Presseaussendung vom: 16.10.2019

Linz – die soziale Lebensstadt Freiwillige soziale Leistungen im Wert von 24 Millionen Euro stehen für alle Generationen bereit

Lebensqualität basiert vor allem auf dem sozialen Angebot, das Bürgerinnen und Bürger in einer Stadt vorfinden. Linz kann sich mit Recht als sozial engagierte Lebensstadt bezeichnen. Was vor 25 Jahren noch ambitioniertes Ziel war, ist heute Standard: ein österreichweit vorbildliches Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen, eine ganze Reihe an Beratungs- und Informationsstellen, eine hohe Versorgungsdichte an mobilen Diensten und moderne Seniorenzentren in den Stadtteilen. 

Ob Kinder und Jugendliche, ob Familien oder SeniorInnen – ihnen allen steht eine Vielzahl sozialer Einrichtungen zur Verfügung. Nicht zuletzt wegen seiner sozialen Stärke zählt Linz bundesweit zu den lebenswertesten Städten.

Die Lebensstadt Linz hält heuer in Summe 224 Millionen Euro für Sozialleistungen bereit, ein Drittel des Gesamtbudgets. Im Vergleich zu 2018 sind das im laufenden Jahr um zwei Millionen Euro mehr. 

„Ein Großteil der Sozialausgaben basiert auf gesetzlichen Verpflichtungen, etwa auf vorgeschriebenen Ausgleichszahlungen im Hinblick auf Sozial- und Jugendförderungen, Mindestsicherung und Einrichtungen der Seniorenpflege. Dazu kommen jedoch viele Angebote, die Linz für die Menschen freiwillig beisteuert und die in Österreich einzigartig sind. Sie machen das Leben für Jung und Alt attraktiv. In Summe betragen diese freiwilligen Sozialleistungen mehr als 24 Millionen Euro“, informieren Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Karin Hörzing. 

Was also die soziale Stärke von Linz ausmacht und diese Stadt von anderen unterscheidet, ist das vielfältige Angebot an freiwilligen Leistungen, von denen Jung und Alt profitieren. Die größten jährlichen Ausgabenposten dabei sind der Aktivpass mit 4,7 Millionen Euro, das Projekt Jobimpuls mit 4 Millionen Euro, die Kinder- und Jugendsozialarbeit mit 3,2 Millionen Euro und das österreichweit einzigartige Tarifmodell für den Kindergartenbesuch mit 2,5 Millionen Euro. Der Verein Jugend und Freizeit sowie die Tageszentren und Clubs Aktiv für SeniorInnen werden mit je 2,3 Millionen Euro jährlich unterstützt.  Für Essen auf Rädern werden pro Jahr 1,1 Millionen Euro aufgewendet. Dazu kommen Lifteinbauten (1 Million Euro) sowie Ferienaktionen und eine Reihe sonstiger Sozialsubventionen.

Ein Aushängeschild bei den freiwilligen Leistungen ist der Aktivpass

36.000 Menschen benötigen diese Unterstützung 

Zahlreiche Ermäßigungen durch den Aktivpass ermöglichen auch finanzschwächeren StadtbewohnerInnen die regelmäßige Teilnahme am öffentlichen Leben. 2007 wurde der Zugang zum Aktivpass wesentlich erleichtert: So haben jetzt alle LinzerInnen mit einem Einkommen unter 1.254 Euro netto pro Monat Anspruch darauf. Dieser Betrag wird jährlich dem Verbraucherpreisindex angepasst. Der Aktivpass bietet vor allem Vergünstigungen für die Linz Linien: So kostet die ermäßigte Monatskarte damit nur 13 Euro. Aktuell nehmen 36.000 LinzerInnen dieses Angebot in Anspruch, um fünf Prozent weniger als Ende vergangenen Jahres. 
Auch monetär lässt sich der Aktivpass beziffern. Insgesamt zahlen allein bei der Linz AG die AktivpassnutzerInnen etwa 4,5 Millionen Euro weniger für Fahrkarten und bei der VHS 240.000 Euro weniger für Kursgebühren.

Spezielles Tarifmodell für Linzer Kindergärten entlastet Familien um 2,5 Millionen Euro 

Nachmittagsbetreuung für Familien mit niedrigem Einkommen weiterhin kostenlos 
Der Beschluss der Landesregierung, den Nachmittagsbesuch in allen Kindergärten seit 1. Februar 2018 kostenpflichtig zu machen, bedeutet für viele Eltern eine zusätzliche finanzielle Belastung. Der Stadt Linz war es jedoch ein Anliegen, den Besuch des Kindergartens vor allem für Kinder aus bildungsferneren Familien beziehungsweise Familien mit voll erwerbstätigen Eltern am Nachmittag leistbar zu gestalten. Deshalb kommt in der Landeshauptstadt das „Linzer Tarifmodell“ zur Anwendung, das Familien finanziell entlastet. Das bedeutet für Familien mit geringem Einkommen, auch weiterhin von einer Besuchsgebühr befreit zu sein. Eltern mit mittlerem und höherem Einkommen bezahlen ebenfalls weniger als vom Land vorgesehen. Die Rechtsträger von Kindergärten erhalten die Differenz zum Landesmodell in Form einer „Familienförderung“ aus dem Sozialbudget der Stadt Linz refundiert. Etwa 2,5 Millionen Euro ersparen sich die Eltern damit jährlich an Gebühren. 

Der Essensbeitrag ist für Linzer Kinder sozial gestaffelt und beträgt 1,4 Prozent des Haushalts-Bruttoeinkommens. 

Jobimpuls: 4 Millionen Euro für Integration am Arbeitsmarkt 

Ohne gesetzliche Verpflichtung bietet die Stadt Linz mit dem Programm „Jobimpuls“ arbeitslosen und benachteiligten Menschen eine Chance für die Reintegration in den regulären Arbeitsmarkt. Die Hauptzielgruppe bilden Personen, die Mindestsicherung beziehen sowie Menschen mit Beeinträchtigung. Durch individuell angepasste Arbeitsplätze, eine intensive Betreuung und ein vielseitiges Angebot an Aus- und Weiterbildungen erhalten sie Starthilfe für den weiteren Berufsweg. Die derzeit 260 Arbeitsplätze befinden sich in verschiedenen Geschäftsbereichen des Magistrats, in den Seniorenzentren, den Kindergärten und Horten sowie Einrichtungen von Sozialvereinen.

Die Aufwendungen der Stadt Linz dafür betragen jährlich etwa 4 Millionen Euro. 

Unterstützung durch Sozialarbeit für Familien, in Kindergärten und in Schulen

3,2 Millionen Euro gibt die Stadt Linz jährlich für die Kinder- und Jugendhilfe für Linzer Familien aus. Besonders bei schwerwiegenden Familien- und Erziehungsproblemen unterstützen die regional zuständigen SozialarbeiterInnen die Eltern und bieten längerfristige Betreuung sowie Begleitung an. Um Familien mit ihren Kindern und die Pädagoginnen und Pädagogen optimal zu unterstützen sowie um Fehlentwicklungen früh zu erkennen, wird im Rahmen eines Pilotprojekts seit 2017 auch in Linzer Kindergärten, konkret in den Stadtteilen Auwiesen, Grüne Mitte, Ebelsberg sowie im Neustadtviertel, Sozialarbeit angeboten. Das Land Oberösterreich ist noch vor Ende des Pilotjahres aus der Finanzierung ausgestiegen, die Stadt ist eingesprungen und trägt die Kosten von etwa 70.000 Euro zur Gänze. 

Ebenso wird an den Linzer Pflichtschulen Schulsozialarbeit im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe offeriert. Um die betroffenen Kinder kümmern sich zwölf MitarbeiterInnen. Etwa 300.000 Euro steuert dafür die Stadt Linz bei. Aktuell wird in zwei Dritteln der öffentlichen Pflichtschulen in Linz Schulsozialarbeit geleistet. Jährlich profitieren 800 SchülerInnen und deren Umfeld davon. Auch nicht betreute öffentliche Pflichtschulen in Linz haben die Möglichkeit, sich an die Schulsozialarbeit zu wenden.

Eltern-Mutter-Beratungsstellen

Die ersten Lebensjahre sind für die Entwicklung eines Kindes entscheidend. Eltern wollen dabei alles richtigmachen und nur das Beste für ihr Kind. Dafür steht die Eltern-Mutter-Beratung in Linz zur Verfügung. Ziel ist es, nach der Geburt eines Babys gute Bedingungen für die Pflege und Erziehung zu schaffen und eine positive Entwicklung von Kindern zu fördern. Die kostenlosen Leistungen reichen von Beratungen zur Entwicklung, Pflege und Ernährung bis hin zu medizinischen Untersuchungen.

Seit 16 Jahren wird das städtische Eltern- und Mutterberatungsangebot durch das IGLU ergänzt, einem frühkindlichen Kompetenzzentrum der Kinder- und Jugendhilfe im Franckviertel. Es bietet neben den klassischen Angeboten noch Einzelberatungen durch eine Psychologin und Sozialarbeiterin, Ernährungsrunden, Kochtreffs, Sprachförderung, Trageberatung, Stillberatung und Stillrunden sowie verschiedene Elternrunden und Fachvorträge. 

Ferienspaß für Linzer Kinder

Städtische Förderungen ermöglichen Teilnahme an Ferienaktionen – 80.000 Euro an Unterstützung 

Förderungen der Stadt Linz ermöglichen Linzer Kindern aus finanziell schwachen Familien sowie Kindern, die in ihrer Freizeit auf Grund der Berufstätigkeit der Eltern und anderer Faktoren im Sommer unbetreut sind, an Ferienaktionen teilzunehmen.  

56.000 Euro investierte die Stadt heuer in die beliebte Ferienaktion PIPPI – Play im Park. Für die Teilnahme an den Abenteuerwochen standen 22.000 Euro zur Verfügung. In Summe sind es also etwa 80.000 Euro, die die Stadt Linz in diese Ferienprogramme investiert.

Der Geschäftsbereich Soziales, Jugend und Familie wählt in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe in Frage kommende Turnusse im Hinblick auf die Ferienzeit und unter Beachtung der maximalen Kosten pro Tag in Höhe von 66 Euro aus. Der Selbstbehalt der Familien beträgt je nach sozialpädagogischen und finanziellen Kriterien 50 oder 100 Euro. Die zuständigen SozialarbeiterInnen können diesen Beitrag in Ausnahmefällen bis auf null Euro reduzieren.

Verein Jugend und Freizeit: 2,3 Millionen Euro für Jugendbetreuung  

Seit 1979 setzt der Verein Jugend und Freizeit flächendeckend in ganz Linz Aktivitäten und bietet den Linzer Jugendlichen Unterstützung, Freiraum, Ressourcen, Beratungsangebote, individuelle Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, Hilfe bei Krisen und vieles mehr. Er betreibt aktuell acht Jugendzentren, vier Streetworkeinrichtungen, mehrere Teenie-Projekte, ein Netzwerk-Haus und eine Jugendkultureinrichtung. 

Die MitarbeiterInnen des VJF haben entweder eine psychosoziale Ausbildung (SozialarbeiterInnen, FachhochschulabgängerInnen, SoziologInnen, (Sozial)PädagogInnen, PsychologInnen, JugendbetreuerInnen) oder befinden sich berufsbegleitend in einer solchen. 

Die Hauptaufgaben des Vereins Jugend und Freizeit liegen vor allem in der Förderung und Begleitung von Jugendlichen bei ihrer Alltagsgestaltung und Lebensbewältigung. Zielgruppe sind alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren mit sozialen Benachteiligungen. 

Mittels der Angebote im Freizeit- und Kulturbereich, Soforthilfe und langfristigen Unterstützung sollen die Jugendlichen Möglichkeiten für eine sinnvolle Freizeitgestaltung kennen lernen, neue Perspektiven für ihren Lebensentwurf entwickeln, ihre Kompetenz und Handlungsfähigkeit ausbauen, Verantwortung für sich selbst übernehmen und somit einen Platz in der Gesellschaft erhalten, wo sie sich weiter entfalten und an Ideen mitwirken können. 

Der Verein wird von der Stadt Linz zu zwei Dritteln finanziert. Das sind 2,3 Millionen Euro pro Jahr. 
Auch nichtstädtische Jugendorganisationen, wie etwa das KidsZentrum TurbinE in Auwiesen und Jugendzentren anderer Einrichtungen, z. B. das Schüler- und Jugendkommunikationszentrum Leonardo oder der Jugendunterstützungsverein Cube werden von der Stadt durch freiwillige Unterstützungen mit in Summe rund 100.000 Euro jährlich gefördert. 

Angebote für Kinder- und Jugendhilfe durch Verein VSG

Der von der Stadt Linz mit ca. 250.000 Euro jährlich unterstützte Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG) ist ein weiterer wichtiger Baustein in der Sozialpolitik der Stadt Linz. Der VSG erreicht im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe 500 Linzerinnen und Linzer. Jährlich nehmen auch 1200 junge Erwachsene die Angebote des Lernzentrums LEARN in Anspruch. LEARN unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene beim Nachholen von Bildungsabschlüssen und bietet Basisbildungskurse zur Verbesserung der beruflichen Chancen an. 

In der Berufsorientierung KICK schaffen per anno 55 junge Menschen den Einstieg in Ausbildung und Beruf.

Die Produktionsschule FACTORY I WORK.BOX ist ein Angebot für Jugendliche nach Beendigung ihrer Schulpflicht, die Unterstützung für ihre weitere Ausbildung suchen. Pro Jahr nehmen etwa 70 junge Erwachsene das Angebot in Anspruch.

Zusätzlich finden 150 Frauen in der Frauenberatung WOMAN durch die Unterstützung der Beraterinnen einen Arbeitsplatz oder starten eine weiterführende Ausbildung.

Die Kinder- und Jugendhilfe MOVE begleitet Kinder, Jugendliche sowie deren Familien beim Aufbau eines selbstständigen Lebens. 

Zu den freiwilligen Sozialausgaben der Stadt Linz für die Jugend und die Familien kommt ein dichtes Netz an Angeboten für SeniorInnen. 

Tageszentren und Clubs Aktiv: 2,3 Millionen Euro für SeniorInnen

Für Seniorinnen und Senioren, die noch zu Hause wohnen, teilweise jedoch bereits stationäre Unterstützung benötigen, stehen drei städtische Tageszentren zur Verfügung. Die modern ausgestatteten Einrichtungen in Dornach Auhof, Kleinmünchen und in der Liebigstraße bieten eine breite Palette an Serviceleistungen und Unterhaltungsmöglichkeiten.

Die städtischen Tageszentren stellen für die Linzer Seniorinnen und Senioren eine ideale Gelegenheit dar, mit anderen älteren Menschen in Kontakt zu kommen. Sie beugen nicht nur einer drohenden Vereinsamung im Alter vor, sondern erfüllen auch eine gesundheitliche Funktion, zum Beispiel durch gemeinsame Spaziergänge. Für die Besucherinnen und Besucher bieten sie eine Bereicherung der täglichen Lebensgestaltung. 

Die drei städtischen Tageszentren verfügen zusammen über 100 Plätze. Zum Angebot zählen gemeinsame Aktivitäten, Pflege und Betreuung sowie drei Mahlzeiten pro Tag. Die Tageszentren können mehrmals wöchentlich besucht werden. Die Kosten für den Besuch richten sich nach dem jeweiligen Einkommen.

Die städtischen Clubs Aktiv bieten ein kostenloses breit gefächertes Programmangebot für Seniorinnen und Senioren über das Linzer Stadtgebiet verteilt. An zehn Standorten wird der älteren Generation von Bewegung über Kreativität bis hin zu Kunst und Kultur Einiges geboten. 

Die Aufwendungen der Stadt für die Tageszentren und Clubs Aktiv betragen heuer 2,3 Millionen Euro.

Für die Transporte ins Tageszentrum und nach Hause zahlen die SeniorInnen nur 10,50 Euro. Nach dem Ausstieg des Landes aus der Finanzierung werden vom Samariterbund dafür 22 Euro verrechnet, das heißt, die Differenz wird von der Stadt getragen, um den günstigen Tarif für die NutzerInnen halten zu können. 

Essen auf Rädern: 1.000 Menschen täglich umsorgt

Mehr als 1.000 Menschen werden zudem im Rahmen der Aktion „Essen auf Rädern“ mit warmen Mahlzeiten versorgt. Die Stadt schießt dafür 1,1 Millionen Euro zu.

Drei Millionen Euro für freiwillige Förderung für weitere Vereine und Institutionen

Weiters fördert die Stadt Linz zahlreiche sozial engagierte Vereine und Institutionen mit freiwilligen Subvention in der Gesamthöhe von 3 Millionen Euro.

Nachträgliche Lifteinbauten 

Einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wohnqualität leistet der nachträgliche Lifteinbau in Häusern mit mehr als drei Geschoßen. Daher unterstützt seit 1996 die Stadt diese bauliche Maßnahme mit 30 Prozent der förderungswürdigen Kosten. Insgesamt wurden dafür bis heute mehr als 46 Millionen Euro an Zuschüssen seitens der Stadt Linz zur Verfügung gestellt. 

Die bisher bereits 1.500 nachträglichen Lifteinbauten tragen wesentlich zur Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität in Linz bei. Besonders ältere Menschen und Familien mit Kindern profitieren davon.  Pro Jahr werden ca. 20 Lifte mit einer Förderungssumme von einer Million Euro gefördert.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz „Freiwillige Soziale Leistungen der Stadt Linz“ von Finanzreferent Bürgermeister Klaus Luger und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing)

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