Presseaussendung vom: 14.01.2019

Kleinmünchen – die Kleinstadt in der Großstadt Wie der Linzer Stadtteil zu seinem Namen kam

Kleinmünchen, genauer gesagt Kleinmünchen-Auwiesen, ist ein Stadtteil mit klingendem Namen. Nicht nur Linz-Neulinge und Besucher fragen sich: Was hat Kleinmünchen eigentlich mit der bayerischen Weißwurstmetropole München zu tun?

Große Teile des heutigen Gebiets von Kleinmünchen wurden von ihrem damaligen Besitzer, „Otto ze Munichen“ (Otto aus München), der Quirinius Kirche übertragen. Diese Kirche wurde urkundlich erstmals 1290 erwähnt, ihre Geschichte dürfte jedoch sogar bis ins zehnte Jahrhundert zurückgehen. Der Name „Quirin“ änderte im Laufe der Jahrhunderte im Sprachgebrauch über „Kyrein“ hin zum heutigen „Klein“. Die Pfarrkirche Kleinmünchen trägt bis heute den Namen St. Quirinius.

Seit der Eingemeindung im Jahr 1923 ist Kleinmünchen Teil des Linzer Stadtgebietes und keine eigenständige Gemeinde mehr. So klein, wie es der Name vermuten lässt, ist Kleinmünchen-Auwiesen aber keinesfalls. Während im Jahr 1834 erst knapp 800 Menschen auf diesem Gebiet lebten, sind es heute bereits 22.300 (Stand 2018). Damit könnte sich Kleinmünchen, bezogen auf seine Wohnbevölkerung, größenmäßig in die Reihe veritabler Kleinstädte einreihen. So weisen zum Beispiel das steirische Kapfenberg (22.800), Amstetten in Niederösterreich (23.650) oder das an Kleinmünchen angrenzende Traun (24.477) ähnliche Dimensionen auf.

Während Kleinmünchen bis ins 19. Jahrhundert überwiegend landwirtschaftlich geprägt war, entstanden mit der Industrialisierung eine Baumwoll- und Tuchdruckerei und eine Baumwoll-Spinnfabrik, in der mehr als 200 Arbeiterinnen und Arbeiter beschäftigt waren. Noch heute prägt die so genannte „Tuchfabrik“ das Bild des Stadtteils Kleinmünchen-Auwiesen. Heute sind darin neben Loft-Appartements hauptsächlich Firmen aus der Kreativbranche sowie die Pfarrkirche Auwiesen-Marcel Callo angesiedelt.

Das letzte Jahr vor Ende des Zweiten Weltkrieges (1944 bis 1945) befand sich hier auch das zu Mauthausen gehörende KZ-Außenlager II. In diesem waren mehr als 5.000 Häftlinge interniert, die Zwangsarbeit in der Stahl-, Rüstungs- und Bauindustrie leisten mussten.

Gesellschaftlich und wirtschaftlich steil aufwärts ging es mit dem Stadtteil seit der Erschließung durch die Straßenbahn ab 1951, seit 2002 ist man durch die „Bim“ mit Ebelsberg und seit 2005 mit der solarCity verbunden. Der Sportpark Auwiesen ist mit seinen vielfältigen Möglichkeiten – von Tennis bis zum Indoor-Klettern – täglich Treffpunkt von hunderten Sportbegeisterten.

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