Presseaussendung vom: 06.11.2019

Nordico-Reihe „Wir öffnen die Box“ Noch drei Termine des „Ding- & Denkarchivs“ im Rahmen der Ausstellung „Das stille Vergnügen“

Noch an drei Donnerstagen öffnet das Nordico das „Ding- & Denkarchiv“ aus der aktuellen Sonderausstellung „Das stille Vergnügen. Meisterzeichnungen aus der Sammlung Justus Schmidt”. Das offene Archiv ist für alle zugänglich und bietet Informationsmaterial zur Forschung rund um die Ausstellung und Anregungen um über die eigene Haltung zu Zeitgeschichte nach zu denken. Vor allem aber sind die BesucherInnen eingeladen, ihre eigenen Fragen in den Boxen zu hinterlassen. Diese werden von Gästen und TeilnehmerInnen bei „Wir öffnen die Box“ aufgegriffen, gemeinsam durchdacht und weiterentwickelt. Zum jeweiligen Thema wird mit einem Gast diskutiert. Bei der kommenden offenen Gesprächsrunde am Donnerstag, 14. November, ist dies der Autor und Journalist Martin Pollack. Er steuert seine Gedanken zum Thema “Kontaminierte Heimat” bei, ausgehend von seinem 2014 verfasstem Essay „Kontaminierte Landschaften“. 

Die weiteren Themen sind: „Was lehrt Geschichte? am 21. November mit Wolfgang Schmutz / Pädagoge, Kurator und Berater im Bereich Zeitgeschichte und “ am 5. Dezember mit Zeithistorikerin Margit Reiter. Zu den Gesprächsrunden jeweils ab 19 Uhr sind keine Anmeldungen erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Die Nordico-Ausstellung „Das stille Vergnügen. Meisterzeichnungen aus der Sammlung Justus Schmidt” geht der Frage nach inwieweit eine in ein Museum eingebrachte Privatsammlung unbelastete kulturelle Identität zum Ausdruck bringen kann, wenn sich ihr Urheber während der NS-Zeit regimetreu engagierte. Die Sammlung des Kunsthistorikers Justus Schmidt (1903–1970) gelangte durch eine Schenkung 1971 in den Besitz des NORDICO Stadtmuseum. Schmidt war während der NS-Zeit ein hoher Beamter der Gauverwaltung. Im Rahmen des „Sonderauftrages Linz“ war er Depotbeauftragter in den Stiften Kremsmünster und Hohenfurth und somit unmittelbar an der Anschaffung und Verwaltung von „arisierten“ und enteigneten Kunstwerken beteiligt. Seine hochkarätige private Kunstsammlung umfasst unter anderem Zeichnungen des italienischen Manierismus von Parmigianino, Barockzeichnungen von Peter Paul Rubens sowie Werke der Moderne von Alfred Kubin, Max Pechstein, Gustav Klimt oder Oskar Kokoschka.

Die Ausstellung - zu sehen bis 5. Jänner 2020 - soll eine kritische Auseinandersetzung mit dem Sammler, mit seinem historischen Kontext und der aktuellen Diskussion bezüglich den Umgang mit Kunstwerken aus problematischen Besitzverhältnissen anregen. Sowohl die Ausstellungsgestaltung als auch zwei künstlerischen Interventionen von Maria Bussmann und Simon Wachsmuth greifen diesen Aspekt auf. 

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