Presseaussendung vom: 16.01.2019

Neues Projekt gegen Vereinsamung „SPALLER.MICHL“ startet in zwei Stadtteilen

Soziale Teilhabe im unmittelbaren Lebensumfeld

Ein neues Projekt gegen Vereinsamung älterer Menschen startet diesen März in den Stadtteilen Spallerhof und Bindermichl-Keferfeld. Das Unabhängige LandesFreiwilligenzentrum (ULF) will mit dem Projekt „SPALLER.MICHL“ die über 60-jährigen Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Stadtteile motivieren, sich freiwillig zu engagieren, um damit ihre Gesundheit zu fördern und aktiv am sozialen Leben teilzuhaben.

In den ausgewählten Stadtteilen beträgt der Anteil der über 60-jährigen Bevölkerung mehr als 27 Prozent. Da immer mehr Menschen dieser Altersgruppe, besonders Frauen, alleine leben, gewinnt die soziale Teilhabemöglichkeit im unmittelbaren Lebensumfeld zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus ist belegt, dass sich freiwilliges Engagement positiv auf den Gesundheitszustand auswirkt.

„In der Landeshauptstadt gibt es bereits jetzt zahlreiche Möglichkeiten, sich zu engagieren oder gemeinsame Zeit mit Gleichaltrigen zu verbringen. In einer innovativen Stadt wie Linz ist es darüber hinaus wichtig, neuen Projekten Raum und Ressourcen zu bieten, um zusätzliche Wege und Angebote entstehen zu lassen“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. „Ich bedanke mich beim Team des ULF für die gelungene Projektidee und die gute Zusammenarbeit.“

„Mit unserem neuen Projekt möchten wir die über 60-jährigen Bewohnerinnen und Bewohner dazu einladen, ihre Stadtteile nach ihren persönlichen Vorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen mitzugestalten und freuen uns auf eine aktive Teilnahme am Projekt SPALLER.MICHL. Es geht um Mitbeteiligung und Mitgestaltung des eigenen Umfelds, der Nachbarschaft, die ausschlaggebend für die Lebensqualität älterer Menschen ist“, so Nicole Sonnleitner, Leiterin des ULF und selbst Bewohnerin am Spallerhof.

Ausgangssituation

Mehr als ein Viertel der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtteile Spallerhof und Bindermichl-Keferfeld sind 60 Jahre oder älter (Spallerhof 27,7 Prozent, Bindermichl-Keferfeld 29,5 Prozent). Da es einen Trend dahingehend gibt, dass immer mehr ältere Menschen, insbesondere Frauen, alleine leben, gewinnt die soziale Teilhabemöglichkeit im unmittelbaren Lebensumfeld zunehmend an Bedeutung. ULF hat daher das Konzept „SPALLER.MICHL – Engagiert & Fit ins Alter am Spallerhof & Bindermichl“ speziell für diese Stadtteile in Linz entwickelt.

Eine Vielzahl an Studien zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen freiwilligem Engagement und dem Gesundheitszustand. Freiwillige leben länger, füllen ihre Funktionen besser aus, haben niedrigere Depressionsraten und weniger Herzprobleme. Bei Freiwilligen der Altersgruppe 65 plus wird dabei besonders die Sinnerfüllung hervorgehoben, die mit weniger Depression und verminderter Sterblichkeit einhergeht.

Projektziele

Mit der Umsetzung des Projektes sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Durch die Unterstützung des freiwilligen Engagements im direkten Lebensumfeld werden Bewohnerinnen und Bewohner im Alter 60 plus motiviert, am sozialen Leben teilzuhaben. Damit wird der Zusammenhalt zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern gefördert und der sozialen Isolation im Alter entgegengewirkt.
  • Durch die Unterstützung eigener Vorhaben und der Entwicklung von neuen Freiwilligenprojekten werden ältere Bewohnerinnen und Bewohner in für sie wichtige Lebensbereiche aktiv eingebunden.
  • Sowohl bei der Ausübung bereits vorhandener Engagementmöglichkeiten als auch bei der Entwicklung neuer Freiwilligenprojekte wird auf ideale Rahmenbedingungen geachtet, um die positiven Effekte von freiwilligem Engagement auf die Gesundheit der aktiven Seniorinnen und Senioren zu erreichen.
  • Das Projekt soll neue Engagementformen für ältere Menschen in den ausgewählten Stadtteilen ermöglichen, wobei die Aktivierung von Seniorinnen und Senioren und neu gewonnene Lebenserfahrungen und Kompetenzen wesentliche Faktoren darstellen.

Die teilnehmenden Seniorinnen und Senioren werden im Rahmen von „SPALLER.MICHL“ zur aktiven Teilhabe und zum Handeln in ihrem Wohnumfeld inspiriert, sie erhalten Kompetenzen zur Realisierung ihrer eigenen Anliegen und Projekte und erfahren im Zuge dessen Anerkennung für das Engagement.

Um die aktiven Teilhabemöglichkeiten von Seniorinnen und Senioren in der unmittelbaren Wohnumgebung in Form von freiwilligem Engagement weiter entwickeln zu können, arbeitet das ULF mit unterschiedlichsten Kooperationspartnerinnen und -partnern in den Stadtteilen zusammen.

Die während des Projekts entstandenen Freiwilligenprojekte sollen durch die Anbindung an bereits bestehende Strukturen und Organisationen vor Ort auch über den Projektzeitraum hinaus weiterbestehen.

Finanzierung: Fonds Gesundes Österreich und Stadt Linz

Die Gesamtkosten des Projektes betragen rund 225.000 Euro für den Projektzeitraum von drei Jahren (März 2019 bis Juli 2021). Der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) übernimmt eine Förderung in Höhe von zwei Drittel des Gesamtbetrages. Im kommenden Gemeinderat der Stadt Linz soll die Finanzierung des restlichen Drittels, eine Förderung in der Höhe von 75.060 Euro, aufgeteilt auf drei Jahre, beschlossen werden. Im Sozialausschuss wurde dieser Antrag am 14. Jänner bereits vorberaten. Das Sozialressort des Landes OÖ, das das ULF im Jahr 2008 initiierte, finanziert zudem die benötigte Infrastruktur für das Projekt.

Linz bietet zahlreiche Teilhabemöglichkeiten

In der Stadt Linz gibt es bereits jetzt zahlreiche Möglichkeiten, sich zu engagieren und wertvolle Zeit für und mit anderen zu verbringen. Etwa 160 Freiwillige sind in den Linzer SeniorInnenzentren im Einsatz. Sie sind wichtige Gesprächspartnerinnen und -partner für die Bewohnerinnen und Bewohner, vor allem für jene, die selten oder keinen Besuch bekommen. Die Aufgaben der Freiwilligen reichen von Spaziergängen über Einkäufe, gesellige Kaffee-Kränzchen oder Karten spielen bis zum gemeinsamen Musizieren. Dadurch bleibt der regelmäßige Kontakt mit der Umwelt außerhalb der SeniorenInnenzentren erhalten. 

Beinahe 150 freiwillig Engagierte beliefern rund 1.000 Kundinnen und Kunden pro Jahr mit „Essen auf Rädern“. Dabei geht es um mehr als eine mobile Essenszustellung. So sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes und des Arbeiter Samariterbundes zu wichtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern der älteren Menschen geworden. Nicht nur das leibliche Wohl, sondern auch die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kundinnen und Kunden liegen allen Helferinnen und Helfern am Herzen. So wird zum Beispiel alles unternommen, um Personen, die zu Hause nicht angetroffen werden, zu erreichen und bei Notfällen die notwendige Hilfe zukommen zu lassen.

Unabhängiges LandesFreiwilligenzentrum (ULF)

Das Unabhängige LandesFreiwilligenzentrum (ULF) ist die erste Anlaufstelle für freiwilliges Engagement in Oberösterreich. ULF ist zuständig für die Beratung, Vermittlung und Unterstützung von Freiwilligen und Organisationen, die Freiwillige suchen. Ziel ist, die Solidarität und gegenseitige Unterstützung in der Gesellschaft zu fördern sowie den Zusammenhalt zwischen Generationen, Kulturen und sozialen Schichten zu stärken.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit von ULF ist, das Potential älterer Menschen in der Nachberufsphase sowie von jungen Menschen für freiwilliges Engagement besser zu nutzen. ULF hat eine langjährige Erfahrung in der Umsetzung von Projekten im Bereich freiwilliges Engagement, wie beispielsweise „FREI.SPIEL – Freiwillige für Kinder“ oder „Freiwilliges Engagement in Alten- und Pflegeheimen“ oder „AFTER.WORK – Soziales Engagement“.

Trägerverein des ULF ist der VSG – Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing und Nicole Sonnleitner, Leiterin Unabhängiges LandesFreiwilligenzentrum zum Thema „SPALLER.MICHL – neues Projekt gegen Vereinsamung“)

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