Presseaussendung vom: 17.10.2018 |

Die Linzerinnen und Linzer rauchen weniger (Foto) Ergebnisse der Gesundheitsbefragung

Mehr als 2.000 Teilnehmende an der Online-Befragung

Das Gesundheitsbewusstsein der Linzer Bevölkerung hat sich verbessert. Die gesundheitliche Situation der Linzerinnen und Linzer ist nach wie vor sehr gut, wenngleich es Unterschiede nach sozialen Faktoren gibt. Das brachten die Ergebnisse der Linzer Gesundheitsumfrage, die im Auftrag von Vizebürgermeister Wimmer vom Institut für Gesundheitsplanung durchgeführt wurde. Dazu erhielt im August jeder Haushalt per Post den Zugangscode für die Onlinebefragung. Jenes Familienmitglied, das als nächstes Geburtstag hat, sollte den Fragebogen ausfüllen. Dadurch ergibt sich eine gute Durchmischung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 2.024 vollständig ausgefüllte Fragebögen konnten für die Auswertung herangezogen werden. Neben Erkrankungen waren auch unterschiedliche Einflussfaktoren auf die Gesundheit gefragt, wie zum Beispiel die individuellen Verhaltensweisen oder die Zufriedenheit mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen. „Ich bedanke mich bei allen Linzerinnen und Linzern, die sich die Zeit genommen und den Fragebogen ausgefüllt haben. Als Gesundheitsreferent der Stadt Linz liegt mir eine nachhaltige Gesundheitspolitik sehr am Herzen. Um eine bürgernahe Gesundheitsversorgung auch in Zukunft sicher zu stellen, ist es wichtig, den Bedarf zu kennen. Mit der Teilnahme an der aktuellen Befragung haben Sie dazu einen wichtigen Beitrag geleistet“, schätzt Vizebürgermeister Detlef Wimmer die aktive Mithilfe.

Mehr als 70 Prozent beurteilen ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut

Insgesamt beurteilen 21 Prozent der antwortenden Linzerinnen und Linzer ihren Gesundheitszustand als sehr gut, 51 Prozent als gut, 23 Prozent als mittelmäßig und 5 Prozent als schlecht oder sehr schlecht.

Eine wesentliche Einflussgröße auf den Gesundheitszustand ist neben dem Alter das Einkommen: Nur etwas mehr als die Hälfte jener, die ein Pro-Kopf-Einkommen von unter 500 Euro zur Verfügung haben, beurteilen den eigenen Gesundheitszustand sehr gut oder gut. Bei den Linzerinnen und Linzern, die pro Kopf ein Einkommen von mehr als 2.000 Euro zur Verfügung haben, steigt dieser Wert deutlich auf 80 Prozent an. Dazu Mag. Markus Peböck vom Institut für Gesundheitsplanung: „Wir kennen diese Ergebnisse auch schon aus anderen Umfragen: Wer weniger Geld zur Verfügung hat, ist auch weniger gesund.“

Das Gesundheitsbewusstsein der Linzerinnen und Linzer verbessert sich

Im Vergleich zu den letzten Gesundheitsumfragen hat sich das Gesundheitsbewusstsein bei den Linzerinnen und Linzern in einigen Bereichen verbessert.

Die Anzahl jener, die täglich rauchen, ist von 24 auf 19 Prozent gesunken. Ein nicht sehr erfreuliches Ergebnis der Umfragen der vergangenen Jahre konnte deutlich verbessert werden: bei der ersten Umfrage 2006 gaben noch 24 Prozent an, dass in der Wohnung geraucht wird. Dieser Wert ist stark gesunken und aktuell sind dies nur mehr acht Prozent. Dazu Geschäftsführer Peböck: "Es ist sehr erfreulich, dass in diesem Bereich offensichtlich ein Bewusstseinswandel über die Gefährlichkeit von Passivrauch stattgefunden hat."

Die sportliche Betätigung ist in etwa gleich geblieben: Etwas mehr als 70 Prozent der Befragten betreiben zumindest einmal in der Woche Sport.

Wie in vielen anderen Bereichen zeigen sich hier Unterschiede hinsichtlich des Bildungsabschlusses: Zirka 60 Prozent der Befragten mit Pflichtschulabschluss, aber 80 Prozent jener mit Universitäts- oder FH-Abschluss betätigen sich mindestens einmal pro Woche sportlich.

Zufriedenheit mit der Wohnsituation ist sehr hoch

Wenn man Gesundheit umfassend betrachtet, so spielen dafür auch die Zufriedenheit mit der Wohnsituation und der Wohnumgebung eine wichtige Rolle. In beiden Bereichen konnte das ohnehin schon gute Ergebnis der letzten Umfrage in Linz gehalten werden: Nahezu drei Viertel der Linzerinnen und Linzer sind mit ihrer Wohnumgebung (sehr) zufrieden, die Zufriedenheit mit der Wohnsituation liegt bei erstaunlichen 87 Prozent.

„Die Ergebnisse der Gesundheitsumfrage dienen unter anderem als Wegweiser für die zukünftige Entscheidungen im Gesundheitswesen, damit die Versorgung dem Bedarf entspricht“, erklärt Vizebürgermeister Wimmer.

Die häufigsten gesundheitlichen Belastungen: Erkrankungen des Bewegungsapparates, Allergien und Bluthochdruck

Die häufigsten chronischen Krankheiten der Linzerinnen und Linzer sind jene des Bewegungsapparates (Schäden der Wirbelsäule mit 36 Prozent und Erkrankungen der Gelenke mit 26 Prozent). Allergien treten genauso häufig auf wie Schäden der Wirbelsäule. Auch Probleme mit Migräne/Kopfschmerzen (23 Prozent) und zu hohem Blutdruck (22 Prozent) kommen unter den Linzerinnen und Linzern sehr häufig vor. Bei fast allen diesen Erkrankungen sind mehr Frauen betroffen als Männer.

Auch bei den Beschwerden, die das Wohlbefinden beeinträchtigen, liegen Rücken- bzw. Kreuzschmerzen mit 41 Prozent voran.

Die psychische Gesundheit hängt von der finanziellen Situation ab

Zum psychischen Wohlbefinden wurde in den Fragebogen eine eigene Fragebatterie eingebaut. Es handelt sich dabei um fünf standardisierte und von der WHO publizierte Fragen. Demnach wurde bei zirka 33 Prozent der Befragten ein Hinweis auf eine Einschränkung des psychischen Wohlbefindens festgestellt. Hier zeigt sich ein starker Zusammenhang mit der finanziellen Situation der Befragten: Während 46 Prozent der Personen mit einem Einkommen bis 1.000 Euro ein eingeschränktes psychisches Wohlbefinden aufweisen, sind dies bei Personen mit einem Pro-Kopf-Einkommen von über 2.000 Euro nur 26 Prozent.

Interessant ist auch der Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit dem sozialen Umfeld und dem psychischen Wohlbefinden: Mehr als 70 Prozent jener, die mit dem sozialen Umfeld unzufrieden sind, haben auch ein eingeschränktes psychisches Wohlbefinden, bei den Zufriedenen sind dies nur 29 Prozent.

„Die vorliegende Umfrage", so Vizebürgermeister Wimmer, „zeigt einmal mehr, dass Gesundheit ein sehr vielschichtiges Thema ist. Als Gesundheitsreferent ist mir vor allem auch die Prävention wichtig. Die Themen Ernährung und Bewegung werden mit verschiedenen Programmen den Schulkindern näher gebracht, Jugendliche folgen regelmäßig den Einladungen zum Jugendgesundheitstag. Wir wollen mit den unterschiedlichen Angeboten bereits den jungen Menschen das Bewusstsein und das grundlegende Wissen für einen gesunden Lebensstil vermitteln“, so der Gesundheitsreferent weiter.

Linzer Gesundheitsziele bis 2020

Bereits im Jahr 2012 hat der Linzer Gemeinderat die neuen Gesundheitsziele der Stadt bis 2020 beschlossen. Gemeinsam mit dem Institut für Gesundheitsplanung wurden diese Ziele in einem mehrstufigen Prozess erarbeitet. Als Ansatzpunkte gelten sowohl verschiedene Lebenswelten (Schule, Arbeitsplatz) als auch konkrete Bevölkerungsgruppen (Kinder, Jugendliche, Seniorinnen und Senioren). Mit den Gesundheitszielen wurden die gemeinsamen Schwerpunkte aller bedeutenden Akteure des Gesundheitswesens in der Prävention und der Gesundheitsförderung für die nächsten Jahre festgelegt. Auf ein gemeinsames Wahrnehmen der gesundheitspolitischen Verantwortung durch verschiedenste Akteure und Institutionen wurde besonders Wert gelegt. „Unser wichtigstes Ziel im Gesundheitsbereich ist es, die Gesundheit der Linzerinnen und Linzer messbar zu verbessern“, so Vizebürgermeister Wimmer.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz  mit Gesundheitsreferent Vizebürgermeister Detlef Wimmer und Mag. Markus Peböck (Institut für Gesundheitsplanung) zum Thema „Ergebnisse der Linzer Gesundheitsbefragung“)

Gesund in Linz  

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