Presseaussendung vom: 23.04.2019

81.000 BesucherInnen in den Jugendzentren Kompetente und innovative Arbeit für junge Menschen

Kreativ- und Medienangebote, gesunde Ernährung und Sport, FreundInnen sehen, Musik machen, Plaudern – das sind nur einige der vielfältigen Möglichkeiten in den Linzer Jugendzentren, die vom Verein Jugend und Freizeit (VJF) angeboten werden. Hauptaufgabe des Vereins ist die Förderung und Begleitung von Jugendlichen bei ihrer Alltagsgestaltung und Lebensbewältigung. 

Die Arbeit des VJF orientiert sich an den Lebenswelten der Jugendlichen. Sie bietet einen bunten Mix von Themen und Aktivitäten an. Darüber hinaus sind StreetworkerInnen in den Stadtteilen unterwegs und pflegen Kontakte zu Jugendlichen bzw. Jugendgruppen.

In welchem Ausmaß die Linzer Jugendeinrichtungen angenommen werden, zeigt der aktuelle Jahresbericht. 2018 haben Kinder, Teens und Jugendliche die Jugendzentren des VJF exakt 80.763 Mal besucht. 8.733 junge Menschen haben die vielfältigen Vereins-Angebote genutzt.

Zu den Zielgruppen des Vereins Jugend und Freizeit zählen:

  • Für die stadtteil- und sozialraumorientierte Jugendarbeit 12- bis 18-Jährige
  • Für die Teenie-Arbeit 8- bis 12-Jährige
  • In den Jugendzentren 12- bis 18-Jährige sowie
  • Bei Streetwork-Aktivitäten 12- bis 25-jährige Personen.

„Seit mehr als 40 Jahren leistet der Verein Jugend und Freizeit (VJF) einen wesentlichen Beitrag zur flächendeckenden Jugendarbeit in Linz. Das breite Spektrum der Vereinsarbeit zeigt die Vielfältigkeit des Angebots für die Jugendlichen und orientiert sich dabei an deren Wünschen und Bedürfnissen“, betont Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. 

„Der VJF und seine Einrichtungen leisten eine moderne Kinder- und Jugendarbeit, die von qualifizierten MitarbeiterInnen durchgeführt wird. Aktuelle Entwicklungen und Innovationen werden dabei berücksichtigt. Oberstes Ziel ist, die Jugendlichen in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen“, definiert Vizebürgermeisterin Karin Hörzing die grundlegende Ausrichtung der Arbeit des Vereins Jugend und Freizeit.

Fundierte Jugendarbeit seit den 1970-er-Jahren

Im Jahr 1976 wurde der Verein Jugend und Freizeit als Einrichtung der Stadt Linz gegründet. Er betreibt seither die Jugendzentren, die Jugendberatungsstellen und die Streetworkeinrichtungen. Das von der Stadt Linz vorgegebene Ziel der Jugendarbeit ist die Begleitung und Unterstützung von Jugendlichen in Orientierungsprozessen, bei der Alltagsgestaltung und der Lebensbewältigung. Die Jugendzentren sind dabei der Kern der offenen Jugendarbeit. Sie stellen Handlungs- und Erlebnisfelder für Jugendliche dar. 

Das Angebot setzt sich im Konkreten aus allgemeinen Spielmöglichkeiten (Brettspiele, Billard, Wuzzeln, Dart, Schach...) und Veranstaltungen wie Workshops, Projekten sowie Ausflugsangeboten zusammen. Auch gemeinsames Kochen und die Auseinandersetzung mit dem Thema gesunde Ernährung stehen regelmäßig auf dem Programm. Durch dieses breite Spektrum an Möglichkeiten werden Jugendliche angeregt, sich mit sich selbst, ihrem Potenzial und ihrer Lebenswelt auseinanderzusetzen. Im Vordergrund stehen neben dem Gespräch besonders die persönliche Beziehung zu den einzelnen Jugendlichen sowie die Entwicklung der Persönlichkeit.

Der Verein beschäftigt derzeit 58 MitarbeiterInnen, die 44,42 Vollzeitäquivalenten entsprechen. Das Budget für 2019 liegt bei etwa 2,4 Millionen Euro. Die Leistungsentgelte für das laufende Jahr werden zu 80 Prozent von der Stadt Linz, zu 18 Prozent vom Land OÖ und jeweils zu einem Prozent vom Bundesministerium für Jugend und Familie sowie sonstigen PartnerInnen gestemmt. Basis dafür ist die mit 1.1.2019 abgeschlossene Leistungsvereinbarung zwischen VJF und Stadt.

Digitale Jugendarbeit 2.0

Die erste Homepage für den Verein Jugend und Freizeit entstand 1999. Das erste Handy tauchte ebenfalls 1999 im VJF auf. 20 Jahre später ist das Handy in der Hosentasche klein, smart und immer dabei. Die Jugendlichen sind versammelt vor der „Surfstation“ - die Freunde auf Facebook, die Gruppe auf whatsapp, die getrackten Freundinnen und Freunde auf Snapchat.

Es hat sich viel verändert, die offene Jugendarbeit steht, wie bei allen großen gesellschaftlichen Veränderungen vor neuen Herausforderungen. Um diesen gerecht zu werden, beschäftigten sich die MitarbeiterInnen des Vereins Jugend und Freizeit mit Themen wie Sicherheit im Netz, Möglichkeiten von Partizipation bis hin zu digitalen Angeboten in der offenen Jugendarbeit.
Die Conclusio: digitale und analoge Lebenswelten junger Menschen sind längst zu „einer Welt“ verschmolzen, eine Differenzierung findet seitens der Jugendlichen nicht mehr statt. Daher setzt der Verein Jugend und Freizeit in der offenen Jugendarbeit Angebote für Jugendliche, sich darin sicher, selbstbestimmt und selbstbewusst zu bewegen. Im Zentrum stehen das Vermitteln von Medienkompetenz.

Um eine gute Basis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern und die Standards der offenen Jugendarbeit in digitale Welten der offenen Jugendarbeit zu transferieren, wurden Social Media Guidelines für alle Mitarbeitenden verfasst.

Gesundheitsförderung

Einen weiteren Schwerpunkt legte der Verein Jugend und Freizeit auf die Gesundheitsförderung. Das ganze Jahr über wurde das Thema Gesundheit ganzheitlich betrachtet. Altersgerecht und gruppenspezifisch wurde das Thema Gesundheit den Jugendzentrums-BesucherInnen in sieben Workshops, Veranstaltungen sowie in drei Kooperationsaktionen näher gebracht. 

Besonderes Augenmerk wurde auf die Aspekte Ernährung, psychische Faktoren, Sport, Sexualität und Entspannung gelegt. Um diesen Prozess weiterführen zu können, wird der Schwerpunkt 2019 prolongiert. 

Eine vereinsweite Neuerung brachte die Auseinandersetzung mit dem Thema Gesundheit: Der VJF verkauft keine Getränke aus Einwegverpackungen mehr. Seit Jahreswechsel sind die bekannt zuckerhaltigen Limonaden aus dem Sortiment genommen. Angeboten werden Bio-Verdünnsäfte regionaler Hersteller. 

Übrigens ist der VJF seit 2017 mit dem BGF-Gütesiegel (Betriebliche Gesundheitsförderung) ausgezeichnet.

Täglich 300 Besuche 

Die jungen Menschen haben die Angebote des VJF, sowohl in den Jugendzentren als auch im Rahmen der Teenieprojekte intensiv in Anspruch genommen: Insgesamt 61.150-mal im offenen Betrieb sowie 80.763-mal im Gesamtbetrieb. Durchschnittlich wurden 37,4 Besuche täglich pro Jugendzentrum verzeichnet. In allen Jugendzentren des VJF fanden insgesamt 299,3 Besuche täglich statt. 2018 lag der Mädchenanteil im offenen Betrieb bei 27,5 Prozent.

Bei der stadtteilorientierten Jugendarbeit (SOJA) wurden 6.549-mal Jugendliche während den Rundgängen in den Sozialräumen angetroffen. Im geschlossenen Betrieb (Projekt- und Beratungstage, Mädchen- und Bubentage, zielgruppenspezifische Sonderangebote) frequentierten den VJF 13.064 junge Menschen.

Wie viele unterschiedliche Jugendliche und Teenies das sind, wird mittels Reichweiten erhoben: 8.733 waren es gesamt, zusammengesetzt aus 1.953 bei Streetwork, 1.287 bei der Teeniearbeit und 5.493 in den Jugendzentren. Im Schnitt hat jede Einrichtung 672 unterschiedliche Jugendliche und Teenies erreicht. 

Attraktive Aktivitäten

Das Aktivitätenangebot in der Freizeit- und Kulturarbeit hat sich 2018 gut entwickelt. Mehr als ein Drittel (33,9 Prozent) vom Gesamtbesuch aller Jugendlichen und Teenies beteiligte sich an den attraktiven Aktionen. 27.382-mal machten junge Menschen bei Projekten, Workshops, Ausflügen, Veranstaltungen sowie bei Spiel-, Sport- und Kreativangeboten mit. Bei den 982 Aktionen ergibt dies im Schnitt 28 Jugendliche und Teenies pro Angebot.

Wichtige Informationsgespräche

Die VJF-MitarbeiterInnen konnten den Jugendlichen in 45.088 Gesprächen sachbezogene Informationen zu ihren konkreten Anfragen und Themen anbieten. Ein Infogespräch ist eine kurze Sache – maximal zehn Minuten – und hilft schnell weiter. Dafür müssen die JugendarbeiterInnen und StreetworkerInnen viel Wissen parat haben und dieses rasch abrufen können.

Die Top fünf der insgesamt 23 Problemgebiete 2018 waren: 

Gefragte Beratungsgespräche

Insgesamt 4.254 Beratungsgespräche und Kriseninterventionen haben 2018 mit 1.022 unterschiedlichen Ratsuchenden stattgefunden. Das ergibt eine Kontaktfrequenz von 4,2 je KlientIn. Die Beratungsleistung 2018 wurde von 12 Einrichtungen erbracht. Durchschnittlich wickelte jede Beraterin/jeder Berater 354,5 Gespräche ab. 40 Prozent der Fälle und 48,6 Prozent aller Beratungsgespräche entfielen auf Streetwork. 

Organisationsüberblick

Der Verein Jugend und Freizeit vereint verschiedene Einrichtungen unter seinem Dach. Dazu zählen:

Jugendzentren

Gesundheit und Kreativität sind das Motto des Jugendzentrums ATLANTIS, im Stadtteil Keferfeld/Oed. Zu diesem Thema werden Aktionstage angeboten. MitarbeiterInnen des ATLANTIS sind im Rahmen der sozialraumorientierten Jugendarbeit im Stadtteil unterwegs.
Die Jugendkulturbox ANN AND PAT hat neben den klassischen Angeboten der offenen Jugendarbeit einen jugendkulturellen Schwerpunkt. Tanzraum, Veranstaltungssaal, Siebdruckwerkstatt, Proberäume, Café etc. sind spezielle Treffpunkte.

Die BAUSTELLE ist das Jugendzentrum im NETZWERKsüd. Es gibt spezielle Angebote für Mädchen und Buben. Die BAUSTELLE ist eine Familienberatungsstelle mit dem Schwerpunkt Jugendberatung.

Im Jugendzentrum CLOOB in Ebelsberg gibt es interessante Workshops, spannende Projekte und einen Mädchenraum. Auch hier wird Familienberatung mit dem Schwerpunkt Jugendberatung offeriert. 
Das FJUTSCHARAMA in Kleinmünchen hat viel Platz, eine Fitnessgarage und einen großen Garten. Workshops, Kochen, Spielenachmittage, Ausflüge und Turniere stehen regelmäßig auf dem Programm.

Das FRANX liegt im Franckviertel und bietet ebenfalls viel Platz zum Austoben und kreativ sein. Es gibt ein gemütliches Café und einen Mädchenraum. Es wird Familienberatung mit Schwerpunkt Jugendberatung angeboten.

Das U1 in Urfahr  setzt auf die Kombination von Spiel, Spaß und Bewegung. Wöchentlich geht es zum Kicken. Es gibt ein Mädchencafé und viele Freizeitangebote. MitarbeiterInnen aus dem U1 sind regelmäßig im Stadtteil Urfahr unterwegs.

Streetwork

In Ebelsberg, Pichling und Solar City sind die StreetworkerInnen von Streetwork St.E.P zu finden. Beratung, Information und Begleitung, aber auch zahlreiche Freizeitaktivitäten in den Stadtteilen werden angeboten.

#justbasics: „sicher, satt, sauber und gut beraten“ ist hier das Motto. Angebote zur Grundversorgung sind die Kernangebote. Unterwegs sind die JustlerInnen in der Linzer Innenstadt.
Streetwork Linz-Süd ist Teil des NETZWERKsüd. Die StreetworkerInnen sind als Ansprechpersonen für junge Menschen im Stadtteil Zöhrdorferfeld und Neue Heimat unterwegs.
Streetwork Auwiesen ist mit dem Jugendzentrum Fjutscharama in einem Haus untergebracht. Die StreetworkerInnen sind in den Stadtteilen Auwiesen und Kleinmünchen zu finden.

Weitere Angebote

Das NETZWERKsüd vereint die Jugendberatung BAUSTELLE, STREETWORK LINZ-SÜD und den TEENIEclub. Es werden Angebote im Bereich Bildung, Beratung und Freizeitaktivitäten für Jugendliche, Erwachsene und Kinder im Stadtteil gesetzt. Das NETZWERKsüd stellt auch Raum zur Selbstorganisation zur Verfügung.

TEENIEarbeit ist mit vier TEENIEclubs an vier Standorten vertreten. Die TEENIEclubs bieten Kindern zwischen 8 und 12 Jahren ein spannendes, kreatives und abwechslungsreiches Freizeitangebot. Die Kinder bekommen je nach Bedarf auch Unterstützung bei schulischen Belangen.

Das Lehrlings- und Jugendzentrum ZOOM ist für junge Menschen in und vor der Arbeitswelt konzipiert. Das Angebot umfasst Projekte zum Thema Arbeit, gemeinsame Reisen, Workshops in berufsvorbereitenden Schulen und Berufsschulen, Seelsorge in Betrieben und im Stadtteil sowie einen offenen Treff.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebür-germeisterin Karin Hörzing zum Thema „Erfolgreiches Jahr 2018 für den Verein Jugend und Freizeit“)

Frag ELLI!
Frag ELLI! – Chatbot der Stadt Linz

ELLI ist digital, hilfsbereit und immer zur Stelle, wenn Antworten auf Fragen zu ausgewählten Themen rund um die Stadt Linz benötigt werden. 

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