Presseaussendung vom: 19.11.2019 |

Verleihung der Kunstförderstipendien 2019 Bürgermeister Klaus Luger zeichnete acht Persönlichkeiten aus

Um heimische Kunst- und Kulturschaffende zu fördern, vergibt die Stadt Linz seit 2013 so genannte Kunstförderstipendien. Diese gehen an freiberuflich tätige KünstlerInnen mit Linz-Bezug, die sich durch ihre Arbeiten verdient gemacht haben und so ihre Verbundenheit mit der Lebensstadt beweisen. Bürgermeister Klaus Luger zeichnete damit heute das künstlerische Wirken von acht Persönlichkeiten im Renaissance-Saal des Alten Rathauses aus. 

In der Sparte Bildende Kunst und Interdisziplinäre Kunstformen erhielten Mag.a Laurien Bachmann und Oktavia Schreiner, MA, in der Sparte Literatur und Kulturpublizistik Sarah Rinderer, in der Sparte Medien-, Produkt- und Kommunikationsdesign Sara Kickmayer sowie in der Sparte Musik und Darstellende Kunst Katharina Roth und Justyna Czaplinska die Stipendien. Zusätzlich zu den finanziellen Dotationen werden in der Sparte Bildende Kunst und interdisziplinäre Kunstformen zwei Linz AG KünstlerInnen-Ateliers an der Kaplanhofstraße Mag. art Sebastian Six und Mag.a Julia Gutweniger für zwei Jahre zur Verfügung gestellt.

Im Zentrum der künstlerischen Arbeiten von Mag.a Laurien Bachmann steht die Auseinandersetzung mit dem Vergehen der Zeit, privaten und kollektiven Erinnerungen, sowie regionalen Traditionen. Ausgangspunkt ihrer Projekte sind oftmals Fundstücke aus vergangener Zeit, wie Fotografien, oder die Beschäftigung mit den spezifischen Kontexten bestimmter öffentlicher Räume oder ländlicher Topografien. Ihr gelingt es mit der eigenen Sensibilität die gefundenen Materialien und Räume aufzugreifen und zu transformieren. Sie stellt so ihren klugen Umgang mit Geschichte und lokalen Narrationen unter Beweis.

Sowohl in der Materialität als auch in der Ausführung hat Oktavia Schreiner sich mit ihren künstlerischen Objekten einen äußerst eigenständigen Zugang erschlossen. Die Verbindung von Malerei, Skulptur und architektonischen Versatzstücken in der Technik der Keramik zeigt ihre innovative Neuinterpretation eines traditionellen Mediums. In Ihren Arbeiten nimmt sie Bezug auf persönliche Wahrnehmungen und Erlebnisse und das Verhältnis von Körper, Raum, Emotionalität und Zeit. Ihr bereits sehr ausformuliertes, reifes Werk ist durchdrungen von der Beschäftigung mit existenziellen Themen und der Frage nach Orientierungsfähigkeit.

Genau so wie sich Sarah Rinderer als Künstlerin zwischen verschiedenen Kunstsparten bewegt, so ist auch ihre Literatur in Bewegung und lässt vieles in Schwebe. Ihr Blick einer Bildenden Künstlerin schlägt sich in ihrer Sprache nieder. Die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten medialer Kommunikation wird in den Texten sinnlich spürbar. Sie arbeitet transdiziplinär und setzt Techniken ein, die nicht primär aus der Literatur kommen: so definiert und erweitert die Autorin ihren literarischen Zugang und eröffnet dem Medium Literatur neue Möglichkeiten. Vor allem der Bezug zu Bildern und Filmen sowie deren Historizität veranschaulicht auf überzeugende Weise den Blick auf Altes und Vergangenes im Gegenüber zum Jetzt.

Sara Kickmayer arbeitet mit aufwendigen 3D-gedruckten Nanostrukturen aus der Biologie, die die bedruckten Oberflächen irisieren lassen und somit als innovatives Farbgebungsverfahren gelten können. Gemeinsam mit der Firma Profaktor hat sie ein derzeit einzigartiges und in der Form noch nicht realisiertes Verfahren entwickelt. Sie überzeugte mit der Forschung als künstlerisch-gestalterische Methode und mit den daraus resultierenden schlüssigen und ästhetischen Entwürfen. Ihr Portfolio sowie Ihr aktuelles Forschungsprojekt über Materialkonzeption durch molekulare Wahrnehmung überzeugt auf ganzer Linie.

Katharina Roth verfügt über ein außergewöhnliches kompositorisches Potenzial. Ihre Kompositionen zeichnen sich durch vielschichtige Klang- und Stimmungsbilder aus. Diese ordnen sich keinen Modetrends unter, sondern stellen vielmehr eine kreativ-eigenständige musikalische Sprache dar. Mit großem Selbstverständnis, großem Selbstbewusstsein und hörbarer Kompetenz komponiert sie für Instrumente und Singstimmen. Ob Schlagwerk, Percussion, Bassflöte, Violine, Klarinette oder Orgel: jedem dieser Instrumente verleiht sie eine wohltuende Ausdruckskraft. Vor allem Stimmen und Perkussionsinstrumenten schreibt sie die größtmögliche Direktheit und Unmittelbarkeit im Ausdruck zu. Ihr Hauptinteresse liegt im Bereich der Kammermusik.

Justyna Czaplinska absolvierte eine Tanzausbildung an der Anton-Bruckner-Privatuniversität und spielt sowohl an der Privatuni als auch in wichtigen Kulturprojekten in Linz eine besondere Rolle. Das Spektrum reicht von “Alice im Wunderland” über die Mitwirkung bei der “Lustigen Witwe” bis hin zu zeitgenössischen Performances. Ihr gelingt es, den Tanz gewisser Maßen anders zu denken. Sie beeindruckt durch ihre eigenständige Präsenz, auch im Rahmen von kollektiven beziehungsweise Gemeinschaftsprojekten. Sie vermittelt durch ihre Interpretationen klare Vorstellungen, wohin sie als Künstlerin gehen will. Zudem überzeugte die Jury die Tatsache, dass die Tanzprojekte fernab von „Begleitkunst“ oder gar „Behübschung“ einzuordnen sind, sondern vielmehr aussagekräftige und künstlerisch-interdisziplinäre Statements darstellen.

Seit 2004 hat Walter Six mit Clemens Mairhofer und Lucas Norer im Kunstkollektiv FAXEN zusammengearbeitet und 2008 das Plattenlabel „lauthals“ gegründet. Weiters hat er sich seit 2009 als Mitbegründer und Organisator des „Offspaces bb15 in Linz“ einen Namen gemacht. Seit 2011 sorgt er als freischaffender Künstler mit Ausstellungen im In- und Ausland für Aufmerksamkeit. Unter anderem machte er durch audiovisuelle Installationen, Videoperformances und Sammelalben von sich reden und hat damit regionalen und internationalen Bekanntheitsgrad erlangt. 

In der künstlerischen Arbeit von Mag.a Julia Gutweniger spielt Beobachtung eine wichtige Rolle. Sie wirft ihren Blick auf scheinbar nebensächliche Momente und Situationen und findet Inspiration sowohl in aufgeschnappten Gesprächsfetzen als auch in herkömmlichen Beschilderungen oder Gebrauchsanleitungen. Praktisch angelegte Symbole und Hinweise, Rat- und Vorschläge sind nicht nur formal, sondern vorwiegend inhaltlich interessant für ihre Arbeit. In reduzierte Zeichnung übersetzt und aus dem Kontext genommen, erlangen die Motive etwas Seltsames und entwickeln ihre eigene Logik und Ikonografie. Ihre Arbeiten stellen Fragen, ohne Antworten vorzugeben und untersuchen menschliche Lösungsansätze und den gesellschaftlichen Umgang mit unterschiedlichen Situationen, die gehandhabt werden wollen.

Creative Commons-Lizenz
Dieser Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

Die Veröffentlichung der Bilder ist für Medien honorarfrei, jedoch nur mit Fotonachweis. Falls nicht anders angegeben ist anzuführen: "Foto: Stadt Linz". Bei gewerblicher Nutzung bitten wir um Kontaktaufnahme.

Reisepass
jetzt verlängern!
Reisepass jetzt verlängern!

Im "Superpassjahr 2020" werden die Pässe vieler LinzerInnen ablaufen. Reservieren Sie Ihren Termin gleich online, um Wartezeiten zu vermeiden.

Mehr dazu