Presseaussendung vom: 16.09.2019 |

Pflegevorsorge für Linzer SeniorInnen Beste Versorgung auch in Zukunft gesichert

Entscheidung für neues Seniorenzentrum ab 2022

Das Wohlergehen der älteren Generation ist der Stadt Linz seit jeher ein zentrales Anliegen. So wurde bereits seit Anfang der 1990er Jahre in der oberösterreichischen Landeshauptstadt ein dichtes soziales Netz geknüpft, das auf die speziellen Bedürfnisse von SeniorInnen zugeschnitten ist. Ob stationär versorgt oder mobil in den eigenen vier Wänden betreut, die umfangreichen und leistbaren Services für die ältere Generation bilden eine wesentliche Säule im städtischen Sozialangebot. 

„Wir sind es den Linzerinnen und Linzern, die diese Stadt und dieses Land aufgebaut haben, schuldig, dass sie auch im höheren Alter bestmöglich versorgt und betreut sind. Das zur Verfügungstellen von geeigneten Angeboten wird daher auch in Zukunft einen großen Stellenwert in der Linzer Sozialpolitik besitzen“, so Bürgermeister Klaus Luger.

„Moderne Pflegeeinrichtungen, altersgerechte Wohnungen, Tageszentren, 24 Stunden Betreuung, nachträgliche Lifteinbauten bis hin zu verschiedenen mobilen Diensten, wie Altenbetreuung, Hauskrankenpflege, und Heimhilfen – Linz bietet SeniorInnen ein umfassendes Angebot. Mit den Prognosen der Stadtforschung können wir den zukünftigen Bedarf ermitteln und damit die Vollversorgung für die ältere Generation auch in Zukunft gewährleisten“, sagt Sozialreferentin Karin Hörzing.

Städtische Bedarfsprognose

Die Stadtforschung Linz erstellte mit Stichtag 1. Jänner 2019 eine Bedarfsrechnung über die Pflegevorsorge für ältere Menschen in der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Für eine Stadt dieser Größenordnung gilt bei stadtteilbezogenen Planungen, in Abhängigkeit von der Anzahl der Betroffenen, ein Planungshorizont von drei bis fünf Jahren, für gesamtstädtische Planungsrechnungen ein Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. Vom jetzigen Zeitpunkt gerechnet, bedeutet dies für Detailplanungen einen Planungshorizont bis etwa 2024. 

Seit 1996 veröffentlichte das Land OÖ mehrmals einen Bedarfs- und Entwicklungsplan (BEP) zur Pflegesituation. Anhand einer entsprechenden Bevölkerungsprognose wurden diese Vorgabewerte bis zum Jahr 2021 fortgeschrieben. An berechneten Vorgabewerten sollen die einzelnen Bezirke nun ihre tatsächliche Versorgung in einem Korridorbereich von Plus/Minus 15 Prozent halten. Diese Korridorberechnungen finden ebenfalls Einzug in der Bedarfsrechnung.

Demografische Entwicklung

Ausgangspunkt für die Prognoserechnung ist der Bevölkerungsstand zu Jahresbeginn. Die folgende Darstellung veranschaulicht für die Altersgruppen ab 60 Jahren den Anteil der Personen, die entweder stationär, mobil oder durch eine 24-Stunden-Kraft betreut werden. Deutlich erkennbar ist die Zunahme des Anteils von Personen mit steigendem Alter, die auf Hilfe angewiesen sind. Die grüne und orange Linie veranschaulichen die Veränderung der Bevölkerungspyramide bis 2025 beziehungsweise bis 2035. Die Anzahl der hochbetagten Menschen – 90 Jahre und älter – wird bis 2025 stagnieren oder sogar leicht abnehmen, danach bis 2035 allerdings stark anwachsen. Dies ergibt sich durch die Alterung der Kriegskinder-Generation mit Geburtsjahrgängen zwischen 1938 und 1944.

Stationäre SeniorInnenbetreuung: Mehr als 1.900 Pflegeplätze in Linz 

Ziel der Stadt Linz ist, dass alle älteren, pflegebedürftigen LinzerInnen, welche keine ausreichende private oder mobile Hilfe haben, binnen sechs bis acht Wochen nach Anmeldung einen Pflegeplatz in einem Linzer Seniorenzentrum erhalten.

Seit 2003 haben sich die Linzer Privatheime verpflichtet, bis auf ein zehn Prozent Restkontingent, ausschließlich Personen aufzunehmen, die vom städtischen Objektivierungssystem als stationär pflegebedürftige Linzer eingestuft wurden. Das System ist in der Zwischenzeit fest verankert und allgemein akzeptiert. Das Zehn-Prozent-Kontingent wird von den meisten Heimen kaum genutzt, sodass mehr Aufnahmen als ursprünglich vereinbart über das städtische Objektivierungssystem laufen. 

Sowohl bei den städtischen als auch den privaten Heimen kommt es weiterhin zur Aufnahme von Nicht-LinzerInnen. Der Anteil ist seit Jahren rückläufig. Die Entscheidung zur Aufnahme wird in jedem Einzelfall zwar sehr bewusst getroffen, es muss aber dadurch auch weiterhin eine gewisse Zahl an Betten für Nicht-LinzerInnen mitkalkuliert werden.

Aus verschiedenen Gründen, oftmals aufgrund der Nähe zu Angehörigen, werden einige Linzerinnen und Linzer in auswärtigen Pflegeheimen stationär betreut. Die Stadt leistet für diese Personen Sozialhilfe. 

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der betroffenen Personen tendenziell etwas zurückgegangen und stagnierte von 2013 bis 2016 auf einem Wert von etwa 125 Personen. Nach einem Absinken im Jahr 2017 erhöhte sich die Zahl der in auswärtigen Heimen versorgten LinzerInnen im Jahr 2018 auf 140. Dies war eine unmittelbare Folge der Schließung der Kursana Residenz. Um möglichst rasch für alle Betroffenen eine Versorgung sicherstellen zu können, wurde kurzfristig das Kontingent für auswärtige Heimaufnahmen erhöht. Es ist zu erwarten, dass diese Zahl in den kommenden Jahren wieder auf das niedrigere Niveau absinken wird. 

Aufgrund der weit gefächerten Wunschheim-Vorstellungen entstehen bereits jetzt recht kurze Vormerklisten für einzelne Heime. Dies wird durch das Faktum, dass es bei Angebot eines Heimplatzes, bedingt durch Krankenhausaufenthalte, REHA Maßnahmen oder Zustandsverbesserungen immer wieder – wenn auch seltener als in früheren Jahren – zu Absagen durch die KlientInnen kommt, noch verschärft. 

Pro Jahr wird zirka ein Drittel der Heimplätze neu belegt (pro Monat im Durchschnitt um die 60), dadurch ergeben sich bei einer Länge der Vormerkliste von insgesamt 50 bis 80 Personen einerseits kurze Wartezeiten auf einen Heimplatz und andererseits keine größeren temporären Leerstände beziehungsweise drohende Fehlbelegungen. 

Die Zahl nicht pflegebedürftiger KlientInnen, die in Linzer Heimen untergebracht sind, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen und liegt mittlerweile praktisch bei null. 

Knapp 1.200 Pflegebetten in städtischen Seniorenzentren

Mit Beginn dieses Jahres standen in den zehn städtischen Seniorenzentren insgesamt 1.189 Betten zur Verfügung. 1.077 davon sind Betten in Einbettzimmern. Die BewohnerInnen-Anzahl lag bei 1.166 Personen.

700 Betten in privaten Seniorenzentren

Die sieben Linzer privaten Seniorenheime verfügen zusammen über 742 Betten. 692 davon in Einbettzimmern. Mit 734 SeniorInnen in diesen Einrichtungen ist die maximale Auslastung nahezu erreicht. 

In Summe stehen in Linz aktuell 1.931 Pflegebetten in den Einrichtungen zur Verfügung.  

Die künftig stark wachsende Gruppe der 90-Jährigen und Älteren ist derzeit mit zirka 700 HeimbewohnerInnen stationär versorgt.

Nur jede/r 25. LinzerIn über 60 Jahre in einem Seniorenzentrum

In der Gegenüberstellung von Hauptwohnsitzbevölkerung und Heimbelegung in Linzer Einrichtungen zeigt sich, dass insgesamt nur 3,7 Prozent der SeniorInnen über 60 Jahren stationär betreut werden. 

Ein Drittel der Über-90-Jährigen in Pflegeeinrichtung

Der Anteil steigt im höheren Alter naturgemäß stärker an und liegt bei den 90-Jährigen und darüber bei mehr als 30 Prozent. Im Gegensatz zur Anzahl bei der Gesamtbevölkerung werden in den Heimen mit insgesamt fünf Prozent mehr als doppelt so viele Frauen als Männer versorgt.  

Pflegebedarf bleibt in nächsten fünf Jahren gleich

Die Bedarfsrechnung beruht auf einer Bevölkerungsprognose der Abteilung Stadtforschung.  Dabei orientierte sie sich an den Überlegungen der Arbeitsgruppe zum BEP 2015, die davon ausgegangen waren, dass die Zahl der Pflegebedürftigen nicht im selben Ausmaß wie jene der Bevölkerung ansteigen wird. 

Für die Bedarfsentwicklung wurden zwei Szenarien gerechnet:

  • Das Modell „Fortschreibung Status quo“ unterstellt, dass auch in Zukunft das Eintreten der Pflegebedürftigkeit mit denselben Wahrscheinlichkeiten erfolgt wie aktuell beobachtet.
  • Das Modell „Gesünder Altern“ orientiert sich an den Annahmen der Arbeitsgruppe zum BEP 2015, die unterstellt, dass neben der steigenden Lebenserwartung auch das Eintreten der Pflegebedürftigkeit erst in höherem Alter erfolgt.

Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung ist in den nächsten fünf Jahren mit einem relativ gleichbleibenden Pflegebedarf von etwa 2.000 Plätzen zu rechnen. Erst ab etwa 2024 sollte aus heutiger Sicht ein spürbarer Anstieg einsetzen, sodass der Bedarf – je nach Berechnungsszenario – im Jahr 2030 zwischen 2.200 und 2.400 Plätzen und im Jahr 2035 zwischen 2.400 und 2.700 Plätzen liegen wird.

Entscheidungen für neues Seniorenzentrum ab etwa 2022

In der Grafik werden neben der von der Stadtforschung errechneten Bedarfsentwicklung auch die Minimal- und Maximalgrenzen des Zielbereiches (Korridorwerte) entsprechend den erwähnten Berechnungen des Bedarfs- und Entwicklungsplans 2015 des Landes OÖ dargestellt.
Im Hinblick auf den kräftigen Bedarfszuwachs ab Mitte des kommenden Jahrzehnts soll etwa 2022 über den Bau eines weiteren Heimes entschieden werden. 

24-Stunden-Betreuung entlastet Seniorenzentren

Besonderes die 24-Stunden-Betreuung entlastet die stationären Pflegeeinrichtungen. Die Daten des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz zeigen bis 2016 steigende und seit 2017 leicht sinkende Fallzahlen. Waren es 2013 540 LinzerInnen, die sich einen Zuschuss vom Ministerium zu dieser Betreuungsform geholt haben, so stieg der Anteil 2016 auf 680 Personen an. Ab 2017 setzte ein leichter Rückgang ein, so dass im vergangenen Jahr 640 Personen eine 24-Stunden-Betreuung nutzten. Möglicherweise ist die Zahl noch ein wenig höher. Sofern jemand seine Betreuung ausschließlich selbst bezahlt und nicht um diesen Ministeriums Zuschuss ansucht, scheint er in der Statistik nicht auf. 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Pflegevorsorge für Linzer SeniorInnen“)

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