Presseaussendung vom: 07.11.2019

In Memoriam Dr. Hellmut Czerny Das Lentos widmet dem Kunstmezän einen Ausstellungsraum

Hellmut Czerny, ein großer Unterstützer des LENTOS Kunstmuseum und NORDICO Stadtmuseum Linz, verstarb kürzlich im Alter von 89 Jahren. Der Sammler und Mäzen überließ beiden Museen insgesamt etwa 980 Kunstwerke. Einige Highlights dieser Schenkungen werden im Gedenken an den großzügigen Stifter nun in einem eigenen Raum in der Sammlungspräsentation des LENTOS gezeigt.

Hellmut Czerny, geboren 1930, stammte aus Bad Gastein und verbrachte seine Jugend in Salzburg. Nach Abschluss seines Jus-Studiums in Wien führte Hellmut Czerny sein Beruf als Notar zuerst nach Bad St. Leonhard im Lavanttal, später nach Judenburg und Bad Deutschlandsberg. Der leidenschaftliche Sammler verfügte über eine Kunstsammlung von über 3.500 Exponaten und stiftete regelmäßig an mehrere Museen, darunter die Museen der Stadt Linz, das Joanneum Graz, das Museum der Moderne Salzburg oder das Oberösterreichische Landesmuseum. Die Neue Galerie der Stadt Linz, das heutige LENTOS Kunstmuseum, war das erste Museum, das Hellmut Czerny mit Schenkungen bedachte. Die ersten Stiftungen wurden damals im eigenen Auto von Czerny von Graz nach Linz gebracht. Auch später ließ es sich der idealistische Mäzen nicht nehmen, seine Schenkungen selbst in die oberösterreichische Landeshauptstadt zu transportieren. Erworben hatte Czerny die Kunstwerke bei Auktionen in London, in prominenten Galerien in Wien und Graz, aber auch in staubigen Antiquariaten und auf Trödlermärken in der Grazer Peripherie. Czerny sammelte vorwiegend Arbeiten auf Papier, zunächst KünstlerInnen aus der Steiermark und Kärnten, wie Cornelius Kolig, Maria Lassnig, Hans Staudacher oder Wilhelm Thöny. Später erweiterte Hellmut Czerny den Radius seiner Sammeltätigkeit auf andere Bundesländer. In der Linzer Sammlung kamen beispielsweise Werke von Siegfried Anzinger, Peter Bischof, Dietmar Brehm, Gunter Damisch, Maria Moser und Othmar Zechyr hinzu. Erfreulicherweise konnte Dr. Czerny sein Sammelinteresse mit seiner Frau Norli teilen. Norli Czerny stand ihrem Mann mit Verständnis und gutem Rat und manchmal auch mit finanziellen Zuschüssen zur Seite. Auch mit international renommierten Künstlern war Czerny vertraut. So fanden im Laufe der Zeit auch Grafiken von Joseph Beuys, Joan Miró, Otto Piene, Kumi Sugai, Antoni Tàpies und Wolf Vostell Eingang in die Sammlung der Museen der Stadt Linz. Weitere wertvolle von Czerny gestiftete Werke befinden sich in anderen Räumen des Sammlungstraktes im LENTOS, darunter Kolo Mosers um 1912 entstandener Weiblicher Profilkopf auf Schachbrettmuster und Kurt Webers Boote aus dem Jahr 1935.

Mit dem Ausstellungsraum im LENTOS wird Hellmut Czernys idealistischer und von großer Liebe zur Kunst geprägter Einsatz für die Museen der Stadt Linz geehrt. Die von Brigitte Reutner, Kuratorin und Leiterin der Grafiksammlung, getroffene Werkauswahl umfasst Arbeiten von Dietmar Brehm, Maria Lassnig, Alois Mosbacher, Hermann Nitsch, Arnulf Rainer und Ingeborg Strobl.

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