Presseaussendung vom: 27.03.2019

Der bienenfreundliche Balkon… …in einer bienenfreundlichen Stadt

100 Millionen Landschaftspflegerinnen in Linz 

Vom Schutz der Landschaft ist In Linz ist nicht nur oft die Rede, es geschieht auch viel. Ohne die Leistung unserer Stadtbauern und Stadtgärtner schmälern zu wollen - in unserer Stadt gibt es ein riesiges Heer an Landschaftspflegerinnen, die das Jahr für Jahr unsere Pflanzen zum Erblühen bringen: 

Gemeint sind die Bienen, von denen in Linz etwa 100 Millionen leben. Wie kommt man auf diese Zahl? In Linz haben etwa 100 Menschen die Bienenzucht zu ihrem Hobby erklärt und betreuen eines oder mehrere Bienenvölker. In ihrer Obhut befinden sich etwa 2.000 Bienenvölker mit je 50.000 Tieren.

„Die Bienen bestäuben nicht nur unsere Blumen, sondern auch unsere Kulturgewächse. Drei von vier Körben Äpfel beispielsweise haben wir unseren Bienen zu verdanken“, informiert die Linzer Umweltreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

Die Imkerei ist der einzige Wirtschaftszweig, der ohne Gegenleistung volkswirtschaftliche Leistungen erbringt. Ein gepflegter Bienenstock produziert in einer guten Saison bis zu 30 Kilogramm Honig!

Kein Wunder, das das Interesse an der Imkerei gerade in letzter Zeit wieder zunimmt. Auch ein steigendes Umweltbewusstsein trägt dazu bei. Früher waren die Imker eine Altherrenpartie, heute wollen immer mehr Menschen, vor allem Junge, Imker werden….

Auftakt im Jahr 2013

Bereits seit April 2013 wurde auf Initiative von Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger auf der Terrasse des Neuen Rathauses der erste Bienenstock aufgestellt. Sie ist Schirmherrin des Projekts „Erster Linzer Rathaushonig“, betreut und organisiert von der Plattform LinzerBiene.

„Bienen sind für aus unserem Stadtökosystem nicht wegzudenken. Wir alle können einen kleinen Beitrag zur Gesundheit der Bienen leisten, indem wir im Garten, am Balkon oder mit dem kleinsten Blumenkistl Bienen gezielt durch die Bepflanzung unterstützen. Zum Beispiel: Anstatt Geranien lieber Kapuzinerkresse oder Kräuter wie Thymian, Basilikum oder Salbei einsetzen”, sagt Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

Wichtig ist zudem, dass die Bienen keinen schädlichen Giften ausgesetzt werden, weshalb auf Pestizide, etc. grundsätzlich verzichtet werden sollte. Das ist zudem für die eigene Gesundheit ein wichtiger Beitrag. Auch die Verwendung von Bio-Pflanzen und Bio-Erde hilft sicherzustellen, dass giftfreie Pflanzen am Balkon und im Garten wachsen.  

Weitere Tipps für eine bienenfreundliche Stadt hält Dr. Friedrich Schwarz, Naturschutzbeauftragter und Leiter des Botanischen Gartens und der Naturkundlichen Station, bereit: 

„Anfang April startet der Frühling so richtig durch. Die Natur erwacht, Pflanzen sprießen, Blumen blühen, Vögel zwitschern und Bienen summen. Um das Sprießen, Blühen, Zwitschern und Summen im Einklang mit der Natur zu bringen, können wir Menschen einiges beitragen. Denn alles hängt zusammen und ist vernetzt. Insbesondere sind heimische Pflanzen mit ihren nektar- und pollenreichen Blüten wesentlich besser in die ökologischen Kreisläufe eingepasst, als exotische Zierpflanzen, bei denen das bei weitem nicht so gut funktioniert. Blütenbesuchende Insekten, wie Schmetterlinge, Käfer und insbesondere Bienen – und hier neben der Honigbiene sehr viele Wildbienen – finden ihre Nahrung für sich und die Nachkommen am besten an solchen Pflanzen“.
Jede/r Garten- oder BalkonbesitzerIn kann dazu beitragen, dass kleine Naturoasen auch in verbauten Wohngebieten entstehen, die insgesamt zur Artenbereicherung beitragen. Bereits ein klug bepflanzter Balkonkasten lockt viele Tiere an. Insekten sind wiederum Nahrung für Vögel, die damit ihre Jungen aufziehen. Fehlen die Insekten, fehlen auch die Vögel – und der Frühling wird immer stummer. 

„Wichtig sind Pflanzen, die lange Blütezeiten haben und vor allem auch dann Nektar bieten, wenn die Bäume, Sträucher und Wiesen bereits wieder abgeblüht sind. Gut geeignet sind z.B. Gewürzpflanzen, wie Salbei, Thymian und Oregano, die wärmeliebend sind und auch mit trockenen Bedingungen gut zurande kommen. Diese bieten nicht nur Nahrung für viele Insekten, sondern bereichern auch unseren Speiseplan – eine Win-win-Situation“, schließt Dr. Schwarz..

Imkern ist immer mehr in

Das Interesse am Stadtimkern nimmt in Linz stetig zu. Nicht zuletzt aufgrund des Engagements der LinzerBiene wächst die Zahl der Imkerinnen und Imker in Linz. Die Volkshochschule Linz hat bereits vor mehreren Jahren den Trend zur ImkerInnen-Ausbildung aufgegriffen und bietet zahlreiche Veranstaltungen, Kurse und Workshops rund um das Thema Bienen an. Zudem stellt die VHS eigens einen Honig-Schleuderraum zur Verfügung. 

Generell setzt die Stadt Linz viele Maßnahmen zu Gunsten von Bienen. So fördert die Stadt Linz mit 90.000 Euro jährlich ihre Stadtbauern und Stadtbäuerinnen. Damit werden unter anderem „bienenfreundliche“ Maßnahmen wie die Erhaltung und Pflege von Heuwiesen, Blumenböschungen, Ackerrandstreifen und Rainen unterstützt. 

Bienen fühlen sich erstaunlich wohl in der Stadt. Besonders Linz mit seiner Vielzahl an blühenden Parks, dem Botanischen Garten, Vorgärten, Kleingartensiedlungen und Balkonen bietet vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein ein reiches Angebot an Pollen und Nektar für die eifrigen Insekten. Das Neue Rathaus Linz, mit seinen arten- und blumenreichen Terrassen, am Ufer der Donau gelegen, ist nicht nur ein äußerst attraktiver sondern auch ein urbaner und zentraler Standort. Der Bienenstock auf der Terrasse des Neuen Rathauses erfüllt hohe ökologische Aufgaben. Neben der Bestäubung unzähliger Blütenpflanzen – ob Balkonblumen, Obst- oder Gemüsestauden auf diversen Terrassen in Alt Urfahr, ob Obstbäume in den privaten Gärten der Gegend oder vieler Bäume entlang der Urfahraner Donaulände – sorgen die Bienen für eine gehaltvolle Honigernte.  

„Linzer Rathaus Honig“

Neben der Bestäubung unzähliger Blütenpflanzen – ob Balkonblumen, Obst- oder Gemüsestauden auf diversen Terrassen in Alt Urfahr, ob Obstbäume in den privaten Gärten der Gegend oder vieler Bäume entlang der Urfahraner Donaulände – bescherten die Bienen auf der Rathausterrasse dem Team der LinzerBiene bereits einige gehaltvolle Honigernten. 

LinzerBiene fördert Stadtimkerei

Die LinzerBiene versteht sich als eine Plattform zur Erhaltung und Förderung der Stadtimkerei in Linz. Sie fordert und fördert Wissensvermittlung, um auf die unersetzlich hohe ökologische Bedeutung von (Wild-)Bienen insbesondere auch im städtischen Raum hinzuweisen. 

Honig-Schleuderraum im Wissensturm 

Ebenfalls in Kooperation mit der LinzerBiene hat die Volkshochschule Linz auf Initiative von Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger vor mehreren Jahren einen Honig-Schleuderraum im zehnten Obergeschoß des Wissensturms eingerichtet. Dieser ist gegen eine geringe Gebühr öffentlich zugänglich. 

Im Schleuderraum steht eine vollautomatische Vier-Waben-Schleuder. Eine Einweisung durch Bienen-ExpertInnen stellt sicher, dass der vom eigenen Bienenvolk gesammelte Honig fachgerecht geschleudert und verarbeitet werden kann. Die Voraussetzung für die Nutzung ist das Absolvieren eines Hygienekurses beim Landesverband der ImkerInnen und der Besuch des Honigerntekurses in der Volkshochschule Linz. 

ImkerInnen-Kurse in der Volkshochschule

Das Interesse am Stadtimkern hat in Linz in den vergangenen Jahren zugenommen. Nicht zuletzt auch aufgrund des Engagements der LinzerBiene wächst die Zahl der ImkerInnen ständig an. Diesen Trend hat die Volkshochschule Linz in ihrem Angebot aufgegriffen und bietet mittlerweile viele Veranstaltungen, Kurse und Workshops zum Thema an. Als Tutorin agiert Dr.in Katja Hintersteiner, freiberufliche Ökologin und Stadtimkerin aus Leidenschaft. Nachfolgend einige aktuelle Beispiele: 

Praxiskurs Imkern 

Bienenstöcke zu bekommen ist nicht schwer. Damit die Imkerei aber auch Freude macht, sind Kurse in praktischer und theoretischer Ausbildung immer hilfreich. In diesem Kurs kann man nicht nur die Theorie über das Verhalten der Bienen kennenlernen, sondern auch die praktische Umsetzung des Gelernten. Veranstaltungsorte sind Wissensturm und Bergschlössl-Park.

Brutableger, die funktionieren 

Wie bilde ich Brutableger richtig? Antwort auf diese Frage erhalten Kursteilnehmerinnen am 4. Mai 2019. Gezeigt wird praxisbezogene Ablegerbildung mit der Möglichkeit, selbst mitzuarbeiten. Treffpunkt ist der Lehrbienenstand Bergschlössl-Park (ab 14 Uhr).

Wintersitz - Einfüttern - Varroa-Behandlung 

Wir lernen am 12. Juli 2019, ebenfalls beim Lehrbienenstand Bergschlössl-Park, worauf bei der Einwinterung geachtet werden muss, damit auf die durchgeführte Einwinterung auch eine erfolgreiche Auswinterung im Frühling folgen kann. 

(Informationsunterlage für Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zur Pressekonferenz „Der bienenfreundliche Balkon“)

Frag ELLI!
Frag ELLI! – Chatbot der Stadt Linz

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