Presseaussendung vom: 10.01.2019 |

Denk.Mal.Global Veranstaltungsreihe 2019 Schwerpunkt „Migrationsursachen“

Wir befinden uns in einem globalen Wettbewerb, der auf politischer, sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und technologischer Ebene stattfindet und damit manchen Menschen vieles ermöglicht, anderen jedoch Lebensgrundlagen entzieht. In Migrationsfragen ist es notwendig global zu denken und dabei auch die unterschiedlichen Ursachen zu erkennen. In der Vortragsreihe Denk.Mal.Global wird vom 16. Jänner bis 6. Februar an vier Abenden das Thema „Migrationsursachen“ beleuchtet. Von einer allgemeinen Einführung am ersten Abend geht es in Folge weiter mit drei konkreten Ursachen – Klimawandel, Konflikte und Wirtschaft.

„Die Veranstaltungsreihe mit dem Titel Migrationsursachen stellt aktuell einen wichtigen Beitrag zur sachlichen Diskussion zum Thema dar und rückt Erlebnisse und Erfahrungen von zigtausenden Menschen in ein anderes Licht. Besonders auch als Fair-Trade Stadt ist es uns ein Anliegen nicht nur fair produzierte Produkte zu unterstützen, sondern auch einen erweiterten Blick auf die Situationen in anderen Ländern zu richten. Ich bedanke mich bei Südwind und der VHS schon jetzt für die interessanten Themenabende und die Organisation der Reihe“, sagt Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Denk.Mal.Global

Die entwicklungspolitische Veranstaltungsreihe Denk.Mal.Global wird bereits seit mehr als zehn Jahren von Südwind Oberösterreich in Kooperation mit der Volkshochschule Linz organisiert. Aufgegriffen werden globale Themen, die einen Blick auf die Welt in der wir leben richten und durch das Format der Veranstaltungen mit Publikumsdiskussion eine umfassende Beschäftigung mit dem Thema ermöglichen. Heuer beleuchtet die 12. Ausgabe der Reihe mit namhaften Referentinnen und Referenten die globalen Migrationsursachen.

Weltweit ist jeder siebte Mensch Migrant oder Migrantin, das sind rund eine Milliarde Menschen. Diese Weltbürgerinnen und -bürger haben ihren Geburtsort verlassen und haben sich für einen Wohnsitz anderenorts im Inland oder im Ausland entschieden. Die Ursachen dafür sind so vielfältig wie die Menschen, die sie betreffen. So sind etwa 70 Millionen Menschen auf der Flucht, politische Verfolgung hat sie gezwungen ihre Heimat zu verlassen.

„Alle Menschen sind gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger einer Welt und für sie alle gelten dieselben Grundrechte - die Menschenrechte. Wir alle streben nach einem guten Leben und einer besseren Zukunft für unsere Familien. Krieg, Verfolgung, Armut und Perspektivenlosigkeit sind ebenso Gründe wie Liebe oder Wissensdurst, warum sich Menschen entscheiden, ihren Heimatort zu verlassen“, sagt Nora Niemetz, Mitarbeiterin von Südwind Oberösterreich und Veranstaltungskoordinatorin von Denk.Mal.Global. „Unsere globalisierte Welt braucht Weltbürgerinnen und -bürger, die das Zusammenleben neu denken und umsetzen. Durch den Abbau von wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit auf der Welt soll Migration zu einer Möglichkeit unter vielen werden und nicht eine Notwendigkeit sein.“

Südwind

Die Menschenrechtsorganisation Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit 40 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Die Arbeit von Südwind leistet konkrete Beiträge zur Umsetzung der Agenda 2030 bzw. der SDGs auf regionaler, nationaler sowie globaler Ebene. Die Vortragsreihe Denk.Mal.Global – Migrationsursachen ist einer dieser Beiträge.

Erfolgreiche VHS Veranstaltungsreihe im Wissensturm

„Mit Denk.Mal.Global veranstaltet der Wissensturm eine gesellschaftspolitisch äußerst wichtige Vortragsreihe, die beim Linzer Publikum sehr gut angenommen wird. So besuchten 2018 mehrere hundert Besucherinnen und Besucher die fünf Abendveranstaltungen zum Thema Spannungsfeld Ernährung. Heuer ergänzen eine Ausstellung und ein Kinoabend thematisch das aktuelle Programm“, sagt die zuständige Leiterin des VHS Fachreferats Gesellschaft und Politik Mag.a Katja Fischer MAS.

Programmstart mit Ausstellung im Wissensturm ab 15. Jänner 2019

„Wir alle sind Zeugen - Menschen im Klimawandel“

Menschen in der ganzen Welt spüren den Klimawandel längst am eigenen Leib. 24 Klimazeuginnen und -zeugen aus vier Kontinenten berichten, wie sie den Klimawandel wahrnehmen. Die Ausstellung zeigt, wer sich für den Klimawandel verantwortlich zeichnet und wer besonders betroffen ist. Sie motiviert zu Maßnahmen und überzeugt von der Notwendigkeit zum Klimaschutz und zur Klimawandelanpassung. Die Ausstellung läuft von 15.1. bis 9.2.2019 im Foyer des Wissensturms als Kooperation von Südwind, Klimabündnis und VHS Linz.

Am 28. Jänner erfolgt zur Denk.Mal.Global-Reihe eine Präsentation des Films „Eldorado“ im Linzer Moviemento. Die Tragödien, die flüchtende Menschen erfahren, sind allgegenwärtig. Doch scheint eine gewisse Gleichgültigkeit entstanden zu sein. Genau dagegen geht der Schweizer Regisseur Markus Imhoof mit seiner Dokumentation “Eldorado” an. Aus persönlichen Beweggründen macht er sich für den Film auf den Weg, den Flüchtlingsströmen näher zu kommen und dokumentiert sie auf sensible Weise und mit bewegenden Bildern. Nach der 90-minütigen Vorführung reflektiert der renommierte Linzer Filmwissenschaftler Markus Vorauer den Film gemeinsam mit dem Publikum. Filmstart ist um 18:30 Uhr.

Veranstaltungsprogramm

Die Veranstaltungen finden ab 16. Jänner jeweils mittwochs ab 19 Uhr im Veranstaltungssaal E.09 im Wissensturm statt. Der Eintritt ist frei. Die Moderation der Abende erfolgt durch Vorstandsmitglieder von Südwind .

16.Jänner: Migrationen und ihre Antriebskräfte glokal
Österreich hat – wie viele europäische Länder– eine lange Tradition der Zuwanderung. Die Migrationsbewegungen haben in den letzten Jahrzehnten mit fortschreitender Globalisierung stark an Dynamik gewonnen. In ihrem Vortrag verknüpft Gudrun Biffl die globale mit der lokalen Dimension und zeigt deren Antriebskräfte auf.

Die Vortragende Gudrun Biffl ist Arbeitsökonomin, Wirtschafts- und Migrationsforscherin. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Arbeitsmarkt, Bildung, Migration & Integration, Gender, industrielle Arbeitsbeziehungen, Institutionenwandel sowie arbeitsbedingte Krankheiten. 2008 leitete sie bis zu ihrer Pensionierung im Oktober 2017 das Department Migration und Globalisierung an der Donau-Universität Krems.

23. Jänner: Klimawandel und Migration: Ursachen, Mechanismen und Implikationen
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. In vielen Regionen der Welt untergraben die sich verschlechternden klimatischen Bedingungen die Lebensgrundlage von Menschen, wobei ländliche Gebiete in Entwicklungsländern besonders betroffen sind. Der Vortrag beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Bevölkerungen und betrachtet Kontextfaktoren und Mechanismen die Migrationsentscheidungen und -prozesse bedingen.

Der Referent Roman Hoffmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Demographie der österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er studierte Soziologie und Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Wien. Derzeit arbeitet er an verschiedenen Projekten, die sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Populationen und Migrationsprozesse beschäftigen.

30. Jänner: Krieg als Migrationsursache
Niemand flieht freiwillig. Die meisten Menschen fliehen nach wie vor, um ihr Leben zu retten: Kriege und Bürgerkriege sind auch im 21. Jahrhundert die bedeutendste Fluchtursache, sei es der Krieg in Syrien, der Krieg in Afghanistan oder der Bürgerkrieg im Südsudan. Eine Analyse wirft die Frage nach der Mitverantwortung Europas für die immer größere Zahl an Kriegsflüchtlingen vor allem aus dem Nahen Osten, Asien und Afrika auf.

Jörg Kronauer ist Soziologe und arbeitet als freier Journalist. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Recherchen über die extreme Rechte und die deutsche Außenpolitik. Er lebt in London und schreibt für verschiedene deutsche Online- und Printmedien, unter anderem für german-foreign-policy.com. Zuletzt hat er ein Buch über die Rolle Deutschlands in der Griechenland-Krise und ein weiteres Buch über den Konflikt mit Russland verfasst.

6. Februar: Europa und sein Einzugsbereich: Migration ist eine Form der Partnerschaft
Der Einzugsbereich der Migration nach Österreich und in die EU reicht im Wesentlichen bis Bangladesch und bis zur westafrikanischen Küste. Mit großen Teilen dieses Gebiets ist die EU nur sehr selektiv wirtschaftlich und gesellschaftlich integriert. Migration schafft einen teilweisen Ausgleich für diesen Mangel. Eine starre Abgrenzung zwischen der EU und ihrer Nachbarschaft wird sich nicht herstellen lassen. August Gächter macht diese Aspekte in seinem Vortrag zum Thema.

August Gächter ist Soziologie und befasst sich seit 30 Jahren mit Forschung zur Integration der aus dem Ausland zuziehenden Bevölkerung vor allem in das Beschäftigungs- und das Bildungswesen, aber auch in andere gesellschaftliche Bereiche. Er ist außerdem Vorstandsmitglied beim Beratungszentrum für MigrantInnen in Wien, Mitglied von Global Migration Policy Associates (GMPA) und Mitglied im Beirat von erwachsenenbildung.at.

17 Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
Die Agenda 2030 ist ein globaler Aktionsplan für ein gutes Leben für alle. Mit ihren 17 Zielen (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) will sie die Zukunftsaussichten und Lebensperspektiven aller Menschen verbessern. Konkret geht es darum auf Grundlage der universellen Menschenrechte Armut zu beseitigen, Umwelt zu schützen und nachhaltiges Wirtschaften sicherzustellen. Sie sieht eine Politik vor, die Chancengleichheit herstellt, niemanden zurücklässt und gleichzeitig eine nachhaltige Wirtschaft fördert.

Bei einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen vom 25. bis 27. September 2015 wurde die "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" beschlossen. Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen verpflichteten sich, auf die Umsetzung auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene bis zum Jahr 2030 hinzuarbeiten.

Die Veranstaltungsreihe Denk.Mal.Global 2019 ist besonders auch im Zeichen dieser Nachhaltigen Entwicklungsziele zu sehen. Vor allem die Punkte Armut, Arbeit und Wirtschaftswachstum, weniger Ungleichheiten, Klimaschutz, Frieden und globale Partnerschaften werden dabei behandelt.

Die nachhaltigen Entwicklungsziele – SDGs lauten:

  • 1. Keine Armut: Armut in allen ihren Formen und überall beenden.
  • 2. Kein Hunger: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.
  • 3. Gesundheit und Wohlergehen: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.
  • 4. Hochwertige Bildung: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.
  • 5. Geschlechtergleichstellung: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.
  • 6. Sauberes Wasser und Sanitärversorgung: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.
  • 7. Bezahlbare und saubere Energie: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern.
  • 8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.
  • 9. Industrie, Innovation und Infrastruktur: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.
  • 10. Weniger Ungleichheiten: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.
  • 11. Nachhaltige Städte und Gemeinden: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.
  • 12. Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.
  • 13. Maßnahmen zum Klimaschutz: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.
  • 14. Leben unter Wasser: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
  • 15. Leben an Land: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.
  • 16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.
  • 17. Partnerschaften zur Erreichung der Ziele: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen.
     

Weitere Gesprächspartnerinnen:
Dr.in Mag.a  Nora Niemetz, Südwind
Mag.a Katja Fischer, Leiterin VHS Fachreferats Gesellschaft und Politik

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bildungsreferentin Mag.a Eva Schobesberger zur „Veranstaltungsreihe Denk.Mal.Global 2019“)  

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