Presseaussendung vom: 15.11.2018

Linz für Seniorinnen und Senioren: Zuschussbedarf seit 2008 um mehr als 40 Prozent gestiegen

98 Millionen Euro für die Betreuung der älteren Generation
400.000 Betreuungsstunden für ein selbstbestimmtes Leben zu Hause

Die Lebensstadt Linz bietet ihren Bewohnerinnen und Bewohnern in allen Altersgruppen ein dichtes soziales Netz. Die gute Betreuung von Seniorinnen und Senioren zählt zu den tragenden Säulen der Linzer Sozialpolitik. Die dafür erforderlichen Ausgaben steigen seit Jahren kräftig an. Im Voranschlag 2018 scheint für diesen Bereich ein Ausgabenvolumen von 98 Millionen Euro auf. Das entspricht etwa einem Sechstel der Ausgaben der laufenden Gebarung, dem „Tagesgeschäft“. Die dominanten Ausgabenbereiche bilden die Seniorenzentren mit knapp 84 Millionen Euro, die Mobilen Dienste mehr als acht Millionen Euro, die Hauskrankenpflege und die Tageszentren mit je zwei Millionen Euro. Die Einnahmen decken davon etwa 70 Prozent ab. Aus dem Pflegefonds des Bundes fließen mehr als neun Millionen Euro.

Im langjährigen Vergleich ist der Zuschussbedarf für Pflegeheime von nahezu 24 Millionen Euro im Jahr 2008 um 42 Prozent auf mehr als 33 Millionen Euro angestiegen. Vor allem die Betreuung in städtischen und privaten Zentren für Seniorinnen und Senioren erfordert hohe Aufwendungen, die eine Pflegeplatzgarantie für alle ermöglichen. Den zweitgrößten Zuschussposten stellen die Mobilen Dienste dar, gefolgt von den Tageszentren.

„Linz als soziale Stadt zeigt vor, dass trotz der schwierigen aktuellen Rahmenbedingungen für Kommunal- und Sozialpolitik Investitionen in soziale Leistungen der richtige Weg sind. Vor allem die Anliegen der älteren Generation, die unser Land nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut hat, sind für uns eine besondere Motivation und Verpflichtung“, unterstreicht Bürgermeister Klaus Luger.

„Die Sicherheit auf ein Leben in Würde auch im hohen Alter und bei Pflegebedürftigkeit steht bei unseren Bemühungen im Vordergrund. Gleichzeitig ermöglichen die städtischen Dienstleistungen in der Altenpflege ähnlich wie die Kinderbetreuungsangebote die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Den Angehörigen von pflegebedürftigen Linzerinnen und Linzern bringen diese Angebote Hilfe und Entlastung, da die Pflege von Familienmitgliedern keine leichte Aufgabe ist“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Mehr als 33 Millionen Euro Zuschuss für die Linzerinnen und Linzer in den Seniorenzentren

Linz kann jedem pflegebedürftigen Menschen einen Platz in einem Pflegeheim anbieten. Der garantierte Betreuungsplatz für alle Seniorinnen und Senioren zählt zu den größten Erfolgen der Linzer Sozialpolitik.

Im laufenden Budget sind Zuschüsse in Höhe von 33 Millionen Euro für Erhaltung und Betrieb der Senioren- und Pflegeheime vorgesehen. 18 Millionen Euro entfallen auf die zehn städtischen Einrichtungen, der Rest von etwa 15 Millionen auf private Einrichtungen. Die städtischen Seniorenzentren betreuen derzeit knapp 1.200 Menschen. Weitere 730 Pflegebetten stellen private Trägervereine zur Verfügung. Im langjährigen Vergleich stieg der Zuschussbedarf für Pflegeheime von 24 Millionen Euro im Jahr 2008 um 42 Prozent auf prognostizierte 33 Millionen Euro an.


Vergleich des Zuschussbedarfs 2008 – 2018 (in Millionen Euro)

Einmalig in Österreich: Kürzeste Wartezeit

Derzeit ist es so, dass alle älteren pflegebedürftigen Linzerinnen und Linzer, die keine ausreichend private oder mobile Hilfe verfügen, binnen einem Monat nach Anmeldung einen Pflegeplatz in einem Linzer Seniorenzentrum erhalten. Die Vergabe richtet sich dabei nach den städtischen Objektivierungsrichtlinien.

1,5 Millionen Euro Zuschuss leistet die Stadt für die Tageszentren

Linz verfügt über drei städtische Tageszentren mit insgesamt 100 Plätzen im Franckviertel, in Urfahr sowie in Kleinmünchen. Ein weiteres privates Tageszentrum mit 20 Plätzen der Volkshilfe Linz im Stadtteil Keferfeld ergänzt das Angebot. Diese werden 2018 mit 1,5 Millionen Euro finanziert. Dazu kommen 165.000 Euro für Abhol- und Bringdienste, welche die Stadt für die Besucherinnen und Besucher finanziell unterstützt.

Zum Angebot der Tageszentren zählen gemeinsame Aktivitäten, Pflege und Betreuung sowie drei Mahlzeiten pro Tag. Die Tageszentren können mehrmals wöchentlich besucht werden. Die Kosten für den Besuch richten sich sozial gestaffelt nach dem Einkommen der Besucherinnen und Besucher.

„Durch die tageweise Betreuung in Tageszentren wird das längere Verbleiben in der eigenen, gewohnten Umgebung ermöglicht und die Notwendigkeit einer Übersiedelung in ein Seniorenzentrum hinausgezögert“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Drei Millionen Euro für selbstbestimmtes Leben zu Hause

Neben der Vollversorgung mit stationären Pflegeeinrichtungen in allen Stadtteilen liegt ein besonderer Schwerpunkt auf den Mobilen Diensten. Sie ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Dafür schießt die Stadt Linz heuer knapp drei Millionen Euro zu. Bei den Mobilen Diensten werden Hauskrankenpflege (HKP) sowie Mobile Betreuung und Hilfe (MBH) unterschieden.

Alle drei Minuten startet eine Mobile Betreuungsstunde

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mobilen Dienste bieten Hilfe und Unterstützung im Alltag – ob durch Essen auf Rädern, beim Einkaufen, im Haushalt und bei anderem mehr. Hauskrankenpflege sowie Mobile Betreuung und Heimhilfe bilden die Schwerpunkte der mobilen SeniorInnenbetreuung. Angeboten werden sie von der Volkshilfe, der Caritas, dem Samariter-Bund, dem Roten Kreuz, dem Oberösterreichischen Hilfswerk, der Evangelischen Diakonie und dem Verein Miteinander.

Die Stadt Linz ist für die Gesamtkoordination der Mobilen Dienste, also für Auftragsvergabe, Controlling sowie Vor- beziehungsweise Mitfinanzierung, verantwortlich. Allein im Jahr 2018 werden laut der vorliegenden Prognose der Stadtforschung in Linz mehr als 170.000 Stunden von Mobilen Diensten erbracht.

„Dies bedeutet, dass alle drei Minuten in Linz eine mobile Betreuungsstunde beginnt. Die größtmögliche Unterstützung durch mobile Hilfen im Alltag soll es den Seniorinnen und Senioren ermöglichen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben zu können“, erklären Bürgermeister Klaus Luger und Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Hauskrankenpflege im Krankheitsfall

Mobile Betreuung und Hilfe zur Unterstützung im alltäglichen Leben

Die Hauskrankenpflege wird ärztlich verordnet und von diplomiertem Personal durchgeführt. Aufgrund der ärztlichen Anordnung der Einsatzstunden hat die Stadt hier keine direkte Steuerungsfunktion in Bezug auf die individuelle medizinische Betreuung. Für 2018 wurde mittels Leistungsvereinbarung mit den Trägervereinen ein Ausmaß von 44.000 Stunden festgelegt.

Im vergangenen Jahrzehnt wurde die Mobile Betreuung und Hilfe in Linz massiv ausgebaut, dementsprechend entwickelten sich auch die Einsatzzeiten und Personalstärken dynamisch nach oben. Seit 2012 kann in Linz von einer Vollversorgung gesprochen werden.

Laut Leistungsvereinbarungen für das Jahr 2018 werden bis zu 55.500 Stunden durch Heimhilfe bei der Unterstützung in der Haushaltsführung und bei Aktivitäten des täglichen Lebens geleistet. Die FachsozialbetreuerInnen „Altenarbeit“ sind bis zu 125.700 Stunden für die soziale Betreuung und Pflegehilfe nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz im Einsatz. Zusammen erbringen beide Dienste bis zu 181.200 Einsatzstunden.

Kostenentwicklung

Die Finanzierung der Mobilen Dienste erfolgt beinahe zur Gänze aus Mitteln der öffentlichen Hand. Die Klientinnen und Klienten haben sozial gestaffelte Kostenbeiträge zu leisten (die vom Land Oberösterreich auf Basis des Netto-Haushaltseinkommens verordnet werden).

„Im vergangenen Jahr betrugen die Aufwendungen von Stadt und Land für Mobile Dienste jeweils knapp drei Millionen Euro, die Klientinnen und Klienten trugen etwa zwei Millionen Euro bei“, rechnet Vizebürgermeisterin Karin Hörzing vor.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Finanzreferent Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Großes finanzielles Engagement der Stadt Linz für die Seniorinnen- und Seniorenbetreuung“)

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