Presseaussendung vom: 26.02.2019 |

Ergebnis der neuen Schul- und Hort-Bedarfsprognose: 21 Hortgruppen und 29 Schulklassen bis 2023 erforderlich

Ausbau für insgesamt 1.200 Kinder kostet zirka 20 Millionen Euro

Mit einer vorausschauenden Planung sichert die Stadt Linz ein der Nachfrage entsprechendes Pflichtschulangebot sowie die Vollversorgung mit Hortplätzen. Dafür erstellt die Stadtforschung Linz regelmäßig Bedarfsprognosen.

Aktuell gibt es in Linz mehr als 4.800 städtische Hortplätze. Im Schuljahr 2018/19 werden in den Linzer Volksschulen rund 8.150 SchülerInnen in 412 Klassen unterrichtet. Die Anzahl der betreuten SchülerInnen in den Linzer Volksschulen ist gegenüber 2016/17 um rund 400 Kinder angestiegen. In Folge der beobachteten Bevölkerungsveränderungen (hohe Geburtenzahlen seit 2011, Zuwanderung) ist bis zum Schuljahr 2022/23 weiterhin mit steigenden SchülerInnenzahlen zu rechnen. Die Stadtforschung geht von einer kontinuierlichen Zunahme um weitere 500 bis 600 SchülerInnen bis 2022/23 aus.

Rund 4.350 SchülerInnen werden im Schuljahr 2018/19 in den Linzer Neuen Mittelschulen in 199 Klassen unterrichtet. Die Anzahl der betreuten SchülerInnen in den Neuen Mittelschulen ist gegenüber 2016/17 um rund 100 Kinder angestiegen. Bis zum Schuljahr 2022/23 geht die Stadtforschung von einem weiteren Anstieg um rund 100 Kinder aus.

Die aktuelle Prognose 2019 – 2023 weist einen Bedarf von 21 Hortgruppen und 29 Schulklassen (23 Volksschulklassen, sechs Klassen Neue Mittelschule) auf. Dementsprechend sollen bis zum Schuljahr 2022/23 knapp 480 Hortplätze und zirka 720 Plätze für Schülerinnen und Schüler entstehen. Die räumlichen Voraussetzungen sichern der Umbau sowie die Erweiterung bestehender Schulen und Horte. Dafür investiert die Stadt Linz etwa 20 Millionen Euro. Der für die Realisierung erforderliche Beschluss wird in der Gemeinderatssitzung vom 7. März 2019 gefasst. 

„Mit dem aktuellen Ausbauprogramm kommen wir den Bedürfnissen der Linzer Familien entgegen. Auf Grund der steigenden Kinderzahlen benötigen wir in Linz in den kommenden Jahren zusätzliche moderne Klassenräume und Hortplätze“, unterstreicht Bürgermeister Klaus Luger die soziale Bedeutung der Ausbaumaßnahmen.

Grundlagen der Prognose

Die Bedarfsprognose geht von einer jährlichen Steigerung der Bevölkerungszahl (Hauptwohnsitze) durch Zuwanderung von zirka 1.250 Personen sowie ähnlich hohen Geburtenraten (etwa 2.200 pro Jahr) wie in den vergangenen Jahren aus. Bei den auf Teile des Stadtgebietes bezogenen Vorschauen fanden neben der Zahl der Wohnungen sowie der EinwohnerInnen auch die Wanderungstendenzen und die voraussichtliche Wohnbautätigkeit Berücksichtigung. Die geplante Wohnbautätigkeit auf dem einstigen Ebelsberger Kasernenareal spielt erst für das letzte Prognosejahr eine Rolle.

Die Schulprognose berücksichtigt alle städtischen Volksschulen und Neuen Mittelschulen, die Europaschule, die Schulen der Kreuzschwestern und der Franziskanerinnen, die Anton Bruckner International School sowie die Freie Waldorfschule. 

Der zusätzliche Bedarf an Hortgruppen erfordert zum Teil die Nutzung von Klassenräumen.

29 neue Klassen und 21 Hortgruppen für zirka 1.200 Kinder

Bis zum Schuljahr 2022/23 sollen 21 Hortgruppen mit zirka 490 Plätzen sowie 23 Volksschulklassen (575 Plätze) und sechs Klassen der Neuen Mittelschule (150 Plätze) geschaffen werden. 

Wie sich die Planungsgebiete verteilen, zeigt die nachfolgende Grafik:

Bedarfe in den Stadtteilen unterschiedlich

Die aktuellen Ergebnisse, die bis zum Betriebsjahr 2022/23 reichen, wurden dabei mittels eines Rasters auf fünf Planungsgebieten innerhalb der Stadt dargestellt.

Urfahr: 4 Hortgruppen, 5 Schulklassen

Im Grobraster A für den Stadtteil Urfahr besteht im Berichtszeitraum bis 2023 ein Bedarf von vier zusätzlichen Hortgruppen. In den Volksschulen ist mit leicht steigenden SchülerInnenzahlen um rund 125 Kinder (mindestens 5 Klassen) bis 2022/23 zu rechnen. Das ergibt einen Gesamtbedarf von 9 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen. Bei den Neuen Mittelschulen wird mit keinen nennenswerten Veränderungen der SchülerInnenzahl bis 2022/23 gerechnet.

Die Anton Bruckner International School soll nach Fertigstellung des Objektes am Gelände der ehemaligen Bruckneruniversität dort einziehen. Es werden dann Räumlichkeiten in der Auhofschule (Aubrunnerweg) frei. Wenn die Anton Bruckner International School auszieht, ist geplant, die Mengerschule in die Auhofschule zu verlegen.

Lösungsvorschläge:
Volksschulen / Horte:

  • Es werden Räumlichkeiten für die erforderlichen Klassen / Hortgruppenräume in der Auhofschule adaptiert.
  • Der restliche Bedarf wird durch Aufstockung des Hortes „Robinsonschule“ gedeckt (Gewinn von 3 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen).

Innenstadt bis Bulgariplatz: je 6 Hortgruppen und Schulklassen

Im Grobraster B für die Stadtteile Innenstadt, Kaplanhof, Franckviertel, Froschberg und Bulgariplatz besteht im Berichtszeitraum bis 2019/20 ein Bedarf von sechs zusätzlichen Hortgruppen. 

Bei den Volksschulen wird mit einem Anstieg um rund 150 SchülerInnen (mindestens 6 Klassen) bis 2022/23 gerechnet, der sich hauptsächlich um den Bulgariplatz, in der Innenstadt, im Kaplanhofviertel bzw. am Froschberg und Römerberg niederschlägt. 

Das ergibt einen Gesamtbedarf von 12 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen.

Die SchülerInnenzahl bei den Neuen Mittelschulen wird bis 2022/23 leicht um rund 50 Kinder (mindestens 2 Klassen) ansteigen.

Lösungsvorschläge:
Volksschulen / Horte:

  • Dorfhalleschule, Adaptierung und Zubau (Gewinn von 5 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen)
  • Goetheschule, Rückmietung des 2. OG (Gewinn von 4 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen)
  • Zwischenzeitlich eventuell eintretende Engpässe werden durch weitere Doppelnutzungen – z.B. in der Mozartschule überbrückt.
  • Hort Raimundstraße: Rückmietung des 2. OG (Gewinn von 3 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen)

Neue Mittelschule:

  • Otto-Glöckel-Schule, Ausbau des UG unter dem Turnsaal und Umorganisationen (Gewinn von 2 klassenwertigen Räumen)

Bindermichl, Spallerhof und Keferfeld: je 4 Hortgruppen und Schulklassen

Im Grobraster C für die Stadtteile Bindermichl, Spallerhof und Keferfeld besteht im Berichtszeitraum bis 2022/23 ein Bedarf von vier zusätzlichen Hortgruppen. In den Volksschulen ist von einem Anstieg um etwa 100 SchülerInnen (mindestens 4 Klassen) bis 2022/23 auszugehen.

Das ergibt einen Gesamtbedarf von 8 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen.

Bei den Neuen Mittelschulen wird die SchülerInnenzahl bis 2022/23 stagnieren bzw. sogar leicht absinken.

Lösungsvorschläge:
Volksschulen / Horte:

  • Spallerhofschule, Adaptierungen / Umorganisationen (Gewinn eines klassen- bzw. hortgruppenwertigen Raumes)
  • Stadlerschule, Einbau im Terrassenbereich (Gewinn von 2 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen)
  • Der restliche Bedarf wird durch Doppelnutzungen an Stadler-, Koref- und Keferfeldschule gedeckt.

Neue Heimat, Kleinmünchen und Auwiesen: Je 2 Hortgruppen und Schulklassen

Im Grobraster D für die Stadtteile Neue Heimat, Kleinmünchen und Auwiesen besteht im Berichtszeitraum bis 2022/23 ein Bedarf von zwei zusätzlichen Hortgruppen. 

In den Volksschulen ist mit leicht steigenden SchülerInnenzahlen um rund 50 Kinder (mindestens 2 Klassen) bis 2022/23 zu rechnen.

Das ergibt einen Gesamtbedarf von 4 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen.

Bei den Neuen Mittelschulen wird die SchülerInnenzahl bis 2022/23 voraussichtlich um zirka 100 Kinder (mindestens 4 Klassen) ansteigen.

Lösungsvorschläge:
Volksschulen / Horte:

  • Siemenschule, Aufstockung Zwischentrakt Richtung Turnsaal (Gewinn von 2 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen)
  • Rennerschule, Zubau ehemaliger Volksschultrakt Rohrmayrstraße (Gewinn von 2 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen)

Neue Mittelschule:

  • Löwenfeldschule, Auslegung von 2 Räumen als vollwertige Klassenräume (beim Neubauprojekt bereits in Umsetzung)
  • Rennerschule, Zubau ehemaliger Volksschultrakt Rohrmayrstraße (Gewinn von weiteren 2 klassenwertigen Räumen)

Der Linzer Süden: 5 Hortgruppen, 6 Schulklassen

Im Grobraster E für die Stadtteile Ebelsberg und Pichling besteht im Berichtszeitraum bis 2022/23 auf Grund der neuen Wohnbauten ein Bedarf von fünf zusätzlichen Hortgruppen.

Bei den Volksschulen ist in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Realisierung der Wohnbauprojekte in Pichling mit einem Anstieg um rund 150 SchülerInnen (mindestens 6 Klassen) bis 2022/23 zu rechnen. In der Prognoserechnung der Stadtforschung wird für die Bebauung des Kasernenareals von einem Beginn der Besiedelung ab dem Jahr 2022 ausgegangen. Daher werden in den Folgejahren die SchülerInnenzahlen noch weiter ansteigen.

Das ergibt einen Gesamtbedarf von 11 klassen- bzw. hortgruppenwertigen Räumen.

Für die Neue Mittelschule sind bis 2022/23 annähernd gleichbleibende SchülerInnenzahlen zu erwarten.

Lösungsvorschläge:
Volksschulen / Horte:

  • VS Pichling, Neubau und Adaptierung Hort (14 klassenwertige Räume VS, derzeit 10 – Gewinn von 4 klassenwertigen Räumen; Adaptierung als 7-gruppiger Hort)
  • Der restliche Bedarf wird durch frei werdende Räume in der VS solarCity (tendenziell sinkende SchülerInnenzahlen) bzw. Doppelnutzungen an der VS Pichling bzw. solarCity gedeckt.

Planungsgebiet A (Urfahr)

Planungsgebiet B (Innenstadt, Kaplanhof, Franckviertel, Froschberg, Bulgariplatz)

Planungsgebiet C (Bindermichl, Spallerhof, Keferfeld)

Planungsgebiet D (Neue Heimat, Kleinmünchen, Auwiesen)

 

Planungsgebiet E (Ebelsberg und Pichling)

Statements zum Schul- und Hort-Ausbauprogramm:

Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing:
„Die geplanten Neubauten im Schul- und Hortbereich orientieren sich an den demografischen Anforderungen der kommenden Jahre. Zudem unterstützt die Familienstadt Linz damit die Kinder und Jugendlichen in ihrer schulische Entwicklung“. 

Bildungsreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger:
„Wir investieren in die Zukunft unserer Familien. Die Schülerinnen und Schüler erhalten in unseren Bildungseinrichtungen die Unterstützung und Förderung, die sie benötigen. Gleichzeitig geben wir den Eltern durch unsere Horte die Möglichkeit, die Anforderungen von Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen“. 

Infrastruktur-Referent Stadtrat Markus Hein:
„Nach dem bereits beschlossenen Ausbauprogramm für Kindergärten- und Krabbelstubenplätze starten wir nun eine Offensive für die bauliche Anpassung von Schulen und Horten an den gestiegenen Bedarf“.

Personal- und Liegenschafts-Referentin Stadträtin Regina Fechter:
„Als für Personal und Immobilien zuständiges Stadtsenatsmitglied bin ich in den Ausbau des Schul- und Hortangebotes intensiv eingebunden. Unsere Ziele sind gute Rahmenbedingungen für SchülerInnen und LehrerInnen – Stichwort: der Raum als 3. Pädagoge – sowie bestmögliche Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger, Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing, Infrastruktur-Stadtrat Markus Hein, Personal- und Liegenschafts-Referentin Stadträtin Regina Fechter und Bildungs-Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Bedarfsprognose und Grundsatzbeschluss für den Schul- und Hortausbau bis 2023“)

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