Presseaussendung vom: 15.11.2019

Luger begrüßt Regionalen Strukturplan Gesundheit als „ersten Schritt in die richtige Richtung“ Positiv: Höhere Effizienz, geringere Kostensteigerung, gleiche Qualität für PatientInnen und Beschäftigte

Negativ: Sprengelbeiträge für Gemeinden steigen in nur drei Jahren um 40 Mio. Euro, doppelt so viel wie „Gemeindetopf" des Landes

Der heute von der „Landeszielsteuerungskommission" beschlossene „Regionale Strukturplan Gesundheit" findet die Zustimmung des Linzer Bürgermeisters und Städtebundpräsidenten Oberösterreichs, Klaus Luger: „Ich begrüße ausdrücklich die Zielsetzung, technologische Entwicklungen und positive Erfahrungen aus Veränderungen in der Organisation von Krankenhäusern noch stärker zu nutzen, um die Kostensteigerungen in den Spitälern zumindest Ansatzweise in den Griff zu bekommen", so Luger. Das angekündigte Monitoring für die Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen sieht Luger als zielführend an. Trotzdem sei der Plan vorerst nur ein erster Schritt in die richtige Richtung: „Ich bin überzeugt, dass bei Krankenhausleistungen noch stärkere Zentralisierungen möglich und für die niedergelassenen Ärzte konsequentere Vorgaben notwendig sind", meint Luger.

Eine gute Gesundheitsversorgung müsse durch einen guten Mix aus stationären Angeboten, Fach- und Hausärzten gewährleistet werden. Ähnlich wie in der Altenpflege, wo mittlerweile das Prinzip „mobil vor stationär" seit zwei Jahrzehnten gelebt werde, müsse auch im Gesundheitswesen der wohnortnahen, so genannten „niedergelassenen" ärztlichen Versorgung der Vorrang eingeräumt werden. „Nicht nur teure Spitzenmedizin, sondern vor allem das zusehende Versagen der Organisation im niedergelassenen Bereich haben zuletzt den Druck auf die Spitäler und damit die Kosten drastisch erhöht", kritisiert Luger.

Bis 2021 werden die Sprengelbeiträge der Gemeinden für die Krankenhäuser laut Voranschlag des Landes auf mehr als 392 Millionen Euro steigen: „Das sind im Vergleich zu 2018 um 40 Millionen Euro mehr, also doppelt so viel wie der behauptete Sondertopf für die Gemeinden, den das Land angekündigt hat", rechnet Städtebundpräsident Klaus Luger vor.

Daher sei der vorgelegte Strukturplan Gesundheit ein Schritt in die richtige Richtung, da die Kostensteigerungen gedämpft werden sollen: „Erstmals zeigt sich zumindest der Versuch, eine Gesamtstrategie für die Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Ich bin zwar überzeugt, dass man noch mehr Leistungen zentralisieren hätte können. Und auch die Vorgaben für die Erstversorgung für niedergelassene Ärzte gehen mir nicht weit genug, da wurde offenbar aus Rücksichtnahme auf die Sozialversicherung noch sehr gebremst. Für mich ist damit einmal mehr die Notwendigkeit einer noch stärkeren Steuerung und Finanzierung aus einer Hand belegt", so Luger.

Da in einzelnen Gesundheitsberufen die Arbeitsverdichtung bereits relativ hoch sei, kann Luger die Kritik der Arbeiterkammer nachvollziehen: „Ich finde es daher zielführend, dass Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander die Anregung des Landtagsabgeordneten Peter Binder aufgegriffen hat und ein besonderes Monitoring für die Auswirkung der Maßnahmen auf die Arbeitsbedingungen entwickeln und umsetzen will", meint Bürgermeister Klaus Luger.

Luger ist überzeugt, dass Effizienzsteigerungen und Kostendämpfungen durch die beschriebenen strukturell-organisatorischen Vorhaben, wie etwa Aufnahmestationen und Tumorzentren, sowie durch den verstärkten Einsatz zeitgemäßer Technologien, wie etwa mehr Telemedizin, erreicht werden können, ohne dass es zu Mehrbelastungen für die MitarbeiterInnen oder Verschlechterungen für die PatientInnen kommt. „Hier aber regelmäßig einen deutlichen Blick darauf zu werfen, ist angesichts der aktuellen Arbeitsplatzsituation sicher im Sinne der beschworenen PatientInnenorientierung und MitarbeiterInnenzufriedenheit", meint Bürgermeister Klaus Luger abschließend.

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