Presseaussendung vom: 09.04.2018

Karl Marx im 21. Jahrhundert Hochkarätige Vortragsreihe sowie Ausstellung in Linz

Die geschichtlichen Entwicklungen des vergangenen Jahrhunderts hatten Karl Marx, seine Analysen ebenso wie damit verbundene politische Ideen, scheinbar zu einem „toten Hund“ werden lassen. Doch spätestens die Krisen des Finanzkapitalismus seit 2008 haben die Theorien von Karl Marx mit neuem Leben gefüllt – mit so viel Leben, dass sogar die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung (21. September 2008), als rundherum die Finanzmärkte krachten, mutmaßte, dass Marx möglicherweise doch recht hatte.

„Inwiefern die Marx’sche Theorie zur Analyse des globalen Kapitalismus und seinen Auswüchsen taugt, diese Frage beschäftigt Wissenschaft und Öffentlichkeit in zahlreichen Veranstaltungen und Publikationen des ,Marx-Jahres‘ 2018. Zu dieser Diskussion leistet die Vortragsreihe ,Karl Marx im 21. Jahrhundert‘ einen Beitrag“, informiert Bildungs-Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
 
„Die gesellschaftlichen und politischen Folgen der Krise haben das Interesse an den Theorien von Karl Marx und derer, die an ihn anschließen, wieder verstärkt“, sagt Brigitte Aulenbacher, Leiterin der Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalyse am Institut für Soziologie  der Johannes Kepler Universität (JKU).

Kürzungen im Sozialbereich und Austeritätspolitik, Prekarisierung, Arbeitslosigkeit und Armut, die globale Zunahme sozialer Ungleichheiten und die offensichtliche Unbeherrschbarkeit der kapitalistischen Produktion, sei es in sozialer, sei es in ökologischer Hinsicht, sind nur einige Symptome der Widersprüche des globalen Kapitalismus.

„Die Vortragsreihe soll einen Einblick in das Phänomen Marx, die Interpretationen, Aktualisierungen und Erweiterungen seiner Theorien geben. Eine aktuelle Auseinandersetzung mit Marx muss allerdings immer auch eine kritische sein“, meint Harald Wildfellner vom Institut für Angewandte Entwicklungspolitik.

Die Vortragsreihe wird von der Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen des Instituts für Soziologie an der Johannes Kepler Universität Linz, dem Institut für Angewandte Entwicklungspolitik, dem Institut für Politikwissenschaften an der Universität Wien (Ulrich Brand und Brigit Sauer) und der Volkhochschule Linz veranstaltet.  „Für die Vortragsreihe in Linz konnten international renommierte Expertinnen und Experten eingeladen werden, die eine kritische Reflexion, Erweiterung und Aktualisierung der Marx‘schen Theorie vornehmen. Wir freuen uns sehr über das Programm, das einen Bogen zwischen verschiedenen Lesarten – von kapitalismustheoretischen über feministische bis zur austromarxistischen – spannt“, hält Brigitte Aulenbacher fest.

Termine

  • 11.04.2018, 19-21.00 Uhr, Wissensturm Roundtable-Gespräch mit Frieder Otto Wolf, Stefanie Hürtgen, Katharina Hajek „Ein Gespenst geht (wieder) um… - Karl Marx im 21. Jahrhundert”
  • 18.04.2018, 19-21.00 Uhr, Wissensturm Shirin Rai “Reimagining the State: feminist, marxist and postcolonial perspectives”
  • 25.04.2018, 19-21.00 Uhr, Wissensturm Klaus Dörre „Landnahme: Marx und die Grenzen kapitalistischer Expansion“
    In Kooperation mit dem VÖGB – Verband Österreichischer Gewerkschaftli-cher Bildung
  • 02.05.2018, 19-21.00 Uhr, Wissensturm Michael Krätke „Austromarxismus und politische Ökonomie“
  • 16.05.2018, 19-21.00 Uhr, Wissensturm Bob Jessop: “Reading Marx for insights into 21st century capitalism”
  • 20.06.2018, 12-13.30 Uhr, JKU, K269D Thomas Sablowski “Entwicklungstendenzen und Krisen des Kapitalismus nach Marx“

Ausstellungseröffnung „200 Jahre Karl Marx …die Welt verändern“

Zusätzlich zur Vortragsreihe wird es auch eine Ausstellung geben. Diese gibt einen Einblick in das Phänomen Marx – geboren am 5. Mai 1818 – und seine Zeit und regt zur Beschäftigung mit den Themen, Gedanken und Theorien von Karl Marx an. Die Ausstellungseröffnung „200 Jahre Karl Marx …die Welt verändern“ findet am Mittwoch, 11. April 2018, um 18:30 Uhr im Foyer des Wissensturms statt. Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger, Univ.-Prof.in Dr.in Brigitte Aulenbacher und Mag. Harald Wildfellner sprechen zur Ausstellung.

Der Folder zur Veranstaltungsreihe ist unter folgendem Link verfügbar: https://www.jku.at/soz/content/e94923/e330769/e347988/HP_MarxreiheProgrammJKUWissensturm_2018_ger.pdf?preview

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bildungsreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger, Univ.-Prof.in Dr.in Brigitte Aulenbacher (Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalyse, JKU), Assoz.Univ.-Prof. Mag. Dr. Roland Atzmüller (Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen, JKU) sowie Mag. Harald Wildfellner (Institut für Angewandte Entwicklungspolitik) zum Thema „Karl Marx im 21. Jahrhundert: International besetzte Vortragsreihe sowie Ausstellung zum Phänomen Karl Marx in der Volkshochschule Linz“)

Weitere GesprächspartnerInnen:
Dr. Julius Stieber, Kulturdirektor der Stadt Linz
Mag.a Katja Fischer, Leiterin des Fachreferats für Gesellschaft und Politik, VHS

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