Presseaussendung vom: 11.09.2018

Einsatz für Sanfte Mobilität Einsatz für Sanfte Mobilität

Die Stadt Linz setzt seit beinahe 20 Jahren Schwerpunkte für einen Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes. Mit knapp 25 Prozent hat die Stadt unter allen Landeshauptstädten nachweislich den höchsten Anteil des Öffentlichen Verkehrs am Verkehrsaufkommen. Der Ausbau der Infrastruktur durch die Linz Linien und attraktive Tarifangebote tragen zu diesem Erfolg bei. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2000 rund 580 Millionen Euro in diesen Ausbau investiert.

„Seit Jahren setzen wir uns mit nachhaltiger Verkehrspolitik auseinander. Wesentlicher Bestandteil sind Strategien und Maßnahmen, die den Anteil der als nachhaltig, umweltschonend sowie sozial verträglich geltenden Fortbewegungsarten weiter erhöhen“, so Bürgermeister Klaus Luger. „Für mich ist dabei der Ausbau des öffentlichen Verkehrs unumgänglich. In den vergangenen 18 Jahren haben wir rund 580 Millionen Euro in den Ausbau investiert. Dabei setzen wir prägende Akzente und treiben nachhaltige Planungen für die zukünftige Entwicklung des Verkehrs im Zentralraum voran“, betont Bürgermeister Luger. 

Jede vierte Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Mit 24 Prozent weist in Linz der öffentliche Personen-Nahverkehr (mit Ausnahme von Wien) den höchsten Anteil am Gesamtverkehr österreichweit auf. Wien hat aufgrund des U-Bahn-Betriebs einen atypischen ÖV-Anteil und kann daher nicht zu Vergleichszwecken herangezogen werden.

Das bedeutet, dass die Linzerinnen und Linzer im Vergleich der Landeshauptstädte vermehrt Straßenbahn und Bus für Fahrten im Nahgebiet verwenden.

Ständige Attraktivierung ist notwendig

Eine wesentliche Rolle für die Akzeptanz des öffentlichen Verkehrs spielt der ständige Ausbau des Streckennetzes, z. B. in neu entstandene Wohngebiete wie etwa die solarCity. Auch eine rasche Verbindung zu den Umlandgemeinden wird immer wichtiger, um die Verkehrsproblematik im Individualverkehr zu entschärfen. Als jüngstes Beispiel dafür gilt die Verlängerung der Straßenbahn nach Traun.

Linz Linien befördern etwa 300.000 Personen täglich

Mehr als 300.000 Fahrgäste nutzen täglich die Linzer Straßenbahnen und Busse und damit das Angebot der Linzer Linien. Dabei zählen die vier Linzer Straßenbahnlinien mit täglich rund 180.000 Fährgästen zu den am meisten genutzten Linien in Österreich.

Die Linzer Öffis sind beliebt wie nie zuvor und verzeichneten im Geschäftsjahr 2017 erneut einen Fahrgastrekord. Über 112 Millionen Fahrgäste nutzten die Verkehrsmittel der Linz Linien. Das entspricht einer Fahrgaststeigerung von rund 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Linie 1 mit den meisten Fahrgästen

23,5 Millionen Personen fuhren im Geschäftsjahr 2017 mit der Straßenbahnlinie 1 (Universität bis Auwiesen) und machten diese damit zur Linie mit den meisten Fahrgästen. Auf der Linie 2 (Strecke: Johannes Kepler Universität Auhof in die solar City)  wurden 22,7 Millionen Fahrgäste verzeichnet, die Linie 3 (Strecke: Landgutstraße Urfahr bis zur Trauner Kreuzung) nutzten rund 8,5 Millionen Fahrgäste und die Linie 4 (Strecke: Landgutstraße Urfahr bis zum Schloss Traun) 10,1 Millionen Fahrgäste.

210 Kilometer Liniennetz

Seit der Betriebsaufnahme der noch von Pferden gezogenen Straßenbahn am 1. Juli 1880 und der Aufnahme des elektrischen Betriebes am 31. Juli 1897, als die Straßenbahn vom Hauptbahnhof bis zur Remise nach Urfahr fuhr, hat sich im öffentlichen Verkehr in Linz viel geändert.

Auf insgesamt 34 Linien sind in der Hauptverkehrszeit 50 Straßenbahnen, 73 Gasbusse, 18 Obusse und 2 Bergbahnen sowie 11 Stadtteillinienbusse im Einsatz. Heute umfasst das Linz-Linien-Netz 4 Straßenbahn-, 25 Autobus-, 4 Obus- und eine Bergbahnlinie. Der moderne Fuhrpark zählt derzeit 175 Fahrzeuge, die alle – ausgenommen die drei revitalisierten Bergbahnwagen – Niederflurfahrzeuge sind.

Das Liniennetz wurde kontinuierlich erweitert und entspricht mit 210 Kilometern Länge etwa der Strecke von Linz nach Graz.

Entwicklung des LINZ AG LINIEN-Streckennetzes (in Kilometer)

580 Millionen Euro seit 2000

30 Millionen Euro jährlich für Investitionen in ÖV

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs war und ist mit hohen Investitionskosten verbunden. Seit dem Jahr 2000 wurden insgesamt etwa 580 Millionen Euro in den Ausbau und in die Attraktivierung des ÖV in Linz investiert. Das entspricht einer durchschnittlichen Investitionssumme von 30 Millionen Euro jährlich.

Die wichtigsten Projekte im Überblick

Sieben große Investitionen

  • Straßenbahnverlängerung Ebelsberg
    Von der bereits bestehenden Straßenbahnlinie 1 wurde im Bereich der Kreuzung Wiener Straße/Simonystraße die neue 3,6 Kilometer lange Trasse bis zum Ebelsberger Schlossweg als selbständiger Bahnkörper ausgeführt. Der Spatenstich erfolgt im August 1999, der Abschluss der Bauarbeiten im Oktober 2001 und die offizielle Eröffnung im April 2002.
    Die Finanzierung der Baumaßnahmen und Grundeinlösungen trugen zu je 50 Prozent das Verkehrsressort des Landes Oberösterreich und die Stadt Linz. Die Kosten für die Fahrzeuge übernahmen je zur Hälfte das Verkehrsressort des Landes Oberösterreich und die Linz AG.
  • Straßenbahnunterfahrung Hauptbahnhof
    Im Rahmen der Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof errichteten die Linz Linien die Straßenbahnunterfahrung für die Linien 1, 2 und 3. Die 1,9 Kilometer lange Tunnelstrecke ermöglicht eine umsteigefreie Verbindung zum Linzer Bahnhof für alle Linien. Nach dem Baubeginn im Juli 2001 wurde die Straßenbahnunterfahrung im September 2004 - drei Monate vor der Eröffnung der Nahverkehrsdrehscheibe - in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten in Höhe von rund 83 Mio. Euro trugen zu je 50 Prozent  das Land Oberösterreich und die Stadt Linz.
  • Straßenbahnverlängerung zur solarCity
    Im September 2005 wurde der zweite Streckenabschnitt der Straßenbahnlinie 2 von der ehemaligen Endhaltestelle Hillerstraße bis zur solarCity in Betrieb genommen. Die 2,3 Kilometer lange Trasse mit vier Haltestellen wurde durch das Land Oberösterreich und die Stadt Linz jeweils zur Hälfte finanziert (12 Millionen Euro).
  • Revitalisierung und Verlängerung der Pöstlingbergbahn
    Am 29. Mai 2009, ihrem 111. Geburtstag, nahm die revitalisierte Pöstlingbergbahn nach einer Bauzeit von nur 14 Monaten wieder den Betrieb auf. Vier neue Bergbahnen und drei erneuerte Fahrzeuge im Nostalgie-Design verkehren nun im Mischbetrieb zwischen der neuen Endhaltestelle am Hauptplatz und dem Pöstlingberg. Für die Neugestaltung der Pöstlingbergbahn wurden 35 Millionen Euro ausgegeben. Wegen der touristischen Bedeutung und der Zielsetzung, den gesamten ÖV in Linz behindertengerecht zu gestalten, förderten das Verkehrsressort des Landes Oberösterreich und die Stadt Linz das Projekt mit je 10 Millionen Euro.
  • Straßenbahnverlängerung Harter Plateau
    Im Februar 2009 wurde mit dem Bau der Verlängerung der Linie 3 vom Hauptbahnhof bis zum Harter Plateau begonnen, die im August 2011 in Betrieb ging. Mit der Linienführung bis Leonding überwand das Straßenbahnnetz erstmals die Linzer Stadtgrenze. Die Errichtungskosten in Höhe von rd. 150 Mio. Euro wurden vom Land Oberösterreich und der Stadt Leonding im Verhältnis 80:20 getragen.
  • Fuhrparkerneuerung
    Seit 2000 wurden Cityrunner und Gasbusse angekauft. 2019 wird die Lieferung der neuen Doppelgelenk-Obusse abgeschlossen sein. In die Qualitätsverbesserung flossen bislang 260 Millionen Euro.
  • Fahrscheinautomaten (FSA)
    Die neuen Fahrscheinautomaten bieten viele Vorteile für die Fahrgäste, zum Beispiel Touchscreen-Oberfläche, Wechselfunktion, bargeldlose Zahlung (Bankomat, Kreditkarte und NFC) usw. Insgesamt sind etwa 450 Fahrscheinautomaten im Linz Linien Netz. Dafür stehen 15 Millionen Euro zur Verfügung.

Laufende Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs

Kundenfreundliche Neuerungen wie das LIBE (Linzer Beschleunigungsprogramm) für Straßenbahnen und Busse sowie WLAN in allen Straßenbahnen (seit dem Jahr 2013), das Umweltticket und die Ganzjahreskarte um nur 285 Euro (ebenfalls seit 2013) haben zur Beliebtheit des Öffentlichen Verkehrs in Linz beigetragen. 

Aktivpass-Monatsticket

Vor allem die Möglichkeit für AktivpassinhaberInnen, das öffentliche Verkehrsnetz der Linz Linien vergünstigt zu nutzen, ist einmalig. Kein Wunder, dass in den vergangenen zehn Jahren bereits mehr als drei Millionen dieser Aktivpass-Monatstickets verkauft wurden. Im vergangenen Jahr wurden 350.000 dieser Aktivpass-Monatstickets abgegeben.

Umweltticket

Ein weiterer Tarifhit ist das Umweltticket. Alle Personen mit Hauptwohnsitz in Linz zahlen für diese kostengünstige Jahresnetzkarte nur 285 Euro. Der  reguläre Preis läge aktuell bei 444 Euro. Die Stadt Linz steuert also 159 Euro pro Fahrkarte bei. Derzeit sind 12.500 Umwelttickets im Umlauf, um 1.300 mehr als im Vorjahr. In Summe beträgt die finanzielle Unterstützung seitens der Stadt für das Umweltticket jährlich etwa 2 Millionen Euro.

Jobticket

Ein gelungenes Beispiel für die Kombination sanfter mit kostengünstiger Mobilität stellt das so genannte Jobticket dar. Es funktioniert folgendermaßen: Zahlt ein Linzer Unternehmen pro Monat und MitarbeiterIn zwei Euro an die Linz AG, können die Beschäftigten dieses Betriebes die Jahreskarte der Linz Linien um rund 40 Prozent ermäßigt erwerben. Etwa 230 Unternehmen haben eine Jobticket-Vereinbarung mit der Linz AG. Das Jobticket wird aktuell von zirka 2.500 Personen genutzt.

Linzer Beschleunigungsprogramm – Vorfahrt für Bus und Straßenbahn

Im Rahmen des Linzer Beschleunigungsprogramms (LIBE) wurden seit 1995 durch die Beeinflussung der Ampelanlagen Möglichkeiten der Fahrzeitverkürzung für Busse und die Straßenbahn umgesetzt. Ebenso wurden zusätzliche Busspuren eingerichtet und Abfahrtsintervalle verdichtet. Neben der Fahrtzeitverkürzung erfolgte die Einführung der Digitalen Fahrgastinformation (DFI). Diese gibt an Haltestellen die Abfahrtszeiten der nächsten Linien an; dabei können auch Sondermeldungen (Störungen, Verzögerungen, erwartete Umleitungen, etc.) angezeigt werden.

Planungen für 2. Straßenbahnachse

Einen wesentlichen Punkt bei den Intentionen zum weiteren Ausbau des Nahverkehrs bildet die Detailplanung für die 2. Schienenachse, verbunden mit dem Neubau der Eisenbahnbrücke. Von der LINZ AG wurde die Streckenführung für die 2. Schienenachse zwischen der Linken Brückenstraße in Urfahr und dem Bulgariplatz mit einer Länge von etwa 4,7 Kilometern mit 9 Haltestellen projektiert. Damit soll künftig der Osten von Linz für die Straßenbahn erschlossen und eine wesentliche Ergänzung zur bestehenden Straßenbahnführung geschaffen werden. Für Errichtung und Planung ist mit insgesamt etwa 280 Millionen Euro zu rechnen (ohne Eisenbahnbrücke).

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger zum Thema „Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und der sanften Mobilität in Linz“)

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