Presseaussendung vom: 19.11.2019

„asozial. Ausgrenzung gestern und heute" Ausstellung ab 26. November in der Kunstuni

Zur Ausstellung „asozial. Ausgrenzung gestern und heute" wird ab Dienstag, 26. November, in die Räumlichkeiten der Kunstuniverstität, Brückenkopf Ost, Hauptplatz 6 geladen. Hier erwartet Interessierte eine Schau, die die Kontinuitäten im Umgang mit vermeintlich „Anderen“ thematisiert. Sie zeigt, dass Ausgrenzung, Stigmatisierung und Disziplinierung eine jahrhundertealte Geschichte haben, die in der Radikalisierung im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt, nicht aber ihren Endpunkt fand. Ein Forschungsprojekt am Institut für Konfliktforschung widmete sich der Verfolgung von als „asozial“ stigmatisierten Frauen. Damals teilte eine staatlich organisierte rassistische Politik die Gesellschaft in Zugehörige und Nicht-Zugehörige. Parallelen zu Ausgrenzungsdiskursen von heute sind unübersehbar.

Das Gemeinsame über das Trennende zu stellen, ist Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dieser ist aktuell gefährdet. Sozialabbau, Umweltzerstörung, Migration, Digitalisierung und Globalisierung sind Schlagworte für Entwicklungen, die vielfach ein Gefühl der Angst und Ohnmacht auslösen. Kommt es zu gesellschaftlichen Problemen, und wann gibt es die nicht, werden rasch Sündenböcke an den Pranger gestellt. Menschen, die ohnehin benachteiligt sind, gelten dann als Grund für die Probleme, nicht aber Politik oder Wirtschaft. Politische Gruppierungen machen Stimmung gegen „Fremde“, „Faule“ und „Unnütze“. Damit untergraben sie grundlegende Werte des guten Zusammenlebens in Demokratien.

  • Impulsvorträge am Eröffnungsabend am 25. November um 18.30 Uhr
  • Brigitte Halbmayr (IKF, Wien): Zu Geschichte und Inhalt der Ausstellung
  • Helga Amesberger (IKF, Wien): Die Definition des „inneren Feindes“
  • Elke Rajal (IKF, Wien): Znaim als Verfolgungsort von „Asozialen“ aus Oberösterreich
  • Angela Koch (Kunstuniversität Linz): Das Vergessen der „Asozialen“
  • Anschließend Intermezzo des Kunstunichors “Wüste Gesänge”

Eröffnet wird die Ausstellung – eine Kooperation vom Wiener Institut für Konfliktforschung, der Kunstuniversität, der Johannes Kepler Universität und dem Frauenbüro der Stadt Linz – durch Rektorin Brigitte Hütter und Vizerektorin Karin Harrasser. Sie kann bis 10. Dezember jeweils von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.

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