Presseaussendung vom: 20.02.2018

JOBIMPULS – erfolgreiches Linzer Sozialprojekt Im Vorjahr rund 250 Teilnehmende

Jobimpuls ist ein Beschäftigungsprogramm der Stadt Linz, mit dem Menschen unterstützt werden, die am ersten Arbeitsmarkt nicht ohne Unterstützung und Vorbereitung Fuß fassen können. Mit Stichtag 31.12.2017 nahmen 252 Personen an dem Programm teil, 167 Frauen und 85 Männer. Das ergibt eine prozentuelle Aufteilung von 66 zu 34 Prozent. Insgesamt 120 Menschen wurden im vergangenen Jahr neu in das Programm aufgenommen: 87 Mindestsicherungs-Bezieher, 28 nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz und fünf im Zuge der Chancengleichheit.

„Mit dem Sozialprojekt „Jobimpuls“ ermöglichen wir Menschen die Eingliederung am Arbeitsmarkt. Die Stadt Linz investierte im vergangenen Jahr für die durchschnittlich 258 Teilnehmerinnen und Teilnehmer 3,9 Millionen Euro“, unterstreicht die Linzer Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing den Erfolg der Initiative.

Der Schritt in das Berufsleben

Hauptzielgruppe sind Personen, die die bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS) beziehen und Menschen mit Beeinträchtigung. Auch sozial auffällige junge Erwachsene erhalten mit Jobimpuls eine zweite Chance. Den meisten dieser Menschen wäre ohne Hilfe eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt aus sozialen und/oder psychischen und physischen Gründen nicht möglich. Von den 252 Jobimpuls-Kräften haben 131 Anspruch auf Mindestsicherung, 79 haben einen geschützten Arbeitsplatz im Rahmen des Chancengleichheitsgesetzes und 42 wurden im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes beschäftigt.

Langfristig würden viele in der Mindestsicherung verbleiben.

Daher investiert die Stadt mit Jobimpuls in individuell angepasste Arbeitsplätze, eine intensive Betreuung und ein vielseitiges Angebot an Aus- und Weiterbildungen.

Die Arbeitsplätze finden sich in verschiedenen Geschäftsbereichen im Magistrat Linz, in den Seniorenzentren, Kindergärten und Horten der Stadt Linz aber auch in sozial ausgerichteten Vereinen (zum Beispiel Volkshilfe, SOMA, VSG und ARGE Obdachlose). Das Bildungsangebot reicht von Kursen, Ausbildungen bis hin zur außerordentlichen Lehrausbildung.

Mit Stichtag 31.12.2017 waren 125 Personen im Kernmagistrat, 53 in den Unternehmen der Stadt Linz und 71 in Sozialen Vereinen eingesetzt (drei befanden sich in Karenz).  

Aus- und Weiterbildungen

Viele der beschäftigten Jobimpuls-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter nützten 2017 die Chance, im Rahmen des befristeten Arbeitsvertrages berufsbegleitend eine Aus- oder Weiterbildung abzuschließen. Die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielschichtig. Sie reichen vom Angebot von Sprach- und Grundbildungskursen, Ausbildung zu Heim- bzw. Kindergartenhelfern/-helferinnen, bis zur außerordentlichen Lehre. Durch gezieltes Jobcoaching und Sozialbetreuung können zudem viele einen Schul- oder beruflichen Abschluss erlangen.

Persönlicher Gewinn

Jobimpuls ermöglicht die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden, die letztlich zu einem Beschäftigungsverhältnis führen soll.

„Der regelmäßige, strukturierte Alltag und der Erwerb von Kompetenzen stärkt das Selbstbewusstsein und aktiviert die Eigenverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont Vizebürgermeisterin Hörzing. „Durch die Anerkennung am Arbeitsplatz erhöht sich das Selbstwertgefühl. Davon profitiert auch das soziale Umfeld. Der Anteil der Personen, bei denen die Beschäftigung geholfen hat, die familiäre Situation zu stabilisieren, beträgt 75 Prozent“, erklärt Hörzing weiter.

Richtige Wahl des Arbeitsplatzes

Kern der Beschäftigungsmaßnahme Jobimpuls ist der Arbeitsplatz, an dem der/die jeweilige Jobimpuls-Mitarbeiter/in eingesetzt wird. Auf die Wahl der passenden Einsatzstelle wird besonders geachtet. Die MitarbeiterInnen werden als handwerkliche Hilfskräfte (Gartenbereich, Küche, Reinigung, Tischlerei, Verkauf etc.) oder als Bürohilfskräfte entsprechend ihren Fähigkeiten, Möglichkeiten und Wünschen eingesetzt. Bereits erworbene in- und ausländische Ausbildungen, Qualifikationen und Erfahrungen fließen in die Entscheidungsfindung mit ein, um in weiterer Folge realistische Zukunftsperspektiven zu schaffen.

Bezugspersonen sind die Sozialbetreuerinnen bei Jobimpuls und der/die unmittelbare Vorgesetzte am Arbeitsplatz. Dieses Modell kombiniert professionelle Begleitung mit alltäglichem Lernen am Arbeitsplatz und gezielte Aus- und Weiterbildung. Das Beschäftigungsausmaß beträgt für alle Gruppen von Beschäftigten maximal 25 Wochenstunden.

18,2 Prozent finden einen Job am Arbeitsmarkt

Durchschnittlich 80 Personen schließen pro Jahr mit dem Jobimpuls-Programm ab. Die Ursachen für einen Austritt sind entweder das reguläre Ende des Arbeitsvertrages, der Eintritt in die Karenz / Mutterschutz oder der Wechsel in den Arbeitsmarkt. 2017 konnten 18,2 Prozent in den Arbeitsmarkt vermittelt werden. Weitere 36,4 Prozent benötigen nun keine weitere bedarfsorientierte Mindestsicherung mehr. Viele haben durch ihre Tätigkeiten in Jobimpuls Versicherungszeiten beim Arbeitsmarktservice (AMS) erlangt. Sie werden nach Abschluss des Programms von diesem weiter betreut.

Im vergangenen Jahr beendeten 127 Menschen die Teilnahme an Jobimpuls, 88 nach dem Mindestsicherungsgesetz, 32 nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz und sieben nach der Chancengleichheit.

 Vorteile für die Stadt Linz 

  • Die Arbeitslosigkeit in Linz wird reduziert
  • Weniger Menschen beanspruchen die BMS
  • Mehr Menschen befinden sich in Ausbildung

Gesetzliche Grundlagen

  • „Hilfe zur Arbeit“, § 20 . BMSG
  • Jobimpuls richtet sich an Menschen mit Anspruch auf BMS, die trotz entsprechender Bemühungen keine Erwerbsmöglichkeiten finden.
  • „Arbeit und fähigkeitsorientierte Aktivität“, § 11 Abs. 2 . ChG
  • Jopimpuls leistet im Zuge der Chancengleichheit berufliche Integration für Menschen mit Beeinträchtigungen.
  • Maßnahmen im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe, § 12 Oö. KJHG

Wer nimmt am Jobimpuls teil

  • Personen, die die gesetzlichen Grundlagen erfüllen
  • Personen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen
  • Personen mit sozialen Problemen
  • Menschen mit instabilen familiären Verhältnissen (zum Beispiel Alleinerziehende in Notlagen, schwangere Frauen ohne finanziellen Rückhalt)
  • Personen mit soziokulturellen Benachteiligungen
  • Sozial auffällige junge Erwachsene ohne berufliche Perspektiven

Weitere Gesprächspartnerin:
Margot Humenberger, Abteilungsleiterin Jobimpuls und Chancengleichheit

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Jobimpuls-Bilanz 2017“)

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