Presseaussendung vom: 21.02.2019 |

4.500 Lehrlinge in 800 Linzer Lehrbetrieben ausgebildet Staatlich geförderte, überbetriebliche Lehrwerkstätten und unternehmensübergreifende Kooperationen

Ein wesentliches Element einer zukunftsorientierten Standortpolitik ist ein breit gefächertes Bildungsangebot. Dabei stellt die Lehrausbildung eine wesentliche Säule des österreichischen Bildungssystems dar. Eine fundierte Ausbildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben, zur Verwirklichung von Zufriedenheit und Anerkennung in der Arbeitswelt und gutem Einkommen. Eine (Berufs-)Ausbildung stellt jedoch vielfach für immer mehr junge Menschen eine große Hürde dar. 

Knapp 4.500 Lehrlinge werden in nahezu 800 Lehrbetrieben in Linz ausgebildet. Das entspricht 19 Prozent aller in Oberösterreich ausgebildeten jungen Menschen. Vier von zehn Lehrplätzen in Linz (36 Prozent) sind mit einer Frau besetzt. Dieses Geschlechterverhältnis von 4:6 ist seit Jahren konstant. Insgesamt ist die Zahl der Lehrlinge seit 2009 Jahren jedoch leicht rückläufig.

„Es sollte uns bewusst sein, dass vor allem in der Lehrlingsausbildung sowie generell in einer hochwertigen Ausbildung ein wesentlicher Schlüssel liegt. Einerseits, um den Wirtschaftsstandort Linz zu attraktivieren, andererseits, um dadurch vermehrt Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Der Mangel an Fachkräften, besonders in den technischen Berufen, wie auch das Fehlen qualifizierter Lehrlinge führt dazu, dass Unternehmen in einem begrenzten Markt ihre Humanressourcen suchen müssen. Dies bringt letztlich verschärfende Verknappungseffekte. Die aktuellen Statistiken des AMS Oberösterreich zeigen, dass im Jänner 2019 gesamt 195 Lehrstellen sofort zur Verfügung stünden. Dem gegenüber stehen 100 Lehrstellensuchende. Qualifizierte Arbeitskräfte sind Mangelware. Initiativen wie gemeinsame Lehrwerkstätten oder unternehmensübergreifende Kooperationen in der Lehrausbildung könnten den Druck etwas senken“, betont Bürgermeister Klaus Luger.

19 Prozent aller oberösterreichischen Lehrlinge werden in Linz ausgebildet

In Oberösterreich werden in knapp 5.700 Lehrbetrieben etwa 23.100 Lehrlinge ausgebildet. Davon befinden sich in Linz 800 Ausbildungsstätten. In den Linzer Lehrbetrieben sind zirka 19 Prozent der oberösterreichischen Lehrlinge, das sind 4.500 Jugendliche, in Ausbildung. 36 Prozent davon sind Frauen. Zu beobachten ist, dass in den letzten acht Jahren die Anzahl der Lehrlinge in Linz rückläufig ist.

Dennoch bleibt der Anteil jener, die in Linz ausgebildet werden, konstant hoch.


Quelle: Wirtschaftskammer, Lehrlingsstatistik

Die Zahl der Lehrlinge in Ausbildung erreichte 2009 ein Maximum und ist seither rückläufig. So wurden 2018 um 21 Prozent weniger Lehrlinge ausgebildet als noch 2009. Betrachtet man die Geschlechteraufteilung, so erkennt man, dass in Linz der Anteil weiblicher Lehrlinge mit 36 Prozent höher ist als in Oberösterreich (32 Prozent).

Betrachtet man die Ausbildungen nach wirtschaftlichen Sparten, so dominieren in Linz mit jeweils mehr als 1.000 Lehrlingen das Gewerbe und Handwerk sowie die Industrie. Interessant dabei: exakt 1.057 Lehrlinge im Wirtschaftszweig Industrie werden lediglich von „nur“ 39 Lehrbetrieben ausgebildet. Hingegen bilden knapp 300 Betriebe die mehr als 1.000 Linzer Lehrlinge im Gewerbe und Handwerk aus. Mit mehr als 60 Prozent Frauenanteil weisen der Handel sowie sonstige Lehrberechtigte (Rechtsanwälte, Magistrat,…) die höchste Frauenquote auf. Mit jeweils 14 Prozent ist der Frauenanteil im Segment Transport und Verkehr sowie in der Industrie am niedrigsten.

Ausbildungsangebot für jeden Jugendlichen

„Als Stadt versuchen wir insbesondere auch jenen Jugendlichen, die sich in ihrer Ausbildung schwerer tun, eine Chance zu geben. Jeder und jede sollte die Möglichkeit auf einen Ausbildungsplatz erhalten. Ich sehe darin eine große Verpflichtung. Zum einen, weil Arbeit unser Leben definiert und zur Erhaltung der Existenz unumgänglich ist. Zum anderen, weil ich es national-ökonomisch für notwendig erachte, die Ressource Mensch vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels in den Mittelpunkt zu stellen“, betont Bürgermeister Klaus Luger. 

Maßnahmen vor allem in der Arbeitsplatzsicherung sowie in der weiteren Qualifizierung von arbeitslosen Menschen sind gefordert. Die städtischen Beschäftigungsprogramme wie Jobimpuls, eine verstärkte Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Institutionen wie dem Arbeitsmarktservice sowie mit Sozialvereinen können Menschen helfen, sich wieder am Arbeitsmarkt zu etablieren. Jedes Jahr finden etwa 150 Pflichtschulabgänger keinen Ausbildungsplatz. Dies geschieht völlig unabhängig von der wirtschaftlichen Lage, völlig unabhängig vom quantitativen Angebot an Lehrplätzen. „Viele dieser Jugendlichen sind leider tatsächlich nicht in der Lage, aufgrund ihrer schulisch schwachen Leistungen und Ausbildungsdefizite umgehend einen Lehrplatz einzunehmen. Für diese bedarf es spezieller Aufschulungsprogramme. Darum sollte es unser Ziel sein, Projekte und Maßnahmen zu entwickeln, dass wir jeder und jedem dieser 150 Jugendlichen ein Ausbildungsangebot unterbreiten können“, so Luger.

Unternehmensübergreifende Ausbildungsaktivitäten

Zudem sieht Bürgermeister Klaus Luger einen weiteren Ansatzpunkt in unternehmens-übergreifenden Ausbildungsinitiativen. Unternehmen könnten durch gemeinsame Anstrengungen ihre Ausbildungsaktivitäten bündeln und darüber hinaus durch übergreifende Systeme ein verstärktes Anreizsystem für junge Menschen bieten. Beispielsweise wäre es möglich, Auslandssemester für Lehrlinge bei international tätigen Unternehmen anzubieten.

Staatlich geförderte überbetriebliche Lehrwerkstätten bieten attraktivere Durchlässigkeit

Überbetriebliche Lehrwerkstätten bieten einerseits für kleine Handwerks- und Produktionsbetriebe wesentliche Vorteile. Eine fundierte Lehrausbildung ist meist kosten- und zeitintensiv. Kleine Unternehmen sehen sich dadurch überfordert, weil sie nicht nur den Auszubildenden, sondern auch den Ausbildner zu finanzieren haben, ohne dass diese bereits einen entsprechenden Ertrag liefern können. Überbetriebliche Lehrwerkstätten könnten dieses Problem entschärfen, da ein Teil der Kosten von mehreren Unternehmen gemeinsam getragen wird. 

Andererseits wäre es in solchen Einrichtungen dann auch sinnvoll, ein breiteres praxisorientiertes Ausbildungsangebot zu etablieren. Damit könnte die Durchlässigkeit zwischen mehreren verwandten Berufen gefördert werden, was wiederum der Attraktivität des Lehrbetriebs dienlich wäre. Da Betriebe für den Eigenbedarf ausbilden, wäre diese zukunftsorientierte, den Jugendlichen mehr Chancen bietende Vorgehensweise von allgemeinem Interesse und sollte staatlich gefördert werden.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger zum Thema „4.500 Lehrlinge werden derzeit in Linz ausgebildet“)

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