Kulthandlungen haben aber auch noch immer eine wichtige Aufgabe für die religiösen Gemeinschaften. Kulthandlungen wie kommunikative Zeremonien, kultisches Essen und Trinken, symbolische Gegenstände schaffen eine Basis der Gemeinsamkeit und dienen der Bestätigung und Vergewisserung einer Zugehörigkeit. Das Auftreten fremder Kultusgemeinschaften kann aufgrund großer Unterschiede in religiösen, aber auch gesellschaftlichen Praktiken zu Auseinandersetzungen führen, die einerseits Toleranz herausfordern, andererseits die Kultgemeinschaften zusammenschweißen oder auseinander halten können. Krieg oder Frieden?

Vieles ist zu hinterfragen – Kult und auch das Idol werfen in der Gesellschaft heute Probleme auf, so wie auch in vergangenen Zeiten. Idole werden heute oft als Ersatz für Gott kreiert. Hier kann man sich begeistern und ausleben - muss aber nicht. Man hat keinen gesellschaftlichen Druck, so wie in Religionsgemeinschaften, hat keine direkten Verpflichtungen mehr, schaut erst lange passiv dem "Theater" zu und flippt dann möglicherweise irgendwann aus. Was ist das für ein Phänomen? Schon bei den Beatles oder anderen Musikgruppen fielen besonders Mädchen reihenweise in Ohnmacht. Was geht da in diesen Menschen vor? Braucht der Mensch etwas das über ihm steht?  Auch wenn dieses Idol selbst gemacht ist?

Für KünstlerInnen ist das ein sehr weitläufiges, interessantes Thema, welches auf verschiedene Weisen gesehen werden kann. Spannend ist die Auseinandersetzung auf alle Fälle. Interessant wird auch die Sichtweise, zu erwartende unterschiedliche Herangehensweisen und künstlerische Umsetzung der türkischen und der österreichischen KünstlerkollegInnen.

Linz - Eskişehir - Symposium 2015.

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