Presseaussendung vom: 13.02.2019 |

VSG KICK – seit 1997 ein erfolgreiches Jugendangebot 2018: 92 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Kursabschluss beruflich integriert

Der Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG) organisiert und betreut das Jugendangebot KICK bereits seit über 20 Jahren. Junge Menschen ohne Lehrabschluss oder mit persönlichen Hemmnissen finden bei KICK die besten Voraussetzungen, um nach der Betreuung eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz zu finden. So auch im vergangenen Jahr, wo erneut 45 junge Menschen in eine Lehrstelle, ein Dienstverhältnis oder ein anderes Angebot vermittelt werden konnten.   

„KICK ist und bleibt auch nach so vielen Jahren des Bestehens ein innovatives und erfolgreiches Angebot gegen die Beschäftigungslosigkeit von Jugendlichen. Die aktuell gute Wirtschaftssituation hilft darüber hinaus, dass die jungen Menschen nach Kurs-Ende nicht allzu lange auf einen geeigneten Arbeitsplatz warten müssen“, sagt Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. 

Aktuelle Situation am Linzer Arbeitsmarkt 

Ende Jänner waren in Linz 1.112 Jugendliche und junge Erwachsene arbeitslos vorgemerkt. Dazu kommen weitere, die derzeit im Auftrag des AMS eine Ausbildung absolvieren, wie z.B. im Jugendangebot KICK. Die Arbeitslosenzahlen sind erfreulicherweise in Linz generell rückläufig, am meisten bei der Gruppe der unter 25-Jährigen (minus 19,3 Prozent bei den unter 19-Jährigen, minus 12,44 Prozent bei den 20- bis 25-Jährigen). 

Die Beschäftigungszahlen zeigen zudem eine Nachfrage nach jüngeren Arbeitskräften. So hatten Ende Jänner zusätzliche 224 Personen zwischen 15 und 19 Jahren einen Arbeitsplatz gegenüber dem Vorjahr. Bei den 20 bis 25-Jährigen ging die Zahl jedoch um 142 Beschäftigte zurück.

Die Arbeitslosenquote ist bei den unter 19-Jährigen mit 3,9 Prozent deutlich niedriger als im Vorjahr (5 Prozent). Bei den jungen Erwachsenen liegt sie derzeit bei 8,2 Prozent, um 0,9 Prozentpunkte niedriger als im Vergleichszeitraum. 

Der (Berufs-) KICK für Jugendliche

Die Digitalisierung und die globale Wirtschaftssituation mit all ihren Anforderungen an beruflichen und persönlichen Voraussetzungen, birgt vor allem für Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen die Gefahr, aus dem Erwerbsleben ausgeschlossen zu werden. Der Einstieg in Arbeit und Beschäftigung scheint oft nicht oder nur sehr schwer möglich. Besonders häufig betroffen sind Jugendliche, die keinen Schulabschluss oder keinen höheren Abschluss als den einer Pflichtschule vorweisen können. 

Um dieser Zielgruppe dennoch eine Chance am Arbeitsmarkt zu geben, wurde bereits 1997 das Jugendangebot KICK durch den städtischen Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG) ins Leben gerufen. Die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt ist heute noch das Ziel. Darüber hinaus gehört auch die soziale und persönliche Stabilisierung, die fachliche und allgemein bildende Qualifizierung sowie Selbständigkeit und eigenverantwortliches Handeln im Alltag zum Förderprogramm. Eine gute, stabile Vermittlung bedeutet für die KICK-Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch, dass ein Betrieb gefunden wird, der den Jugendlichen stützt und fördert.

Bilanz 2018

Das Jahr 2018 war für KICK ein sehr erfolgreiches. Insgesamt 76 Jugendliche wurden während des Jahres betreut. 49 Personen haben die Betreuung erfolgreich abgeschlossen, 2 Personen verließen KICK, weil sie verzogen. 

Lediglich zwei Teilnehmer (= 4,1 Prozent) beendeten KICK nach der maximalen Kurszeit von neun Monaten und wurden an das AMS verwiesen, weitere zwei schieden aus dem KICK-Kurs vorzeitig aus (Drop-Out).

Von den abgeschlossenen 49 Jugendlichen konnten somit 45 in eine Lehrstelle, in ein Dienstverhältnis oder in ein anderes Angebot vermittelt werden. Dadurch ergibt sich für das Jahr 2018 eine voraussichtliche Vermittlungsquote von 92 Prozent. Dies ist der beste Wert seit 2010, oder auch das drittbeste KICK-Jahresergebnis seit Bestehen

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 76 Jugendliche aufgenommen, 21 davon setzten ihre Betreuung aus dem Jahr 2017 fort. Im Durchschnitt verblieben die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer im Jahr 2018 sechs Monate im KICK-Programm. 

Ins neue Jahr 2019 startet KICK mit 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Jahr 2018. Die nächste KICK-Auswahl startet am Montag, 1. April 2019, diesmal bereits in den neuen Räumlichkeiten am Spallerhof, Glimpfingerstraße 8, 2. Stock.

Um die beruflichen Chancen zu erhöhen, werden die KICK-Jugendlichen bei Bedarf in der Absolvierung des B-Führerscheins unterstützt. Diejenigen, die sich auf die Berufsschule vorbereiten können, werden z.B. in den Fächern „Angewandte Mathematik“ oder „Angewandte Wirtschaftslehre“ unterstützt.

Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin absolvierte 2018 im Durchschnitt zwei Praktika. Für mehr als die Hälfte der Jugendlichen (61 Prozent) bedeutete diese Praktika in der freien Wirtschaft (95 Prozent) oder in stadtnahen/öffentlichen Einrichtungen den Einstieg ins Berufsleben. Sie erhielten eine Anstellung im gleichen Betrieb.

Die 76 teilnehmenden Jugendlichen waren zu 55 Prozent männlich und 45 Prozent weiblich. Der Altersschnitt lag zwischen 15 und 21 Jahren. 

Die Ausgangsqualifikation der KICK-Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist vielfältig. 46 Prozent der Jugendlichen haben eine Lehre oder ein Dienstverhältnis abgebrochen, weitere 21 Prozent die Schule. 17 Prozent weisen als Grundqualifikation den Abschluss der Haupt-/Neuen Mittelschule oder Polytechnischen Schule auf. Die restlichen 16 Prozent besuchten Sonderschulen sowie andere Schulen oder haben eine anderweitige Ausbildung abgebrochen. Fast 2/3 aller Jugendlichen (63 Prozent) war vor Eintritt in den KICK-Kurs ein halbes Jahr ohne Beschäftigung und Arbeit suchend gemeldet. Elf Prozent zwischen sieben Monaten und einem Jahr und 26 Prozent waren länger als ein Jahr ohne Anstellung.

Mehr als 20 erfolgreiche Jahre

Wie sich heute zeigt, wurde KICK zu einem Erfolgsmodell. Seit 1997 nahmen insgesamt 1.455 junge Menschen an KICK teil. 1.129 haben die KICK-Kurse erfolgreich abgeschlossen. 85 Prozent oder 957 Jugendliche konnten im langjährigen Durchschnitt am lokalen Arbeitsmarkt oder in eine andere Form der Weiterbildung integriert werden.

Die Vermittlungsquote von KICK ist in den letzten Jahren konstant auf hohem Niveau geblieben. Leichte Rückgänge, wie etwa 2012, sind vor allem in der wirtschaftlichen Unsicherheit begründet.

Individuelle Betreuung für die Jugendlichen

Die an KICK teilnehmenden Jugendlichen weisen unterschiedlichste Ausgangssituationen auf, welche die Berufspädagoginnen und Pädagogen mit individuellen Problemlagen konfrontieren. Darunter finden sich zum überwiegenden Teil Mobilitätseinschränkungen, mangelnde Berufspraxis oder Orientierungslosigkeit. Besonders erschwerend ist, dass viele Jugendliche oft nicht nur mit einer Problemlage zurechtkommen müssen, sondern mehrere Faktoren zusammenspielen und sich die Vermittlungshemmnisse somit multiplizieren.

Im Verlauf der Jahre zeigt sich, dass besonders die familiären Probleme ein immer wiederkehrendes Hemmnis bei den Jugendlichen darstellen (im Schnitt 50 Prozent). Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt zudem, dass etwa ein Drittel der Jugendlichen finanzielle Probleme hat. 

Auch die Stigmatisierung durch die Herkunft oder die Kultur ist ein konstantes Problem, mit dem die KICK-Klientel belastet ist (durchschnittlich 50 bis 60 Prozent).

Durch ein individuelles Job-Coaching, Berufsorientierung, Arbeitspraktika, Schulungen und Sozialberatung wird auf die Problemlagen eingegangen und diese großteils beseitigt.

Das umfangreiche Ausbildungsangebot umfasst neben Deutsch-, Mathematik- und Allgemeinbildung auch die Erhöhung der digitalen Kompetenz der Jugendlichen. Schulungen durch Juristen/Juristinnen der Arbeiterkammer über Rechte und Pflichten von Lehrlingen oder den richtigen Umgang mit Geld und Verschuldung durch den Verein klartext werden ebenfalls angeboten.

Betriebsbesuche zu Firmen wie Silhouette, Internorm oder Schachermayer ermöglichen den Jugendlichen einen Einblick in die unterschiedlichen Unternehmensstrukturen und helfen so zu einer besseren Orientierung bei der Arbeitsplatzsuche. 

Kurs-Zufriedenheit extrem hoch

Die Zufriedenheit der Jugendlichen mit KICK wird extern durch das AMS mittels einer Online-Befragung und intern durch den VSG nach Kursabschluss mittels Feedbackbogen erhoben. Beide Befragungen sind anonym.

Die Zufriedenheit der am Kurs des Jahres 2018 teilgenommenen Personen fiel sowohl bei der Überprüfung durch das AMS als auch durch interne Befragung sehr positiv aus. So empfehlen 100 Prozent den KICK-Kurs weiter, 96 Prozent der Jugendlichen bewerteten das KICK-Programm mit „sehr gut“. 

Mehr als 80 Prozent gaben an, dass folgende persönliche Ziele durch den Kurs erreicht wurden:

  • Top Bewerbungsunterlagen
  • Berufliche Orientierung & Berufskunde
  • Sicherheit in Bewerbungsgesprächen
  • Erhöhung des Selbstvertrauens
  • Kenntnisse über die eigenen Stärken und Schwächen
  • Besserer Umgang mit Problemen

QUICK-KICK – die Kurzberatung

Mit QUICK-KICK hat der VSG eine erweiterte Form der Beratung für einen speziellen Personenkreis im Angebot. QUICK-KICK richtet sich an Jugendliche, die

  • bereits einen KICK-Kurs absolvierten und ihre Lehrstelle bzw. ihre Arbeitsstelle wieder verloren haben,
  • einen geringen Unterstützungsbedarf benötigen,
  • selbstständig mit wenigen Beratungseinheiten am Arbeitsmarkt Fuß fassen können, 
  • bereits eine Berufsorientierungsmaßnahme absolviert haben,
  • Begleitung und Beratung von KICK-Berufspädagoginnen und Pädagogen benötigen, um eine adäquate Maßnahme bzw. Institution für deren spezielle Problemlage zu finden (beispielsweise Sucht), 
  • durch eine Anfrage von anderen (sozialen) Einrichtungen, Institutionen und Maßnahmen an QUICK-KICK vermittelt werden (z.B. Arbeiterkammer, Geschäftsbereich Soziales, Jugend und Familie, Jugendzentren, …) und kurzfristige Beratungseinheiten in Anspruch nehmen.

QUICK-KICK bietet neuerliche Berufsorientierung und Bewerbungstrainings, Reflexion über den Verlust der Lehr- bzw. Arbeitsstelle sowie allgemeine soziale Beratung und Information zu Förderungen, Lehrwerkstätten und Maßnahmen des 2. Arbeitsmarktes.

2018 wurden bei QUICK-KICK 27 Jugendliche in insgesamt 50 Beratungsstunden betreut. Alle Beratungen konnten erfolgreich abgeschlossen werden. 

Erfolgreiche Partnerschaft gegen Jugendarbeitslosigkeit

Die gute Zusammenarbeit der KICK-Projektpartner ist ein weiterer Garant für den Erfolg des Angebots. Die Finanzierung wird zu 50 Prozent von der Stadt Linz und zu je 25 Prozent von Land Oberösterreich und Arbeitsmarktservice getragen. Das Jahresbudget von KICK betrug 2018 insgesamt 396.000 Euro. Die Projektpartner sind mit der Umsetzung und der Qualitätssicherung durch den Vertragspartner VSG höchst zufrieden.

KICK übersiedelt mit VSG am Spallerhof

Der VSG versteht sich als Initiative zur Schaffung innovativer Sozialprojekte für die Menschen in Linz und betreut derzeit jährlich rund 280 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Um diese Aufgaben sinnvoll bündeln zu können, wurden ein Großteil VSG Projekte mit Beginn 2019 in das ehemalige Haus des Seniorenzentrums übersiedelt. Die VSG-Verwaltung, MOVE und FACTORY haben die neuen Räumlichkeiten bereits im Jänner bezogen, KICK und LEARN folgen im März.

Die Stadt Linz förderte zur teilweisen Abdeckung der finanziellen Aufwendungen die Übersiedelung mit einem Zuschuss von bis zu 70.000 Euro. 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Erfolgreiches Jugendangebot KICK“)

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