Presseaussendung vom: 21.10.2019

Pichling - Ein Stadtteil mit besten Entwicklungschancen Zwei Drittel der Linzer Stadterweiterungsflächen sind in Pichling

Luger: „Weitere Stadtentwicklung in Pichling werden wir besonders sensibel und behutsam behandeln.“

Pichling erlebte in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Wandel zu einem Stadtteil, der vor allem als Wohngegend zunehmend an Attraktivität gewinnt, darüber hinaus durch den von der Stadt ange-legten Südpark zahlreiche zukunftsorientierte Arbeitsplätze bietet.  

Derzeit leben knapp 8.200 EinwohnerInnen in dem 1.290 Hektar großen Bezirk. Das kontinuierliche Bevölkerungswachstum der vergangenen zehn Jahre mit einer Zunahme um rund 1.000 Personen (15 Prozent) wird sich auf Grund aktueller und geplanter Wohnbauten künftig deutlich intensivieren und vor allem junge Menschen anziehen. 

„Bereits jetzt sind Familien mit Kindern im Schulalter in Pichling häufiger vertreten als in anderen Stadtteilen. Das erwartete Wachstum in den kommenden Jahren führt zu einem zunehmenden Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen“, informiert Bürgermeister Klaus Luger.   

Gebäudemäßig dominieren derzeit Ein- und Zweifamilienhäuser in Eigenbenützung. Wohnungseigentum und Miete sind daher wesentlich seltener als im stadtweiten Vergleich. Wohnungen mit mehr als 80 Quadratmetern bzw. mehr als vier Räumen sind überdurchschnittlich häufig. 

In den vergangenen Jahren wurden in Pichling jährlich im Schnitt etwa 60 neue Wohnungen errichtet, eine Zahl, die sich durch die aktuellen Wohnbauten künftig deutlich erhöhen wird. „Mit 67 Hektar Stadterweiterungsflächen befinden sich etwa zwei Drittel aller Flächenreserven von Linz in Pichling“, veranschaulicht Bürgermeister Klaus Luger die künftigen Entwicklungschancen. „Die wertvollen Naherholungsbereiche etwa am Pichlinger See oder im Natura 2.000-Schutzgebiet Traun-Donau-Auen sollen jedoch erhalten bleiben. Diese Grünzonen und Waldgebiete im Süden von Linz sind ebenso wie der benachbarte Schiltenbergwald auch für das Stadtklima von besonderer Bedeutung.“

Bürgermeister Luger ist sich bewusst, dass die Dynamik der Entwicklung auch auf Skepsis stößt. Deshalb wird dem Stadtteil Pichling bei der Erstellung des Stadtentwicklungsplans in den kommenden eineinhalb Jahren besonderes Augenmerk geschenkt. „Dabei haben wir sensibel und behutsam vorzugehen“, so das Stadtoberhaupt. 

Pichling – Entwicklung vom Dorf zum lebenswerten Stadtteil

Der Name Pichling leitet sich von der ersten Erwähnung in einer Urkunde des Stifts Kremsmünster 1299 als „Puchlorn“ ab. Die heutige Namensform erscheint erstmals 1783, daneben waren auch die Schreibweisen „Pühel“ (Hügel), Pichl, und Pichlern gebräuchlich. 1912 bestand Pichling aus zwölf Häusern, nach dem 2. Weltkrieg setzte erst die eigentliche Siedlungstätigkeit ein. Die großteils heute noch vorhandene dörfliche Struktur begann sich zu entwickeln. Die in den Jahren 1989 / 1990 errichtete Kirche St. Paul zu Pichling wertete den Orts- und Stadtteilcharakter zusätzlich auf.

Stadterweiterung durch SolarCity 

Das erste und damals wie heute größte Linzer Stadterweiterungsprojekt wurde mit der Errichtung der SolarCity am Südrand des Weikerlsees realisiert.

Der Architekt Thomas Herzog, der auch das Design Center Linz entwarf, vermittelte den Kontakt zu den international bekannten Architekten Richard Rogers und Norman Foster. Sie entwarfen für die Siedlung kostengünstige, energiesparende Wohnungen und vertrauten die Ausführung den örtlichen Architekten an. 
Die Planungen für das Vorhaben begannen 1992, ab 1999 wurden schrittweise 1300 Wohnungen innerhalb von sechs Jahren errichtet. Die Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich auf 190 Millionen Euro, wobei knapp zwei Drittel auf den Wohnbau und ein Drittel auf die Infrastruktur entfielen. Den Namen verdankt die SolarCity den Solaranlagen auf den Dächern. Die SolarCity gilt auch heute als Modell für die „Stadt des 21. Jahrhunderts“ und als Beispiel für ökologische Stadtentwicklung.

Mittelpunkt der SolarCity ist der Ortsplatz mit Bank, Kaufhaus, Trafik und Kaffeehäusern. Um das soziale Wohl kümmern sich die MitarbeiterInnen des Stadtteilbüros und des Seelsorgezentrums. Für Familien wurde ein Familienzentrum, zwei Kindergärten, zwei Krabbelstuben und das Schulzentrum mit Volksschule, Realgymnasium und Hort errichtet. Im Norden der SolarCity befindet sich direkt anschließend ein Naherholungsraum mit einem städtischen Sportzentrum und dem erweiterten Kleinen Weikerlsee. Seit September 2005 ist die SolarCity durch die Linie 2 der Linzer Straßenbahn an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Innerhalb einer halben Stunde gelangt man damit in die Linzer Innenstadt.  

Naherholungsgebiet Pichlinger See bleibt unangetastet

Durch die Pläne des Infrastruktur-Sport-Pakets in Kooperation mit dem Land Oberösterreich und der darin vorgesehenen Übersiedlung des LASK auf die Gugl bleibt das zweite große Naherholungsgebiet des statistischen Bezirks am Pichlinger See zur Gänze erhalten. Mit bis zu 40.000 Badegästen an Spitzentagen und zahlreichen SpaziergängerInnen auch in der kalten Jahreszeit zählt der See zu den beliebtesten Naherholungsgebieten in Linz. 

Weniger Senioren, viele Kinder – Herausforderung für Kinderbetreuung

Statistisch gesehen ist der Bezirk mit einem Durchschnittsalter von 39 Jahren ein eher junger Stadtteil. 24 Prozent der BewohnerInnen sind Kinder oder Jugendliche (0 bis 19 Jahre), fast 60 Prozent im erwerbstätigen Alter (20 bis 59 Jahre). Lediglich 9 Prozent der PichlingerInnen sind älter als 70 Jahre (Linz gesamt: 14 Prozent).

„Auf Grund dieser Tatsache und der vermehrten Zuwendung zu Tagespflegeeinrichtungen und zur 24-Stunden-Pflege findet Pichling weiterhin mit dem städtischen Seniorenzentrum das Auslangen. Der vergleichsweise hohe durch den Babyboom und die aktuellen Wohnbauten noch weiter ansteigende Kinderanteil in Pichling stellt uns jedoch vor Herausforderungen“, kommentiert Bürgermeister Klaus Luger die demografische Situation.

Soziale Versorgung, Bildung und Freizeit

Mit acht Kinderbetreuungseinrichtungen, drei Schulen, drei Seniorenbetreuungseinrichtungen und sechs Spielanlagen ist der Stadtteil in Bezug auf seine EinwohnerInnenzahl von 8.200 Personen sozial gut versorgt.

Das Seniorenzentrum Pichling mit 64 Betreuungsplätzen befindet sich am Falterweg und wird von der Stadt Linz betrieben. Eröffnet wurde die um 11,6 Millionen Euro errichtete Einrichtung am 27. April 2010. Beinahe zeitgleich wurden 25 betreubare Wohnungen fertig gestellt. Weiters steht am Lunaplatz ein „Club Aktiv“ für die älteren BewohnerInnen zur Verfügung.

Städtisches Seniorenzentrum Pichling Städtisches Seniorenzentrum Pichling

Pichling: Steigender Bedarf an Kindergarten- und Krabbelstubenplätzen 

In aktuell acht Kinderbetreuungseinrichtungen (zwei städtische Krabbelstuben, drei städtische und ein privater Kindergarten sowie zwei städtische Horte) stehen 740 Betreuungsplätze zur Verfügung. Für die kommenden Jahre hat die Stadtforschung einen zusätzlichen Bedarf an Kindergarten- und Krabbelstubengruppen für bis zu ca. 170 Kindern errechnet. Die Stadt Linz nutzt die Chance, in Wohnungsneubauten der GWG und der GIWOG im Jahr 2021 Flächen für zwei Kindergärten zu mieten: An der Auhirschgasse finden als Teil eines GWG-Projekts mit 70 Wohnungen drei Kindergartengruppen für zirka 70 Kinder sowie eine Krabbelstubengruppe für zehn Kinder Platz. Die GIWOG berücksichtigt in ihrem Bauvorhaben Schwaigaustraße sechs Kindergarten- und drei Krabbelstubengruppen.

Kindergarten SolarCityKindergarten SolarCity

Schulen in Pichling

Für größere Kinder stehen aktuell zwei Volksschulen und ein Realgymnasium in der SolarCity zur Verfügung, die im Schuljahr 2018/19 von rund 440 VolksschülerInnen und 540 GymnasiastInnen besucht wurden.

Schulzentrum mit Hort

Für die Neue Mittelschule sind bis 2022/23 annähernd gleichbleibende SchülerInnenzahlen zu erwarten.
Bei den Volksschulen ist parallel zur Realisierung der Wohnbauprojekte in Pichling mit einem Anstieg um rund 150 SchülerInnen (mindestens 6 Klassen) bis 2022/23 zu rechnen. Der Bedarf an Hortplätzen wird ebenfalls an-steigen.

Dafür wurden folgende Lösungsvorschläge erarbeitet: 

In der VS Pichling sind der Neubau und die Adaptierung des Horts geplant. Damit sollen vier klassenwertige Räume zusätzlich geschaffen werden. Der restliche Bedarf soll durch freiwerdende Räume in der VS SolarCity (mit tendenziell sinkenden SchülerInnenzahlen) bzw. Doppelnutzungen an der VS Pichling bzw. SolarCity gedeckt werden.

Sport- und Freizeitangebot reicht über Stadtteil hinaus

In Pichling stehen vielfältige Sport- und Freizeitanlagen zur Verfügung, unter anderem auch private Golf- und Tennisanlagen. Seit November 2008 ist der von der stadteigenen LIVA betriebene Sportpark Pichling in Betrieb.

Sportpark Pichling Sportpark Pichling 

Zum Sportangebot zählen eine Tennishalle (mit zwei Hallenplätzen), vier Tennisfreiplätze, eine Halle mit Soccer- und multifunktionalem Ballsportbereich, ein Fußballgroßfeld mit Naturrasen, zwei Fußballkleinfelder, eine Skaterfläche, Streetball im Trendsportbereich und zwei Beachvolleyball-Plätze.Dazu kommen vier Kinder- und Jugendspielplätze und Erholungsflächen am Weikerl- und am Pichlinger See. 

Wohnen in Pichling – 1.000 Neubauwohnungen „auf Schiene“ 

Am 1. Jänner 2019 umfasst der Statistische Bezirk Pichling exakt 3.678 Wohnungen. Die Wohnungsgrößen sind mit durchschnittlich 93 Quadratmetern im Gesamtvergleich mit Linz (durchschnittlich 72 m²) sehr groß. 46 Prozent aller Wohnungen sind Eigentumswohnungen, das ist verglichen mit Gesamtlinz (26 Prozent) ebenfalls ein frappant hoher Wert. Derzeit „nur“ 47 Prozent der Pichlinger Wohneinheiten sind Mietwohnungen. Dieser Anteil wird sich, wie die Vorschau auf aktuell in Ausführung befindliche und noch geplante Wohnbauvorhaben im Stadtteil zeigt, künftig sukzessive erhöhen. Dafür spricht, dass der Bezirk mit 67 Hektar Stadterweiterungsflächen über die größten Reserven für künftige Wohnbauten verfügt. Das sind etwa zwei Drittel aller Stadterweiterungsflächen in Linz. 

Stadterweiterung in Pichling Foto: GWGStadterweiterung in Pichling, Foto: GWG

In den vergangenen Jahren wurden in Pichling pro Jahr durchschnittlich etwa 60 neue Wohnungen errichtet, eine Zahl, die durch die aktuellen Wohnbauten künftig deutlich nach oben schnellen wird.

Großbauvorhaben Auhirschgasse, GWG, Luftbild: PTU/PertlwieserGroßbauvorhaben Auhirschgasse, GWG; Luftbild: PTU/Pertlwieser

Bebauung der LAWOG an der Moosfelderstaße; Luftbild: PTU/Pertlwieser

Wie ein Blick auf die aktuell geplanten Wohnbauvorhaben zeigt, sind fast 500 Wohneinheiten in Pichling in Bau, weitere 500 wurden bereits eingereicht und teilweise auch schon bewilligt. 

Pichling ist auch ein Hotspot der Wirtschaft  

Im von der Stadt Linz seit den 1990er Jahren erschlossenen  Betriebsbaugebiet Südpark südöstlich der SolarCity stehen 333.000 Quadratmeter Betriebsansiedlungsgebiet zur Verfügung. Das voll aufgeschlossene Gebiet bietet eine erstklassige Infrastruktur und ist verkehrstechnisch bestens erschlossen. Derzeit wird das Areal von mehr als 30 Unternehmen mit etwa 1.000 MitarbeiterInnen genützt, dazu zählen Aushängeschilder wie BÄKO, Celum, DAN-Küchen, Mathy, Fischer Brot, Heindl Metalltechnik, Dussmann, Rubble Master, Scheidt & Bachmann oder TMS. 

Ausblick auf die Zukunft 

Wirtschaft:

Erweiterungsflächen von 18 Hektar für den Südpark 

Der Südpark in seiner derzeitigen Größe ist bereits weitestgehend „voll“. Nach wie vor ist die Nachfrage nach Grundstücken sehr groß. Für eine weitere städtische Betriebsansiedlungspolitik werden jedoch in den nächsten Jahren neu gewidmete Flächen benötigt. Ansonsten droht die Abwanderung von Unternehmen in die Umlandgemeinden. Expandierenden Betrieben, die Erweiterungsflächen benötigen oder einen neuen Standort suchen, soll ein Angebot gemacht werden, in Linz zu bleiben. 

Die südöstlich angrenzenden Grundstücke zum Gewerbegebiet im Südpark Pichling sollen laut dem örtlichen Entwicklungskonzept eine Erweiterungsmöglichkeit für betriebliche Nutzungen im Ausmaß von ca. 18 Hektar bieten. Damit soll auch das Defizit an Arbeitsplätzen südlich der Traun im Vergleich zur Wohnbevölkerung beseitigt werden und einem verstärkten pendeln entgegengewirkt werden. 

Da das Gebiet im Hochwasserbereich liegt, wird auf Basis eines Stadtsenatsbeschlusses derzeit überprüft, ob und im welchem Ausmaß hier Aufschüttungsmaßnahmen für Betriebsbauflächen geschaffen werden können. In diesem Zusammenhang erfolgt eine wasserrechtliche Prüfung.  

Öffentlicher Verkehr 

Straßenbahnverlängerung 

Die Straßenbahnlinie 2 soll vom derzeitigen Endpunkt solarCity in zwei Bauabschnitten bis zum Pichlinger See verlängert werden. Dafür wurde von der Linz AG ein Einreichprojekt ausgearbeitet. Die Strecke soll bei der Schleife SolarCity beginnend in Verlängerung der Heliosallee in östlicher Richtung nördlich der Traundorfer Straße bis zum Betriebsbaugebiet Südpark geführt werden. Parallel zur Straßenbahntrasse ist von der Auhirschgasse bis zur Bremenstraße eine Begleitstraße vorgesehen. In weiterer Folge verläuft die Trasse entlang der Straße „Im Südpark“ bis zur Westbahnstrecke, unterfährt diese mit einem bereits errichteten Bauwerk und hat anschließend als Endpunkt eine zweigleisige Umkehrschleife. In diesem Abschnitt ist ein begleitender Wartungsweg zur Straßenbahntrasse geplant.

Begleitstraße für Busse nutzbar

Der Bau der Begleitstraße zur zukünftigen Straßenbahn soll noch heuer anlaufen. Sie wird ca. 560.000 Euro kosten. Der Komplettausbau bis zur Bremenstraße soll bis 2020 umgesetzt werden. 

Bis zur Fertigstellung der geplanten Straßenbahnverlängerung in Pichling sollen auf der neuen Begleitstraße auch Busse verkehren und so den wachsenden Stadtteil besser für den Öffentlichen Verkehr erschließen.

Trassenstudie, Mobilitätsknoten und Seilbahnsysteme 

Die starke Entwicklungsdynamik im Süden von Linz erfordert zudem laut dem in Kooperation mit dem Land Oberösterreich erstellten Monbilitätsleitbild für die Region Linz ergänzende Erschließungsmaßnahmen. 
Dazu soll eine Trassenstudie für eine dritte Straßenachse im Süden von Linz zwischen Ebelsberg und Lunzer Straße ausgearbeitet werden. Als weitere Varianten sollen in dieser Studie auch alternative Erschließungsformen wie etwa Seilbahnsysteme geprüft werden. 

In diese Überlegungen eingeflossen ist auch die geplante Schaffung eines Mobilitätsknoten beim Bahnhof Pichling. Dort wäre auch Platz für eine große Park & Ride-Anlage, die sich in Verbindung mit dem S-Bahn-Angebot zur echten Alternative für alle PendlerInnen entwickeln könnte. 

Eine Realisierung kann in zetlicher Abstimmung mit dem Ausbau der Westbahnstrecke durch die ÖBB erfolgen. 

Wohnbau 

In Summe sind bereits 1.000 Neubauwohnungen „auf Schiene“. Weitere Bauvorhaben sind in Planung. Im Rahmen des Projekts „Wohnen beim See“ sollen im Endausbau bis zu 700 Wohnungen entstehen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger zum Thema Entwicklung des Stadtbezirks Pichling)

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