Presseaussendung vom: 21.10.2019 |

Marianne.von.Willemer- Frauen.Literatur.Preis 2019 Verleihung am 24. Oktober im Alten Rathaus

Britta Mühlbauer Preisträgerin für ihr Werk „Freibad“

Um Frauen, die sich dem Schreiben widmen, zu fördern, vergibt die Stadt Linz heuer erneut den mit 3.600 Euro dotierten Marianne.von.Willemer- Frauen.Literatur.Preis 2019. Preisträgerin ist diesmal die Autorin Britta Mühlbauer, die für ihr Werk „Freibad“ ausgezeichnet wird.  

„Der Preis versteht sich als Anerkennung qualitativ hochwertiger Arbeiten von Literatinnen. Ich lade die Linzerinnen und Linzer herzlich zur Verleihung des Preises an Britta Mühlbauer am Donnerstag ein“, so Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zur Initiative des Frauenbüros der Stadt Linz mit Unterstützung von dorf tv. Der Preis wird im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 24. Oktober, um 19 Uhr im Gemeinderatssaal des Alten Rathauses verliehen.

Auswahl aus 66 eingereichten Arbeiten

Teilnahmeberechtigt waren in Österreich lebende Frauen, die sich dem Schreiben widmen und durch Geburt, Wohnsitz oder ihr literarisches Schaffen in besonderer Weise der Stadt Linz verbunden sind. Eine Fachjury bestehend aus den drei Literatur-Expertinnen Dr.in Petra-Maria Dallinger / Direktorin Adalbert-Stifter-Institut des Landes OÖ, Dr.in Martina Schmidt / Verlagsleiterin und Geschäftsführerin Deuticke Verlag, Wien und Sabine Weissensteiner / Geschäftsführerin Buchhandlung Fürstelberger sichtete die eingereichten Arbeiten. Von den 66 eingereichten Werken sind 13 Arbeiten von der Jury in die engere Auswahl genommen worden. Die Jury entschied sich einstimmig für die Einreichung von Frau Britta Mühlbauer mit dem Titel „Freibad“ mit folgender Begründung: „Der Text beeindruckt durch seine präzise Sprache, mit der ein gesellschaftlich relevantes Thema überzeugend dargestellt wird. Es ist der Autorin gelungen, die jugendliche Perspektive mit Witz und Lakonie glaubwürdig umzusetzen.“

Über die Erzählung

Die Erzählerinnen, zwei 13-Jährige Mädchen, lernen im Freibad Rafi, einen jungen Mann aus dem Flüchtlingsheim, kennen. Die Unterbringung von Flüchtlingen in dem kleinen Ort, in dem die Mädchen leben, stößt nicht bei allen Einwohnern auf Gegenliebe. Die Mädchen begegnen dem jungen Mann offen und neugierig und mit einem ersten Anflug von erotischem Interesse. Doch dann erleben sie eine Serie von Überraschungen und Missverständnissen, basierend auf den Ängsten und Vorurteilen, die seit der Ankunft der Flüchtlinge im Ort grassieren.

Freibad ist Teil eines Zyklus von Erzählungen und Kurzgeschichten, in denen es um unsere Reaktionen auf Flüchtlinge, AsylwerberInnen, MigrantInnen geht, kurz gesagt auf Fremde, die gekommen sind, um zu bleiben. Im Fokus der Texte stehen Vorurteile, Misstrauen und Ängste, die im Grunde nichts mit den fremden Menschen zu tun haben. Die Idee für den Zyklus entstand im Sommer 2015. Der Zyklus umfasst derzeit elf Texte in unterschiedlichen Stadien der Fertigstellung. Neben der Thematik sind die Texte durch das erzählende „Wir“ verbunden, eine Perspektive, die vielfältige Möglichkeiten bietet, abzugrenzen, zu vereinnahmen, ein- oder auszuschließen.

Das Projekt als Ganzes wurde mit dem Adalbert-Stifter-Stipendium 2018 des Landes Oberösterreich ausgezeichnet. 2017 stand die Erzählung „Wir retten Europa“ auf der Shortlist des AK-Literaturpreises.

Kurzbiografie

Britta Mühlbauer, geboren 1961 in Ried im Innkreis, ist in Braunau am Inn aufgewachsen. Sie studierte Musikpädagogik, Romanistik, Germanistik, ist Autorin und Gitarrelehrerin und lebt in Wien. Literarisch verbindet sie mit Linz die Verleihung des Adalbert-Stifter-Stipendiums 2018 (brittamuehlbauer.at).

Erzählungen in Literaturzeitschriften und Anthologien:

  • zuletzt: „Wir retten Europa“, in: Leben verARBEITet. Ausgewählte Texte zum AK-Literaturpreis 2017. ÖGB Verlag 2017
  • „Über unsere Köpfe“, „Was wir nicht voneinander wissen“ und „Von Schleppern, Schmugglern, Partisanen“ in: Die Rampe - Hefte für Literatur 1/2019

Romane:

  • „Lebenslänglich“ (2008), Deuticke-Verlag
  • „Inventurdifferenz“ (2013), Deuticke-Verlag
     

Marianne von Willemer – Die Namenspatronin

Marianne von Willemer wurde 1784 in Linz geboren. Als 14-Jährige kam sie mit ihrer Mutter nach Frankfurt am Main, wo sie Johann Wolfgang von Goethe kennenlernte. 1819 erscheint Goethes „Westöstlicher Diwan“ und erst neun Jahre nach Marianne von Willemers Tod wird bekannt, dass mehrere der schönsten Gedichte daraus eigentlich aus ihrer Feder stammten. Die Leistungen der Autorin blieben im Schatten und wurden von der Fachwelt kaum bis gar nicht beachtet.

Der Marianne.von.Willemer-Preis

Ursprünglich wurde der Preis – die erste Vergabe erfolgte im Jahr 2000 – alle zwei Jahre ausgelobt, jedoch als Literatur- und Netzkunstpreis gemeinsam. Seit 2004 sind beide Sparten getrennt. Die Verleihung erfolgt nun jährlich, in den ungeraden Jahren wird der Literaturpreis vergeben, in den geraden Jahren der Netzkunstpreis. Der Marianne.von.Willemer – Frauen.Literatur.Preis hat sich mittlerweile in der Frauenliteraturszene etabliert und ist aus dem österreichischen Literaturbetrieb nicht mehr wegzudenken.

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