Linz. Eine Stadt lebt auf.


KEP - Ergebnis kultureller Demokratie und Partizipation

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Der nun vorliegenden Endfassung des Kulturentwicklungsplans der Stadt Linz ging eine wechselvolle und überaus anregende, spannende Geschichte voraus, die ihrerseits bereits Bestandteil jenes "work in progress" war, als das sich der Kulturentwicklungsplan auch für die Zukunft versteht. Nie zuvor in der Geschichte der Stadt Linz und weit darüber hinaus hat es eine derart lange, intensive und auf breiter Basis geführte Debatte über Kunst und Kultur generell, über ihre Voraussetzungen, Aufgaben und Ziele und über alle anderen Bereiche, die damit zusammenhängen, gegeben wie in diesem Zeitraum.

Allein dieser Umstand würde das "Unternehmen Kulturentwicklungsplan" schon vollends rechtfertigen, hat es doch einen Aufmerksamkeits- und Mobilisierungsgrad in Sachen Kunst und Kultur erzeugt, der sonst nicht annähernd zu erreichen gewesen wäre. Deshalb sollen hier die wichtigsten Schritte, die zu seiner Erstellung geführt haben, dokumentiert werden.

In einem ersten Schritt erteilte die Stadt Linz auf Anregung von Kulturstadtrat Dr. Reinhard Dyk Aufträge zu zwei Studien über die jüngere Geschichte, die Gegenwart und die Perspektiven der kulturellen Entwicklung in der Stadt.

Parallel dazu wurden internationale und österreichische städtische Kulturleitbild-Entwürfe oder Ansätze zu solchen hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf Linzer Verhältnisse überprüft. In vielen Diskussionsrunden, Gesprächen und Klausurtagungen entwickelten die Arbeitsgruppe Kulturentwicklungsplan und für ihre jeweiligen Verantwortungsbereiche die Leiter der Kultureinrichtungen der Stadt Linz schriftliche Grundlagen.

Gleichzeitig ersuchte die Stadt eine Reihe von Expertinnen und Experten um Anregungen und Stellungnahmen zur Kulturentwicklung in Linz. Wesentliche Anregungen daraus wurden in den Grundlagenentwurf eingearbeitet; die ExpertInnenbeiträge wurden in vollem Wortlaut in einem eigenen Band als Beilage zum Grundlagenentwurf ebenfalls veröffentlicht.

Auf der Basis dieser wissenschaftlichen Grundlagen und ExpertInnenbeiträge wurde im Herbst 1997 ein erster Diskussionsentwurf als "Kulturentwicklungsplan Linz, Grundlagenentwurf" der Öffentlichkeit zur Diskussion vorgelegt.

Das Jahr 1998 war einer breiten Diskussion über diesen Grundlagenentwurf zum Kulturentwicklungsplan Linz gewidmet.

Zahlreiche schriftliche Beiträge, Beiträge im Internet, mündliche Interventionen und spontane Gesprächsrunden öffneten ein weites Feld von Anregungen, Kritiken und Wünschen.

In einem weiteren Schritt wurden KünstlerInnen, Kulturschaffende, politische Gremien, VertreterInnen von Institutionen, Expertinnen und Experten, MedienvertreterInnen und interessierte BürgerInnen zu speziellen Diskussionsrunden eingeladen. Viele Diskussionsrunden mit einer erfreulich hohen Zahl an TeilnehmerInnen brachten eine Fülle von Ideen und Anregungen.

Im September 1998 fand an zwei Tagen eine allgemeine öffentliche Diskussion im Alten Rathaus statt, an der wiederum kulturinteressierte Linzer BürgerInnen genauso teilgenommen haben wie KünstlerInnen, Kulturschaffende und KulturexpertInnen.

In allen Phasen wurden die Zwischenergebnisse mit dem Bürgermeister, dem Kulturreferenten und den Mitgliedern des Kulturausschusses diskutiert. Anregungen und Vorschläge aus diesen Diskussionen wurden in den weiteren Arbeitsprozess übernommen.

Die breite Beteiligung an der Diskussion, ihr großteils außergewöhnlich hohes Niveau, und vor allem auch das große Engagement, mit der sie geführt wurde, zeigen, welch hohe Bedeutung KünstlerInnen, Kulturschaffende, VerantwortungsträgerInnen und aktive BürgerInnen der kulturellen Entwicklung von Linz beimessen.

Auf der Basis des Grundlagenentwurfes vom Juli 1997 und unter Berücksichtigung der Diskussionsergebnisse hat die "ExpertInnengruppe Kulturentwicklungsplan" unter der Projektleitung von Kulturdirektor Mag. Siegbert Janko und Univ.Prof. Dr. Reinhard Kannonier das ExpertInnenpapier zum "Kulturentwicklungsplan Linz" erarbeitet.

Der "ExpertInnengruppe Kulturentwicklungsplan" gehören an: Rudolf Danielczyk (KUPF); Mag. Christian Denkmaier (Kulturamt); Dr. Reinhard Dyk (Kulturreferent der Stadt Linz); Dr. Helmuth Gamsjäger (Büchereien); Mag. Eva Gütlinger (Kulturamt); Mag. Hubert Hummer (Volkshochschule); Mag. Siegbert Janko (Kulturdirektor); Univ.Prof. Dr. Reinhard Kannonier (Johannes Kepler Universität); Dr. Gabriele Kepplinger (Stadtwerkstatt); Dr. Michael Klügl (Landestheater); Dr. Peter Leisch (Kulturamt); Ferry Öllinger (Festival der Regionen); Dr. Christine Schöpf (ORF-Landesstudio OÖ); Ing. Gerfried Stocker (Ars Electronica Center); Andreas Wahl (KUPF OÖ); Wolfgang Winkler (LIVA); Univ.Prof. Walter Wippersberg (Universität für angewandte Kunst Wien); Mag. Rainer Zendron (Universität für Gestaltung Linz).

Auf der Grundlage des ExpertInnenpapiers hat der Kulturausschuss die Endfassung des Kulturentwicklungsplan Linz erarbeitet und dem Gemeinderat vorgelegt, der den KEP einstimmig beschlossen hat.

Die Einzigartigkeit des Entstehungsprozesses dieses Kulturentwicklungsplanes soll auch in seiner Umsetzung weiter fortgeführt werden. Interessierte BürgerInnen, ExpertInnen, KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen sind auch in Zukunft dazu aufgerufen, an der Verwirklichung des Kulturentwicklungsplan Linz mitzuarbeiten und im Sinne des "work in progress" weiterhin Ideen und Anregungen einzubringen.


Kulturdirektor Mag. Siegbert Janko Univ.Prof. Dr. Reinhard Kannonier
Projektleitung Kulturentwicklungsplan

Link Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz



KONTAKT
Kulturdirektor Mag. Siegbert Janko
Kulturdirektion der Stadt Linz
A-4041 Linz, Hauptstraße 1 - 5
Tel.: +43 (0)70/7070-2930
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