Presseaussendung vom: 30.01.2018

Mehr als 1.000 Beschäftigte im Dienst für ältere Menschen Fast das Sechsfache an Pflegepersonal seit 1990

Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen 28 Jahre zeigt die großen Veränderungen im Pflegebereich sehr deutlich. Bot die Stadt Linz im Jahr 1990 in zwei städtischen Seniorenheimen 320 Pflegeplätze an, so werden heute in zehn kommunalen Einrichtungen 1.190 Menschen rund um die Uhr betreut. Durch den Vergleich wird deutlich, dass fast vier Mal so viele Menschen wie vor 28 Jahren in der Lebensstadt Linz betreut werden können.

„Gerade in Zeiten des Umbruchs, in denen noch nicht genau abgeschätzt werden kann, wie sich Neuerungen, beispielsweise der Wegfall des Pflegeregresses, oder die Schließung des Pflegeheims Kursana auf die Gesamtsituation in Linz im Bereich der Pflege auswirken werden, wird es umso wichtiger sein, neue Pflegekräfte auszubilden und das bestehende Pflegepersonal mit hochwertigen Schulungsangeboten regelmäßig weiterzuentwickeln, um den ständig steigenden Herausforderungen gewachsen zu sein“, ist Vizebürgermeisterin und SZL-Aufsichtsratvorsitzende Karin Hörzing überzeugt.

Entwicklung des Pflegepersonals 1990 bis 2018

Eng verknüpft mit dem gestiegenen Pflegeangebot ist ein hoher Mehrbedarf an Pflegepersonal. Gegenüber 1990 hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Pflege fast versechsfacht.

Beim diplomierten Pflegepersonal ergibt sich eine Steigerung von 184 Arbeitsplätzen gegenüber 1990, das bedeutet das Fünffache mehr. Bei den Altenfachbetreuerinnen und -betreuern ergibt sich eine Erhöhung von 463 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber 1990. Der Personalstand ist in der Küche und bei der Haustechnik um 56 sowie in der Verwaltung um 40 Personen angewachsen

Personalstand 2018 in den einzelnen Berufen

Derzeit sind 221 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im diplomierten Pflegedienst beschäftigt, 526 als Altenfachbetreuerinnen und -betreuer, 100 in der Küche sowie in der Haustechnik und 49 in der Verwaltung. Außerdem sind 35 Zivildiener, 48 Helferinnen und Helfer sowie 25 Lehrlinge und 49 sonstiges Personal in den Linzer Seniorenzentren tätig.

Personalaufteilung in den Linzer Seniorenzentren (SZL)

Insgesamt sind in den Seniorenzentren Linz 1.053 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, die auf zehn Standorte, drei Tageszentren (Kleinmünchen, Liebigstraße, Dornach/Auhof) und die Clubs Aktiv aufgeteilt sind.

Personalkosten: 38,5 Millionen Euro

Für das Jahr 2018 sind Personalkosten von 38,5 Milionen Euro geplant.

Top Five der Seniorenzentren bei Zimmern und Betten

Insgesamt verfügen die Seniorenzentren über 1.190 Betten, die sich auf 1.074 Einbettzimmer und 58 Zweibettzimmer aufteilen. Bei der Zimmeraufteilung liegt das SZ Spallerhof mit 230 Zimmern vor dem SZ Franz Hillinger mit 128 Zimmern und dem SZ Kleinmünchen mit 123 Zimmern. Den vierten Platz nehmen die SZ Neue Heimat und SZ Liebigstraße gemeinsam mit jeweils 120 Zimmern ein.

Bei der Anzahl der Betten zeigt sich ein ähnliches Bild. Über die meisten Betten verfügt das SZ Spallerhof mit 260, gefolgt vom SZ Franz Hillinger mit 132. An dritter Stelle liegt das SZ Kleinmünchen mit 128 Betten vor dem SZ Neue Heimat mit 125 Betten. Das SZ Dornach/Auhof verfügt über 123 Betten.

Durchschnittswerte in den Seniorenzentren

Das Durchschnittsalter der Bewohnerinnen und Bewohner beträgt derzeit 85,7 Jahre. Für das Eintrittsalter der Bewohnerschaft wurde ein Wert von 82,5 Jahren errechnet. Die Aufenthaltsdauer in den einzelnen Seniorenzentren beträgt im Schnitt 3,2 Jahre.

Fachkräftemangel derzeit noch nicht akut

Für offene Diplomkrankenpflegestellen werden häufig keine oder nur sehr wenige Bewerbungen abgegeben, auch für Altenfachbetreuungsposten gibt es zu wenige Bewerbungen. Durch die Schließung von Kursana wird es aber im April 2018 zu einer Entspannung am Arbeitsmarkt kommen, wenn auch nur kurzfristig. Längerfristig wäre es aus Sicht der Linzer Seniorenzentren wünschenswert, mehr Bewerbungen bei den Pflegeberufen zu bekommen.

26 Lehrlinge in den Seniorenzentren

Derzeit sind 26 Lehrlinge in Ausbildung und vier in der Behaltefrist. Elf junge Menschen machen eine Lehre im Büro, neun lernen Koch oder Köchin und jeweils drei wollen Malerinnen/Maler sowie Gärtnerinnen/Gärtner werden.

81 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Aktion 20.000

In den Seniorenzentren sind aktuell 81 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen der Aktion 20.000 beschäftigt. Zu den Einsatzorten gehören vor allem das Facility Management und alle zehn Seniorenzentren sowie die Direktion. Unter den Top Five liegen die SZ Spallerhof (elf), das SZ Liebigstraße (zehn), das SZ Kleinmünchen sowie die SZ Franz Hillinger und Keferfeld/Oed (je sieben).

Die einzelnen Einsatzgebiete in den Seniorenzentren

Zu den besonders häufigen Einsatzgebieten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Rahmen der Aktion 20.000 aufgenommen wurden, zählen die Hauswirtschaft (36) und die Haustechnik (15), gefolgt von der Küche (acht) und den Tageszentren (fünf). In der Verwaltung und in den Clubs Aktiv sind jeweils drei Personen beschäftigt.

„Der vielfältige Einsatz der Beschäftigten der Aktion 20.000 zeigt, wie sehr alle Beteiligten – die Seniorenzentren, die Beschäftigten und vor allem die Seniorinnen und Senioren – von der Aktion profitieren. Das Aussetzen der Aktion durch die Bundesregierung  halte ich – vor allem auch begründet durch die Erfahrungen in den Senioreneinrichtungen für eine fatale Fehlentscheidung“, betont Vizebürgermeisterin Karin Hörzing besonders auch in ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende der SZL GmbH.

Entwicklung von Führungskräften

Die Seniorenzentren investieren in die Entwicklung einer modernen Führungskultur bereits bei der Auswahl von Führungskräften. Weitere Schwerpunkte bilden Entwicklungsprogramme für Führungskräfte, Führungskräftecoaching sowie eine externe Begleitung von Teamentwicklungsmaßnahmen. Die Seniorenzentren setzen auch auf Modelle der Beteiligung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rahmen von Organisationsentwicklungsprozessen.

Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung 2017 bis 2019

Die Seniorenzentren bauen auch das betriebliche Gesundheitsmanagement weiter aus. Dafür erhielten sie bereits zum dritten Mal das Gütesiegel des österreichischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung. Erstmalig gelang diese Auszeichnung für die Jahre 2011 bis 2013, anschließend für 2014 bis 2016 und aktuell für 2017 bis 2019.

Im Vorjahr haben die Seniorenzentren in enger Kooperation mit dem Betriebsrat der SZL GmbH auch ein System zur Wiedereingliederung nach längerem Krankenstand flächendeckend eingeführt. Die getroffenen Gesundheitsmaßnahmen haben eine spürbare und nachhaltige Auswirkung auf das Betriebsklima. Die Seniorenzentren Linz werden dadurch in der „Pflegeheimszene“ als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen.

Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab 2018

Um eine permanente Weiterentwicklung erfolgreich vorantreiben zu können, erheben die Seniorenzentren ab heuer die Stimmung unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den einzelnen Häusern und Abteilungen in regelmäßigen Abständen. Die Ergebnisse werden in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat die Basis für die Entwicklung von Maßnahmen bilden, die sich in weiterer Folge positiv auf das Betriebsklima auswirken.

Bedarf an Seniorenzentren bis 2022 gedeckt

Derzeit gibt es keine konkreten Planungen für ein neues Seniorenzentrum. Auf der Basis einer Studie der Stadtforschung Linz von Juni 2017 ist der Bedarf mit den derzeit bestehenden Seniorenzentren bis zum Jahr 2022 gedeckt. Die Auswirkungen des Wegfalls des Pflegeregresses seit Jänner 2018 können derzeit noch nicht abgeschätzt werden.

Kurzzeitpflege im Seniorenzentrum Spallerhof

Kurzzeitpflegeplätze werden im Seniorenzentrum Spallerhof angeboten. Es stehen insgesamt 18 Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung. 3.875 Belagstage konnten im Vorjahr in der Kurzzeitpflege verzeichnet werden.

Demenzbetreuung: Seniorenzentren Neue Heimat und Liebigstraße

Die Seniorenzentren Liebigstraße und Neue Heimat (im vierten Obergeschoß) sind auf die Betreuung von Personen spezialisiert, die bereits beim Einzug an einer demenziellen Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium leiden.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden mit Hilfe von internen Weiterbildungsprogrammen regelmäßig auf den letzten Stand des Wissens im Zusammenhang mit der Betreuung demenzerkrankter Bewohnerinnen und Bewohner gebracht.

„Ich bedanke mich bei den über 1.000 Beschäftigten in den Seniorenzentren Linz für Ihre Arbeit und Ihr Engagement für die Heimbewohnerinnen und -bewohner“, so Vizebürgermeisterin Hörzing abschließend.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Mehr als 1.000 Beschäftigte im Dienst für ältere Menschen“)

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