Presseaussendung vom: 26.03.2019 |

Gefragte Kompass-Sozialberatung Erste Anlaufstelle bei Fragen zu Pflege und Betreuung unterstützte im Vorjahr 6.700 Klientinnen und Klienten

Mit den Sozialberatungsstellen Kompass bietet die Stadt Linz hilfesuchenden erwachsenen Personen eine Anlaufstelle für ihre Problemlagen. So können sich Linzer Bürgerinnen und Bürger mit Beratungs-, Unterstützungs-, Versorgungs- und Pflegebedarf in der Landeshauptstadt vertrauensvoll an fünf über das Stadtgebiet verteilte Kompass-Sozialberatungsstellen wenden. Hier erhalten sie kostenlose und auf Wunsch anonyme Beratung und Unterstützung. 

2018 sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen Kompass mehr als 6.700 Ratsuchenden mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Die größte Nachfrage besteht im Bereich der Pflege und Betreuung. Dazu zählt das Organisieren von Mobilen Diensten sowie die Beratung und Bedarfserhebung für einen Heimplatz in einem Linzer Seniorenzentrum.

„Die städtischen Sozialberatungsstellen bieten allen erwachsenen Linzerinnen und Linzern einen einfachen und kostenlosen Zugang zu den Kompass-Serviceangeboten. Ob in den eigenen Einrichtungen oder im Rahmen eines Hausbesuches vor Ort. Dabei nehmen sich die Kompass-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fürsorglich und vertrauensvoll um die Anliegen der Betroffenen an“, erläutert Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. „Sie sind zudem die erste Anlaufstelle für alle Fragen zur Unterstützung der älteren Generation und sind aus dem dichten Versorgungsnetz für die Linzer Seniorinnen und Senioren nicht mehr wegzudenken“, so Hörzing.

Die Kompass-Sozialberatungsstellen sind erste Anlaufstellen für hilfesuchende Menschen mit Beratungs-, Unterstützungs-, Versorgungs- und Pflegebedarf. Zielgruppe sind alle Linzerinnen und Linzer ab 18 Jahren mit dem Hauptwohnsitz in Linz sowie deren Angehörige beziehungsweise ihr Lebensumfeld. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Das Beratungsangebot ist auf vier Stadtbereiche aufgeteilt.

Standorte sind das Neue Rathaus – hier ist zusätzlich eine eigene Kompass-Beratung für Delogierungsprävention und unmittelbar existenzbedrohende Schulden eingerichtet –, das Seniorenzentrum Franckviertel, das Seniorenzentrum Neue Heimat sowie das Stadtteilzentrum Auwiesen.

21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (18 Vollzeitäquivalente) kümmern sich in den Sozialberatungsstellen um die verschiedensten Anliegen. Die Professionen umfassen Fachkräfte aus den Bereichen Sozialarbeit und Soziologie sowie Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter. 

6.703 Klientinnen und Klienten im Jahr 2018

Im vergangenen Jahr suchten 6.703 Klientinnen und Klienten Unterstützung in einer städtischen Kompass-Sozialberatungsstelle. 61 Prozent davon waren Frauen, 38,9 Prozent Männer.

Pflege und Betreuung am stärksten nachgefragt

Die am meisten nachgefragten Bedarfsfelder waren wie schon in den Jahren zuvor auch 2018 der Bereich Pflege und Betreuung. Zwei Drittel der Beratungen sind in diesem Bereich erfolgt.

Mehr als 1.000 Heimobjektivierungen 

Ältere Linzerinnen und Linzer, die einen Pflegeplatz in einem Seniorenzentrum benötigen, sind in den Kompass-Sozialberatungsstellen an der richtigen Adresse. Diese sind für die gesamte Heimobjektivierung in Linz zuständig. Dazu zählen die Erhebung/Abklärung des Pflege- und Betreuungsbedarfes, die Erarbeitung der Heimbewerbung sowie die Organisation der Pflege bis zur Heimaufnahme. Eine Beratung über mögliche Alternativen wird hier ebenfalls geboten. 2018 wurden insgesamt 1.037 Heimobjektivierungen (Anträge auf Aufnahme in ein Alten- und Pflegeheim) durchgeführt.

Bedarfsorientierte Heimobjektivierung garantiert beste Versorgung

Die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter führen Objektivierungsverfahren für die Aufnahme in privaten und städtischen Pflegeheimen durch. Dadurch wird eine bedarfsorientierte – vom sozialen Status unabhängige – Aufnahme in ein Alten- und Pflegeheimen ermöglicht.

Das Heimobjektivierungsverfahren (seit 2003) wurde eingerichtet, um sicherzustellen, dass diese sehr kostenintensive Sozialhilfeleistung erst dann erbracht wird, wenn die Angebote der Mobilen Dienste und sämtlicher privater Ressourcen den notwendigen Pflege-und Betreuungsbedarf nicht mehr abdecken können. 

Zuerst erfolgt eine genaue Abklärung, ob eine stationäre Versorgung tatsächlich erforderlich ist. Gegebenenfalls wird über alternative Betreuungsformen beraten. Neben der Erhebung des Pflege- und Betreuungsbedarfes findet eine Einschätzung der gesamten Lebenssituation der Betroffenen statt, wobei folgende Aspekte besonders berücksichtigt werden: 

  • die Ist-Situation
  • die bisherige Betreuung und das bestehende soziale Netz 
  • die Biographie und 
  • die Motivation der Klient/Innen zur Heimaufnahme

Die Reihung für eine Heimaufnahme erfolgt nach Dringlichkeit. Eine laufende Evaluierung der Dringlichkeit erfolgt durch die zuständigen SozialarbeiterInnen in Zusammenarbeit mit den Klientinnen und Klienten, deren Angehörigen sowie etwaigen Kooperationspartnern. Im Bereich der Heimobjektivierung wendet sich die pflegebedürftige Person, deren Angehörige und auch oftmals das Krankenhaus an die Sozialberatungsstelle. Da viele Heimanträge während Krankenhausaufenthalten gestellt werden, gibt es eine enge Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten und Überleitungspflegen der Krankenhäuser.

Beratung in der eigenen Wohnung

Die Koordination der Mobilen Dienste läuft ebenfalls über Kompass. Die Diplom-SozialarbeiterInnen klären den Pflegebedarf, die Wünsche und Bedürfnisse der Ratsuchenden und deren Angehörigen und vermitteln unter Berücksichtigung der häuslichen, sozialen und familiären Situation entsprechend Mobile Dienste. Die Beratungen erfolgen häufig vor Ort durch einen Hausbesuch.

Diese werden zur (ersten) Kontaktaufnahme genutzt, die zuständigen SozialarbeiterInnen können die Klientinnen und Klienten in ihrem persönlichen Lebensumfeld kennen lernen. Zudem ist es für die zu betreuenden Personen meist – aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen – sehr beschwerlich, die Beratungsstelle aufzusuchen. Oftmals wird der Hausbesuch auch als präventives Mittel eingesetzt, um diesen Menschen eine weitere Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 2.684 Hausbesuche absolviert.

Finanzielle Angelegenheiten 

Alle Linzerinnen und Linzer können sich mit Problemen in finanziellen Belangen vertraulich an das Kompass-Beratungsteam wenden und erhalten individuelle Beratung und ausführliche Informationen. Mit der Erarbeitung von persönlichen Lösungsansätzen wird den Betroffenen stets nachhaltig geholfen. 2018 entfiel mit 22,1 Prozent fast ein Viertel der Sozialberatungen auf diesen Bereich. 

Finanzierung

Durch den Betrieb der Sozialberatungsstellen entstehen der Stadt Linz Kosten aus Sach- sowie Personalaufwendungen. Gemäß Oö. Sozialhilfegesetz ersetzt das Land den regionalen Trägerinstitutionen einen Teil dieser Kosten. 2018 belief sich diese Transferzahlung auf knapp 438.000 Euro. Somit finanzierte die Stadt Linz 73 Prozent der Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro selbst.

KOMPASS-BERATUNGSZEITEN

Kompass Existenzsicherung
Dienstag 9:00 – 12:30 Uhr
Neues Rathaus, Hauptstraße 1-5, 4041 Linz
Tel: (0732) 7070-2781, 2782, 2783, 2787, 2788, 2790

Kompass Nord 
Neues Rathaus, Hauptstraße 1-5, 4041 Linz
Dienstag 9:00 – 12:30 Uhr
Donnerstag 14:00 – 16:30 Uhr
Tel: (0732) 7070-2766, 2767, 2768, 2769, 2770

Kompass Ost
Ing.-Stern-Straße 15-17, 4020 Linz
Dienstag 9:00 – 12:30 Uhr
Donnerstag 14:00 – 16:30 Uhr
Tel: (0732) 666 272-20, 21, 22, 23, 24

Kompass Süd
Flötzerweg 95-97, 4030 Linz
Dienstag 9:00 – 12:30 Uhr
im Stadtteilzentrum Auwiesen abgehalten:
Donnerstag 14:00 – 18:00
Tel: (0732) 370 170-12, 15, 16

Kompass Auwiesen
Wüstenrotplatz 3, 4030 Linz
Dienstag 9:00 – 12:30 Uhr
Donnerstag 14:00 – 18:00 Uhr
Tel: (0732) 302 731-19, 20

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Gefragte Kompass-Sozialberatung – Pflege wichtigstes Thema“)

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