Presseaussendung vom: 09.01.2018

Linz – Stadt der Arbeit Zwei Drittel aller Linzerinnen und Linzer stehen im Erwerbsleben

Starker Zuwachs bei Frauenarbeitsplätzen in Linz

Flächendeckende Kinderbetreuungsangebote attraktivieren Wirtschaftsstandort

Linz gilt zu Recht als das Wirtschaftszentrum Österreichs. Mit 210.000 Arbeitsplätzen liegt die Landeshauptstadt im österreichischen Spitzenfeld. Bedeutende industrielle Leitbetriebe sowie zahlreiche erfolgreiche Klein- und Mittelbetriebe bieten gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von „alter“ und „neuer“ Wirtschaft. Industrienahe Dienstleistungen wie IT, Wirtschaftsservices und auch freiberufliche sowie technische Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung. Auch die Tatsache, dass vermehrt Arbeitsplätze für Frauen entstehen, zeigt einen klaren Wandel hin zu einer Stadt der Arbeitsplätze der Zukunft.

Insgesamt stehen zwei Drittel aller Linzerinnen und Linzer im Erwerbsleben. Im Vergleich mit anderen Landeshauptstädten stellt dies die höchste Erwerbsquote bei Männern und die zweithöchste bei Frauen dar. Ebenso ist die Berufsqualifikation neben dem Studium ein Linzer Spezifikum, denn mehr als die Hälfte der Studierenden gehen einer Beschäftigung nach.

Die Anzahl der Industriearbeitsplätze nimmt quantitativ kontinuierlich ab, während die Software- und Internetbranche, technische, wissenschaftliche oder pharmazeutische Forschung immer mehr Beschäftigung schaffen. Darüber hinaus rückt die Flexibilität am Arbeitsmarkt verstärkt in den Fokus. Dieser Tatsache trägt die Stadt Linz bereits jetzt Rechnung. „Mit optimalen Kinderbetreuungseinrichtungen nehmen wir darauf Rücksicht und ermöglichen es Eltern, berufstätig zu sein. Unternehmen ist es wichtig, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch abseits der Arbeit optimale Lebensbedingungen und eine gute Lebensqualität vorfinden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat neben einer gut ausgebauten Infrastruktur, einem optimalen Wohnumfeld, einer gesicherten Gesundheitsversorgung, Bildungs- und kulturellen Einrichtungen einen hohen Stellenwert. Das wissen die hier angesiedelten Betriebe zu schätzen“, ist Bürgermeister Klaus Luger überzeugt.

Die Einführung der Kindergartensteuer am Nachmittag durch das Land Oberösterreich sieht Bürgermeister Luger vor allem hinsichtlich der Frauenerwerbsquote kritisch. Aus diesem Grund hat sich die Stadt Linz entschlossen, das Linzer Tarifmodell für die Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten zur Anwendung zu bringen. „Mit der Umsetzung des Linzer Tarifmodells entschärft die Stadt Linz nicht nur die sozialen Härten bei der kostenpflichtigen Nachmittagsbetreuung. Wichtig ist mir hierbei auch, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie leistbar bleibt, damit wir die Frauenerwerbsquote und damit die Selbstständigkeit bestmöglich unterstützen“, so Luger.

Mehr Arbeitsplätze als Einwohnerinnen und Einwohner

Zwei Drittel der Linzer Bevölkerung stehen im Erwerbsleben

Beinahe Halbe-Halbe bei Frauen-Männer-Jobs

Linz besticht mit der Tatsache, dass die Stadt über mehr Arbeitsplätze als EinwohnerInnen verfügt. Mit insgesamt 210.000 Arbeitsplätzen ist die Landeshauptstadt der Jobmotor von Oberösterreich. Vor allem industrienahe Dienstleistungen wie EDV, Wirtschaftsservices, die Angebote im Gesundheits- und Sozialwesen oder auch die Tourismusbranche gewannen in den vergangenen Jahrzehnten stark an Bedeutung. Gezielte Investitionstätigkeiten sicherten bestehende Arbeitsplätze beziehungsweise schufen neue.
Wenngleich nach wie vor Waren produzierte Gewerbe- und Industriebetriebe ein Siebtel aller Arbeitsplätze anbieten, hat sich die Bedeutung der Dienstleister auf zirka 40 Prozent des Arbeitsplatzangebotes erhöht.

Die aktuell 210.000 Arbeitsplätze teilen sich annähernd gleich auf Frauen (103.000 Stellen) und Männer (107.000 Stellen) auf. Diese verteilen sich auf exakt 15.240 Arbeitsstätten.

Mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze im Jahresschnitt

Starker Zuwachs bei Frauenarbeitsplätzen in Linz

Die Arbeitsplatzdaten zeigen eindeutig, dass besonders die Frauenbeschäftigung in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Seit 1985 entstanden 33.000 neue Frauenarbeitsplätze. Bei den Männern waren es weitere 5.400 Arbeitsplätze. Insgesamt betrachtet liegen die beiden Geschlechter-Gruppen nun mit einem Unterschied von nur 4.000 Arbeitsplätzen nahezu gleichauf.

Höchste Erwerbstätigenquote der Landeshauptstädte

Linz zeichnet sich auch im Vergleich zu anderen Landeshauptstädten wie Salzburg, Graz und Innsbruck durch eine deutlich höhere Erwerbsquote aus. Knapp drei Viertel aller Linzer (71,8 Prozent) und zwei Drittel aller Linzerinnen (65,2 Prozent) zwischen dem 15. und 64. Lebensjahr stehen im Erwerbsleben. Lediglich bei den Frauen weist Salzburg eine knapp höhere Erwerbstätigenquote als Linz auf.

Höchste Quote berufstätiger Studierender – Berufsqualifikation neben Studium

Auffällig ist, dass in Linz besonders viele Studierende erwerbstätig sind. Mehr als die Hälfte (51,2 Prozent) der unter-30-jährigen Studierenden mit Hauptwohnsitz Linz steht in einem Arbeitsverhältnis. In den meisten anderen österreichischen Universitätsstädten liegt der Wert unter 50 Prozent: Salzburg (49,7 Prozent), Graz (45,8 Prozent) und Innsbruck (39,6 Prozent).

Linzer Teilzeitquote deutlich unter Oberösterreich-Vergleich

Die Teilzeitquote beträgt bei den Frauen knapp 48 Prozent, bei Männern 15 Prozent. In Oberösterreich liegt die Teilzeitbeschäftigung von Frauen bei über 50 Prozent. Im Bundestrend sind es 49 Prozent beziehungsweise 12 Prozent.

Verglichen mit den anderen größeren Landeshauptstädten weist Linz die geringste Teilzeitquote der unselbständigen erwerbstätigen Männer auf. Die Teilzeitquote der Frauen ist in Linz etwas höher als in Salzburg und liegt auf einem ähnlichen Niveau wie in Graz.

Linz liegt auf Rang 3 bei Jahresnettoeinkommen

Mit 21.442 Euro hatten die Linzerinnen und Linzer im Jahr 2015 unter allen größeren Landeshauptstädten pro Kopf den höchsten Jahresnettobezug. Lediglich in St. Pölten und Klagenfurt liegen die Gehälter höher.

Auch bei den durchschnittlichen Netto-Pensionen lagen die Linzerinnen und Linzer mit 20.004 Euro im Jahr 2015 um 1.845 Euro besser als im gesamtösterreichischen Durchschnitt und sogar um 2.350 Euro mehr als in Oberösterreich. Unter den Landeshauptstädten liegt Linz damit hinter Graz an zweiter Stelle.

Kinderbetreuungsangebote attraktivieren Wirtschaftsstandort, ermöglichen die Wahlfreiheit der Eltern und vereinen Beruf und Familie

Die niedrige Teilzeitquote von Linz, die hohe Erwerbstätigenquote von Frauen sowie der starke Zuwachs an Frauenarbeitsplätzen liegt auch darin begründet, dass in der oberösterreichischen Landeshauptstadt eine flächendeckende Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung stehen.

Das Betreuungsangebot in der Landeshauptstadt leistet einen wesentlichen Beitrag für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und ist ein wichtiger Beschäftigungsmotor. Besonders die massiven öffentlichen Investitionen in Krabbelstuben, Kindergärten und Horte ermöglichen Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und schaffen Beschäftigung. Der Wirtschaftsstandort konnte dadurch wesentlich attraktiviert und die Beschäftigungsquote, insbesondere die der Frauen, gesteigert werden.

Mehr als 12.200 Kinder-Betreuungsplätze in Linz

Einhergehend mit dem Anstieg der Frauenarbeitsplätze wurde auch der Ausbau des städtischen Kinderbetreuungsangebots forciert. Heute versorgen die städtischen und privaten Einrichtungen insgesamt mehr als 12.200 Kinder. Bei den Kindergärten wurde das Angebot seit 1988 um 27 Prozent ausgebaut. Einen noch stärkeren Zuwachs an Plätzen verzeichneten die Horte des städtischen Kinder- und Jugendservices mit insgesamt mehr als 120 Prozent. Am stärksten sind jedoch die Krippenplätze angewachsen. So ist die Zahl der betreuten Kinder von 349 auf aktuell mehr als 1.000 angestiegen. Dies ist eine Steigerung um mehr nahezu 200 Prozent.

Investitionen in mehr und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung erhöhen die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und steigern die Beschäftigungsquote. Der Ausbau sozialer Dienstleistungen ist daher aus sozial- und wirtschaftspolitischer Sicht sinnvoll und eine wirksame Maßnahme für mehr Beschäftigung.

„Viele Linzer Unternehmen schätzen die Tatsache, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Linz zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Neben der flächendeckenden Versorgung mit Betreuungseinrichtungen trägt auch die Ganzjahresöffnung von Krabbelstuben, Kindergärten und Horten dazu bei. Ich sehe darin einen wesentlichen Faktor der regionalen Arbeitsmarktpolitik. Im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen wir die Schaffung von guten Arbeitsplätzen unter anderem durch eine vorbildliche Kinderbetreuung“, betont Bürgermeister Klaus Luger.

Neues Linzer Tarifmodell gegen soziale Härtefälle und Beibehaltung der hohen Frauenerwerbsquote

Der Beschluss der Landesregierung, dass der Nachmittagsbesuch in allen Kindergärten ab 1. Februar kostenpflichtig wird, bedeutet für viele Eltern eine zusätzliche finanzielle Belastung. Von mindestens 42 Euro bis zum Höchstbetrag von 110 Euro reichen die neuen Tarife in Oberösterreich. Der Stadt Linz ist es jedoch ein Anliegen, den Besuch des Kindergartens vor allem für Kinder aus bildungsferneren beziehungsweise erwerbstätigen Familien am Nachmittag leistbar zu gestalten. Hinzu kommen sozial- und bildungspolitische Motive.

Künftig soll daher in der Landeshauptstadt das „Linzer Tarifmodell“ sowohl in den städtischen wie auch privaten Kindergärten zur Anwendung kommen. Das bedeutet für Familien mit wenig Einkommen, auch weiterhin von einer Besuchsgebühr befreit zu sein. Eltern mit mittlerem und höherem Einkommen bezahlen ebenfalls weniger als vom Land vorgesehen. Die Rechtsträger von Kindergärten erhalten die Differenz zum Landesmodell in Form einer „Familienförderung“ aus dem Sozialbudget der Stadt Linz refundiert.

Drei Beispielberechnungen

(Beträge in brutto, wie vom Land vorgeschrieben.)

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger zum Thema „Linz – Stadt der Arbeit“)

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