Presseaussendung vom: 06.06.2019

15 Jahre Familienzentrum Pichling BesucherInnenzahlen verdreifacht – von 1.600 auf 4.500

Das Familienzentrum Pichling ist eines der wichtigsten und größten in Linz. Mit zahlreichen Seminaren, Kursen, Vorträgen und anderen Informationsveranstaltungen bietet es ein vielfältiges und interessantes Angebotspaket an. Die Einrichtung mit integrierter Eltern-, Mutterberatungsstelle ist kommunikativer Treffpunkt für Eltern und Kinder. Beim so genannten „Offenen Treff“ können sich Familien aus dem Stadtteil kennen lernen und Erfahrungen austauschen. Das Angebot beinhaltet zudem Elternrunden mit ExpertInnen, Veranstaltungen und professionelle Beratungen. Engagierte Fachleute stehen mit Rat und Tat zur Seite. Die Palette reicht von der Geburtsvorbereitung über einen Babyclub bis zu Stillrunden und Spielgruppen. „Die Entwicklung der BesucherInnenzahlen von 2004 bis 2018 zeigt eindrucksvoll, wie sich die Akzeptanz gesteigert hat. Nutzten im ersten Jahr 1.626 Menschen das Angebot des Familienzentrums, so waren es im Vorjahr mehr als 4.500. Das zeigt, dass hier hervorragende Arbeit geleistet wird“, stellt Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger erfreut fest. „Besonders hervorheben möchte ich die Männerberatungen, ein Schwerpunkt der Einrichtung. Hier werden Väter vor allem ermutigt, gewisse Aspekte von Vaterschaft bewusst zu leben, wie beispielsweise Betreuungs- und Erziehungsaufgaben“, so Mag.a Eva Schobesberger weiter. 

Familienzentrum Pichling –  Schwerpunkte:

  • Treffpunkt und Kommunikationszentrum für Familien aus dem Stadtteil: Drei Halbtage pro Woche findet ein „Offener Treff“ statt. Hier können Eltern mit ihren Kindern spielen, sich mit anderen Familien austauschen und bei Bedarf Beratung durch die anwesenden SozialarbeiterInnen in Anspruch nehmen. Weiters findet einmal im Monat der „Babyclub“ statt, der Eltern mit Babys im ersten Lebensjahr die Möglichkeit zum Austausch und qualifizierter Information zu aktuellen Themen bietet. 
  • Veranstaltungen: Es werden regelmäßig kreativitäts- und bewegungsfördernde Veranstaltungen für Familien und Kinder angeboten. Auch das wichtige Thema Ernährung wird behandelt. Ein Besuch des Kasperls darf natürlich auch nicht fehlen. Zudem bietet die VHS regelmäßig Spielgruppen in den Räumen des Familienzentrums an. Themenbezogene Elternrunden mit der Psychologin runden dieses Angebot ab. Ein Angebot, das sich explizit an Väter richtet, und von speziell ausgebildeten Männerberatern betreut wird, ist ein Markenzeichen des Familienzentrums. Im deutschsprachigen Raum nimmt das Familienzentrum Pichling mit diesem äußerst vielfältigen Angebot für Männer jeden Alters eine Vorreiterrolle ein.
  • Beratung: Im Familienzentrum wird Beratung für Familien durch SozialarbeiterInnen und eine Psychologin angeboten, unterstützt durch die enge Zusammenarbeit mit der Abteilung Erziehungshilfe des Ge-schäftsbereiches Soziales, Jugend und Familie. Mit den Mitarbeiterinnen der Mutterberatung, die ebenfalls in den Räumlichkeiten des Familienzentrums angesiedelt ist, stehen die SozialarbeiterInnen im Austausch. Die Männer- und Burschenberatung durch ausgebildete Männerberater ergänzen dieses Segment des Familienzentrums. Die Beratung ist niederschwellig und an den Bedarf der Familien angepasst.
  • Gewaltprävention und Täterarbeit: Das Familienzentrum Pichling bietet neben klassischer Elternbildung und -beratung seit 10 Jahren auch spezielle Beratung für Gewalthandelnde und deren Familien an. Durch gezielte Beratung werden Krisen entschärft und die Gefahr von Selbst- oder Fremdverletzungen vermindert. Bei der Burschenberatung werden derzeit ca. 7 – 18 Jährige in Krisen begleitet und bei Herausforderungen im familiären Kontext unterstützt. In der Beratung gelerntes besseres Aggressionsmanagement und gesteigerte Selbstwahrnehmung, unterstützen die Buben im Alltag, führen zu Deeskalation und beugen Gewalt vor. Besonders bei dieser Thematik besteht eine bewährte, erfolgreiche Vernetzung mit der Kinder- und Jugendhilfe (KJH). 

Gefragter Treffpunkt

Die Bilanz der vergangenen drei Jahre zeigt, dass das Familienzentrum Pichling am häufigsten als Treffpunkt und Kommunikationszentrum genutzt wurde. Zu den Offenen Treffs kamen mehr als 7.500 StadtteilbewohnerInnen (pro Jahr durchschnittlich 2.500 BesucherInnen). Etwa 5.100 Gäste kamen zu Veranstaltungen, das sind pro Jahr durchschnittlich 1.700. Mehr als 2.400 Beratungen wurden von den ExpertInnen des Familienzentrums gemacht, das sind durchschnittlich 800 pro Jahr.

Entwicklung der BesucherInnenzahlen seit 2004

Das Familienzentrum hat von 2004 bis 2018 eine sehr positive Entwicklung genommen. Im Jahr 2004 nutzten insgesamt 1.626 Menschen die Angebote der Einrichtung in der solarCity, im Vorjahr waren es mehr als 4.500. 

Zu beachten ist, dass in diesen Zahlen, im Gegensatz zu den privaten Eltern-Kind-Zentren, die Besucherzahlen der VHS Spielgruppen und privater Veranstaltungen, sowie Raumnutzungen bei Kindergeburtstagen, nicht inbegriffen sind.

In den Offenen Treff kamen im Anfangsjahr 1.176 Personen. Die Anzahl der Besucherinnen und Besucher konnte in den vergangenen 15 Jahren auf knapp 2.400 verdoppelt werden.

Auch die Veranstaltungen im Familienzentrum werden von den StadtteilbewohnerInnen gut angenommen. Hier konnte die BesucherInnenzahl sogar verdreifacht werden (von 380 auf 1.260).
Die Beratung der Familien durch SozialarbeiterInnen und einer Psychologin erfreuen sich ebenfalls reger Nachfrage und konnten mehr als verdreizehnfacht werden.

Betrachtet man die Entwicklung der BesucherInnenzahlen des Familienzentrums aufgeteilt in Frauen und Männer, zeigt sich, dass sich der Männeranteil etwa verfünffacht hat. Im ersten Jahr machten 48 Besucher insgesamt 6,3 Prozent aus (711 Besucherinnen = 93,7 Prozent). Im Vorjahr betrug der Männeranteil unter den teilnehmenden Personen knapp 30 Prozent. 

Meist sind es Väter, die die Angebote des Familienzentrums in Anspruch nehmen. Das spezielle Väterprogramm und die Beratung durch einen ausgebildeten Männerberater tragen dazu sicher einen großen Teil bei.

Für jederMann

Die Männerberatung im Familienzentrum Pichling hat folgende Zielsetzungen:

  • Männer dabei unterstützen, sich zu dem Vater zu entwickeln, der sie eigentlich sein möchten
  • aktive Vaterschaft und Beteiligung ermöglichen
  • Männer in Krisensituationen begleiten und einen Weg aus der Krise finden
  • Männer auf die Vaterschaft vorbereiten und während der Vaterschaft begleiten
  • gemeinsam ein modernes Männer- und Väterbild entwickeln
  • jenen Männern Orientierung geben, die in ihren eigenen Vätern nicht die Vorbilder hatten, die sie sich gewünscht haben 

2004 kamen 85 Männer – 2018 waren es 542

Den Anfang nahm die Männerberatung in der Gründungsphase des Familienzentrums mit Einzelgesprächen. 64 Männer nahmen damals die Beratungsleistungen in Anspruch. Über die Jahre wurde das Angebot sukzessive ausgeweitet. Heute ist die inhaltliche Bandbreite beachtlich, was sich auch in der Frequenz niedergeschlagen hat: So waren 2018 im Rahmen der Männerberatung insgesamt 280 Kontakte zu verzeichnen. 

Zeitlich gesehen der erste Programmpunkt ist der Geburtsvorbereitungskurs „Vater werden“. Den niederschwelligsten Zugang bietet das Papa-Kind-Frühstück. An Samstagvormittagen kommen Väter mit ihren Kindern (0 bis 12 Jahre) zum gemeinsamen Frühstück im Familienzentrum zusammen. Neben dem Spiel der Kinder steht vor allem der Austausch der Väter im Mittelpunkt. 
Verschiedene thematische Punkte werden über das Jahr angeboten: Väterabende, Väterkino, Strategiegespräche für Väter, die in Karenz gehen wollen, Papa-Kind-Lagerfeuer (das nächste findet am 14. Juni 2019 statt), Kochkurse für Väter mit Kindern, ein Zauberkurs für Väter mit Kinder und verschiedene Outdoor-Veranstaltungen („Alle Mann an Bord“ heißt es am 29. Juni). Dabei verbringen Väter mit ihren Kindern ungestört einen halben Tag in der Natur. Vertrauensübungen und gemeinsame Aufgaben werden vom Kursleiter begleitet und gemeinsam reflektiert, die Vater-Kind-Bindung wird gestärkt. Natürlich kommt auch der Spaß nicht zu kurz.

Auch die Entwicklung bei den Veranstaltungsteilnahmen von Männern kann sich sehen lassen: Waren es 2005 „nur“ 21 Männer, die die Spezialveranstaltungen im Familienzentrum besuchten, so stieg die Zahl bis zum vergangenen Jahr auf 262 Teilnehmer an.

Kostenloses Angebot für Linzer

Das Angebot der Männerberatung im Familienzentrum Pichling richtet sich buchstäblich an jederMann, unabhängig von Sozialisation oder gesellschaftlicher Verankerung. Es kann von allen Männern, die väterlicher Verantwortung tragen, in Anspruch genommen werden. Somit auch von Großvätern, Stiefvätern. Buben bzw. Burschen sind ebenso dazu eingeladen. Für Linzer ist die Beratung übrigens kostenfrei. 

Zusätzlich zum speziellen Beratungsprogramm offeriert das Familienzentrum für Männer folgende Leistungen: 

  • Einzel-, Paar- und Familienberatung
  • Beratung für gewalttätige Männer 
  • Beratung für Männer, die Opfer von Gewalt wurden 
  • Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche
  • Selbsthilfegruppe für getrenntlebende Väter einmal im Monat 

Dass die Männerberatung tatsächlich Väter jeder sozialen Stellung erreicht, ist durchaus ein Alleinstellungsmerkmal in der Väterbildungs- und Beratungsarbeit. „Väter, die Zeit und Energie in die Beziehung zum Kind investieren, werden für ihren verstärkten Aufwand mehrfach entschädigt: Gelebte, aktive Vaterschaft ist mit persönlichen, familiären und gesamtgesellschaftlichen Vorteilen verbunden“, hebt Frauenstadträtin Eva Schobesberger die durchwegs positiven Aspekte von Väterarbeit hervor.

Ein Projekt, das sich gerade im Aufbau befindet, stellt eine Beratung und Hilfestellung für Horte und Schulen in Linz dar. Hier sollen PädagogInnen durch ausgebildete Gewaltberater Unterstützung erhalten im Umgang mit besonders gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz anlässlich „15 Jahre Familienzentrum Pichling“ mit Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger)

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