Presseaussendung vom: 02.10.2019 |

Projekt Techbase nahm letzte Hürde im Gestaltungsbeirat Wohnvorhaben in Ebelsberg, auf dem Auberg sowie im Zentrum müssen überarbeitet werden

Die Weichen für die ab dem ersten Halbjahr 2020 geplante Realisierung des Großprojekts “Techbase” hat der Gestaltungsbeirat am 30. September gestellt. Die Linzer Architekturbüros Kneidinger und Klinglmüller überarbeiteten die im heurigen Juli vom Beirat kritisierte Fassadengestaltung.

Der neue Entwurf überzeugt nicht nur optisch, sondern verringert durch ausgeklügelte Technik auch den Heiz- und Kühlenergiebedarf.  Im Dezember 2018 hatte das Gremium die Grundstruktur des Vorhabens genehmigt. Drei Haupt-Baukörper mit bumerang-ähnlichen Grundrissen werden in einigen Jahren das Siemens-Gebäude an der Wolfgang-Pauli-Straße umgeben und mit diesem verbunden. Ihre Höhe reicht von drei bis zehn Geschoßen. Eine Brutto-Geschoßfläche von zirka 36.000 Quadratmetern – das entspricht etwa fünf Fußballfeldern – erschließt vielfältige Perspektiven für die Wirtschaft.

Büros für Start-ups und große Unternehmen finden ebenso Platz wie ein Supermarkt und Gastronomiebetriebe. Das ursprünglich vorgesehene Hotel ist kein Thema mehr. Der Standort nahe dem WIFI und der Linz AG-Zentrale ist mit der Straßenbahn umweltfreundlich erreichbar.

Infrastruktur-Referent Vizebürgermeister Markus Hein freut sich über die erfolgreiche Überwindung der letzten Hürde zur Einreichung: "Die Techbase signalisiert einmal mehr die wirtschaftliche Dynamik unserer Stadt. Die Firma Neuson Real von Ing. Hans Neunteufel bekennt sich damit nach der Fertigstellung des markanten Dynatrace-Gebäudes neben der Mühlkreisautobahn neuerlich eindrucksvoll zum Wirtschaftsstandort Linz”. Zum ersten Bauabschnit zählt ein 40 Meter hoher Büroturm im Norden des Siemens-Gebäudes. Spätestens 2024 soll die an der Wiener Straße situierte letzte Etappe bezugsreif sein.

Um den Energiebedarf des Gebäudekomplexes zu senken, setzt das Planungsteam auf ein besonderes Konzept. Die Außenhülle erhält eine Dreifachverglasung. Im Inneren bildet ein lichtdurchlässiger “Vorhang” eine zweite Barriere. Der dazwischen entstehende Warmluftfilm wird über die Decke abgesaugt und im Winter zur Vorwärmung der Raumluft genutzt. Wie bei modernen Bürogebäuden üblich, heizt auch die Abwärme der in den Büros installierten Rechner das Gebäude mit.

Drei Wohnprojekte

Auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Beirats für Stadtgestaltung standen auch drei Wohnprojekte, die dem Gremium neuerlich vorgelegt werden müssen. An der Kaplanhofstraße 3 wird nahe der Oberösterreichischen Versicherung ein fünfgeschoßiges Haus mit zirka 50 Wohnungen entstehen. Auf dem Areal steht derzeit noch ein ehemaliges Produktionsgebäude der Schmuckfirma Reihl. Die auffällige “gelbe Villa” mit ihrem alten Kastanienbaum bleibt erhalten. Der Eingang und die Tiefgarage des Neubaus werden über den Parkplatz der Oberösterreichischen an der Nebenfahrbahn der Gruberstraßer erreichbar sein. Der Gestaltungsbeirat bezeichnete den Entwurf des Linzer Architekturbüros Kleboth und Dollnig als anspruchsvoll, weil er sehr flexibel planbare Wohnungsgrundrisse ermöglicht. Allerdings sollten die Ausrichtung des Baukörpers, die Eingangssituation sowie der Zugang zur Freifläche überdacht werden. Nördlich des geplanten Neubaus hatte die Oberösterreichische Versicherung vor einigen Jahren Wohngebäude errichtet. Der angrenzende alte Baumbestand kommt auch den künftigen Bewohnerinnen des aktuellen Projekts zugute.

Auf dem Auberg soll ein aus den 1980er-Jahren stammendes Betriebsgebäude der Weinkellerei Naderer im Eckbereich Aubergstraße / Parzhofstraße einem viergeschoßigen Neubau mit zirka 40 Wohnungen weichen. Die Pläne stammen vom Linzer Büro Stögmüller. Der Gestaltungsbeirat schlägt eine neue Ecklösung und einen “sanfteren” Übergang zu den Nachbarhäusern vor.

In Ebelsberg könnten an der Kremsmünsterer Straße an Stelle des Sportcasinos attraktive Wohnungen und Büros entstehen. Zu den Pluspunkten zählen die nahe Straßenbahnhaltestelle Wambacherstraße sowie die Saunaoase der Linz AG. Die von den F2 Architekten aus Schwanenstadt vorgelegten vier Planungsvarianten lösen nach Meinung des Gestaltungsbeirats die städtbauliche Aufgabenstellgung nicht. Es geht unter anderem um Fragen der öffentlicheun und privaten Freiraumgestaltung. Das Gremium regte an, bei einer Neuplanung mit einem weiteren Büro zusammen zu arbeiten.

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