Presseaussendung vom: 06.11.2019

Neue Impulse durch die Linzer Kulturförderung Finanzieller Spielraum für die „freie Szene“ auf mehr als zwei Millionen Euro erhöht

Mit dem im Jahr 2013 beschlossenen Kulturentwicklungsplan (KEP) NEU der Stadt Linz wurden Leitlinien, Prioritäten und Rahmenbedingungen für die Kulturpolitik von Linz festgelegt. Kunst und Kultur sind wesentliche Faktoren für die Stadtentwicklung. Der KEP legt die Rahmenbedingungen für die gegenwärtige und künftige kulturelle Entwicklung in Linz fest. Er ist ein Begleiter und Leitfaden der Kulturpolitik der Stadt Linz. 
„Eine essentielle Rolle im Linzer Kulturleben kommt der so genannten ,freien Szene‘ zu. Diese soll nun ab dem kommenden Jahr neue Spielräume erhalten. Die Zuschüsse werden um 13 Prozent auf exakt 2,12 Millionen Euro erhöht“, kündigen Finanzreferent Bürgermeister Klaus Luger und Kulturstadträtin Doris Lang-Mayrhofer an. 
Linz hat im kulturellen Bereich vor allem in der jüngsten Vergangenheit kulturelle Akzente gesetzt und trägt seit 2014 den stolzen Titel UNESCO City of Media Arts. Zum Logo „Linz verändert“ gesellte sich ein weiteres mit Bezug zur UNESCO. 

Unsere Stadt gehört somit dem exklusiven Kreis von weltweit 180 zukunftsorientierten Städten an, in denen die Kreativwirtschaft und im Besonderen Medienkunst großgeschrieben werden. 

Im Sinne einer „Kultur für alle“ und einer Teilhabe aller Menschen und Gruppen konnten bereits in der Vergangenheit wichtige Projekte, von der Neuausrichtung des Förderpreises „Stadt der Vielfalt“ bis zu mehrsprachigen und interkulturellen Vermittlungsangeboten für verschiedene Zielgruppen umgesetzt werden. Vor allem in der musikalischen Ausbildung und der Sichtbarmachung von Frauen im Kunst- und Kulturschaffen konnten wichtige Maßnahmen zur Erreichung von mehr Gendergerechtigkeit realisiert werden.

Für die Zukunft gilt es nun, den bisher erfolgreich beschrittenen Weg einer offenen Kulturstadt weiter abzusichern und zu intensivieren. Im Besonderen kommt es darauf an, neben der Unterstützung neuer Formate (etwa im Bereich der „Digitalen Kunst“) die Entwicklung des freien Kunst- und Kulturschaffens für die Zukunft zu sichern. Dieses Anliegen ist im Linzer Kulturentwicklungsplan ein sehr wichtiges Thema. 

Im Kapitel „Potenziale fördern“ ist dies wie folgt ausformuliert: 

„Die Stadt Linz erhöht schrittweise das Budget von Linz Kultur zur Förderung der freien Kunst- und Kulturszene gemäß den im Kulturentwicklungsplan genannten Schwerpunktsetzungen“. 

Und weiter: „Darüber hinaus gilt es, einerseits die Basisförderungen für Kulturvereine und -initiativen weiter auszubauen, um innovatives und qualitätsvolles Arbeiten zu gewährleisten und zur Verbesserung der sozialen Lage der KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen beizutragen. Andererseits soll eine den Zielen des Kulturentwicklungsplans entsprechende Projektförderung Freiraum für künstlerisches Arbeiten schaffen und die Auseinandersetzung mit spezifischen Themenstellungen ermöglichen.“

„Aus dieser Intention heraus wird nun im kommenden Jahr das für heuer budgetierte Fördervolumen für die Freie Kunst- und Kulturszene von 1,87 Millionen Euro beträchtlich erhöht, und zwar um 250.000 Euro. Vom Basiswert 2019 ausgehend, bedeutet das eine Erhöhung der Kulturförderung für die ,freie Szene‘ um 13 Prozent. In Zeiten des Sparens geht Linz bei der ,freien Szene‘ den umgekehrten Weg“, spricht sich Finanzreferent Bürgermeister Klaus Luger für eine entsprechende Budgetumschichtung aus. 

„Für die Ernennung zur UNESCO City of Media Arts war neben ,etablierten‘ Leuchturmprojekten der Kultur wie dem Ars Electronica Center und den Kreativen in der Tabakfabrik vor allem auch die aufstrebende ,freie Szene‘ auschlaggebend. Ihr wachsendes Innovationspotential ist für Linz von essentieller Bedeutung“, betont Kulturreferentin Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer. 

Die Erhöhung des Kulturförderbudgets wurde bereits zweimal im Kulturausschuss behandelt. Zudem hat dazu auch eine eigene Veranstaltung des Stadtkulturbeirates stattgefunden, an der alle KultursprecherInnen der im Gemeinderat vertretenen Parteien beteiligt waren.

Mehr als 400 Förderansuchen

Im vergangenen Jahr sind insgesamt 429 Förderansuchen bei der Linz Kultur gestellt worden. Heuer wird am Ende des Jahres eine ähnliche Größenordnung erreicht werden. Gefördert wird das gesamte freie Linzer Kunst- und Kulturschaffen. 

Das sind jene Förderungen, die sich auf das nicht von öffentlichen Gebietskörperschaften getragene Kunst- und Kulturschaffen beziehen: Kulturinitiativen (Stadtwerkstatt, KAPU, qujOchÖ, servus.at etc.), Festivals (Crossing Europe, Nextcomic etc.), Theater und Tanz (Theater Phönix, Theater des Kindes, Tribüne Linz, Kellertheater, SILK Fluegge, RedSapata etc.), Off-Spaces (bb15, Memphis, KunstRaum Goethestraße etc.) sowie KünstlerInnen und Vereine aus den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Musik, Medienkunst, Film und Fotografie. Weiters Stadtteilkultur, Interkultur, Volkskultur und Schulen.

Die Erhöhung des Kulturförderbudgets soll im Sinne des KEP neu vor allem die Basisabgeltung bei Jahresförderungen verbessern. Beispiele dafür sind die Künstlervereinigung MAERZ und die Tribüne Linz, für die bereits heuer eine signifikante Erhöhung der Jahresförderung erreicht werden konnte. Das war und ist der kulturpolitische Ansatz dahinter.

Andererseits ermöglicht die Erhöhung auch, neue Impulse und Akzente zu setzen, z.B. im Kontext von Media Arts. Geplant ist bspw. die Erhöhung der Dotation aller bestehenden Linzer Sonderförderprogramme, insbesondere aber des heuer neu eingeführten Sonderförderprogramms LINZ_sounds. Zudem sollen auch Kooperationsprojekte aus der „Freien Szene“ wie zum Beispiel das neue Festival Linz FMR, das im Kontext Media Arts und öffentlicher Raum anzusiedeln ist, besser gefördert werden.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger, Kulturstadträtin Doris Lang-Mayrhofer und Kulturdirektor Dr. Julius Stieber über neue Impulse durch die Linzer Kulturförderung)

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