Presseaussendung vom: 04.03.2019

Sozialplan für GWG-Wohnanlage Wimhölzel-Hinterland Stadt Linz übernimmt Ausgleichszahlungen in Höhe von 1,2 Millionen Euro für MieterInnen zu 100 Prozent

Hälfte aller MieterInnen fordern bereits neue Wohnungen

Die GWG errichtet die Wohnanlage Wimhölzel-Hinterland im Linzer Franckviertel völlig neu. Im kommenden Jahr beginnen dafür die Abtragungsarbeiten der ersten Gebäude. Etwa 350 Mieterinnen und Mieter dieser Anlage benötigen daher vorübergehend oder dauerhaft ein neues Zuhause. Um höhere Mietkosten abzufedern, unterstützen Stadt Linz und GWG die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner mit einem eigenen Sozialplan finanziell. Die Gesamtsumme dieser Ausgleichszahlungen in der Höhe von 1,2 Millionen Euro übernimmt nun zur Gänze die Stadt Linz. Ursprünglich sollten die Kosten zu je 50 Prozent zwischen Stadt und GWG aufgeteilt werden. Da die städtische Wohnungsgesellschaft die Bewohnerinnen und Bewohner bestmöglich beim Wohnungswechsel unterstützt, entstehen für die GWG bereits jetzt beträchtliche Mehrkosten. Durch die gänzliche Übernahme der Ausgleichszahlungen an die betroffenen Mieterinnen und Mieter stellt die Stadt Linz die Lebens- und Wohnqualität während der gesamten Projektdauer sicher.

„Die Übernahme der Kosten zur Unterstützung der Mieterinnen und Mieter ist uns ein wichtiges Anliegen. Da die GWG – bei Gesamtkosten von insgesamt sieben Millionen für die Projektabwicklung – alleine drei Millionen Euro aufwendet, um betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern bestmöglich bei der Übersiedlung zu helfen, übernimmt die Stadt nun zusätzlich ihren Anteil für die Ausgleichszahlungen“, betonen Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Im geplanten ersten Bauabschnitt konnte die GWG bereits für 95 Mieterinnen und Mieter ein neues Zuhause finden, für 13 weitere Mieterinnen und Mieter sucht die GWG intensiv nach passenden Ersatzwohnungen. Insgesamt wurde bereits knapp die Hälfte aller ehemals 430 Mieterinnen und Mieter abgesiedelt.

Am 6. April 2017 fasste der Linzer Gemeinderat im Zusammenhang mit der Neubebauung der Wohnanlage Wimhölzel-Hinterland einen einstimmigen Beschluss, mit dem wesentliche Vorgaben für die Projektabwicklung festgelegt wurden. Dazu zählte, einen für die Bewohnerinnen und Bewohner transparenten Entscheidungsfindungsprozess unter Begleitung eines Mediators einzuleiten, sowie Mieterinnen und Mieter der Altbauwohnungen bestmöglich bei der Übersiedlung zu unterstützen. So beschränken sich alternative Wohnungsangebote an die Betroffenen nicht nur auf die gesetzlich vorgeschriebenen zwei Ersatzwohnungen, sondern gehen bei Bedarf darüber hinaus.

Bis zu 250 BewohnerInnen profitieren von Sozialplan

Ein wichtiger Punkt war die Erstellung eines Sozialplans durch die GWG unter Einbindung der Stadt Linz und – wie ursprünglich geplant – des Landes Oberösterreich, das sich letztlich jedoch nicht beteiligte. Durch den Sozialplan erhalten jene Menschen zusätzliche Unterstützung, die sozial bedürftig sind und somit von der Übersiedelung in neue Wohnungen besonders stark betroffen wären. Laut GWG haben knapp 250 Personen für zehn Jahre Anspruch auf diese Ausgleichszahlung.

Berechnungen ergaben eine Maximalsumme von 1,2 Millionen Euro für die Unterstützung der Mieterinnen und Mieter. Im Juni 2018 beschloss der Linzer Gemeinderat schließlich den ausgearbeiteten Sozialplan.

Neben den Ausgleichszahlungen umfasst der Sozialplan noch folgende Aufgaben, mit denen die GWG sozial bedürftige Mieterinnen und Mieter der betroffenen Anlage besonders unterstützt:

  • Bevorzugte Behandlung bei Wohnungswünschen und Verzicht auf Vormerkkautionen
  • Stundung von Einmalzahlungen wie Finanzierungsbeiträge bei Neubau-Wohnungsersatzangeboten
  • Überbindung bestehender Kautionen
  • Übersiedlungsservice für Küche und Möblierung – alternativ Ersatzzahlungen
  • Ablösen in der „Alt“-Wohnung auf Basis der mietrechtlichen Bestimmungen
  • Verzicht auf die verpflichtende Anmietung von Tiefgaragenstellplätzen im Neubau

Für diese zusätzlichen Aufwendungen fallen bei der städtischen Wohnungsgesellschaft Mehrkosten von etwa drei Millionen Euro an. Künftige Betriebsergebnisse der GWG werden dadurch deutlich belastet. Unter diesen Rahmenbedingungen entschied die Stadt Linz, den Grundsatzbeschluss vom Juni 2018 abzuändern und die Ausgleichszahlungen in der Höhe von maximal 1,2 Millionen Euro nun zur Gänze zu übernehmen.

Das Neubau-Projekt Wimhölzel-Hinterland

Die Projektplanung sieht den Abbruch der bestehenden acht Bauteile und die Neubebauung in vier Bauabschnitten vor.

In der gesamten Wohnanlage mit insgesamt 430 Wohnungen sind aktuell noch 219 Wohnungen mit einem unbefristeten Mietvertrag vermietet. Damit steht bereits rund die Hälfte aller Wohnungen leer. Im ersten Bauabschnitt, der die beiden Gebäude an der Ing.-Stern-Straße und der Engelmannstraße umfasst, konnte die GWG bereits für 95 Mieterinnen und Mieter ein neues Zuhause finden. Hier unterstützt die GWG die noch 13 verbliebenen Mieterinnen und Mieter intensiv bei der Suche nach einer passenden Ersatzwohnung. In knapp einem Jahr – im 2. Quartal 2020 – sollen hier die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt beginnen.

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