Presseaussendung vom: 15.05.2019 |

300 Jahre altes Linzer Wahrzeichen wird generalüberholt Sanierung der Dreifaltigkeitssäule ab Juni

Sparkasse als Hauptsponsor

Die Dreifaltigkeitssäule, das Linzer Wahrzeichen, das vor 300 Jahren (Bauzeit 1717 bis 1723) errichtet worden ist, bedarf einer Generalsanierung. Die Oberfläche ist durch Flechten- und Algenbewuchs sowie durch Ruß- und Taubenkotverschmutzung stark angegriffen. Eine Reinigung der Säule aus weißem Salzburger Marmor ist auf Grund des schlechten Zustandes nicht mehr durchführbar. Die Säule ist aus vielen Einzelteilen zusammengebaut und die durch die Fugen eindringende Feuchtigkeit führt laufend zu Rissbildungen, die Teile des Denkmals lockern und beschädigen.

Im Juni starten die Arbeiten, die mit Kosten in Höhe von 350.000 Euro verbunden sind. Wie bei der letzten Gesamtsanierung, durchgeführt 1983/84, tritt auch dieses Mal die Sparkasse als Hauptsponsor auf. Die Sanierung erfolgt in bewährter Weise in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt , das dieses Vorhaben auch fördert.

„Die Dreifaltigkeitssäule erinnert an die überstandenen Leiden (Krieg, Feuer, Pest) des 18. Jahrhunderts und zählt heute zu den bekanntesten Wahrzeichen von Linz. Es ist uns ein Anliegen, die Erhaltung historischer Kulturgüter des Landes zu sichern. Bereits in den 1980er Jahren unterstützte die Sparkasse die Sanierung der Dreifaltigkeitssäule.“
Dr. Michael Rockenschaub, Generaldirektor Sparkasse

„Nachdem nun mehrere Experten probeweise am Wahrzeichen aus dem 18. Jahrhundert gearbeitet haben, steht fest, dass kein Weg an der Generalsanierung vorbeiführt. Mein Dank gilt der Sparkasse für die finanzielle Unterstützung dieses für unsere Lebensstadt so wichtigen Vorhabens“, betont Bürgermeister Klaus Luger. 

„Mit Unterstützung der Sparkasse soll das historische Bauwerk im Herzen unserer Stadt wieder so gut in Schuss gebracht werden, dass die Attraktion für TouristInnen ab Mitte 2020 im neuen Glanz erstrahlen wird“, freut sich Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer. 

Auftakt zur Restaurierung

Wie die in die Jahre gekommene Säule am besten saniert werden kann, das zeigte bereits im August 2016 eine versuchsweise durchgeführte Musterrestaurierung. Dafür wurde eine durchschnittlich verwitterte Stelle des barocken Wahrzeichens hergenommen, und zwar der Bereich rund um die Figur des Hl. Florian. Im Zuge der Arbeiten ist auch ein generelles Maßnahmenkonzept erstellt worden. Die gewonnenen Erkenntnisse waren Grundlage für die fundierte Ausschreibung und für die Kostenschätzung der Gesamtrestaurierung. 

Im März heurigen Jahres dokumentierten zwei Fachexperten – ein Steinrestaurator und ein Experte für vergoldete Metallskulpturen – den aktuellen Stand. Die Säule wurde im Detail abfotografiert. Die Beschädigungen konn-ten so mit Hilfe eines Grafikprogramms exakt erfasst werden. Diese genaue Schadenskartierung ist ebenso Basis für die Sanierung.

Ablauf

Im Juni erfolgt die Einrüstung der Säule beziehungsweise Baustelleneinrichtung, die bis Anfang November des Jahres bestehen bleiben wird. Danach starten die Sanierungsarbeiten am Stein. Außerdem werden die Schäden an den vergoldeten Metallteilen ausgewertet. Es ist davon auszugehen, dass im Zuge der Generalsanierung die Metallteile – allen voran die Dreifaltigkeitsfigurengruppe mit dem Strahlenkranz, die auf der Säulenspitze thront – abgenommen werden müssen. 

An der Ausschreibung der Steinmetzarbeiten beteiligten sich in einem österreichweit geladenen Vergabeverfahren fünf anerkannte Restaurationsfirmen. Der Leistungskatalog umfasst einerseits eine steinmetzmäßige Instandsetzung der gesamten Dreifaltigkeitssäule. Dabei werden die Taubenkot-Staub-Schmutzablagerungen mittels Feinstrahltechnik entfernt. Andererseits sind Restaurierungsmaßnahmen bei allen Teilbereichen notwendig, wie z.B. die Neuanfertigung von fehlenden Teilen (Finger, Flügel, Hände), die Anbringung von Nirosta-Armierungen, das Verschließen von Rissen, die Erneuerung der Inschriften und das Imprägnieren der gesamten Kalksteinoberfläche.

„Drei“faltigkeitssäule

Unter Dreifaltigkeit (Trinität) versteht man eine zentrale Lehraussage der christlichen Theologie über Gott, nach der der eine Gott von Ewigkeit her eine Einheit dreier „Personen“ darstellt: Vater, Sohn und Hl. Geist. Auf der Linzer Säule thront die Dreifaltigkeit auf einer Wolkensäule, die mit ca. 30 jubilierenden Putten und einer Marienfigur geschmückt ist: Gottvater mit dem Zepter und Gottsohn mit dem Kreuz, zwischen ihnen die Weltenkugel und im Zentrum über ihnen die Taube als Heiliger Geist vor dem Strahlenkranz der Sonnenscheibe.

Die Zahl „Drei“ ist zusätzlich das überragend formgebende Prinzip der Säule: das reicht vom Grundriss des Sockels auf Basis eines gleichseitigen Dreiecks, das sich nach oben verjüngt über ein Gesims, das drei große Voluten aufweist, die jeweils eine Heiligenfigur tragen: den Pestheiligen Sebastian, den Feuerpatron Florian und Erzbischof Karl Borromäus, ebenfalls Pestheiliger und außerdem Namenspatron des damals herrschenden Kaisers (Karl VI.). Die drei Seiten des Gesims weisen drei Inschriften auf, die jeweils ein Wappen tragen, jenes der Stadt Linz – diese Seite ist dem Alten Rathaus zugewandt –, des Landes ob der Enns (Oberösterreich) – diese Seite zeigt Richtung Altstadt, also zum Landhaus – und des Kaiserreiches (doppelköpfiger Reichsadler) auf der Südseite zum Alten Dom ausgerichtet. Sozusagen eine „irdische“ Dreieinigkeit.

Zur Geschichte

Im Jahr 1713 gelobten die Stadt Linz und ihre EinwohnerInnen die Errichtung einer großen steinernen Säule zu Ehren der Dreifaltigkeit und der unbefleckten Jungfrau Maria aus Dankbarkeit für die Befreiung von der Pest 1679 und 1713, der Errettung vor Kriegsgefahren 1683 und 1703/1704 sowie der Bewahrung vor einem Großbrand 1712 – womit auch in dieser Hinsicht eine dreifache Funktion ausgewiesen ist.

Für die Errichtung der Dreifaltigkeitssäule musste auf dem Hauptplatz erst Platz geschaffen werden. Bis 1716 befand sich hier der Pranger, der dem neuen Denkmal weichen musste und auf den Taubenmarkt verlegt wurde.

Die fast 20 Meter hohe Säule aus Salzburger Marmor (= Untersberger Marmor) wurde nach einem Entwurf von Antonio Beduzzi zwischen 1717 und 1723 erbaut. Die Ausführung zeichnet der Salzburger Hofsteinmetz Sebastian Stumpfögger verantwortlich. Der Goldschmied Nikolaus Heinz, der Schwertfeger (Monteur der Metallteile) Josef Feldberger und die Kupferschmiedin Witwe Susanna Küpferlingin wurden mit der Herstellung der Dreifaltigkeitsgruppe nach einem Entwurf von Leopold Mahl beauftragt. 1723 waren die Arbeiten abgeschlossen, eingeweiht wurde die Säule erst am 17. November 1728.

Frühere Restaurierungen

Erste Restaurierungen erfolgten in den Jahren 1778 bis 1780 und 1823 zum hundertjährigen Jubiläum, 1840 (Einfriedung mit Eisengittern anstelle der ursprünglich um die Säule angebrachten Kette), 1862 und 1874. Bei der 1943 von den Nazis befohlenen Bergung wurden sämtliche Schmuckteile von der Säule entfernt, die Wappen zum Schutz in Gips eingebettet und in Kellern an der Kapuzinerstraße eingelagert. Die Säulentrommeln und der Sockel konnten aufgrund des immensen Gewichtes nicht geborgen werden. 1945 wurden die Figuren und Metallteile wieder entdeckt und die Säule vom Steinmetz Matthäus Schlager wiederhergestellt. Im Dezember 1947 waren diese Arbeiten abgeschlossen. Die nächste größere Restaurierung mit Einrüstung erfolgte 1959/60. Damals wurde auch die exakte Höhe (19,6 Meter) gemessen. Die Einfriedung wurde durch neue Gitter aus der Lehrwerkstätte der Voest 1966 ersetzt. Bei der letzten Generalsanierung 1983/84 musste auch das Fundament mit einer Stahlbetonplatte erneuert werden.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger, Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer und Generaldirektor Dr. Michael Rockenschaub, Sparkasse , über die bevorstehende
Generalsanierung der Dreifaltigkeitssäule. Weitere GesprächspartnerInnen: Dr. Julius Stieber, Direktor Kultur und Bildung, Mag.a Gerda Forstner, Abteilungsleiterin Linz Kultur Projekte und Ing. Erwin Wellisch, Örtliche Bauaufsicht, Planungsbüro Wellisch)

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