Presseaussendung vom: 04.04.2019

Deutlicher Rückgang der Krötenpopulation in Linz Schutzzäune an der Mönchgrabenstraße und Am Langen Zaun

Obwohl die Stadt Linz seit vielen Jahren kontinuierlich verschiedene Maßnahmen zum Schutz und der Erhaltung der Kröten tätigt, ist die Population dieser nützlichen Amphibien im Stadtgebiet deutlich rückläufig. Konnten 2009 durch die Fangzäune an der Kapuziner und Gottschallinger Straße, in Wambach und Am Langen Zaun sowie an der Mönchgrabenstraße noch 5.476 Tiere gerettet werden, waren es 2017 nur mehr 133. 2018 stieg die Zahl erfreulicher Weise auf 648 an. Aufgrund der dramatischen Rückgänge verzichtete die Stadt 2016 auf die Errichtung der Fangzäune an der Kapuziner- und Gottschallinger Straße sowie in Wambach. Eindeutiges Indiz für die Einbrüche der Krötenbestände ist auch der Umstand, dass auf der Fahrbahn kaum getötete Tiere gefunden werden. 

„Die Stadt setzt alles daran, die Kröten im Stadtgebiet zu schützen und den Bestand zu stabilisieren beziehungsweise wieder zu erhöhen. Der sorgsame Umgang mit der Umwelt, vor allem die Erhaltung der Wasserqualität, tragen wesentlich dazu bei, dass die nützlichen Tiere im Stadtgebiet erhalten bleiben“, betont Umweltreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Nach wie vor werden von der Naturkundlichen Station der Stadt Linz Krötenzäune an der Mönchgrabenstraße und Am Langen Zaun aufgestellt. Täglich kontrollieren städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Fangkübel, entfernen die Tiere und setzen sie auf der anderen Straßenseite wieder frei. An Wochenenden erfolgt die Betreuung in Kooperation mit der Stadtgruppe Linz des Naturschutzbundes. 

Äußerst bedenklich ist der Einbruch der Bestände an der Mönchgrabenstraße. Wurden hier 2009 noch 3.400 Tiere gefangen beziehungsweise gerettet, waren es im heurigen Jahr nur mehr 136 Individuen. Es wird vermutet, dass sich die Qualität des Laichgewässers, das unmittelbar neben der Westautobahn liegt, durch äußere Einflüsse massiv verschlechtert hat. Dadurch könnte damals die Kaulquappen-Population auf einen Schlag ausgelöscht worden sein. Auch heuer zeigt sich an der Mönchgrabenstraße ein deutlicher Rückgang der Kröten.

Die Ursache dürfte im Bereich der kontinuierlich einfließenden Straßenabwässer liegen. Um für diese gefährdete Population eine Alternative zu bieten, wird die Errichtung eines Ersatzbiotops im Schiltenbergwald angedacht. Die Naturkundliche Station wird im Laufe des Jahres versuchen, eine Lösung zu finden.

Erfreulich ist, dass die Population Am Langen Zaun deutlich zugelegt hat. Konnten im Vorjahr etwa 400 Tiere gerettet werden, wurden am Ende der Wandersaison 2019 mehr als 1.700 Individuen gezählt. In Gottschalling und in Wambach wurden auch heuer keine toten Tiere gefunden. Ein Beweis dafür, dass dort kaum mehr Wanderungen der Kröten stattfinden. Insgesamt konnten im heurigen Jahr 1.867 Amphibien gezählt werden. 90 Prozent davon waren Erdkröten, der Rest entfiel auf Spring- und Grasfrösche.

Genauere Ursachen für den Rückgang der Amphibien in den genannten Gebieten sind nicht bekannt, zumal sich an der Biotop- und Landschaftsstruktur nichts geändert hat und ein optimales Laichgewässer nach wie vor vorhanden ist. Es könnte sein, dass die hier lebenden Tiere von einem Chytridpilz befallen sind. Eine Pilzerkrankung, die weltweit für das Sterben von Amphibien sorgt. Der Pilz kommt ursprünglich aus Afrika und lebt dort gemeinsam mit Krallenfröschen, die jedoch immun sind. Die Verwendung des Frosches in der Pharmaindustrie für Schwangerschaftstests hat dazu geführt, dass sich der Pilz über die ganze Welt verbreitete und selbst in abgelegenen Gebieten für ein Amphibiensterben sorgt. 

Seit 2018 wird an der Kapuzinerstraße beim Botanischen Garten ebenfalls kein Krötenzaun mehr aufgestellt. Da keine Tiere auf der Straße gefunden werden, dürften sich die Population in den Garten verlagert haben. In den Teichen des Botanischen Gartens finden die Kröten einen geeigneten Lebens- und Laichraum vor.

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