Presseaussendung vom: 24.04.2019 |

Klimaschutz im Fokus Neuer Förderschwerpunkt: Fassaden- und Dachbegrünung sowie nachhaltige Energienutzung

Ganz im Zeichen des Klimaschutzes stehen die Umweltförderungen der Stadt Linz. Das Umweltressort hat zuletzt erfolgreich den Umstieg auf umweltfreundliche Mobilitätsalternativen gefördert. Nun wird der Fokus bei den Umweltförderungen insgesamt auf die nachhaltige Energienutzung und mehr Grün gelegt. So werden künftig E-Ladesäulen, Solarstromspeicher und viele andere sinnvolle energiesparende Methoden wie etwa ein Energiemonitoring oder ein Solaranlagen-Check von der Stadt Linz gefördert. Darüber hinaus wird dem Gemeinderat im Mai ein Maßnahmenpaket zum Neustart einer städtischen Fassaden- und Dachbegrünungsförderung vorgeschlagen. Angesichts der voranschreitenden Erderhitzung bedarf es dringend Maßnahmen zur Kühlung der Linzer Innenstadt. 

 „Die nachhaltige Nutzung von Energie und die Förderung von klimawirksamen Fassaden- und Dachbegrünungen sind die neuen Förderschwerpunkte des städtischen Umweltressorts. Wir wollen damit dazu beitragen, dass klimaschützende Maßnahmen gesetzt werden. Die Reduktion von Emissionen, Feinstaub und hitzeerzeugender Strukturen verbessert die Lebensqualität für alle“, zeigt sich die Linzer Umweltreferentin Mag.a Eva Schobesberger vom neuen Förderprogramm überzeugt.

Klimafreundliche Mobilität: Förderbilanz 2018

In den vergangenen Jahren hat das Linzer Umweltressort erfolgreich einen Schwerpunkt auf umweltfreundliche Mobilität gelegt. Dazu werden der Ankauf von Lastenfahrrädern, Fahrradanhänger sowie die unterschiedlichen Arten der Elektromobilität (für Betriebe) gefördert. 2018 am stärksten nachgefragt waren Radanhänger für Privatpersonen, Dienstfahrräder für Unternehmen sowie E-Lastenräder, ebenfalls für Privatpersonen.  

Erfolgreiches Umweltticket 

Neben den Mobilitätsförderungen des Umweltressorts fördert die Stadt Linz auch mit dem Umweltticket den Umstieg auf dem öffentlichen Verkehr. Um lediglich 285 Euro sind die Hauptwohnsitz-LinzerInnen das ganze Jahr über öffentlich mobil. Eine Maßnahme die wirkt: Die Zahl der Linzer JahreskartenbesitzerInnen hat sich seit Einführung des Umwelttickets im Juli 2013 von knapp 5.400 auf fast 15.000 (Ende März 2019) fast verdreifacht.   

Stadtklima: Fassadenbegrünung als Schutz vor Hitzeinseln im Sommer

Die Überhitzung von Städten wird besonders im Sommer mehr und mehr zum Problem. Neben Parkanlagen, die zur Durchlüftung und Abkühlung der Innenstadt dienen, können auch Fassadenbegrünungen einen wichtigen Beitrag leisten. Gut ausgeführte Begrünungen können helfen, diese städtischen Hitzeinseln abzukühlen. Dazu zählen Straßenbegleitgrün, Fassadenbegrünungen und Dachbegrünungen. Die Städte Wien und Graz, aber auch viele deutsche Städte fördern aus diesem Grund bereits Fassaden- und Dachbegrünungen. Daher sollen auch Gebäude in Linz, die mit einer Fassaden- und/oder Dachbegrünung ausgestattet werden, eine Umweltförderung erhalten. Ein vom Geschäftsbereich für Planung, Technik und Umwelt dazu ausgearbeiteter Vorschlag wurde im Umweltausschuss bereits präsentiert. Nun wird dem Gemeinderat im Mai ein entsprechender Antrag mit einer Reihe konkreter Maßnahmen zur Beschlussfassung vorgelegt. 

Möglichkeiten zur Fassadenbegrünung gibt es entweder bodengebunden als Kletterpflanzen (mit oder ohne Kletterhilfe) oder als fassadengebundene lebende Wände. Die neuen Förderungen orientieren sich im Wesentlichen an den denen der Städte Wien und Graz, sie wurden jedoch ergänzt um die Erfahrungen der Stadt Linz von Dachbegrünungsaktionen der Vergangenheit. 

Förderungshöhe:

Die bodengebundene Fassadenbegrünung (Mindestfläche 30 m2) soll mit 150 Euro pro Quadratmeter begrünter Fassadenfläche gefördert werden (max. 30 Prozent der Gesamtkosten oder 4.000 Euro). Bei der wandgebundenen müssen mindestens 20 Quadratmeter bepflanzt werden. Je begrünten Quadratmeter sollen 550 Euro gefördert werden (max. 15.000 Euro oder 30 Prozent der Gesamtkosten).

Dachbegrünungen unterscheiden sich in der Förderung nach Art und Weise der Vegetation, ob extensiv (8 bis 15 cm Höhe) oder intensiv (mehr als 15 cm Höhe).

Die extensive Dachbegrünung soll mit einem Euro je Quadratmeter pro Zentimeter Vegetationsschicht gefördert werden (Max. 5.000 Euro oder 30 Prozent der Gesamtkosten). Somit entsprechen als Beispiel 100 Quadratmeter Begrünung mit einer Höhe von 15 cm einer Förderung von 1.500 Euro. Bei der intensiven Dachbegrünung gilt für die ersten 15 Zentimeter Vegetationsschicht die gleiche Förderungshöhe. Ab 16 bis 30 Zentimeter soll der Förderbetrag auf zwei Euro pro Quadratmeter und Zentimeter Vegetationsschicht (max. 7.500 Euro oder 30 Prozent der Gesamtkosten) steigen.

Zudem sollen auch die stadteigenen Gebäude in den Fokus für mögliche Fassadenbegrünungen gerückt werden. Dies beinhaltet, dass jedenfalls bei Neu- oder Umbauten geprüft werden soll, ob eine Dach- oder Fassadenbegrünung am jeweiligen Gebäude möglich und sinnvoll ist. Darüber hinaus soll vor der Anschaffung etwaiger Klimaanlagen verpflichtend geprüft werden, ob kühlende (Fassaden-)Begrünungsmaßnahmen am jeweiligen Standort möglich sind.

Zur Unterstützung der neuen Fassendbegrünungsförderung soll ein Leitfaden/Folder erstellt werden. Eine Erstberatung am Magistrat gibt InteressentInnen bereits im Vorfeld Unterstützung über die Durchführbarkeit einer geplanten Fassadenbegrünung. Die Beratung umfasst zusätzlich die Information zu passenden Pflanzenarten sowie welcher Bodenaufbau benötigt wird. 

Um dieses Thema verstärkt in der Öffentlichkeit präsentieren und vorstellen zu können, wird der MUGLI Informations-Container der Kompetenzstelle für Bauwerksbegrünung nach Linz kommen. 

BesucherInnen werden mittels einer geleiteten Ausstellung im Container über die Systeme zur Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung informiert – welche unterschiedlichen Begrünungssysteme möglich sind, wie verschiedene Technologien funktionieren und welche Technik dahinter steckt. 

Neue Umweltressortförderungen im Energiebereich 

Neben den klimaschonenden Maßnahmen durch Fassadenbegrünungen setzt die Stadt Linz auch auf neue Förderungen im Energiebereich. So etwa mit der Unterstützung bei E-Ladestationen, beim Energiemonitoring, einem Solaranlagencheck und andere Maßnahmen.

NEU E-Ladestationen:

In Kooperation mit der Linz AG unterstützt die Stadt Linz Linzer Firmen, Betriebe, Unternehmen und Linzer Organisationen mit öffentlichem Interesse bei der Installation von E-Ladestationen (Standsäulen). Gebietskörperschaften werden nicht gefördert.  

Förderungsvoraussetzungen:

  • Gefördert wird 1 Ladestation pro Betriebsstandort.
  • E-Ladestation muss im Stadtgebiet Linz errichtet werden.
  • Die E-Ladestation muss mit Ökostrom betrieben werden.
  • Die Rechnungen/Kaufverträge/Leasing-Verträge dürfen nicht älter als ein Jahr sein.

Die Förderhöhe beträgt zehn Prozent der Investitionskosten bzw. maximal 1.000 Euro.

NEU Energieberatungen:

Die Stadt Linz fördert in Kooperation mit der Linz AG umfassende Energieberatungen.
Fördervoraussetzung:

  • Das Objekt, bei dem die Energieberatung durgeführt wird, muss im Stadtgebiet von Linz liegen.
  • Es werden nur umfassende Energieberatungen gefördert, die eine Gegenüberstellung des Energieverbrauchs vor und nach einer vorgeschlagenen Sanierung (z.B. Energieausweis) bzw. Einsparungsberechnung aufweisen.
  • Ein Protokoll der Energieberatung muss beigelegt werden.

Wie wird gefördert?

  • 30 Prozent der Investitionskosten
  • Förderhöhe ist mit € 500,-- begrenzt.

NEU Energiemonitoring:

In Kooperation mit der Linz AG fördert die Stadt Linz die Installation eines Energiemonitorings.
Fördervoraussetzung:

  • Das Objekt, bei dem ein Energiemonitoring installiert wird, muss im Stadtgebiet von Linz liegen. 
  • Es muss mindestens für einen Energieträger (Fernwärme, Gas, Strom) ein Monitoring durchgeführt werden.
  • Die Verbräuche müssen durch das Monitoringsystem kontinuierlich aufgezeichnet und  für jeden Energieträger grafisch dargestellt werden können.
  • Durch das Monitoringsystem müssen regelmäßige Auswertung und Berichtslegungen möglich sein.

Wie wird gefördert?

  • 20 Prozent der Investitionskosten
  • Förderhöhe ist mit  € 2.000,-- begrenzt.

Neue Förderung: Solaranlagen-Check:

Obwohl es sich bei Solaranlagen um technische Anlagen handelt, werden diese in der Regel nur selten überprüft. Aus diesem Grund fördert die Stadt Linz in Kooperation mit der Linz AG die Überprüfung von Solaranlagen (Solaranlagen-Check). Der Solaranlagencheck bietet eine Analyse der Funktionsfähigkeit durch ein technisches Büro oder einen Installateur. Dieser soll vor Ort Untersuchungen an der Anlage durchführen. Dabei sollen der Anlagenzustand, Empfehlungen zur Optimierung der Anlage sowie (falls nötig) erforderliche Maßnahmen und eine Abschätzung über Kosten und Ertragssteigerung festgehalten werden. Die AnlagenbesitzerInnen entscheiden selbst, wie sie mit diesen Empfehlungen umgehen.

Wie wird gefördert?

  • 30 Prozent der Kosten für den Solaranlagen-Check
  • keine Förderung von Reparaturmaßnahmen!

NEU: Solarstromspeicher:

Förderhöhe: 

  • 20 Prozent der Investitionskosten
  • max. € 3.000,--

NEU: E-Lastenfahrradanhänger:

Schon bisher unterstützte die Stadt Privatpersonen, Fahrgemeinschaften, Betriebe/ Organisationen etc. mit (Standort bzw. Hauptwohnsitz in Linz) beim Kauf von Lastenfahrrädern, Elektro-Lastenfahrrädern und Fahrradanhängern. Neu ist nun die Förderung von E-Lastenfahrradanhängern in einer Höhe bis zu 1.000 Euro. 

Förderungsvoraussetzungen bei Firmen/Vereinen : 

  • Firmen bzw. Vereinssitz in Linz 
  • Die Fahrzeuge müssen neu angekauft werden.
  • Die Fahrzeuge müssen widmungsgemäß als Firmenfahrzeuge verwendet und dürfen 3 Jahre lang ab Kaufdatum nicht weiterverkauft werden. 

Förderungsvoraussetzungen bei Privatpersonen: 

  • Hauptwohnsitz in Linz 
  • Die Fahrzeuge müssen neu angekauft werden 
  • Die Fahrzeuge dürfen 3 Jahre lang ab Kaufdatum nicht weiterverkauft werden. 

Förderhöhe: 

  • Lastenfahrrad: € 800,--
  • E-Lastenfahrrad: € 1.000,--
  • Fahrradanhänger: € 150,--
  • Lastenfahrrad-E-Anhänger: € 1.000,--

Unter besonderen Umständen (z.B. Bildung von Fahrgemeinschaften für angekaufte Lastenfahrräder, Anschaffung von Lastenfahrrädern für Betriebe und Organisationen, die dadurch bestehende KFZs ersetzen) sind abweichende Förderungen möglich. 

Die max. Förderhöhe beträgt 20 Prozent der Investitionskosten. Nimmt ein Betrieb sowohl die Förderung des Bundes als auch der Stadt Linz in Anspruch, so fördert die Stadt Linz nur bis zu einer Höhe von maximal 50 Pro-zent der Investitionskosten.

Übersicht aller Förderungen der Stadt Linz im Bereich Umwelt und Energie:

Die städtische Umweltabteilung führt bereits bestehende Förderungen auch künftig weiter. Dazu zählt die Unterstützung für:

  • Dienstfahrräder für Betriebe und Organisationen
  • E-Autos, E-Motorräder und E-Scooter
  • Förderung von thermischen Solaranlagen
  • Förderung von Photovoltaikanlagen
  • Förderung von Wärmepumpen für Beheizung und Warmwasseraufbereitung
  • Förderung für nachträglichen Einbau von kontrollierten Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung
  • Förderung von Thermografiemessungen
  • Förderung Pellets-und Hackschnitzelanlagen
  • Förderung der Heizungsumstellung von größeren Objekten
  • Förderung von Regenwassernutzungsanlagen zur Brauchwassernutzung (z.B. Gartenbewässerung, Autowaschen, WC-Spülung)
  • Spezielle Maßnahmen im Bereich Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit
  • Linzer Umweltticket

Alle Förderdetails finden sich auf der städtischen Homepage unter: https://www.linz.at/umwelt/foerderungen.php

Solardachkataster der Stadt Linz

Die Stadt Linz bietet zudem mit dem Solardachkataster die Möglichkeit, sich mit wenigen Mausklicks zu informieren, ob das eigene Dach für eine Solaranlage/Photovoltaikanlage geeignet ist. In enger Kooperation mit der Firma Geoplex GmbH aus Osnabrück wurde für jedes Dach in der Stadt Linz das Solarpotential berechnet. 

Bei den Berechnungen wurde zwischen der Eignung für Photovoltaikanlagen zur Stromproduktion und solarthermischen Anlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung unterschieden. Über die Eignungskategorie hinaus erhält man per Mausklick weitere Informationen, beispielsweise zur Modulfläche und zu den möglichen Erträgen. Für jedes Dach können außerdem umfangreiche Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchgeführt werden.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Umweltreferentin Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Klimaschutz im Fokus- Förderungen des Umweltressorts“

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