Presseaussendung vom: 09.10.2019 |

Lebendige City Linz Gemeinsames Engagement für die Linzer Innenstadt

Innenstädte in wirtschaftlichen Transformationsprozess

Verändertes Konsumverhalten, hohe Mobilität, der boomende Online-Handel sowie nicht zuletzt auch die Konkurrenz auf der „grünen Wiese“ haben dazu geführt, dass sich innerstädtische Wirtschaftsräume in Österreich bzw. ganz Europa gegenwärtig in einem Transformations- bzw. auch Neuausrichtungsprozess befinden. Städte, Stadtmarketingorganisationen sowie lokale Wirtschaftsverbände bemühen sich durch aktives Standortmarketing, Geschäftsflächenmanagement und immobilienwirtschaftliche und städtebauliche Masterplan-Aktivitäten zur Attraktivierung ihrer innerstädtischen Kernzonen zu setzen. Eine gemeinsame Initiative von Stadt Linz, Wirtschaftskammer, City Ring und Tourismusverband soll auch die gute Ausgangslage in der Linzer Innenstadt absichern und die starke Marktstellung festigen. 

Die Linzer City – multifunktional attraktiver Standort

Dank der hohen multifunktionalen Attraktivität der Linzer Innenstadt als gut sortierte Einkaufsmeile mit hoher Gastronomie- und Dienstleistungsdichte sowie dank der vielfältigen Kultur-, Bildungs- und Freizeitangebote, konnten sich die innerstädtischen Kernzonen der oberösterreichischen Landeshauptstadt im harten Standortwettbewerb mit anderen Einkaufsdestinationen in den letzten Jahrzehnten gut bewähren. Diese Erfolge lassen sich auch anhand von österreichweiten Benchmarks klar dokumentieren:

  • mit 34 Prozent - höchster Einzelhandels-Umsatzanteil aller größeren österreichischen Landeshauptstädte (33 Prozent Salzburg, 25 Prozent Innsbruck, 16 Prozent Graz)
  • höchste innerstädtische Flächenproduktivität (4.510 €/m2 Verkaufsfläche) im Vergleich zu Salzburg (4.300 €/ m2), Graz (3.600 €/ m2) und Innsbruck (4.200 €/ m2)

Der Linzer City-Handel ist aber auch bei den eigenen BürgerInnen hochbeliebt. 52 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes im Stadtkern (= 488 Mio €) stammen aus Einkäufen der städtischen Bevölkerung. Die Verkaufsfläche im Zentrum beläuft sich auf rund 108.000 Quadratmeter, wobei 58 Prozent aller Einzelhandelsbetriebe nach wie vor inhabergeführte Unternehmen darstellen.

Das Projekt „Lebendige City Linz“

Als proaktive Maßnahme – auch im Hinblick auf den immer stärker werdenden Online-Shopping-Boom – startet nun die Stadt Linz mit weiteren Netzwerkpartnern das Projekt „Lebendige City Linz“. Die wesentlichen Ziele dieses wirtschaftspolitischen Leitprojekts lassen sich wie folgt darstellen:

  • Objektive, fachliche Beurteilung der aktuellen „Standortqualität“ der Linzer Innenstadt
  • Konkrete Hilfestellung für (Geschäftsflächen-) HausbesitzerInnen hinsichtlich Neu-/Wieder-verwertung ihrer Immobilien
  • Fachliche Unterstützung der bestehenden Handels- und konsumnahen Dienstleistungsbetriebe zur Beibehaltung/Erhöhung ihrer aktuellen und mittelfristigen Wettbewerbsfähigkeit
  • Finden praktikabler Ansatzpunkte für zu setzende Standortbelebungsmaßnahmen durch Stadt, Tourismusverband Linz, City-Ring und Wirtschaftskammer
  • Auslotung der Sinnhaftigkeit, Umsetz- und Finanzierbarkeit eines Linzer Innenstadt-Standortmanagements

Das Projekt gliedert sich in insgesamt vier Phasen und wird von der europaweit in Stadtentwicklungsfragen erfahrenen CIMA Austria Beratung + Management GmbH fachlich begleitet.

Phase 1

umfasst dabei die Analyse leerstehender oder suboptimal genutzter (ebenerdiger) Geschäftsflächen. Neben einer detaillierten Begutachtung dieser Objekte werden im direkten Dialog mit den interessierten HausbesitzerInnen entsprechende Neunutzungen und Geschäftsflächen-Attraktivierungen entwickelt, gegebenenfalls auch Leitimmobilienprojektierungen angeregt und Empfehlungen zur Ergänzung des Wirtschafts-, Branchen- und Markenmix ausgesprochen.

Phase 2

fokussiert sich auf das aktuelle Einzelhandels- und konsumnahe Dienstleistungsangebot im Stadtzentrum. Mittels diverser Analyseinstrumente (z.B.: Vor-Ort-Store Checks, Online-Befragungen, persönliche Interviews, etc.) wird die aktuelle und mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit dieser Betriebe ausgelotet, um somit bereits frühzeitig Verbesserungspotenziale auf betrieblicher Ebene ausfindig zu machen.

Phase 3

baut auf den Daten und Fakten der beiden vorgeschalteten Projektabschnitte auf und entwirft konkrete Maßnahmen zur wirtschaftlichen und infrastrukturellen Weiterentwicklung der Linzer Innenstadt bzw. einzelner Teilabschnitte bzw. -bereiche. Diese Vorschläge umfassen dabei nicht nur generelle Aktivitäten seitens der Stadt oder der involvierten Partner (Wirtschaftskammer, City-Ring), sondern können auch einzelbetriebliche oder branchenspezifische Projekte (z.B.: im Bereich der betrieblichen Digitalisierung; Erhöhung der touristischen Kaufkraftabschöpfung; etc.) beinhalten.

Phase 4

lotet die Möglichkeit der Installierung eines City-Standortmanagements aus. In enger Abstimmung mit den involvierten Partnern wird dabei ein, den spezifischen Linzer Rahmenbedingungen, angepasstes Modell konzipiert, welches zukünftig die wirtschaftsbezogene Standortentwicklung koordinieren soll.

Bei einem Start-Workshop Anfang September dieses Jahres wurden von Seiten der Linzer Stadtpolitik sowie wichtiger Leitinstitutionen und –betriebe, wesentliche Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren für diesen Prozess definiert. Die konkrete, operative Arbeit startet Mitte Oktober. Ergebnisse werden im ersten Halbjahr 2020 erwartet. 
 

Datenbox zum Projekt

Projektträger Stadt Linz
Kooperationspartner Wirtschaftskammer, Land , City Ring, Tourismusverband
Projektlaufzeit Oktober 2019 – Mai 2020
Projektgebiet gesamte Linzer Innenstadt (vom Volksgarten bis zum Hauptplatz) sowie gesamte Hauptstraße in Urfahr
externe ExpertInnen

CIMA Austria Beratung + Management GmbH 
(www.cima.co.at

Hauptansprechpartner: 
Mag. Roland Murauer 

angeführte Handelskennzahlen in der Presseaussendung Quelle:
Oberösterreichische Einzelhandelsstrukturanalyse 2015; CIMA Austria im Auftrag von Land und WK OÖ 

 

Statements

Mag. Bernhard Baier, Vizebürgermeister der Stadt Linz

Die Linzer Innenstadt hat Strahlkraft auf die gesamte Stadt. Sie ist Inbegriff von Lebensqualität und bietet für jeden etwas.

Für die Stadt Linz ist die Weiterentwicklung der Linzer Innenstadt von besonderer Bedeutung. Daher hat sie zusammen mit anderen Partnerorganisationen, allen voran der Wirtschaftskammer und dem Linzer City Ring, das Projekt „Lebendige City Linz“ gestartet. Im Rahmen der Wirtschaftsstandortagenda 2017 (WISA 2027) setzt dieses Projekt einen entscheidenden Schritt in Richtung einer erfolgreichen Zukunft des Wirtschaftsstandortes.

„Die Linzer Innenstadt ist nicht nur das Herz von Linz, sondern das Zentrum Oberösterreichs! Denn die Innenstadt ist Aushängeschild des Landes und hat zudem zentrale Bedeutung für die Lebensqualität in der Stadt.

Um diese Position auch in Zukunft abzusichern und weiter auszubauen, werden wir in Kooperation mit der CIMA Austria Beratung + Management GmbH in den kommenden acht Monaten das Projekt „Lebendige City Linz“ durchführen. Eine prominent besetzte Steuerungsgruppe wird gemeinsam mit unseren Partnern dafür sorgen, den Wünschen und Bedürfnissen unserer Stakeholder, insbesondere der Wirtschaft sowie der Linzer Bevölkerung, bestmöglich zu entsprechen. Frei nach dem Motto „Wer aufhört besser zu sein, hört auf gut zu sein.“ nehmen wir die Zukunft in die Hand und schaffen durch ein gemeinsames Vorgehen qualifizierte Rahmenbedingungen für eine prosperierende Linzer Innenstadt.“ 
 

Doris Lang-Mayerhofer, Kultur- und Tourismusstadträtin

„Wir brauchen Kreativität und Individualität in der City, denn genau da heben wir uns von der Konkurrenz ab. Das Image als kreative Kulturstadt ist ein wichtiger Beitrag, damit junge und kreative Handels- und Gastronomiebetriebe die Lebendigkeit der Innenstadt immer wieder erneuern. Die kulturellen Angebote, vom Höhenrausch über das Pflasterspektakel bis zum Ars Electronica Festival, sind wichtige Frequenzbringer. In den steigenden Nächtigungszahlen liegt noch großes Kaufkraftpotenzial für unsere Stadt,“ so Kultur- und Tourismusstadträtin Doris Lang-Mayerhofer. 
 

Mag. Klaus Schobesberger, Obmann der WKO Linz-Stadt

Die Beliebtheit der Linzer Innenstadt als Einkaufs- und Flaniermeile ist ungebrochen - aktives Standort- und Freiflächenmanagement als Chance

Die WKO Linz-Stadt ist Projektpartner der Stadt Linz beim Projekt „Lebendige City Linz“ als Teil der neuen Wirtschaftsstandortagenda (WISA 2027).

In fast allen österreichischen bzw. europäischen Innenstädten sind die Auswirkungen der veränderten Lebens-, Mobilitäts- und Konsumgewohnheiten der Bevölkerung spürbar. Die enormen Flächenentwicklungen im Einzelhandel der letzten Jahrzehnte, welche überwiegend „auf der grünen Wiese“ stattfanden sowie der immer stärker boomende Online-Einkauf haben die innerstädtischen „Konsumwelten“ (Handel, Dienstleistung, Gastronomie) stark verändert.

 „In Zusammenarbeit mit der Firma CIMA Austria Beratung + Management GmbH wollen wir die Bedürfnisse, Anliegen und Intentionen unserer Betriebe bestmöglich erfassen und hinterfragen. Neben einer Analyse der aktuellen und mittelfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Linzer Innenstadthandels bzw. konsumnaher Dienstleister und einer Feststellung des derzeitigen Stimmungsbilds innerhalb der Betriebe, sollen zielgerichtete Unterstützungsmaßnahmen für Betriebe und zur Eindämmung von Freiflächen identifiziert werden.

Keinesfalls hat die Linzer Innenstadt aber an Attraktivität verloren. Die Linzer City und der stationäre Handel stehen nach wie vor für Auswahl und Sortiment, Ambiente und Einkaufserlebnis, Fachberatung und Service, Attraktivität und Geschäftsvielfalt. Hier muss der stationäre Handel im Wettbewerb mit dem Onlinehandel seine Hausaufgaben machen und auch Zusatznutzen für den Kunden wie zB Kundenbindungsprogramme, Zustellservice, Parkmünzenausgabe, etc bieten. Die WKO unterstützt hier mit vielen WIFI-Fachkursen oder dem Top-Handels-Zertifikat. Aber auch die Stadt Linz ist gefordert für die entsprechenden Rahmenbedingungen zu sorgen, wie zB staufreie Erreichbarkeit der Innenstadt, Ambiente in der Innenstadt (Sauberkeit, Blumenschmuck, usw).

Der stationäre Handel muss aber auch selbst im Internet präsent sein und Social Media-Kanäle nutzen! Jeder zweite Kunde informiert sich im Internet über ein Produkt, bevor er ins Geschäft geht und es dort kauft. Die Homepage ist oft der erste Kontakt zwischen Unternehmen und Interessenten. Immer mehr Handelsbetriebe nutzen auch Social Media-Kanäle und stellen bereits ihr Sortiment mit Bestellmöglichkeit auf ihre Homepage und bieten Versand oder die Abholmöglichkeit im Geschäft an. Deshalb bietet die WKO zielgerichtete Beratungs- und Förderangebote, um unseren ‚analogen‘ Händlern den Weg zu den vielfältigen digitalen Chancen zu ebnen und diese miteinander zu verschränken.“ 
 

Werner Prödl, Obmann Linzer City Ring

Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte. (Gustav Heinemann)

Der Linzer City Ring richtet seinen Blick in die Zukunft. Was erfolgreich ist gilt zu bewahren. Aber es sind auch neue Wege zu suchen um die Herausforderungen unserer Zeit, besonders was den Onlinehandel betrifft, meistern zu können.

Die Linzer Innenstadt ist attraktiv und wird von den Besuchern immer noch hochgeschätzt. Natürlich gibt es immer noch Luft nach oben und daher sind wir für jede Unterstützung und Initiative von der Stadt Linz und durch andere Stakeholder dankbar.

 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier und Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer zum "Lebendige City Linz".)

Weitere Gesprächspartner:
Mag. Roland Murauer, Dr. Thomas Denk, Werner Prödl (Obmann Linzer City Ring)

Frag ELLI!
Frag ELLI! – Chatbot der Stadt Linz

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