Presseaussendung vom: 18.10.2018

Altersgerechtes Wohnen in Linz stark gefragt Bereits 668 Wohnungen an 25 Standorten

44 Wohnungen 2018 bezogen, weitere 36 in Bau

Die Wohnform des altersgerechten Wohnens ist speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet. Neben barrierefreiem Wohnraum steht vor allem das selbständige Leben für die Bewohnerinnen und Bewohner in den eigenen vier Wänden im Vordergrund – eine unterstützende Betreuung erfolgt nur so weit wie notwendig und gewünscht.

Vom Land wird die Errichtung altersgerechter Wohnanlagen (früher betreubares Wohnen) nach der Novellierung der Wohnbauförderung 2013 wieder gefördert. In Linz liegt die Zahl der fertiggestellten Einheiten bei mittlerweile 668 Wohnungen für Seniorinnen und Senioren. Sie sind an insgesamt 25 Standorten über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

„Linz bietet mit den knapp 700 altersgerechten Wohnungen für Seniorinnen und Senioren ein großes Angebot, um auch im höheren Alter selbständig und sicher in einer eigenen Wohnung leben zu können. Da diese Wohnanlagen immer mehrere umfassen, bietet diese Wohnform auch einen idealen Schutz gegen die Vereinsamung“, zeigt sich SeniorInnenreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing von den Vorteilen dieser Wohnform überzeugt.

Bedarfs- und Entwicklungsplan übererfüllt

Der Bedarfs- und Entwicklungsplan des Landes sieht für Linz insgesamt 615 altersgerechte Wohneinheiten vor. Mit den kürzlich fertiggestellten Neubauten hat sich diese Zahl auf 668 erhöht. Die vorgeschriebene Wohnungsanzahl für Seniorinnen und Senioren werden damit weit übertroffen.

Vielfältige Vorteile des altersgerechten Wohnens

Die „ältere Generation“ von heute ist – nicht zuletzt durch die steigende Lebenserwartung – in vielen Belangen mobiler als in den vergangenen Jahrzehnten. Sie ist zudem häufig imstande, ihren Haushalt noch selbst zu führen. Die Unterbringung in stationären Einrichtungen erfolgt daher viel später als in der Vergangenheit.

Seniorinnen und Senioren sollten jedoch die Sicherheit haben, dass im Notfall Pflegedienste zur Stelle sind. Genau in diesem Bereich setzt das Angebot für altersgerechtes Wohnen an.

Das altersgerechte Wohnen bietet zahlreiche Vorteile:

  • Man verbleibt meist im gewohnten Umfeld bzw. Stadtviertel; bestehende soziale Kontakte gehen nicht verloren
  • Man lebt in einer eigenen Wohnung – die Privatsphäre bleibt gewahrt
  • Die Selbstbestimmtheit bleibt erhalten
  • Aktive Lebensgestaltung: selbständige, sinnerfüllte Tagesgestaltung und eigenständige Lebensführung
  • Unterstützung und Betreuung für individuelle Bedürfnisse
  • Pflege im Bedarfsfall: Zusammenarbeit mit örtlichen mobilen Diensten
  • Altersgerechtes Wohnen bietet Sicherheit und ist zudem schon allein auf Grund der überschaubaren Wohnungsgrößen kostengünstig und somit gut leistbar
  • Es besteht die Möglichkeit der Tagesbetreuung

Die Errichtung von altersgerechten Wohnungen in Linz erfolgte bzw. erfolgt vor allem an möglichst zentralen Standorten, bei denen eine gewisse Nähe zu Pflegestützpunkten und Hilfseinrichtungen bzw. auch zu Nahversorgern gegeben ist. Auch eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist für die Standortwahl wichtig.

Beratung durch Sozialberatungsstellen „Kompass“

Die Beratung über die zur Verfügung stehenden Standorte und die laufenden Projekte des altersgerechten Wohnens in Linz erfolgt im Rahmen von Informationen über regionale Hilfsangebote (wie mobile Betreuung und Hilfe, Beratung und bei Bedarf Anmeldung für Linzer SeniorInnenheime etc.) hauptsächlich über die Linzer Sozialberatung Kompass mit ihren vier Außenstellen (Nord, Ost, Süd und Auwiesen). Kompass informiert auch über alle Anbieterinnen des altersgerechten Wohnens (Wohnbauträger, Caritas, Kreuzschwestern, Diakoniewerk,…) und Hilfsorganisationen für mobile Dienste. Auch die Broschüre „Linz für SeniorInnen“, die im BürgerInnen-Service und in den Stadtbibliotheken erhältlich ist, listet alle Standorte und Angebote mit Kontaktadressen auf.

Die Anmeldung für altersgerechte Wohnungen erfolgt eigenständig über den jeweiligen Bauträger bzw. freien Träger.

„Die über die Stadt gleichmäßig verteilten Standorte, die Bauweise sowie die Ausstattung der altersgerechten Wohnungen orientieren sich an den Bedürfnissen der älteren Menschen. Sie bieten eine attraktive und leistbare Ergänzung zu den SeniorInnenzentren“, sieht Vizebürgermeisterin Karin Hörzing in dieser Wohnform eine wichtige Alternative zu stationären Einrichtungen.

Altersgerechtes Wohnen in Linz auf einen Blick

Das Angebot an altersgerechtem Wohnen wurde seit dem Jahr 2000 (Ebelsberg/Sennweg) kontinuierlich ausgebaut, ist nun flächendeckend und umfasst bereits 25 Standorte in allen Stadtteilen. Die größte Anbieterin an Wohneinheiten ist die GWG Linz mit insgesamt 287 Wohnungen, gefolgt von der Baureform Wohnstätte mit 74. Die WAG und die Caritas liegen mit 55 und 54 Wohnungen fast gleichauf.

Standorte Altersgerechtes Wohnen, Magistrat Linz, Stadtforschung

Fertiggestellte Projekte:

Aktuell in Bau:

Sieben Anbieterinnen und Anbieter mobiler Dienste

In den altersgerechten Wohnungen werden mobile Dienste durch die Volkshilfe, die Caritas, den Arbeiter-Samariterbund, das Rote Kreuz, das Oberösterreichische Hilfswerk, die Evangelische Diakonie und den Verein Miteinander angeboten.

„Von entsprechenden Angeboten profitieren beide: die ältere Generation selbst und die öffentliche Hand. Die Seniorinnen und Senioren können länger selbständig und barrierefrei leben und erhalten ein zielgerichtetes unterstützendes Angebot. Damit wird die Notwendigkeit eines stationären Aufenthaltes hinausgezögert. Dies entspricht den Wünschen der älteren Generation und bedeutet gleichzeitig geringere Aufwendungen der öffentlichen Hand“, betrachtet Vizebürgermeisterin Hörzing das Angebot in sozialer Hinsicht und auch aus volkswirtschaftlichem Blickwinkel.

2017 wurden 140 Wohnungen fertiggestellt

2017 wurde das altersgerechte Wohnen der GWG an der Muldenstraße nach eineinhalb Jahren Bauzeit eröffnet.

Das altersgerechte Wohnen an der Muldenstraße wurde 2017 eröffnet. (Foto: Stadt Linz)
Das altersgerechte Wohnen an der Muldenstraße wurde 2017 eröffnet. (Foto: Stadt Linz)

Mit Investitionen von 6,2 Millionen Euro wurden hier 50 moderne etwa 50 Quadratmeter große Wohnungen für Seniorinnen und Senioren errichtet. Der Neubau erfolgte nach Plänen des Architekten DI Gernot Hertl. Zusätzlich wurde im Erdgeschoß ein Stützpunkt des Arbeiter-Samariterbundes für bis zu 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingerichtet. Der Samariterbund steht den im Haus lebenden Menschen bei Bedarf jederzeit zur Verfügung.

Ebenfalls 2017 eröffnete das altersgerechte Wohnen der Kolping-Familie Linz im Bereich Gesellenhausstraße/Auerspergstraße. Ein fünfgeschoßiges Wohnprojekt ermöglicht 39 Wohnungen für ältere Menschen. Angeboten werden ein gemeinsamer Mittagstisch im Kolping-Restaurant, Wohnungspflege durch hauseigenes Reinigungspersonal oder Rufhilfe, bei Bedarf auch individuelle Pflege- und Betreuungsleistungen.

Stadtoase Linz – im Juni 2017 fertiggestellt. (Foto: Kolpingfamilie)
Stadtoase Linz – im Juni 2017 fertiggestellt. (Foto: Kolpingfamilie)

Im Herbst vergangenen Jahres erfolgte die Eröffnung des altersgerechten Wohnens der GWG an der Liebigstraße. Die Wohnungen befinden sich nördlich des neuen SeniorInnenzentrums Liebigstraße. Im Bedarfsfall stehen durch die unmittelbare Nähe zum SeniorInnenzentrum für die Mieterinnen und Mieter soziale Hilfsangebote bereit. Es wurden zu 80 Prozent Wohnungsgrößen von ca. 50 Quadratmetern und zu 20 Prozent Wohnungsgrößen von ca. 60 Quadratmetern realisiert. Die Wohnungen sind zudem mit Loggien bzw. Balkonen sowie im Erdgeschoß mit Terrassen ausgestattet. Zwischen dem SeniorInnenzentrum und den neuen Häusern entstand eine gut nutzbare Vorplatzsituation für das altersgerechte Wohnen. Ein Gemeinschaftsgarten fungiert für die Wohnungen in den oberen Stockwerken als wohnungsnaher Grünraum zum Erholen, Tratschen und „Garteln“.

Neubau Liebigstraße (Foto Stadt Linz)
Neubau Liebigstraße (Foto Stadt Linz)

2018 altersgerechtes Wohnen Grüne Mitte Linz fertiggestellt

Im Rahmen des Projekts „Quartier 21“ der Baureform Wohnstätte wurden in der Wohnanlage Grüne Mitte nach Plänen der „archinauten“ 102 Mietwohnungen, davon 44 altersgerechte Wohnungen, errichtet. Der Baubeginn erfolgte im Jänner 2015, die Fertigstellung erfolgte im heurigen Mai. Die altersgerechten Wohnungen sind im siebengeschoßigen Riegel des Blockrandes untergebracht. Die Wohnungsgrößen betragen 46 bis 63 Quadratmeter.

Die Energiebilanz des Gebäudes wird durch Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung in den Wohnungen optimiert. Alle Wohnungen haben eine gute Belichtung und Orientierung. Die Eckwohnungen zeichnen sich durch ihre besondere Wohnqualität aus. Aus Schallschutzgründen sind die Wohnungen ausschließlich als Laubengangtypen zur Grünen Mitte hin orientiert. Begrünungsmaßnahmen im Inneren und außerhalb des Gebäudes sorgen für hohe Wohnumfeld-Qualität.

Quartier 21, Rendering: archinauten
Quartier 21, Rendering: archinauten

Neues Projekt

Aktuell errichtet der Konvent der Elisabethinen Linz-Wien an der Elisabethstraße einen zirka 50 Meter und an der Harrachstraße etwa 20 Meter langen Eckkomplex. In diesem Bauwerk mit vier Obergeschoßen und ausgebautem Dachgeschoß werden 36 altersgerechte Wohnungen zur Verfügung stehen, die vom Konvent der Elisabethinen betreut werden. Weiters entstehen im gleichen Komplex Mietwohnungen sowie Wohnungen für Studierende und ein Betriebskindergarten des Krankenhauses. Das Projekt befindet sich aktuell in Bau, die Fertigstellung ist für das 1. Quartal 2020 geplant.

Grafik: Konvent der Elisabethinen

Grafik: Konvent der Elisabethinen
Grafik: Konvent der Elisabethinen

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Altersgerechtes Wohnen in Linz“)

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