Presseaussendung vom: 30.04.2019 |

Selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise: Zunahme der unselbständigen Beschäftigten um 10 Prozent in den letzten 10 Jahren Ältere ArbeitnehmerInnen am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen

Luger fordert Qualifikationsmaßnahmen für Jüngere ohne Berufsausbildung

Kaum eine andere Stadt in Europa verfügt – gemessen im Verhältnis zu seiner EinwohnerInnenzahl – über ein derart hohes Beschäftigungsangebot wie in Linz. 210.000 Arbeitsplätze schaffen einen breit und dynamisch aufgestellten Wirtschaftsstandort. Insgesamt tragen 12.500 Unternehmen dazu bei, dass die oberösterreichische Landeshauptstadt diese wirtschaftliche Spitzenposition einnimmt. 

Trotz wirtschaftlicher Stärke gibt es Menschen, die aus diversen Gründen nicht oder nur schwer am Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit von 2008 bis 2018 lässt erkennen, dass die unselbständigen Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren um zehn Prozent zunahmen. Die Jahresarbeitslosenquote 2018 lag im Arbeitsmarktbezirk Linz bei knapp über sieben Prozent. Der Vergleich der Geschlechter zeigt ein sehr unterschiedliches Bild. 2018 waren sieben Prozent der Männer und sechs Prozent der Frauen auf Arbeitssuche. ArbeitnehmerInnen über 44 Jahre weisen im Altersvergleich die zweithöchste Arbeitslosigkeit auf. So waren 2018 im Jahresschnitt knapp 6 Prozent der Frauen und 8 Prozent der Männer in dieser Alterskategorie ohne Beschäftigung.

„Die Arbeitsmarktkennzahlen zeigen deutlich, dass vor allem ältere Personen am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Hier muss sich ein Staat seiner sozialen Verantwortung bewusst sein und in Beschäftigungsangebote investieren. Die Aktion 20.000, die von der Bundesregierung nicht verlängert wurde, hat diese negative Entwicklung korrigiert. In Kooperation mit dem AMS Linz konnten wir so Langzeitarbeitslosen ab 50 Jahren eine echte Chance auf einen beruflichen Wiedereinstieg geben. 170 Personen fanden so eine Beschäftigung in der Unternehmensgruppe Linz“, betont Bürgermeister Klaus Luger.

Das Linzer Stadtoberhaupt fordert deshalb besonders für ältere Arbeitslose und jüngere ohne Berufsausbildung konkrete Maßnahmen, vor allem für eine bessere Qualifizierung.

Das Arbeitsmarktservice hat für den Arbeitsmarktbezirk Linz (umfasst neben Linz auch den politischen Bezirk Urfahr-Umgebung) die wichtigsten Arbeitsmarktkennzahlen zur Entwicklung des Jahres 2018 ausgewertet. 2018 waren im Arbeitsmarktbezirk Linz durchschnittlich 9.027 Personen als arbeitslos vorgemerkt. Bei durchschnittlich 124.701 unselbständig Beschäftigten ergibt dies eine Jahresarbeitslosenquote von 6,8 Prozent.

Bei näherer Betrachtung der vergangenen zehn Jahre, erkennt man, dass die Zahl der unselbständigen Beschäftigten trotz Wirtschaftskrise um rund zehn Prozent zunahm, die vorgemerkten Arbeitslosen im selben Zeitraum aber um 141 Prozent gestiegen ist. Das starke Wachstum an vorgemerkten Arbeitslosen durch Zuzug aus anderen Bezirken führte zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote. Die Jahresarbeitslosenquote lag 2008 bei 3,2 Prozent. Im Krisenjahr 2009 sprang sie auf 4,3 Prozent. In den Jahren 2012 bis 2015 stieg die Arbeitslosenquote jährlich rasant an und lag im Jahr 2015 bei 8,0 Prozent. 2016 ist sie nur mehr leicht gestiegen, 2017 sank sie leicht auf 7,9 Prozent und fiel im Jahr 2018 wieder stärker auf 6,8 Prozent.

Mehr Männer als Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen

Die Arbeitslosenquote von Männern und Frauen unterscheidet sich deutlich. Während sich 2018 vom männlichen Arbeitskräftepotenzial 7 Prozent auf Arbeitssuche befanden, waren es beim weiblichen Potenzial knapp über 6 Prozent. 2008 waren die Unterschiede deutlich geringer. So waren 2008 rund 52.900 Frauen unselbständig beschäftigt und 1.700 als arbeitslos vorgemerkt (3 Prozent Arbeitslosenquote). 2018 hingegen waren bereits 58.200 Frauen beschäftigt und 3.900 weibliche Arbeitslose (6 Prozent Arbeitslosenquote) vorgemerkt. Bei den Männern stellt sich das Bild wie folgt dar: 2008 waren 60.900 Männer in Beschäftigung und 2.100 als Arbeitslose vorgemerkt (3 Prozent Arbeitslosenquote). Zehn Jahre später gingen 66.500 Männer einer Beschäftigung nach und 5.100 vorgemerkte Arbeitslose stellte die Statistik dar (7 Prozent Arbeitslosenquote). 

Arbeitslosigkeit: Anstieg um 230 Prozent bei älteren ArbeitnehmerInnen

Auch hinsichtlich des Alters sind Unterschiede feststellbar, wobei diese Differenzen etwas geringer ausfallen als beim Geschlechtervergleich. Während 2008 die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen unter 25 Jahren am höchsten war, gilt dies im Jahr 2018 nicht mehr: Jugendliche unter 25 Jahren, weisen die niedrigste Arbeitslosenquote (6 Prozent) auf. Während in der Altersklasse der über 44- bis 45-Jährigen die Zahl der unselbständig Beschäftigten um 33 Prozent stieg, wuchs die Zahl der Arbeitslosen um 230 Prozent. Somit weist diese Alterskategorie den höchsten prozentuellen Zuwachs an Arbeitslosen auf. 

Linz im Mittelfeld der vergleichbaren Landeshauptstädte

Die durchschnittliche Arbeitslosenquote des Jahres 2018 liegt in Linz im Mittelfeld der Landeshauptstädte. Linz findet sich vor Graz, aber hinter Salzburg und Innsbruck wieder. Die zeitliche Entwicklung der Arbeitslosenquote im Jahresvergleich zeigt, dass im Krisenjahr 2009 die Arbeitslosenquote in allen Vergleichsregionen sprunghaft angestiegen ist.

Aktive Arbeitsmarktpolitik gefordert

  • Maßnahmen für ältere Arbeitslose analog zu „Aktion 20.000“
  • Qualifizierungsmaßnahmen für junge ArbeitnehmerInnen ohne Berufsausbildung

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Bürgermeister Klaus Luger zum Thema „Aktuelle Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt“)

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