Presseaussendung vom: 12.08.2019

Bodenschutz ist Klimaschutz Bewusstseinsbildung für eine neue Bodenpolitik

Österreich verliert laut der Hagelversicherung jährlich 0,5 Prozent seiner Agrarfläche. In 200 Jahren gäbe es bei Fortschreiten dieser Entwicklung hierzulande so gut wie keine Agrarflächen mehr. In den letzten 50 Jahren wurden bereits 300.000 Hektar Felder und Wiesen verbaut – so viel wie die gesamte Ackerfläche Oberösterreichs. Gleichzeitig gibt es laut Umweltbundesamt 130.000.000 Quadratmeter (= 13.000 Hektar) Industriebrachen. Inklusive Gewerbeflächen und leerstehender Häuser schätzt man die verbaute ungenutzte Fläche auf 400.000.000 Quadratmeter (= 40.000 Hektar). Dies sind nur einige Zahlen, die belegen, dass die derzeitige Bodenpolitik in Österreich nicht nachhaltig ist. 

„Damit die Klimakrise nicht zu einer Klimakatastrophe wird, müssen wir auch mit unseren Flächenreserven verantwortungsvoller und sorgsamer umgehen. Für Linz ist insbesondere der konsequente Schutz der Grünzüge von hoher Bedeutung. Denn sie besitzen aus siedlungshygienischer und stadtklimatischer Sicht eine wichtige Funktion als Belüftungsschneise für das mit Schadstoffen belastete Stadtgebiet“, sagt Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.  

Das Umweltmanagement der Stadt Linz und das Bodenbündnis Oberösterreich versuchen das ganze Jahr über Bewusstsein für die Bedeutung der Ressource Boden zu schaffen. Rund um den Linzer Bodentag am 14. September 2019 wird mit verschiedenen Veranstaltungen auf den Zusammenhang von Bodennutzung und Klimawandel eingegangen. 

Linzer Bodentag: Nachhaltig Gart’ln – Ressourcen schonen 

Im Zentrum der bewusstseinsbildenden Aktivitäten steht „Gemeinsames  Gart´ln“ am 14. September im Garten für Alle in Alt-Urfahr. „Alle Linzerinnen und Linzer sind von 13 bis 17 Uhr zur Erkundungstour willkommen. Nützen wir die Gelegenheit zum Erfahrungsaustauch über Bodenschutz und nachhaltiges Bodenbewirtschaften. So können wir im Kleinen wie im Großen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Boden beitragen“, lädt Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger ein.   

Im Garten für Alle (Donaugarten) wartet auf Kinder und Erwachsene ein buntes Programm. Spiel, Information und Beratung rund um die Themen Boden, Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehen im Vordergrund. Übrigens: Die ersten 100 BesucherInnen erhalten eine Pflanze als Geschenk!

Vielfältiges Programm für Jung und Alt 

Mülltrennung „von Kindesbeinen“ an wird spielerisch vom „Kasperl“ demonstriert. Auf kreative und umweltbewusste Köpfe warten Malen mit Blütenfarben und ein „Samenbomben“-Basteln für eine möglichst bunte Blumenwiese. 

Ein Kräuterworkshop und eine lustige Entdeckungsreise in die Welt des Bodens und der Bodentiere warten ebenfalls auf die BesucherInnen. 

Weiters werden die verschiedenen Umweltförderungen der Stadt Linz zu den Themen Dach- und Fassadenbegrünung, E-Mobilität, Photovoltaikanlagen und Regenwassernutzung vorgestellt.

Naturnahes Gärtnern, Vorträge über Wurmkompostierung und Nützlinge im Garten in Kooperation mit dem Bodenbündnis und dem Naturschutzbund . sowie ein „Foodsharing-Fairteile“ sind nur einige von zahlreichen Highlights beim „Linzer Bodentag“.

Boden ist mehr als nur Erde

„Boden ist mehr als Erde. Aus, auf und in ihm wächst das heran, was wir tagtäglich essen. Seine Beschaffenheit hat Einfluss darauf, wie unsere Umgebung aussieht. Und er ist ein riesiger Lebensraum für Tiere, Pflanzen, Pilze und andere Mikroorganismen. Aber nicht nur das – gerade in Zeiten des Klimawandels trägt der Kampf gegen die Versiegelung zusammen mit Neubepflanzungen dazu bei, die Folgen des Temperaturanstiegs gerade in den Städten zu mindern. Wir brauchen neben kreativen Ideen zur Nutzung von Fassaden und Dächern für Begrünungen vor allem auch eine Gesamtstrategie zum Schutz des Bodens in der Raumordnung“, unterstreicht Stadträtin Schobesberger. 

Linz im Klimawandel – Informationsabend am 17. September 

Nicht nur am 14. September, sondern bei mehreren nachfolgenden Schwerpunktveranstaltungen werden der Bodenschutz und nachhaltige Bewirtschaftung in Linz behandelt. Das städtische Umweltmanagement lädt die Linzerinnen und Linzer zu einem Informationsabend mit ExpertInnen ein, um über die derzeit laufenden Stadtklima-Forschungsprojekte und über notwendige Maßnahmen zu informieren:

  • Dr.in Tanja Tötzer und Dr. Wolfgang Loibl vom Austrian Institute of Technology berichten über das EU-Projekt CLARITY, 
  • Mag. Simon Tschannett – Weatherpark GmbH für meteorologische Forschung und Dienstleistungen stellt Empfehlungen für ein Linzer Stadtklimaprogramm vor. 

Zudem steht das Team des Umweltmanagements und Herr Ing. Edmund Maurer von der Stadtplanung Linz für Fragen zur Umsetzung und Förderung von Dach- und Fassadenbegrünungen zur Verfügung.

Termin: Dienstag, 17. September 2019, 18 Uhr
Ort: architekturforum (afo), Herbert-Bayer-Platz 1, 4020 Linz

Um Anmeldung wird gebeten unter: um.ptu@mag.linz.at oder +43 732 7070 3971 oder 3972  

Podiumsdiskussion: „Ist unser Boden noch zu retten?“ am 18. September 

Unter dem Titel „Bodenverbrauch - Ist unser Boden noch zu retten?“ wird bei einer Podiumsdiskussion im Wissensturm (Beginn: 19 Uhr) über die Auswirkungen der Bodenversiegelung auf Mensch und Umwelt diskutiert. 

Im Rahmen der Podiumsdiskussion beleuchten Mag.a Gerlinde Larndorfer-Armbruster, Bodenbündnis , Mag. Bernhard Rihl, Architekt, em. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Friedrich Schneider, Ökonom, Research Institute of Banking and Finance und Dr. Mario Winkler von der Österreichischen Hagelversicherung aktuelle Aspekte zum Bodenschutz aus ihren jeweiligen Wirkungsbereichen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Auch sonst haben viele Themen im neuen der VHS-Programm „Boden-Bezug“, beispielsweise am 15. November der Vortrag mit nachfolgender Diskussion „Natur der Stadt“ mit Clemens Arvay, dem Autor des Buches „Der Biophilia-Effekt“.

Im kommenden Jahr warten am 31. März die Vorträge „Boden – Basis des Gartenerfolges“, am 15. April „KlimaKino“ und am 5. Juni ein offener Pflanzen- und Samenmarkt auf die VHS-BesucherInnen. Am 6. Juni wird die Kooperation „Natur der Stadt“ vom Klimabündnis und von der VHS Linz unter dem Motto „Anders Gärtnern in der Stadt – wie gärtnerische Bewegungen eine positive Stadtgemeinschaft wachsen lassen“ fortgesetzt.

VHS-Vorträge 2019 

Bodenschutz beginnt schon im Kindergarten

Dem Umweltressort der Stadt Linz und dem Bodenbündnis ist es ein großes Anliegen, auch Kinder so früh wie möglich für einen achtsamen Umgang mit dem Boden zu sensibilisieren, weshalb dieses Jahr bis zu 40 Workshops in den städtischen Kindergärten angeboten werden. 
„Wir begreifen Boden“ lautet der Titel des Workshops, das vom Bodenbündnis initiiert und vom Ressort Natur- und Umweltschutz der Stadt Linz mitfinanziert wird. Dabei lernen und erfahren die Schulanfängerinnen und Schulanfänger, also die „größten“ unter den Kindergartenkindern, was gesunden Boden ausmacht, wer darin lebt und wie man diesen schützen und erhalten kann. Die Workshops sollen in Form eines Mitmach-Unterrichts gestaltet werden.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger, DI Wilfried Hager, Abteilungsleiter Umweltmanagement sowie DIin  Radinger vom OÖ. Bodenbündnis zum Thema „Bodenschutz ist Klimaschutz“)

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