Presseaussendung vom: 24.05.2018 |

Eine Eröffnung – zwei Ausstellungen Eine Eröffnung – zwei Ausstellungen - Vom Barock bis ins Heute - 300 Jahre Bergschlößlpark - Begonien – Schönheiten in Blatt & Blüte

Grünräume sind vor allem für die Lebensqualität in der Stadt enorm wichtig: Pflanzen erzeugen Sauerstoff, filtern Staub, schlucken Lärm, verdunsten Wasser, darüber hinaus sind Bäume begehrte Schattenspender. Die Landeshauptstadt Linz verfügt über einen 50prozentigen Grünanteil, mit dem sehr sorgsam umgegangen wird. Darunter befinden sich auch Grünanlagen, die seit Jahrhunderten bestehen. Der Bergschlößlpark ist eine dieser geschichtsträchtigen Grünoasen. Die idyllische Anlage feiert in diesem Jahr den 300. Geburtstag. Aus diesem Anlass widmet der Botanische Garten dem „grünen Jubilar“ eine eigene Ausstellung. „Linzerinnen und Linzer halten sich gerne in dem wunderschönen Park auf und genießen die gepflegte Anlage. Das war Generationen vor uns nicht möglich, denn das Areal durchlebte eine bewegte Geschichte. DIin Barbara Veitl befasste sich eingehend mit der Entwicklung des Bergschlößlparks und gestaltete dazu die Ausstellung, die am Freitag im Botanischen Garten eröffnet wird“, erläutert Grünreferent Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier. Der Bergschlößlpark ist der erste botanisch-ökonomisch genutzte Garten in Linz. Neben Zierpflanzen enthielt der Park auch Nutzpflanzen. Auch das Schloss Auhof verfügte bereits in der Barockzeit über einen Botanischen Garten. Der beim Bergschlößl erreichte aber überregionalen Ruf und wurde häufig von Reisenden besucht.

Unbekannt, 1825 – 1850, NORDICO Stadtmuseum Linz, Inv.Nr. T 2.798

Unbekannt, 1825 – 1850, NORDICO Stadtmuseum Linz, Inv.Nr. T 2.798

300 Jahre Bergschlößlpark – mehr als 2,5 Hektar idyllische, natürliche Naherholungsoase mitten in der Stadt

Im Laufe der 300-jährigen Geschichte und durch die vielen verschiedenen Besitzer des Bergschlößls, veränderte der zirka 24.600 Quadratmeter große Park immer wieder sein Gesicht. Heute ist er eine idyllisch-natürliche Oase unweit des Zentrums und ein für alle öffentlich zugänglicher Park.

Die Ausstellung im Botanischen Garten, gestaltet von DIin Barbara Veitl, gibt einen Einblick in die Geschichte des Bergschlößls und die Entwicklung der Parkanlage. Auf acht Tafeln erfahren die Besucherinnen und Besucher viel Wissenswertes. Zahlreiche Bilder lassen die Geschichte lebendig werden.

Bergschlößl in den 1940-er Jahren

Bergschlößl in den 1940-er Jahren

Bewegte Geschichte des Parks

Das Bergschlößl wurde in den Jahren 1717/1718 von Johann Michael Prunner für die Bauherren Jakob und Maria Elisabeth Mäderer von Ehrenreichscron errichtet.

1777 kauften die Jesuiten das Anwesen. Sie betrieben im heutigen Stadtmuseum Nordico eine Schule, das Nordische Stift. Ignaz Schiffermüller, ein angesehener Naturwissenschaftler seiner Zeit, legte im Park den ersten botanisch-ökonomischen Garten in Linz an. Der Garten wurde schnell bekannt und für seine Pflanzenvielfalt viel gelobt. Doch schon 1787 schloss Kaiser Joseph II. den Orden. Das Bergschlößl wurde versteigert. Ein Landwirt kaufte es, rodete Teile des Botanischen Gartens, verkaufte Parzellen und legte Äcker an.

Im folgenden Jahrhundert ging das Anwesen durch die Hände vieler verschiedener Besitzer. 1902 kaufte der Industrielle Robert Weingärtner das Bergschlößl, ließ es modernisieren und den Park im Stil der Zeit ausstatten. Später überstieg der Erhaltungsaufwand die Möglichkeiten der Besitzer und 1986 kaufte die Stadt Linz das Bergschlößl.

Ein Brand im Mai 1987 richtete großen Schaden an, doch die Stadt Linz entschied sich dazu, das Schlößl zu renovieren. Das damalige Gartenamt stellte auf dem verwilderten Areal mit viel Engagement und Fachwissen den Park in Anlehnung an den einstigen botanisch-ökonomischen Garten wieder her. Ein Wegenetz und schöne Staudenbeete wurden angelegt und seltene Gehölze neu gepflanzt.

Nach umfassenden Renovierungsarbeiten von 1992 bis 1998 wird das Bergschlößl seit 1999 vom Design Center als Veranstaltungszentrum geführt und beherbergt die zur Johannes Kepler Universität gehörige LIMAK Business Management School.

Parkpflegewerk

2005 erstellte die Landschaftsarchitektin DIin Elisabeth Lehner ein Parkpflegewerk als Grundlage für die weitere Entwicklung. Sie erstellte es im Auftrag der Stadtgärten und des Bundesdenkmalamtes, Abteilung Historische Gärten. Das Bundesdenkmalamt beteiligte sich an den Kosten zu 50 Prozent, was den Wert und die Bedeutung der Parkanlage unterstreicht.

Parkpflegewerke beleuchten die Entstehungsgeschichte und sind  ein wesentliches Instrument der Gartendenkmalpflege. Sie bestehen aus einer Analyse und Dokumentation historischer Grünanlagen und enthalten die Maßnahmen für eine langfristig vorausschauende Pflege, Erhaltung und Restaurierung. Zweck eines Parkpflegewerks ist es unter allen Beteiligten ein verbindliches Programm für die Pflege, Unterhaltung oder Umgestaltung einer Gartenanlage zu erzielen, um ihren Denkmalwert nachhaltig zu sichern.

Prächtiger Baumbestand

Im Park stehen prächtige Bäume: eine große Platane, ein alter Tulpenbaum aus dem 19. Jahrhundert und schöne alte Kastanien. Auch das damalige Gartenamt hat seltene Bäume eingebracht: Japanischer Kuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum) , Gelbholz (Cladrastis lutea), Bitterorange (Poncirus trifoliata), Fächerahorn, Magnolienarten, Immergrüne Magnolie (Magniolia grandiflora) sehr selten. Weiters Perückenstrauch (Cotinus coggygria in Rot und Gold), Zimtahorn (Acer griseum), Schlangenhautahorn (Acer capillipes), Amerikanische Schwarznuss (Juglans nigra), Etagenhartriegel (Cornus controversa), diverse Hartriegelsträucher (Cornus), Hamamelissträucher (Hamamelis ssp.).

Begonien - Unermüdliche Blüher mit dekorativen Blättern

Begonien gehören zu den beliebtesten Zimmer- und Balkonpflanzen. Kein Wunder, denn viele Begonien sind unermüdliche Blüher und bestechen durch ihre dekorativen Blätter. Die Ausstellung im Botanischen Garten vermittelt einen Eindruck über den Artenreichtum, die Vielgestaltigkeit und Schönheit dieser Pflanzengruppe.

Die Familie der Begoniengewächse (Begoniaceae) ist artenreich. Alleine innerhalb der Gattung Begonia sind zirka 1.400 verschiedene wild vorkom-mende Arten bekannt. Der Schwerpunkt liegt in Südamerika, es gibt aber auch Begonien-Arten, die in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas und Asiens vorkommen. Die meisten besiedeln als schattenliebende Bodenpflanzen Wälder, wo sie in den Anden bis in Höhenlagen von 4.000 Metern vorkommen können.

Der Name geht auf Michel Bégon (1638 – 1710) zurück, einem französischen Marineoffizier, der ein Wegbegleiter des berühmten französischen Botanikers Charles Plumier war. Die deutsche Bezeichnung „Schiefblatt“ leitet sich von den asymmetrischen Blättern ab, deren Mittelrippe das Blatt in zwei ungleiche Hälften teilt.

Die Pflanzen sind einhäusig, das heißt es befinden sich männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze, die in Trugdolden in den Blattachseln stehen. Die männlichen Blüten haben zwei äußere und zwei innere Blütenblätter, die weiblichen jedoch meist fünf mit einem unterständigen Fruchtknoten.

Üblicherweise werden Blatt- und Blütenbegonien unterschieden, wobei es innerhalb jeder Gruppe zahlreiche Unterteilungen gibt.

Ausstellungseröffnung:
Freitag, 25. Mai 2018, um 18 Uhr
26. Mai – 7. Oktober 2018

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz zu den neuen Ausstellungen im Botanischen Garten: „300 Jahre Bergschlößlpark“ und „Begonien - Schönheiten in Blatt & Blüte“ mit Grünreferent Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier, DIin Barbara Veitl (Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung) und Dr. Friedrich Schwarz (Leiter Botanischer Garten und Naturkundliche Station))

Botanischer Garten

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